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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
36. Schwangerschaftswoche

Im Wechselbad der Gefühle

Ich erzähle euch diese Woche über: meinen Termin im Krankenhaus, die Lage meines Babys, einen Schreckmoment und ein Sponsorengeschenk.

Hallo ihr Lieben,

nach der energiegeladenen letzten Woche, in der ich mich richtig wohl fühlte und voller Tatendrang und Vorfreude nur so sprühte, holte mich diese Woche die Realität dann wieder ein. Ich hatte sogar einen richtigen Schreckmoment, dazu später mehr. Erstmal möchte ich euch von meinem Krankenhaustermin am Dienstag berichten, den ich sehnlichst erwartete.

Um 10.00 Uhr hatte ich also den Termin und ich kam auch sofort dran. Die nette Ärztin bat mich sofort auf die Liege, um in einem Ultraschall zu kontrollieren, ob es dem Baby im Bauch noch gut ging oder ob es vielleicht nicht mehr genug versorgt wird. Mein Herz klopfte mir bis zum Hals. Nach meinem Gefühl ging es mir und meinem Baby noch sehr gut, aber die Ungewissheit war immer noch da. Oft hatte ich darüber gegrübelt, was ich nun machen würde, falls das Baby noch diese Woche geholt werden müsste. Kurz nachdem die Ärztin das Gerät auf meinem Bauch platziert hatte, dann die Erleichterung: es ist noch genug Fruchtwasser vorhanden, die Mangelversorgung scheint nicht so schlimm zu sein wie erwartet, das Baby hat gut zugenommen und wird jetzt auf ca. 2500 gr geschätzt. Sofort fiel alle Anspannung von mir ab, um im nächsten Moment wieder enttäuscht zu werden.

Denn danach hatte die Ärztin keine gute Nachrichten für mich: Madame hat es sich nun in schönster Querlage in meinem Bauch gemütlich gemacht. Ich glaube, ich habe schon erwähnt, dass mein Mädchen noch nicht die perfekte Startposition für die Geburt eingenommen hatte. Schon seit Wochen lag sie mit den Füßen voran und dem Kopf nach oben in meinem Bauch. Das bedeutete für mich nicht nur unangenehme Tritte gegen meine Blase, sondern auch eine deutlich erschwerte Ausgangslage für eine natürliche Geburt. Zwar wird eine Geburt aus Beckenendlage beim dritten Kind deutlich einfacher, allerdings gibt es da auch wieder Unterscheidungen. Eine Steißlage mit dem Popo voran hat deutlich bessere Aussichten auf eine natürliche Geburt, als wenn die Füße zuerst raus möchten.

Damit hatte ich mich die letzten Wochen aber noch nicht großartig beschäftigt. Immerhin drehen sich ja bis zu 94 Prozent der Babys bis zur 36. Woche in die regelrechte Schädellage. Bei Mehrfachgebärenden haben die Babys wohl noch etwas mehr Platz im Bauch, so dass es dort auch später noch zu spontanen Drehungen kommen kann, auch wenn das aber nach der 36. Woche immer unwahrscheinlicher wird. Nun gut, eine Geburt aus der Steißlage wäre mir immer noch lieber gewesen als ein Kaiserschnitt. Der Gedanke, dass mir mein Bauch aufgeschnitten wird gruselt mich immer ein wenig.

Nun aber eine Querlage. Und das bedeutet immer einen Kaiserschnitt. Der vorsichtige Versuch der Ärztin, Madame in eine bessere Lage zu bewegen, scheiterte. Es gibt wohl immer Gründe, warum ein Baby sich nicht in die Schädellage begeben möchte, aber wie diese Gründe aussehen, lässt sich meist nur schwer herausfinden. Ich war und bin darüber sehr besorgt, denn die Ärztin versuchte mir mit ernster Miene zu erklären, was ich im Falle einsetzender Wehen oder noch schlimmer, im Falle eines Blasensprungs zu tun hatte.

Falls die Wehen einsetzen, soll ich mich sofort in Richtung Klinik begeben, damit dort ein Kaiserschnitt vorbereitet werden kann. Da wir ja kein Auto besitzen, müsste ich dafür einen Krankenwagen rufen. Falls die Fruchtblase platzt, besteht die Gefahr auf einen Nabelschnurvorfall, also das Risiko, dass die Nabelschnur mit dem Fruchtwasser ausgetrieben wird und die Versorgung des Kindes unterbrochen wird. Das wäre dann ein absoluter Notfall und ich müsste sofort mein Becken hochlagern und liegend ins Krankenhaus transportiert werden.

Oh je, sofort kamen mir die schlimmsten Gedanken. Wie bitte sollen mich die Sanitäter liegend aus dem dritten Stock befördern? Die Krankenhausliege passt nicht in den Aufzug. Was mache ich, wenn ich alleine mit den Kindern bin? Sollen die dann erstmal mit ins Krankenhaus fahren? Anders geht es wohl nicht. Kann ich überhaupt noch aus dem Haus gehen?

Das alles belastete mich die nächsten Tage sehr. Ich habe meinen nächsten Termin in 2 Wochen im Krankenhaus. Bis dahin hat sie noch Zeit sich zu drehen, ansonsten müsste man schnell einen Termin für einen Kaiserschnitt machen. Ich hoffe so sehr, dass sie die nächsten zwei Wochen noch im Bauch bleibt und bis dahin alles gut wird. Ich versuche positiv gestimmt zu bleiben.

Im Laufe der Woche ging der Alltag weiter. Noch war mein Mann zuhause, um mir zu helfen, aber das wird in zwei Tagen leider zuende gehen. Dann werde ich mit den zwei Jungs alles allein schaffen müssen. Aber selbst dann muss ich dringend einen Gang zurück schalten. Noch am Freitag traf ich eine ausgesprochen dumme Entscheidung, für die ich dann am selben Abend noch bezahlen musste.

Die Kinder waren den ganzen Tag drinnen gewesen und gegen Nachmittag ziemlich unausgelastet. Meine Nerven waren auch schon ganz schön strapaziert und so entschied ich mich, mit den Kindern nochmal raus zu gehen. Da mir das Laufen aber zunehmend schwer fällt, entschied ich mich mit dem Fahrrad zu fahren. Den Kleinen im Kindersitz, der Große fuhr mit seinem Kinderrädchen. Ich entschied zu einem Spielplatz zu fahren, der in der Nähe eines Einkaufsladen liegt, damit ich danach noch wichtige Dinge einkaufen konnte. Schon nach der Hinfahrt war ich ziemlich aus der Puste, dann blieben wir noch zwei Stunden auf dem Spielplatz und dann mit den zwei Jungs auch noch einzukaufen war mir eindeutig zu viel. Wie es so ist: wenn man mit Kindern einkaufen geht, kauft man doppelt so viel, wie man eigentlich möchte. Ich hatte bestimmt 4 schwere Tüten, die ich ja alle noch an meinem Fahrrad verstauen musste. So strampelte ich also hochschwanger, mit Kind im Kindersitz, vier Tüten am Fahrrad und Kleinkind nebenher durch die Dämmerung und ärgerte mich über mich selbst.

Am Abend bekam ich dann die Quittung. Ich hatte es mir auf der Couch gemütlich gemacht, und wie aus dem Nichts wurde mir total übel und ich musste mich übergeben. Mich überkam kalter Schweiß und ich hatte Durchfall. Ich fühlte mich total komisch und duselig. Sofort kam mir der Gedanke, dass die Geburt losgehen könnte. Und falls die Geburt nun losgehen würde, dann wäre ich schon zu Beginn der Geburt völlig fertig, da ich mich ja am Tag so verausgabt hatte. Ich legte mich sofort ins Bett und versuchte mich zu beruhigen. Nach einer Stunde ging es mir wieder besser, aber solch ein Kreislaufkollaps war ein eindeutiges Warnzeichen für mich gewesen. Ich werde nun keine langen Touren mehr machen, das Fahrrad selbstverständlich stehen lassen und mental zur Ruhe kommen. Auch mal einen Tag nicht raus gehen, auch wenn das heißt, dass die Kinder sich zuhause mal etwas langweilen.

Bevor ich meinen Bericht für diese Woche schließe, möchte ich euch noch kurz von einem ganz wunderbaren Sponsorengeschenk berichten, das mich am Freitagvormittag erreichte. Ein ganz toller Kinderwagen der Firma Thule!! Mit Babykörbchen und Kindersitz und sogar passendem Regenverdeck. Der erste Eindruck der Qualität und des Designs ist hervorragend. Leider hatte ich bis heute noch keine Zeit, mir den Wagen einmal richtig anzusehen. Das werde ich dann auf jeden Fall bis zum nächsten Bericht nachholen und dann werde ich euch ausführlich davon berichten. Erst einmal aber ein riesen Dankeschön an kidsgo und Thule!!

Ich wünsche euch eine schöne Woche.

Eure Rena



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Kommentare von Lesern:

Leandra30.10.2018 09:30

Liebe Rena,

ich hoffe, dass sich die kleine Maus noch dreht und du etwas entspannter auf die Geburt blicken kannst. Ich drücke die Daumen und fühle mit dir.
Viele Grüße,
Leandra

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Ultraschall, Termin Krankenhaus, Steißgeburt, Querlage, Kaiserschnitt, Sponsorengeschenk, Thule