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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
31. Schwangerschaftswoche

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Eine Besichtigung des Kreißsaals lässt die Geburt realer werden - aber vorher gibt es noch reichlich zu tun!

Hallo ihr Lieben,

schon wieder ist eine Woche um. Normalerweise kämen nun langsam die ersten Gedanken an den Schulbeginn und die Rückkehr in den Alltagstrott. Aber in diesem Jahr bin ich da mehr oder weniger außen vor, weil der Mutterschutz ja schon in Sichtweite ist. Das entschädigt schon mal ein wenig für den ausgefallenen Sommerurlaub, während ich tagtäglich die schönen Urlaubsschnappschüsse meiner Freunde und Kollegen über die sozialen Medien neidisch bewundern durfte.

Gern wäre ich noch ein paar Tage Richtung Schottland aufgebrochen, aber mit dem Babybauch allein im Ausland unterwegs zu sein war mir doch ein wenig zu riskant. Gerade bei gesundheitlichen Problemen hätte ich die Befürchtung, mich nicht verständlich machen zu können – von 9 Jahren Englisch-Unterricht sind erschreckend wenig Basics übergeblieben. Über eine Bustour habe ich auch nachgedacht, aber erst stundenlang im Bus sitzen zu müssen und dann ein paar Stunden an den Sightseeing-Punkten umherlaufen zu „müssen“, habe ich mir im achten Monat auch nicht so angenehm vorgestellt. Somit vertrödele ich derzeit die Tage, lese gerne, hänge verschiedenen Gedanken und Ideen nach und gönne mir hin und wieder ein Schläfchen.

Bei einigen Schwangeren aus meinem Kurs ist die anfängliche Müdigkeit zurückgekehrt, aber das kann ich in meinem Fall nicht direkt bestätigen. Zwar schlafe ich tagsüber wieder mehr, aber das liegt daran, dass ich nachts häufiger zur Toilette muss. Ich gehe meist zwischen Mitternacht und 1 Uhr ins Bett und obwohl ich zuvor zur Toilette gehe, muss ich etwa 30-45 Minuten danach nochmals raus. In manchen Nächten schlafe ich dann erst einmal drei/ vier Stunden, es gab aber mittlerweile schon einige Nächte, in denen ich stündlich wieder aufstehen musste und zwischendurch auch nicht richtig in den Schlaf fand. Erst gegen fünf Uhr kam die erste Tiefschlafphase für mehrere Stunden. Durch die Ferien bin ich da sehr entspannt und bleibe dann einfach vormittags länger liegen oder gönne mir ein Mittagsschläfchen. Im Arbeitsalltag wäre das keine Option – Glück gehabt!

In dieser Woche war ich auch zur Kreißsaal-Besichtigung in meiner Wunschklinik. Die Führung begann nach einem Vortrag von einer Oberärztin und einer Kinderärztin in Gruppen von etwa 15 Schwangeren nebst Begleitung und ging von Kreißsaal über Wartebereich zur Station. Erfreulich war für mich, dass ich die Hilfsmittel Gymnastikball, Seil und Gebärhocker bereits durch meine Hebamme kannte und ich froh war, dass insbesondere der Gymnastikball auch zur Grundausstattung aller Säle gehört.
Es gibt mehrere Kreißsäle, aber nur einer mit Badewanne, was aber nicht weiter schlimm ist. Wasser und Schwimmen finde ich zwar eigentlich echt gut, aber ich kann mir nicht vorstellen, mit Wehen im Wasser entspannen zu können bzw. genug Halt zu bekommen. Wenn ich beim Schwimmen einen Wadenkrampf bekomme, möchte ich gern sofort aus dem Wasser springen. Ob mir das unter Wehen mit einem Riesenbabybauch so fix gelingen würde, bezweifle ich. Falls ich während der Geburt die Gelegenheit bekommen sollte, die Wanne nutzen zu können, würde ich es vielleicht spontan probieren, aber es geht bestimmt auch ohne.

Die Station selbst hat einen langen, relativ dunklen Flur, aber die Zimmer sind völlig okay. Dafür gibt es im Haus direkt eine Kinderstation, bei der Kinderärzte rund um die Uhr bereitstehen, was letztlich das Hauptkriterium für diese Klinik ist. Ich möchte gern ein Einzelzimmer haben, was pro Nacht etwa 55 € extra kostet. Aber für ein ungestörtes Kennenlernen ist es mir das Geld auch wert. Allerdings kann das Krankenhaus kein Einzel- oder Familienzimmer garantieren, wobei die Chancen im Oktober deutlich besser sind als im August und September (Stichwort Weihnachtsbabys). Gegebenenfalls wird man bei einer Überbelegung kurzfristig umgebettet. Meine Hebamme hat ausdrücklich gesagt, dass wir jederzeit nach Hause gehen können. Drei Tage möchte ich aber eigentlich schon bleiben, bei einem Kaiserschnitt sogar gern fünf. Warten wir es ab…
Beruhigend war auch die Information, dass man bei einer Frühgeburt mit einem mobilen Brutkasten von zuhause abgeholt werden kann, obwohl ich eigentlich nicht im Einzugsgebiet der Klinik wohne. Das nächstgelegene Krankenhaus kooperiert mit einer anderen (Kinder-)Klinik, wobei bei Problemen nach der Entbindung nur das Kind 40 km entfernt verlegt wird und die Mutter allein zurückbleibt. Das stelle ich mir ganz schrecklich vor, weshalb ich die etwas entferntere „All-in-one-Klinik“ bevorzuge. Dennoch werde ich mich auch zusätzlich hier in dem ortsansässigen Krankenhaus anmelden, falls es zu einer Sturzgeburt oder einem Notfall kommen sollte.

Auch bei der Kreißsaal-Führung war ich die einzige ohne Partner, aber da der Termin sehr informativ war, mir alle anderen fremd waren und nicht emotionale Themen im Vordergrund standen, empfand ich mein Single-Dasein nicht so schlimm wie beim Geburtsvorbereitungskurs. Der Kreißsaal selbst hat mir keine Angst gemacht, aber auch nicht zu einem kompletten inneren Wandel geführt. Ich werde mich nach jetzigem Stand wohl auf eine natürliche Geburt einlassen, aber wenn es doch zum Kaiserschnitt kommen sollte, ist das vollkommen okay für mich…

Ich wollte noch auf den Vorschlag aus den Kommentaren eingehen, zur Geburt eine Doula mitzunehmen. Die Idee ist nicht schlecht, aber für mich kommt das auch nicht wirklich in Frage. Meine Hebamme hat ja angeboten, mich in der Eröffnungsphase zuhause zu betreuen; im entfernteren Krankenhaus wird eine Hebammenschülerin die gesamte Geburt dabei sein. Eine weitere „fremde“ Person möchte ich nicht noch zusätzlich dabeihaben. Schade ist wirklich, dass meine Hebamme nicht mehr als Beleghebamme arbeitet – das wäre perfekt gewesen…
Aber bevor ich mir noch lange den Kopf über das Prozedere zerbreche, warte ich erst mal die nächsten Untersuchungen ab, ob es bei der Schädellage bleibt oder ob die Maße eine natürliche Geburt überhaupt zulassen. Noch ist ja Zeit…

Das scheint übrigens auch das Motto dieser Woche gewesen zu sein. Jeden Tag war irgendein Termin mit Freundinnen, Handwerkern und Co., sodass ich die letzten Einkäufe weiter vor mir hergeschoben habe. Lediglich die Babysachen in Größe 50/56 sind alle einmal durchgewaschen, die Spucktücher bekommen nun noch die zweite Waschmaschinen-Runde, damit sie schön flauschig und saugfähig werden. Eine Freundin stand noch mit zwei Tüten rosa Mädchenklamotten in verschiedenen Größen vor der Tür, sodass meine relativ schlicht-graue Erstlingsausstattung nun noch ein paar schöne Farbkleckse bekommen hat.

Vom Umbau kann ich leider nichts Positives berichten; der Umfang ist eher noch größer geworden, da die Decke zum Dachboden rausgerissen und verstärkt werden muss. Das hat mich ziemlich kalt erwischt, da bis zum ET nun definitiv nichts fertig sein wird. Mein Schlafzimmer wird ins Wohnzimmer im Erdgeschoss verlegt, wobei mein Kleiderschrank größtenteils im Keller eingelagert wird. Das ist nicht schlimm, da mir ohnehin nur wenig Umstandsmode zur Verfügung steht. Außerdem muss ich dann mit der Kleinen nach einem eventuellen Kaiserschnitt auch nicht die Treppe hochlaufen, was ja am Anfang ohnehin eher verboten ist. Es bleibt nur zu hoffen, dass die Lärm-intensiven Arbeiten gelaufen sind, wenn wir aus dem Krankenhaus kommen. Etwas Krach lässt sich wohl nicht vermeiden, aber bitte nicht von 8 bis 20 Uhr tagtäglich…
Mein ET liegt Mitte Oktober, mein Wunschtermin war bislang immer der 2. Oktober wegen des folgenden Feiertags. Aber durch den Umbau wäre es sehr nett von der Kleinen, wenn sie sich gern auch über den Termin hinaus Zeit lassen würde. Allerdings ist der nächste „ideale Tag“ Halloween, wonach der 1.11. in NRW immer frei wäre. Ob sie sich wirklich so lange Zeit lassen will bzw. aus medizinischer Sicht darf, werden wir wohl abwarten müssen. Eine ganz merkwürdige Marotte meinerseits ist es, auf gerade Zahlen abzufahren. Meine Lieblingszahl ist zwar 47, aber als Geburtstag finde ich gerade Zahlen einfach schöner. Auch das Geburtsjahr ist mit 2019 nach meinem Empfinden nicht so toll wie 2018 oder 2020 – aber bis Neujahr wird die Geburt definitiv nicht hinausgezögert werden. Einige werden jetzt sicher mit dem Kopf schütteln, aber über solche Sachen mache ich mir auch Gedanken. Verrückt, woll? ;-)

Es sind jetzt noch gut 9 Wochen bis zum ET: Innerlich geht momentan noch so vieles durch meinen Kopf, dass ich ehrlich sagen muss, jetzt gerade noch nicht bereit für das Baby zu sein. Obwohl ich eigentlich ganz gern „wichtigen“ Papierkram erledige, bin ich in Sachen Anträge für Kindergeld, Elterngeld, Elternzeit und Mutterschaftsgeld noch über Lesen und den teilweisen Download nicht hinausgekommen. Auch die Kindergarten-Suche hat nur innerlich begonnen. Das Aussortieren im Babyzimmer lässt länger auf sich warten, was durch den umfangreicheren Umbau auch nicht wirklich eilt. Dringender wird es nun, mein Schlafzimmer und das obige Badezimmer komplett auszuräumen, wobei sich hoffentlich auch noch ein paar Dinge ausmisten lassen. Mein erster Vorsatz für die kommende Woche ist jedoch das Packen der Kliniktasche. Hoffentlich betrachtet die Kleine das nicht als Startschuss…

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Alles Liebe!
Eure Caro



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