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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila und Lässig.
8. Schwangerschaftswoche

Unser lang ersehntes Wunder

Nach 1,5 Jahren reicht ein einziger Tag aus, um aus Hoffnungen ein Wunder zu machen. Warten auf den ersten Herzschlag.

Hallo ihr Lieben - ich bin die Neue :-)

Nachdem ich seit 4 Jahren stille Mitleserin bin, freue ich mich nun riesig, euch in den nächsten Wochen und Monaten in meinem eigenen Tagebuch an meiner Schwangerschaft teilhaben zu lassen.

Doch zuerst ein paar Worte zu mir:

Mein Name ist Nina, ich bin gerade 34 geworden und wohne mit meinem Freund und meiner Tochter in Stuttgart. Unsere Kleine ist fast 3,5 Jahre und ein wahres Energiebündel.
Ich arbeite als Marketingmanagerin in einem großen Stuttgarter Konzern und liebe meinen Job - nicht zuletzt aufgrund meiner wundervollen Kollegen. Seitdem meine Tochter 2 ist, arbeite ich wieder Vollzeit, was mal mehr und mal weniger gut klappt. Doch dazu ein ander Mal mehr.
Während meiner ersten Schwangerschaft bin ich irgendwann auf die Tagebücher von kidsgo gestoßen und verfolge seitdem jedes einzelne Tagebuch. Ich finde es immer wieder faszinierend, wie einmalig jede Geschichte für sich ist. Insofern war es ein ganz spontaner Beschluss, an die kidsgo-Redaktion zu schreiben, als ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand hielt.

Aber nun von vorne.
Vor ca. eineinhalb Jahren beschlossen wir, dass wir gerne ein Geschwisterchen für unsere Tochter hätten. Sie wurde gerade 2 und ich fühlte mich bereit für ein zweites Kind. Mehr noch - ich wünschte es mir von ganzem Herzen. Jedes Mal, wenn ich eine Schwangere oder frisch gebackene Mami sah, wurde es mir ganz warm ums Herz. Insofern fiel es mir dieses Mal sehr leicht, die Pille abzusetzen (vor der ersten Schwangerschaft war das ein etwas längerer Prozess, da ich damals auf den richtigen Zeitpunkt wartete. Im Nachhinein kann ich für mich nur sagen: es gibt diesen "richtigen" Zeitpunkt nicht und man sollte einfach seinem Herzen folgen.).

Irgendwie hatte ich es von Anfang an im Gefühl, dass wir dieses Mal mehr Geduld haben müssten. Nachdem ich bei meiner Tochter schon nach 3 Monaten schwanger war, musste ich dieses Mal feststellen, dass mein Zyklus etwas durcheinander geraten war. Allerdings redete ich mir ein, dass das ganz normal war. Immerhin war es auch nicht gerade die stressfreiste Zeit. Es würde schon werden.

Es gingen weitere 4 Monate ins Land. Nichts tat sich und mit jeder einsetzenden Periode wuchs die Enttäuschung und Traurigkeit. Obwohl wir uns immer wieder sagten, dass 7 Monate grundsätzlich noch keine lange Zeit sind, wurde ich dennoch einfach nicht das Gefühl los, dass irgendetwas mit mir nicht stimmt.

Also vereinbarte ich zunächst einen Termin bei meiner Hausärztin, um meine Schilddrüsenwerte überprüfen zu lassen. Da von meiner Oma, über meine Mama, bis hin zu meinen Tanten und Onkeln alle Probleme mit der Schilddrüse haben, schien dies das naheliegendste Problem zu sein.
Meine Vermutung wurde bestätigt: mit 2,7 war der Wert keinesfalls optimal. Die Tabletten schlugen schnell an und regulierten den Wert wieder in den "Normalbereich" oder besser gesagt, in den Bereich, der es begünstigt, schwanger zu werden. Trotzdem tat sich nichts.

Nach weiteren 3 Monaten vertraute ich mich meiner Frauenärztin an. Sie wusste von Anfang an, dass wir wieder versuchten schwanger zu werden. Sie beruhigte mich, indem sie mir bestätigte, dass sich alles im normalen Rahmen bewege. Doch jegliche Statistik, dass alles zwischen 1-2 Jahre, um schwanger zu werden, noch normal ist, bringt einem in der eigenen Situation einfach nichts.

Irgendwie muss sie es gespürt haben: Denn trotz ihrer Einstellung, aus ärztlicher Sicht erst nach 12 Monaten ohne Erfolg mit weiteren Untersuchungen zu starten, bot sie mir sofort ein Zyklusmonitoring an.
In den nächsten 2 Wochen war ich also regelmäßig zur Ultraschallkontrolle der sich entwickelnden Follikel zu Gast. Ganz neutral betrachtet, war das mega spannend! Sozusagen "live" mitzuerleben, was im eigenen Körper Monat für Monat von sich geht, beeindruckte mich enorm.

Etwas ungünstig war, dass der Tag der Blutentnahme (zum Testen, ob sich das Gelbkörperhormon in der 2. Zyklushälfte entsprechend entwickelt, um eine Einnistung überhaupt zu ermöglichen), genau auf einen Workshop fiel, welchen wir 2 Tage mitten im Schwarzwald hatten. So rief ich einen wildfremden Hausarzt an, dem ich meine Lage erklärte, in der Hoffnung, dass ich vorbeikommen darf. Check - das sollte schon mal klappen. Zudem suchte ich mir eine Ausrede, mit dem eigenen Auto und nicht mit dem für alle organisierten Bus zu fahren, da ich sonst ja nicht unauffällig zum Arzt gekommen wäre. Check - auch das bekam ich hin. Soweit so gut. Nach einer langen Party am Vorabend nahm mir die nette Arzthelferin am nächsten Morgen Blut ab. Soweit so gut.

Einen Tag später hatte ich die Testergebnisse bereits früher als erwartet: meine Periode hatte 6 Tage früher als erwartet eingesetzt. Dies war nun also schwarz auf weiß die Bestätigung, dass ich mit meinem Gefühl richtig lag und irgendetwas nicht stimmte.
Meine Frauenärztin konnte dies nur noch bestätigen und empfahl mir gleich, mich bei einer Kinderwunschpraxis vorzustellen.

Da war der Moment, vor dem ich schon immer so Angst hatte. Wir kannten das Thema schon von einigen Bekannten und ich hatte schon immer großen Respekt vor den Behandlungen - immer verbunden mit Hoffnung und Enttäuschung. Mein Freund ermutigte mich in kleinen Schritten zu denken und erst mal einen Kennenlerntermin zu vereinbaren. 3 Monate Wartezeit. Wahnsinn, wie viele andere Paare unser Schicksal wohl noch teilen, dachte ich mir nur.

Die Arzthelferinnen und Ärztinnen in der Kinderwunschpraxis waren sehr nett und einfühlsam. Schon bei unserem ersten Besuch schlugen sie uns eine leichte Hormontherapie als ersten Schritt vor. Da der Zeitpunkt günstig lag, konnte ich noch am gleichen Tag damit beginnen. Zum Glück war die Dosierung in der Tat leicht, so dass ich keinerlei Nebenwirkungen hatte. Nur das Setzen der Spritze zum Auslösen des Eisprungs kostete mich einige Überwindung.

2 Wochen nach der Spritze musste ich wieder zu meiner Frauenärztin zur Blutentnahme. Doch auch dieses Mal kam mein Körper des Testergebnissen zuvor. Am nächsten Morgen setzte meine Periode ein. Da ich es schon vorher wusste, hielt sich meine Enttäuschung zum Glück in Grenzen.

Nachdem ich die Kinderwunschpraxis informiert hatte, fragten sie mich, ob ich die gleiche Behandlung im nächsten Zyklus gleich fortsetzen möchte. Da ich im Zeitraum der fruchtbaren Tage allerdings beruflich unterwegs sein würde und es insofern keinen Sinn machte, pausierten wir. Ich wollte meinem Körper diesen zusätzlichen Stress nicht unnötig antun.

Also nahm der Alltag wieder seinen Lauf. Ich war beruflich viel unterwegs, so dass die Zeit rannte und ich nicht viel zum Nachdenken kam. Nachdem ich wieder zuhause war, musste dann mein Freund verreisen. Nach einem flüchtigen "Hallo, und wie war es...?" war er am nächsten Tag on tour. Zum Glück hat unsere Tochter die besten Omas und Opas, auf die, obwohl beide so weit von uns entfernt wohnen, in solchen Situationen immer Verlass ist.

In der Woche vor Ostern setzen dann leichte Schmierblutungen ein. Dieses Mal wartete ich schon fast darauf - wie hätte es auch klappen sollen. Je früher desto besser, damit wir gleich mit der Behandlung weitermachen konnten. Was mich allerdings dann doch etwas stutzig machte war die Tatsache, dass es eigentlich 8 Tage zu früh war. Ich schob es auf die vorhergegangene Hormonbehandlung und dachte nur, dass nun alles noch mehr verrücktspielt.
Als die Blutungen aber ein paar Tage anhielten und nicht stärker wurden hatte ich plötzlich ein Déjà Vu - genauso war es in meiner ersten Schwangerschaft auch.

Am nächsten Morgen machte ich gleich einen Schwangerschaftstest. Das Ergebnis machte mich ganz nervös: eine leichte zweite Linie zeigte sich. Oder bildete ich mir das vielleicht nur ein? Kann diese eine Nacht wirklich ein Wunder bewirkt haben?
Den ganzen Tag erwischte ich mich immer wieder dabei, wie meine Gedanken um den Test kreisten. Es half alles nichts, ich brauchte Sicherheit. So ging mein Weg nach der Arbeit direkt in den Drogeriemarkt, wo ich mir 6 verschiedene Tests kaufte. Sicher ist eben sicher :-).

Das Gefühl, als dann tatsächlich alle Tests positiv waren, kann ich nicht beschreiben. Mich überwältigten alle Emotionen. Mit zitternden Händen zeigte ich den Test meinem Freund, der mich nur ganz ungläubig anschaute. Auch ihm war die Freude, Erleichterung und das Glück anzusehen.

Ja, manchmal reicht genau der eine richtige Tag...

Aufgrund meiner Vorgeschichte bestellte mich meine Frauenärztin gleich in der kommenden Woche zu sich ein. Wir sprachen kurz über die letzten Wochen und dass nun alles wie durch ein Wunder ohne Unterstützung geklappt hatte. Nichtsdestotrotz riet sie mir, die Progesteron-Tabletten bis zum Ende der 12. Woche einzunehmen, um auf Nummer sicher zu gehen.
Die nachfolgende Untersuchung zeigte dann, dass sich die befruchtete Eizelle richtig eingenistet hatte. Leider konnte man noch keinen Herzschlag sehen, da es noch zu früh war. Obwohl ich weiß, dass dies ganz normal ist und auch bei meiner Tochter so war, hatte ich es mir so gewünscht, um nicht mehr ganz so ängstlich zu sein. Ende der Woche habe ich den nächsten Termin. Ich hoffe und bete jeden Tag, dass alles in Ordnung ist und wir das kleine Herzchen schlagen sehen werden...

Soweit zu mir und meiner Geschichte.

Bis zum nächsten Mal,
Eure Nina




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Kommentare von Lesern:

Nina22.05.2019 18:44

Lieben Dank liebe Caro! Ich verfolge dein Tagebuch auch schon von Beginn an ganz gespannt :-).

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Caro14.05.2019 16:14

Herzlichen Glückwunsch und Willkommen im Club der Tagebuchschreiberinnen! Ich drück dir die Daumen, dass alles weiter gut verläuft und freue mich auf deine Berichte! Liebe Grüße!

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In diesem Beitrag geht's um:

Kinderwunschbehandlung, schwanger ohne Hormone, Hoffen auf erste Herztöne