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Baby-Tagebücher

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.
47. Woche

Sommermenschen sind schöner?

Es geht um die Sonnenstrahldosis und den Einschlafkampf.

Hallo ihr Sonnenstrahlen,

die Überschrift war eine Aussage meines besten Freundes. Ich habe ein Fragezeichen dahinter positioniert, weil ich lange darüber nachgedacht habe. Ich glaube, es ist nicht unbedingt das Outfit oder der sonnengebräunte Teint, der uns schöner macht, sondern die Stimmung der Lebewesen, die durch die Sonnenstrahlen und den Vitamin-D-Einfluss angehoben wird. Außerdem sind wir Menschen auch Chamäleons, glaube ich. Wenn um uns herum alles so herrlich grün ist und blüht, passen wir uns mit unserer Stimmung und den Outfits an. Vielleicht sollten auch einfach weniger graue, braune und dunkelblaue Winterjacken hergestellt werden. Aber trotzdem mag ich den Winter und die kuschelige heimelige Zeit zuhause auch sehr.

Im Sommer existiert glaube ich bei vielen das ständige Gefühl, dass man etwas verpassen könnte und daher geht man zu jeder Zeit einfach nochmal raus. Auch, wenn man eigentlich müde ist. Ich kann dem Satz also nur insofern beipflichten, dass uns die Sonnenstrahlen, die uns ins Herzen und auf die Haut treffen, schöner machen. Ein Sonnenstrahl bei einem Winterspaziergang kann etwas sehr Besonderes sein und wird von uns verdammt sehnsuchtsvoll auf der Haut begrüßt. Trotz der abendlichen frühen Dunkelheit kann dieser eine Strahl uns manchmal bis zur Mitternacht zum Strahlen bringen. Ich spreche nur für mich und ich wüsste genau, wie mein Freund reagieren würde. Er würde ein langes „neeeee“ aussprechen und dabei unverschämt süß lachen.

Sorry für den langen Vorspann. Es geht hier doch um Salome. Sie ist ein Sommerkind, weil sie im August geboren wurde. Aber eigentlich ist sie ein Sonnenstrahlkind, weil sie die Welt um sie herum immer zum Strahlen bringt. Sie ist das süßeste Baby und natürlich bin ich nicht objektiv. Ihr Strahlen bringt bei allen Sonne ins Herzen.

Wir könnten jetzt schon die U6 machen. Unser Termin ist aber erst am 16.08. Und nach der U6 ist spätestens klar, dass von der Säuglingszeit Abschied genommen werden muss. Ich bin schlecht bei Abschieden und beim Trösten. Mein ständiger Begleiter ist der Wachstumsschmerz.

Ich habe kürzlich noch einen alten Artikel aus der Süddeutschen Zeitung gelesen. Dieser handelte von der Geburt von Zwillingen in der 22. SSW. Magisch, was mein Körper vor einem Jahr alles geschafft hat, wenn ich diesen Artikel lese. Ich war maximal berührt, dass Säuglinge bei Berührungen in der 22. Woche noch sterben können, weil die „Haut“ noch so dünn ist. Die kleinen Wesen haben zu dieser Zeit noch kein funktionierendes Immunsystem und bekommen daher von Beginn an Antibiotikum. Wenn aber zu diesem Zeitpunkt die Venen an den kleinen Füßen noch nicht ausgebildet sind, hat man keinen Punkt, wo man das Antibiotikum verabreichen kann. Der Artikel ist vor mehr als zehn Jahren entstanden. 2010 wurden die Zwillinge geboren. In den meisten europäischen Nachbarländern wäre eine Geburt in der 22. Woche ein Abort gewesen und man hätte die Kinder nicht mit Sauerstoff versorgt. In Deutschland können die Ärzte mit den Eltern entscheiden, ob sie die Kinder am Leben erhalten möchten. Allerdings müssen sie damit rechnen, dass die Kinder später behindert sein können. Von den Zwillingen hat der Junge den Kampf auf diese Welt nicht geschafft. Nur das Mädchen hat überlebt. Heute geht das Mädchen namens Frieda gesund zur Schule. Ein maximales Wunder. Beim Lesen bin ich immer so dankbar, dass bei Salome vor einem Jahr alles gut verlaufen ist.

Wir besuchten das letzte Wochenende Salomes Geburtsstadt Köln. Es war herrlich. Tagsüber waren wir auf einem Festival, auf dem eine Freundin spielte. Dies war draußen und sicherheitshalber habe ich Salome pinke Kopfhörer von ihrer Cousine mitgenommen. Allerdings blieben diese nie lange auf ihrem Kopf. Das war allerdings auch nicht schlimm, da es nicht laut war und wir auf dem riesigen Gelände einen Ort hinter der Bühne suchen konnte, wo es angenehm leise war. Wir tanzten mit Salome und es gab sogar ein anderes kleines Mädchen namens Fenja, das nur zwei Tage jünger als sie war. Fenja hatte eine Kopfbedeckung und auch diese wollte Salome ihr immer vom Kopf ziehen. Es reicht ihr nicht, dass sie ihre eigenen Sonnenschutzbedeckung nie auf ihrem Schopfe lässt.

Salome kann mittlerweile fantastisch sicher an Gegenständen allein stehen. Sie hat eine so unendliche Kraft in allen ihren Gliedmaßen. Manchmal setzt sie schon einen vor den anderen Fuß. Die Körperkraft hat sie nur durch Muttermilch erreicht. Das ist schon verrückt. Ich biete ihr zwar drei Mal am Tag Brei oder kleine Kartoffelstückchen oder Brotkrümel an, aber sie isst davon so wenig, dass ich sagen kann, dass ihre Hauptmahlzeit immer noch die Milch ist. Quetschis zwischendurch funktionieren besser. Mir graut es schon vor dem Abstillen. Eigentlich sollte an ihrem ersten Geburtstag Schluss mit der Mamimilchbar sein. Sie turnt immer beim Stillen an mir herum, so als ob es bald eine anerkannte Babysportart werden könnte. Ich könnte kopfüber beispielsweise nicht trinken. Für Salome ist das kein Problem.

Ich beende den Tagebucheintrag damit, was sich am allerschlechtesten kann, und zwar den Einschlafkampf zu gewinnen. Das Einschlafen dauert mittlerweile immer um die zwei Stunden. Und es ist mit so viel Geschrei verbunden. Nichts funktioniert. Stillen, Singen oder die Spieluhr aufzuziehen. Um 19 oder 20 Uhr starten wir meistens den Einschlafkampf. Manchmal erlebt Salome beim Einschlafen so einen Stress, dass sie sich an ihren Haaren zieht. Mir tut sie dann unendlich Leid. Natürlich ist man beim Schlafen erstmal allein und das ist vermutlich für jedes Kind erstmal ein doofes Gefühl und bedeutet emotionalen Stress.

Es gibt auch Abende, an denen sie direkt beim Stillen einschläft. Dann ist sie aber nach einem zehn-minütigen Power Nap so wach, dass an schlafen nicht mehr zu denken ist. Ich zehre von der Hoffnung, dass das mit dem Einschlafen nur besser werden kann.

Ein Sonnenstrahlenkuss ist ein Muss.

Eure Salome und Vroni



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In diesem Beitrag geht's um:

Sonnenstrahlen, Einschlafkampf, Abstillen, Festivals