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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
15. Schwangerschaftswoche

Der Beginn der "letzten Male"

Der wohl letzte Urlaub ohne Baby – Freude und Wehmut geben sich die Klinke in die Hand

Hallo ihr Lieben,
einen wunderbar sonnigen Ostergruß von der Nordsee! Gemeinsam mit meinem Vierbeiner genieße ich die Seeluft und den Sonnenschein – herrlich!

Zu meinem Krümel kann ich leider nicht viel Neues berichten. Bislang spüre ich noch gar nichts, nicht mal ein leichtes Flattern. Im Internet habe ich viele Erfahrungsberichte gelesen, wonach einige Mütter ihre Babys schon in der 14. Woche spüren konnten, manche erst nach der 20. Woche. Jetzt gegen Ende der 15. Woche merke ich noch nichts; mal sehen, wann sich das ändert. Eine Freundin sagte letztens, dass sie es sehr erleichternd fand, die Kindsbewegungen zu spüren und sich zwischendurch auch durch leichtes Wackeln am Bauch Gewissheit verschaffen zu können, dass alles gut ist. Davon bin ich noch weit entfernt. Doch auch die Sorge, etwas könnte nicht in Ordnung sein, gibt es bei mir momentan gar nicht mehr. Vielleicht hat jede Schwangere nur eine begrenzte Menge an Zweifeln und ich habe meine in den ersten 12 Wochen schon restlos aufgebraucht?! ????

Vielleicht liegt es aber auch an den Ferien, dass momentan alles ruhiger und entspannter abläuft und vor lauter Erholung keine Zeit für Sorgen und Stress bleibt? Wie oben schon erwähnt, bin ich mit meinem Hund an der Nordsee – wie so oft schon zuvor… Meist bin ich in den letzten Jahren 3-4 Mal hier gewesen, in der Wohnanlage trifft man häufig die gleichen Urlauber und Bekannten und es hat das Gefühl von einem zweiten Zuhause bekommen. Es gibt hier den üblichen Urlaubsrhythmus: lang (!) Ausschlafen, ein paar Stunden unterwegs sein, Mittagsschlaf, noch mal ein paar Stunden los und dann den Abend gemütlich ausklingen lassen. Irgendwann zwischen 23 Uhr und 1 Uhr geht es nochmal kurz mit dem Hund raus.
Tja, so war es bislang. Ab Herbst wird mein Tagesablauf ohnehin ganz anders werden, aber zuhause mit Hund & Garten mache ich mir wenig Sorgen. Ob ich daheim dann noch durch unser Wohngebiet mit Kinderwagen und Hund spazieren gehe oder doch lieber ins Feld fahre, damit der so fürchterlich ziehende Hund ohne Leine laufen kann und ich in Ruhe mit Kinderwagen oder Trage mitgehe, wird sich schnell herausstellen. Das macht mir aber auch keine Sorgen.

Doch wie wird der nächste Urlaub mit Baby wohl werden? Rein logistisch überlege ich schon, ob Hund, Koffer, Kinderwagen und natürlich Baby ins Auto passen- und natürlich auch wie, damit alle sicher und zufrieden reisen können. Auch das Entladen wird wohl um einiges länger dauern, da ich das Baby ja auch nicht im Auto oder in der Wohnung allein lassen will. Aber auch das wird wohl werden, dann werden die Sachen halt nach und nach hereingeholt.

Auch für die Spaziergänge habe ich schon wenig(er) bevölkerte Wege ins Auge gefasst, sodass ich nicht mit Hund und Kinderwagen durch den ganz wilden Touristen-Trubel muss. Mein mittlerweile 10-jähriger Hund wandelt sich während des Spaziergangs nämlich gern von einem ziehenden Rambo, der grundsätzlich alle anderen Hunde begrüßen und teilweise anbellen muss, zu einem Buddha, dem alles egal ist, solange er nur in Ruhe nach Hause schleichen kann. In dunklen Momenten sehe ich mich schon völlig übermüdet mit einer wild kläffenden Bestie und einem schreienden Baby im bedrohlich wackelnden Kinderwagen den nächsten Urlaub „genießen“. Bestimmt wird es solche Momente auch mal geben, aber insgesamt werden wir das sicher auch schon irgendwie meistern. Falls irgendwelche Mamis mit Hund mitlesen: Habt ihr bessere Erfahrungen mit Kinderwagen oder mit Tragetuch & Hund gemacht? Gerade bei dem nächtlichen 10 Minuten-Rauslassen kommt mir das Tragetuch viel praktischer vor, während ich tagsüber einen Kinderwagen eigentlich besser finde, schon allein wegen des Stauraums drumherum.

Aktuell genieße ich neben dem vielen Schlafen und der Sonne auch Schwimmbad und Sauna in der Anlage. Ich bin eigentlich eher ein Sportmuffel, schwimme aber sehr gerne. Während der Schulzeit nehme ich mir das auch regelmäßig vor, aber meist bleibt das wegen anderer Termine ein guter Vorsatz. Im Urlaub ist das anders: Häufig gehe ich vormittags schon eine halbe bis ganze Stunde schwimmen und abends dann noch einmal ein-zwei Stunden in Verbindung mit zwei Saunagängen. So war es bisher; in diesem Urlaub habe ich mich die ersten Tage nicht in die Sauna getraut, weil ich erst einmal abwarten wollte, wie mein untrainierter, schwangerer Körper auf das regelmäßige Schwimmen reagiert. Mittags brauche ich schon meinen Mittagsschlaf, aber sonst gab es kein Ziehen oder Zappen, daher habe ich mich nun an zwei Tagen auch schon für fünf Minuten in die Sauna getraut. Meine Frauenärztin, die ich vorher um Rat gefragt hatte, sagte, dass es für das Baby kein Problem sei; es sei schließlich innen gut geschützt und kriege von der Wärme nichts mit. Solange ich mich wohlfühle, solle ich es machen. Und ja, ich fühle mich wohl und genieße jede Minute! Allerdings bin ich genau hier sehr wehmütig: Wie wird das beim nächsten Urlaub mit Baby? Schwimmen und Sauna sind für das Baby natürlich erst mal tabu, aber ich überlege, ob ich das (schlafende) Baby nicht in der Wippe oder Maxi Cosi o.ä. für eine halbe Stunde – natürlich gestillt und frisch gewickelt- mitnehmen kann, da meist ohnehin nur 2-3 weitere Personen im Bad sind, die ein schlafendes Baby auch bestimmt nicht stören würde. Ob das dann immer noch die gleiche entspannende Qualität wie bisher haben wird, muss sich zeigen; aber von vornherein auf die schönen Möglichkeiten verzichten möchte ich auch nicht. Vielleicht klappt´s, vielleicht nicht – wir werden´s sehen!

Es ist ganz komisch: Wenn ich an all die Änderungen im Alltag denke, mache ich mir wenig Sorgen und freue mich auch schon richtig darauf. Respekt habe ich ein wenig vor der morgendlichen Meisterleistung, ein gewaschenes, frisch angezogenes und sattes Kind im Kindergarten abzusetzen und dann pünktlich (!) zur Schule zu flitzen – aber das kommt ja erst nach ein bis zwei Jahren auf uns zu. Aber insgesamt bin ich eigentlich recht optimistisch, dass wir den Alltag wuppen werden.

Wenn ich aber an den Urlaub denke, mache ich mir erstens viel mehr Sorgen und Gedanken und zweitens spüre ich da ein wenig egoistische Traurigkeit aufkommen, dass es auch hier jetzt anders werden muss. Schon komisch, oder? Und ganz klammheimlich schleicht sich dann doch mal der Gedanke ein, dass es mit einem Partner an meiner Seite vielleicht doch einfacher wäre. Ganz gewiss wäre das so, aber stundenweises Babysitting wäre wohl einer der egoistischsten Gründe überhaupt für eine Beziehung – nein danke. Das kriegen Krümelchen und ich dann auch so hin. Außerdem freuen sich die Großeltern, Patentanten mit Familien und auch die ein oder andere Freundin, mal zusammen in den Urlaub zu fahren. Dadurch erübrigen sich ja dann auch schon einige (Betreuungs-) Probleme von ganz allein…

Und bevor ihr mich jetzt endgültig zur Jammer-Liese abstempelt:
Es gibt natürlich auch so viele tolle Sachen, auf die ich mich in den kommenden Urlauben schon freue: Sandburgen bauen, Muscheln suchen, Wattwürmer ausbuddeln, Seehunde angucken… Ihr glaubt gar nicht, wie verträumt ich vor den klitzekleinen und meganiedlichen Kindergummistiefeln stehe und sie so gerne kaufen möchte. Leider weiß ich noch nicht, ob mein Krümel rosa oder blau bevorzugen wird; das Geschlecht wird mindestens noch bis zum nächsten Termin gegen Ende der 18. Woche ein Geheimnis bleiben. Schade, ich hätte die niedersächsische Konjunktur gern in wundersame Hochlagen katapultiert…

Langsam neigt sich auch das letzte Osterfest ohne Baby dem Ende entgegen. Im nächsten, spätestens übernächsten Jahr geht´s dann auch auf Ostereiersuche. Manchmal habe ich das Gefühl, dass da eine ganz neue Welt auf uns wartet, die man jetzt nur wie durch ein Schlüsselloch erahnen kann…

Alles Liebe!
Eure Caro



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In diesem Beitrag geht's um:

Urlaub ohne und mit Kind, Kind und Hund, spürbare Kindsbewegungen