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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila und Lässig.
17. Schwangerschaftswoche

Let´s go outside! Let´s go wild!

Besuch bei der Hebamme, Ideen zur Geburt und die tatsächliche Shopping-Ausbeute

Hallo ihr Lieben,

etwas müde nach einer langen, aber schönen Familienfeier melde ich mich heute vom Sofa. Bislang konnte ich mich ja über Schwangerschaftsbeschwerden nicht wirklich beschweren, aber heute Abend merke ich, dass der Tag wirklich sehr lang war zum einen an der Müdigkeit, zum anderen an einem Ziehen in Bauch und Rücken beim Laufen. Auf dem Sofa lässt es sich aber gut aushalten. Jetzt tippe ich mal fix, bevor mir gleich die Augen zufallen.

Das Highlight der letzten Woche war der Hebammenbesuch. Wir starten immer mit einem lockeren Gespräch zu meinem Befinden, was aber immer recht flott und unproblematisch abgehakt werden kann. Danach kann ich dann Fragen loswerden, die mich momentan beschäftigen. Die Ernährungsfrage kommt immer mal wieder auf, wobei mir die Standards, also der Verzicht auf rohes Fleisch, rohen Fisch und rohe Eier, von vornherein klar waren. Interessant find ich die Aussage, dass Mayonnaise, Salatsauce und sogar Sauce Hollandaise im bereits abgepackten und frisch geöffneten Zustand unproblematisch sind, da statt frischer Eier in der Industrie meist Roheipulver und Konservierungsstoffe verwendet werden. Einerseits möchte ich das gerne glauben und vertraue auch meiner Hebamme, andererseits bleibt da immer noch ein wenig Skepsis. Ich habe mich nach langem Überlegen dazu entschieden, gelegentlich auf die abgepackten Produkte zuzugreifen, aber das soll nur die Ausnahme bleiben. In Restaurants werde ich nach wie vor die Finger davonlassen, obwohl meine Hebamme auch das locker(er) sieht.

Kann es sein, dass es da einen neuen Trend unter Hebammen weg von all den Verboten gibt? Die Hebamme einer Bekannten hat ihr sogar „erlaubt“ Kaffee und Cola zu trinken, was diese auch großzügig getan hat. Das Ergebnis war ein schlecht schlafendes Kind mit dem Stempel Schreikind – Glückwunsch. Eine meiner besten Freundinnen hat gänzlich auf Kaffee & Co. in ihren Schwangerschaften verzichtet und hat zwei wunderbar entspannte, gut schlafende Kinder. Ich bin eigentlich eine absolute Kaffeetante, ein bis zwei Kannen täglich gehörten lange Zeit einfach dazu. Vor einem Jahr habe ich schon auf koffeinfreien umgestellt, aktuell verzichte ich meist auch auf diesen, wobei ich ihn auch nicht wirklich vermisse. Für mich ist sinnvoller, ein entspanntes, durchschlafendes Baby zu haben, als in der Schwangerschaft Koffein zu genießen. Na gut, ab und zu muss ein koffeinfreier Latte Macchiato im Lieblingscafé noch sein, aber das auch nur alle zwei/drei Wochen.

Ein Thema, das mich in der Woche beschäftigt hat und was ich auch bei meiner Hebamme ansprechen wollte, ist das Thema Geburt. In meinem Umfeld habe ich nun schon mehrfach von Horrorgeschichten aus dem Kreißsaal gehört: 36 Stunden Wehen im Kreißsaal und dann doch noch einen Notkaiserschnitt. Ich stelle mir die Wehen schon schrecklich vor und wenn ich daran denke, dass ich so lange Zeit allein im Kreißsaal liege ohne Partner, wird mir echt mulmig. Meine beste Freundin wird wegen des eigenen Säuglings nicht mitkommen können; andere Freundinnen oder Familie möchte ich in der Extremsituation auch nicht dabeihaben. In einer größeren Klinik in einiger Entfernung wäre immer eine Hebammenschülerin während der ganzen Geburt an meiner Seite, aber jemand Fremdes und womöglich dabei noch unerfahren und wenig resolut entspricht auch nicht meiner Wunschvorstellung. Dazu eben noch der mögliche Worst-Case, dass nach Stunden voller Schmerzen und absoluter Erschöpfung doch noch der Kaiserschnitt kommt und man die Tage und Wochen danach weiterhin Schmerzen und Einschränkungen hat, nimmt mir viel Vorfreude auf mein Baby.
Innerlich komme ich immer mehr zu dem Schluss, dass ein geplanter Kaiserschnitt vielleicht doch die beste Option für meine Situation wäre. Offiziell gibt es ja keinen geplanten Kaiserschnitt ohne medizinische Notwendigkeit, aber auch Panik vor natürlicher Geburt zählt wohl schon zu solchen. Gut daran ist, dass ich ziemlich entspannt mit viel Energie an dem Geburtstag starten könnte und danach nicht schon völlig erledigt wäre. Der große Nachteil ist natürlich, dass der Start für das Baby nicht natürlich und dadurch nicht ideal wäre. Außerdem hätte ich in der Zeit danach das Problem mit dem Hebeverbot, was insbesondere nach der Krankenhauszeit allein zuhause zum Problem werden könnte.
Als ich mit meiner Hebamme über diese Überlegungen sprach, meinte sie, dass eine natürliche Geburt das Beste sei und ich auf jeden Fall den Geburtsvorbereitungskurs vor einer Entscheidung abwarten sollte, da viele Ängste rund um die Geburt und die Schmerzen eher als Angst vor dem Unbekannten zu erklären seien und der wirklich schmerzhafte Teil nicht 36 Stunden, sondern nur wenige dauern würde. Wenn ich aber unbedingt einen Kaiserschnitt wollte, würde sie mich auch dabei unterstützen. Außerdem müsse man ohnehin abwarten, wie die körperliche Situation vor der Geburt sei (BEL, Becken-/ Kopfgröße etc.).

Sie hat mir auch angeboten, mich zunächst zuhause zu betreuen, wenn es losginge, sodass ich nur für den Endspurt noch ins Krankenhaus müsse. Im ersten Moment habe ich das nicht so gut gefunden, da mich eine (teilweise) Hausgeburt eher abschreckt, schließlich ist mein Zuhause meine Zuflucht und ich möchte das Krankenhaus als Ort der Schmerzen auch räumlich hinter mir lassen können. Je länger ich darüber nachdenke, desto mehr gefällt mir jedoch die Idee. Der einzige Nachteil wäre jedoch, dass ich bei kurzfristigen Problemen zunächst in das nahegelegene Krankenhaus ohne Kinderintensivstation käme und mein Krümelchen bei Problemen nach der Geburt ohne mich in das Kooperationskinderkrankenhaus verlegt werden würde, was ich als absoluten Horror empfinden würde. Aber eine Fahrt von 45 Minuten zum nächsten Krankenhaus mit Kinderstation stelle ich mir mit starken Wehen auch schrecklich vor. Oh man, das wird mir noch ein Spaß werden!
Der Hebammentermin endete mit dem Horchen nach den Herztönen, wo mein Baby wie wild hin und her zappelte, ähnlich wie beim letzten FA-Termin. Es geht ihm gut, aber entweder wächst in mir ein ungeheures Energiebündel heran oder ein ganz ruhiges Baby, das von den Geräuschen der Geräte in Panik versetzt wird. Schließlich sollen die Geräusche für das Baby so laut wie ein ICE sein. Wenn ich die Wahl hätte, wäre mir der ruhige Charakter lieber. Ich habe mir schon die Frage gestellt, wie wild das Kind erst unter Koffeineinfluss wäre. Meine Hebamme schaute auf jeden Fall sehr ungläubig, wie flott und dauerhaft (10 Min) sich das Krümelchen vor der Herzton-Messung versteckt hat.

Zu guter Letzt noch das Ergebnis meiner Online-Shopping-Tour: Aus den zwei Umstandshosen und drei-vier Oberteilen wurden drei Hosen, 6 Shirts (mit und ohne Arm), Stillnachthemd, drei Umstandsjogginghosen, zwei Radlerhosen, ein Kleid (für die September-Hochzeit) und ein Tragepullover, damit ich mit Baby in der Bauchtrage auch durchs Treppenhaus in den Keller flitzen kann. Also scheint nicht nur das Baby wild geworden zu sein, sondern auch die Mama sich ekstatisch im Kaufrausch ausgelebt zu haben – trotz der bescheidenen Vorsätze der letzten Woche. Naja, es war halt nicht zu vermeiden… ????

Last but not least möchte ich mich ganz herzlich bei kidsgo für das erste Geschenk bedanken: Eine CD mit wunderschönen Einschlafliedern aus aller Welt namens hearttones. Jetzt muss ich nur noch einen CD-Player für das Schlafzimmer besorgen, damit ich das Baby schon im Bauch daran gewöhnen kann, bei dieser schönen Musik langsam herunterzufahren und einzuschlafen. Vielen lieben Dank!

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Alles Liebe!
Eure Caro



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Hebamme, Geburt, Umstandsmode