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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von lovelymama, Qeridoo und Thule.
25. Woche

Vorsicht, heiß und quengelig

Mann, ist das warm. Das schlägt auch Alexander auf die Stimmung. Und ich bin wieder im Büro. Zeit für einen Rückblick auf die Elternzeit.

Ich wette, darüber werden diese Woche alle Mitblogger(innen) schreiben: die Hitze. Puh, ist das warm.
Wobei wir es in Norddeutschland ja vergleichsweise kühl haben, wenn man sich immer die Werte in Süddeutschland anschaut (wo ich übrigens eigentlich herkomme). Dennoch ist es einfach verdammt warm, 27, 28 Grad im Schatten (darüber kann Sibylle in Australien vermutlich nur lachen), das Haus und das Büro heizen sich immer mehr auf. Und wenn es morgens immer noch 20 Grad sind, bringt auch morgendliches Lüften kaum noch etwas.
Für Tanjas Kinderzimmer haben wir eine portable Klimaanlage, denn dieses Zimmer liegt in Südwestlage. Ab mittags steht die Sonne bis zum späten Abend drauf. Da hilft auch kein extra isoliertes Glas und der herunter gelassene Rollladen. Nach und nach steigt die Temperatur darin auf 25 Grad und mehr und das macht einfach keinen Spaß. Nächste Woche soll es kühler werden, das wäre schön.

Wenigstens nutzen wir jetzt unseren Garten richtig. Hinter dem Haus haben wir nachmittags Schatten und da kann sich dann Tanja im Planschbecken und im Sandkasten austoben und "Moddergatsche" (Schlamm) produzieren. Entsprechend sieht sie (und ihr Umfeld) abends aus. Immerhin lässt sich sie inzwischen ohne Proteste abduschen.

Alexander mag die Hitze auch nicht besonders. Er ist richtig quengelig derzeit. Wenn es so heiß ist, verkürzt sich sein ohnehin kurzer Stillrhythmus auf alle 2 Stunden, weil er einfach Durst hat. Ich habe meiner Frau vorgeschlagen, wir könnten auch mit einem Fläschchen Wasser oder Tee zufüttern, damit sie nicht so oft stillen muss, aber sie mag das Stillen und meint, das wäre nicht nötig. Na gut, ihr Problem.

Ach ja, habt Ihr eigentlich schon gesehen, dass kidsgo extra für Männer die Seite www.vaeter-zeit.de eingerichtet hat? Da gibt es auch noch den Blog eines anderen Mannes.
Dieser Mitblogger wollte übrigens wissen, ob auch andere Eltern/Väter beim Spazierengehen so oft auf ihre Kinder angesprochen würden wie er. Also ich werde das nicht. Manchmal kommen Kommentare wie "Der hat es ja gut", wenn ich Alexander im BabyBjörn rumtrage, aber das war es. Das ist aber auch möglicherweise ein regionales Problem. In unserer Gegend sind die Menschen ohnehin sehr verschlossen und wenig kontaktfreudig.

So, jetzt bin ich also zurück in meinem Büro, meine Elternzeit ist beendet. Seit 17. Dezember war ich ja zunächst wochenlang krank gewesen, danach dann in Elternzeit und dann noch ein paar Tage Urlaub. Insgesamt also fast 6,5 Monate.

In diesen Monaten ist bei uns viel passiert. Hey, als ich das letzte Mal im Büro war, hatten wir nur EIN Kind, dieses dafür voll im Trotzalter, was uns echt zur Verzweiflung trieb. Jetzt haben wir zwei Kinder und das Trotzalter bei Tanja schon so weit hinter uns gelassen, dass ich mich daran kaum noch richtig erinnere.

Dann kam natürlich die Geburt, die mir auch unendlich weit entfernt erscheint. Die ersten Wochen, an die ich mich nur aus dem Blog erinnere. Doch, an eine Phase erinnere ich mich: als Alexander im Krankenhaus war. Aber auch irgendwie schon wieder so weit weg. Und danach die Monate? Konkrete Erinnerungen bleiben da kaum, irgendwie ging die Zeit einfach so vorbei.
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Und wie fühle ich mich nun? Finde ich es gut, wieder im Job zu sein? Irgendwie schon, aber nicht so richtig. Es sind gemischte Gefühle, die mich begleiten.

Einerseits habe ich nach über 6 Monaten zu Hause wieder den Drang raus zu kommen. Nicht, dass ich mich gelangweilt oder mit meiner Frau Ärger gehabt hätte. Nein, dafür dass wir so lange, oft fast 24 Stunden am Tag, miteinander verbracht haben, ist unsere Beziehung erstaunlich entspannt und stressfrei. Aber gerade zuletzt empfand ich unsere Betreuung für Alexander schon fast als Overkill. Alexander ist tagsüber sehr pflegeleicht und einer reicht einfach zur Betreuung.

Meine Frau hat sich am ersten Abend auch gleich verplappert und meinte, dass der Tag so allein schön entspannend gewesen sei. Auch ihr reichte also die Zweisamkeit mit mir nun doch irgendwann.
Spaßeshalber (?) meinte sie auch, dass sie ja allein erziehend mit 3 Kindern wäre und froh sei, dass nun schon zwei der drei „in die Einrichtung“ (wie man hier die Kindergärten nennt) gehen. Jajaja, sehr lustig.

Andererseits bin ich in meinem Job nicht gerade glücklich. Zwar gut bezahlt und krisensicher (gerade in den jetzigen Zeiten echt wichtig), aber eben auch ziemlich öde und vor allem fremdbestimmt.
Da aber eine Umsetzung derzeit nicht möglich ist – die wenigen Stellen, die offiziell ausgeschrieben werden, sind inoffiziell längst besetzt – hänge ich halt hier weiter rum. Da mein Behördenleiter ja Elternzeit und Teilzeit hasst, habe ich eh keine großen Erwartungen mehr. Was soll`s. Hauptsache, der Familie geht es gut.
Wenigstens habe ich das Glück, dass meine Referatsleiterin vor einem Jahr das erste Enkelkind bekommen hat, von dem sie ganz hingerissen ist. Das färbt dann auch positiv auf mich als Vater ab.

Es war auf jeden Fall die richtige Entscheidung, erstens überhaupt Elternzeit zu machen und zweitens die Elternzeit so lange auszudehnen. So war es uns möglich, ohne allzu große „Verluste“ die anstrengenden ersten Wochen und Monate zu überwinden. Und außerdem (und hauptsächlich) habe ich so sofort einen engen und guten Draht zu meinem Sohn aufgebaut. Es ist einfach schön, wie er mich anstrahlt, sobald er mich sieht. Insofern kann ich es nur jedem Mann (und jeder Frau) zur Nachahmung empfehlen.

Es ist schon fast lustig, dass meine Frau nun das klassische Rollenbild der Hausfrau und Mutter ausfüllt – eine Rolle, die für sie vor fünf Jahren nicht denkbar gewesen wäre. Nicht, dass sie besonders an ihrem Beruf hängen würde, aber die Vorstellung, mit einem Kind zu Hause glücklich zu sein, war doch meilenweit von unserer Realität als „Double-income-no-kids“ entfernt. Erst mit Tanja setzte hier eine Umorientierung ein, die mit dem absoluten Wunschkind Alexander noch verstärkt wurde.

Mal schauen, wie diese Entwicklung weiter geht. Im Augenblick arbeite ich ja erstmal Teilzeit, 20 Stunden an vier Tagen die Woche. Das wird wohl so weiter laufen, bis meine Frau Ende August nächsten Jahres ihre Elternzeit beendet. Länger werden wir uns das finanziell kaum leisten können. Wie es danach weitergeht, werden wir sehen. Sicher werden wir auch Alexander mindestens 2, wenn nicht sogar 3 Jahre zu Hause haben wollen. Das hier übliche Abgeben der Kinder spätestens mit einem Jahr in die Krippe wollen wir auf jeden Fall nicht.

Unsere Woche läuft derzeit so:
Morgens stehe ich um 7 auf und bereite das Frühstück vor. Wenn ich Glück habe, wacht Tanja in dieser Zeit von alleine auf. Wenn ich Pech habe, muss ich sie wecken – und das hasst Tanja als absoluter Morgenmuffel. Nach einigem Rumnörgeln ist sie dann aber doch ganz gut drauf.

Meistens wecken wir dann auch die Mama um 7:30 Uhr und frühstücken gemeinsam. Wenn wir Glück haben, schläft Alexander noch, dann haben wir es einfach. Wenn wir Pech haben, wird er mit wach und dann müssen wir schauen, wie wir Kinder anziehen und Frühstücken unter einen Hut bringen.

Gegen 8:30 Uhr geht es für Tanja und mich los. Inzwischen habe ich dafür das Fahrrad entdeckt, Tanja also im Kindersitz hinter mir. Dadurch bekomme ich einfach mal ein bisschen Bewegung und erreiche erstaunlicherweise ihren Kindergarten am anderen Ende der Innenstadt genauso schnell wie mit dem Auto. Mit dem Fahrrad kann man halt viel direkter fahren und steht vor allem nicht ständig an den Ampeln.

Gegen 9:00 Uhr liefere ich Tanja im Kindergarten ab, was sie auch meist ohne Probleme akzeptiert und ich bin schon wenige Minuten später in meiner Dienststelle.
Montag, Dienstag und Freitag arbeite ich dann bis gegen 15 Uhr und hole dann Tanja wieder vom Kindergarten ab.
Mittwoch habe ich ja frei und kann so ohne Stress zu Hause die Sachen erledigen – Rasenmähen und so. Und kann vor allem auch Alexander übernehmen, damit meine Frau mal in Ruhe Sport machen kann.
Donnerstag arbeite ich nur bis 12:30 Uhr und hole dann Tanja früh ab, damit wir etwas unternehmen können.

Alles in allem ein machbarer und relativ entspannter Tagesablauf.

Zwei Dinge trüben derzeit leider meine Stimmung:

Zum Einen ist meine Frau physisch etwas angeschlagen. Ist es das lange Stillen, die Müdigkeit, Hormonumstellung, das heiße Wetter oder eine Kombination von allen – jedenfalls hat sie teilweise leichte Schwindelanfälle. Wobei Schwindel nicht das richtige Wort ist, sie meint, sie fühle sich manchmal so, als liefe sie auf Wolken. Zum Arzt will sie natürlich nicht, hoffen wir also, dass es von alleine weggeht.

Zum Anderen ist es im Augenblick - wohl auch verstärkt durch die heiße Witterung - echt anstrengend, Alexander abends zum Schlafen zu bringen. So lieb er tagsüber meistens ist, so nervig wird es abends. Wenn er nicht zufälligerweise beim letzten Stillen um 22 Uhr einschläft, bleibt und bleibt er einfach wach. Derzeit hilft nichts: Rumtragen nicht, Baby-Björn nicht, Kinderwagen nicht, Liegenlassen nicht, Nuckeln lassen nicht. Ich versuche dann mein Glück, bis ich wirklich die Schnauze voll habe und bringe ihn gegen Mitternacht zu meiner Frau. Dann ist Alexander wirklich todmüde und beim nochmaligen Stillen schläft er dann auch endlich ein.

Mann, das nervt, diese blöde Schlaferei. Menschenbabys sind da echt die Pest. Ich meine, kleine Katzen oder Hunde oder auch Affen machen kein so Trara, oder? Die sind irgendwann müde, legen sich hin, die Augen fallen zu und fertig. Ich habe gerade noch mal im Tagebuch nachgeschlagen, dass ich für Tanja führe: auch da ist das Thema Schlafen der absolute Dauerbrenner.

Zum Ende meiner Elternzeit hat meine Frau mir übrigens einen Survival-Kit fürs Büro geschenkt mit Bildern von den Kleinen, Kaffee und Schokolade.
Ich habe mich mit (sehr gut gewordenen) Fotos von Alexander und mir revanchiert. Außerdem habe ich noch einen Body für Alexander besorgt. Darauf steht: „Milch formte diesen schönen Körper“.

Das für diese Woche

Gerd



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Kommentare von Lesern:

Cosima, Dresden15.07.2009 14:03

Hallo ihr beiden "Gäste" im Blog hier: meckern könnt ihr ja auch ganz gut. Nicht minder schlecht als Gerd. Verratet uns doch wenigstens ansatzweise Eure Idendität...!?! Oder seid ihr dazu zu feige...?

Echt schade...

LG Cosima

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Gast10.07.2009 15:12

...finde ich auch-Gerd, Du leidest und jammerst echt auf verdammt hohem Niveau!

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Gast08.07.2009 14:02

Hallo Gerd,

ich kann nur sagen: mann habt ihrs schön! Deine Arbeitszeiten sind ein Traum, für den größten Teil aller Familien nur in Träumen existent und ich hoffe IHR seid euch darüber bewusst!!! Von Streß kann da doch eigentlich keine Rede mehr sein v.a. wenn 1 Kind einen Vollzeit-Kindi-Platz hat- auch nicht beim abendlichen einschlafen-hey genießt doch einfach mal wie schön ihrs habt...

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volker, köln06.07.2009 19:52

ja ja, das stillen... irgendwann kommt oft der punkt, an dem die väter das nicht mehr so richtig nachvollziehen können. und denken, mensch, jetzt könnte ich ja auch langsam mal dran sein mit der ernährung. ich empfehle da das abpumpen der muttermilch. das gibt der mama die chance, auch mal ohne ihr kind zu sein. wenn sie das denn überhaupt will. und du als vater kannst dann ein wenig konkreter an der versorgung teilnehmen. die abgepumpte milch hält sich eingefroren übrigens einige wochen - für notfälle.

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