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Die Zeit danach... - Part 1 - Tagebücher aus der Schwangerschaft von Kinderwunsch: Desiree aus Schwarzheide

Eine neue wunderbare, aufregende und vielleicht auch lang erwartete Lebenszeit beginnt. Für unsere Tagebücher-Blogs haben wir immer 3-4 schwangere Frauen in unterschiedlicher Schwangerschaftsphase, die in freudiger Erwartung über jede Woche dieser spannenden Zeit schreiben, uns und die vielen tausend Follower:innen daran teilhaben lassen und damit unvergessliche Momente schaffen.

Die Zeit danach... - Part 1

Die Zeit nach einer stillen Geburt – im Krankenhaus

Hey Leute,

heute möchte ich euch gerne von der Zeit nach der Geburt erzählen. Da das sonst viel zu lang werden würde, werde ich das in zwei Teile aufteilen.

Vorab noch ein kurzes Echtzeit-Update:

Wir waren in der letzten Woche im Trainingslager inklusive Campen. Noch einmal etwas abschalten und Ablenkung bekommen, bevor jetzt der alltägliche Wahnsinn wieder losgeht, denn bei uns sind die Sommerferien inzwischen vorbei.

Gestern hatte ich außerdem meine Nachkontrolle beim Frauenarzt. Dabei konnten schon sehr viele Fragen beantwortet werden. Dazu möchte ich euch aber separat noch einmal einen Beitrag schreiben.

Nun blicken wir noch einmal zurück.

Die Zeit im Krankenhaus:

Unser Sohn wurde am 14.07.2026 um 17:59 Uhr geboren. Einen ausführlicheren Geburtsbericht über unsere stille Geburt findet ihr im vorherigen Beitrag.

Als er geboren wurde, schaute ich auf und sah, wie sein Körper geboren wurde. Im gleichen Augenblick erkannte ich die Schlaffheit seines Körpers und die bittere Realität.

Auch wenn wir beim Ultraschall und CTG mit eigenen Augen sehen konnten, dass unser Sohn gestorben war, hatten wir bis zum Schluss gehofft, dass sich die Ärzte täuschten und es eine Fehldiagnose war.

Bis zu dem Augenblick seiner Geburt hatte ich gehofft, dass er auf die Welt kommt und anfängt zu schreien. Doch es blieb still.

Die Hebamme fragte mich, ob ich ihn auf meine Brust gelegt bekommen möchte. Darüber musste ich gar nicht nachdenken. Natürlich wollte ich das.

Und dann lag er auf meiner Brust. Still, kalt, aber wunderschön.

Wir hielten unseren Sohn im Arm. Wir streichelten, küssten und hielten ihn. Wir hatten einfach Zeit für uns drei.

Danach gebar ich die Plazenta. Der Arzt und die Hebammen schauten sie sich gemeinsam mit der Nabelschnur an und sagten, dass es keinen Anhaltspunkt für eine Blutung oder eine Ablösung der Plazenta gab. An der Versorgung hatte es allem Anschein nach nicht gelegen, dass das Herz unseres Babys aufgehört hatte zu schlagen.

Irgendwann fragten uns die Hebammen, ob wir Hand- und Fußabdrücke machen wollten. Ich stand auf und begleitete gemeinsam mit meinem Partner die Hebammen.

Sie machten Hand- und Fußabdrücke und schnitten außerdem eine kleine Strähne seiner Haare ab. Danach durfte ich ihn mit einem Lappen waschen und anziehen.

Anschließend legte ich mich mit meinem Sohn wieder ins Bett und wir wurden auf die Station gefahren.

Dort informierten wir meine Schwester, dass sie uns die Kinder bringen konnte. Für mich stand außer Frage, dass auch meine Schwester und ihre Familie unseren Sohn kennenlernen durften. An andere dachte ich in diesem Moment gar nicht.

Mein Partner fragte mich, was ich davon halten würde, wenn auch der Rest der Familie die Möglichkeit hätte, vorbeizukommen. Er wollte seiner Familie gerne die Gelegenheit geben, ihren Enkel bzw. Neffen kennenzulernen.

Also informierte ich meine Mutter und meine kleine Schwester, während er seine Eltern und seine Schwester Bescheid gab.

Gegen 19:30 bis 20 Uhr kamen unsere Kinder im Krankenhaus an.

Wir hatten unseren Sohn zunächst in seinem Körbchen auf den Tisch gestellt, damit wir erst einmal unsere Kinder begrüßen konnten und ihr Brüderchen nicht das Erste war, was sie sahen.

Während der Große sich eher an mich klammerte und versteckte, fragte die Kleine sofort nach ihrem Bruder. Als sie ihn sah, sprach sie leise und meinte, dass er schlafen würde.

Ich erklärte ihr, dass er zwar so aussieht, als würde er schlafen, aber verstorben ist.

Wir setzten uns auf das Bett und sie wollte ihren Bruder halten. Auch sie streichelte und küsste ihn. Sie hatte keinerlei Berührungsängste.

Den Großen fragte ich immer wieder einmal, ob er seinen Bruder auch halten möchte. Zunächst verneinte er. Nach einer gewissen Zeit fragte er jedoch von selbst, ob er ihn jetzt doch halten dürfe. Und von da an wollte er ihn gar nicht mehr hergeben.

Meine große Schwester kam anschließend ins Zimmer und lernte ihren Neffen kennen. Sie meinte sofort, dass er genauso aussah wie seine Geschwister. Irgendwann kamen auch ihre Kinder und ihr Mann dazu.

In dieser Zeit erfuhr ich, dass meine kleine Schwester sich sofort auf den Weg gemacht hatte, als sie gehört hatte, was passiert war. Sie fuhr zwei Stunden zu uns. Auch meine Mutter und die Schwester meines Partners waren auf dem Weg ins Krankenhaus.

Meine große Schwester wurde dann von meiner Mutter abgelöst. Wir wollten nicht alle gleichzeitig im Zimmer sein. Danach kamen die Schwester meines Partners und anschließend meine kleine Schwester.

Im Nachhinein, bin ich meinem Partner sehr dankbar dafür, dass er die restliche Familie "eingeladen" hat. So haben auch andere unseren Sohn kennengelernt. Das hat es auch für sie real gemacht, dass da wirklich ihr Enkel, Neffe und Cousin ist. Zudem fand ich, dass unser Sohn auf diesem Weg ganz viel Liebe von allen Angehörigen mitbekommen hat. Das war sehr tröstlich.

Während der gesamten Zeit nach der Geburt verlor ich keine einzige Träne mehr – außer unmittelbar nachdem er auf die Welt gekommen war.

Irgendwie fühlte ich mich komplett, solange er in meinem Arm lag. Ich glaube, das lag auch daran, dass mein Körper durch die Geburt trotzdem Glückshormone ausgeschüttet hatte.

Nachdem alle wieder gegangen waren, war es zwischen 23 Uhr und 23.30 Uhr. Wir behielten unseren Sohn noch etwas bei uns. Danach brachte mein Partner ihn zu den Hebammen.

Gerne hätte ich ihn die ganze Nacht bei mir gelassen. Allerdings beginnen in einem so kleinen Körper schneller bestimmte körperliche Veränderungen. Das wollten wir nicht, weil wir wussten, dass am nächsten Tag eine Fotografin kommen sollte und unsere Kinder ihren Bruder noch einmal sehen wollten.

Unser Plan war, dass die Hebammen uns Bescheid geben, sobald die Fotografin kommt. Wir wollten unseren Sohn etwa 30 Minuten vorher wieder bei uns haben, um uns in Ruhe verabschieden zu können. Das teilten wir den Hebammen am Abend auch mit.

Doch irgendwo im Kommunikationsfluss ging dieser Plan unter.

Am nächsten Morgen sagte mein Partner den Hebammen noch einmal Bescheid und wir warteten und warteten.

Irgendwann kam eine Hebamme zu uns, setzte sich und fragte, wie es uns ging. Dann erwähnte sie, dass die Fotografin gerade im Kreißsaal Fotos gemacht hatte.

Ich schaute sie an und brach sofort in Tränen aus. Ich brachte nur ein ersticktes „Ohne uns?“ heraus.

Ich erzählte ihr von unserem Plan und davon, dass wir unseren Kindern versprochen hatten, dass sie ein Bild mit ihrem Bruder bekommen würden. Wir hatten diesen Plan auch deshalb gemacht, weil die Hebammen uns gesagt hatten, dass eine Fotografin kommt und wir anschließend noch gemeinsame Bilder machen könnten.

Von der Fotografin erfuhren wir dann allerdings, dass das eigentlich gar nicht vorgesehen war. Sie erfüllte uns unseren Wunsch aber trotzdem.

Die Hebamme beruhigte mich sofort und rief die Fotografin an, um zu fragen, ob sie noch einmal kommen könnte. Gleichzeitig informierten wir meine Schwester, dass sie die Kinder bringen sollte.

Sie kamen rechtzeitig und konnten ihren Bruder noch einmal kuscheln.

Anschließend kam die Fotografin und machte jeweils ein Bild mit den Kindern, ein Geschwisterbild, ein Bild von uns Eltern mit unserem Sohn und schließlich ein Familienbild.

Dann wurde es Zeit, sich zu verabschieden.

Und das war irgendwie der härteste Teil: das Krankenhaus ohne sein Kind zu verlassen. Ihn zurückzulassen.

Ich weiß bis heute nicht, wie wir das geschafft haben.

Eine Sache, die mir unglaublich schwerfiel, war tatsächlich das Anziehen. Logischerweise passt man unmittelbar nach der Geburt nicht sofort wieder in seine normalen Sachen. Also zog ich wieder meine Umstandssachen an.

Das fiel mir unfassbar schwer, weil ich die ganze Zeit den Gedanken im Kopf hatte, dass ich diese Kleidung zuletzt getragen hatte, als ich noch schwanger war.

Okay, ich glaube, das reicht erst einmal.

Im nächsten Beitrag geht es um die gesamte Zeit zu Hause nach der Geburt. Dann haben wir es fast bis zum aktuellen Stand geschafft.

Nach wie vor freue ich mich über eure Kommentare und vielleicht auch über Fragen von euch.

Bis bald

Desi



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Kommentare von Lesern:

Desi 08.09.2026 10:13

Ich danke dir liebe Christine. Das wird er, auf immer und ewig.

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Christine Rother30.08.2026 20:58

Es ist schwer ein kind zu verlieren aber im Herzen wird euer Sohn immer bei euch sein

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In diesem Beitrag geht's um:

stille Geburt, Totgeburt, 33. SSW, Trauer, Zeit danach, Sternenkind