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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
33. Woche

Grenzgänger

Wir sind an unsere Grenzen gegangen und haben uns gedreht und gewendet.

Hallo,

diese Woche war irgendwie eine Mottowoche... Es gab zwei Mottos: zum einen nahm die Verplantheit wieder überwältigende Ausmaße an und zum anderen haben wir diese Woche Grenzen überwunden. Und hat eigentlich jemand gemerkt, dass wir erst diese Woche die 33. Woche haben?

Der Montag begann mit dem Geburtstag meiner großen Schwester. Sie wohnt bei Leipzig und meine anderen Schwestern waren fast auch alle zu Besuch. Ich stand vor der Entscheidung entweder zu Hause zu bleiben und traurig darüber zu sein meine Geschwister nicht zu sehen oder meinen ganzen Mut zusammen zu fassen und mir meine beiden Kinder zu schnappen und mit dem Auto auf der Autobahn und Landstraße zu fahren. Beides hatte ich noch nie allein gemacht und ich hatte gehörig schiss. Allerdings hatte ich vor ein paar Jahren die Fahrschule fehlerfrei bestanden und warum zur Hölle, sollte ich das nicht schaffen? Gesagt getan. Ich fuhr also zu meiner Schwester. Ella war wieder Mittagskind, weil ich noch etwas besorgen musste. Ich muss zu meiner Schande gestehen, dass ich mich nicht gleich auf die Autobahn traute. Ich gurkte mit den beiden Kindern im Schlepptau über die umliegenden Dörfer bis beide quengelten, weil sie müde waren. Irgendwann war es mir selbst zu bunt ich fuhr auf die Autobahn. Die A72 in Richtung Leipzig ist Gott sei Dank noch wenig befahren und so war es nicht allzu schwer. Mein Auto war in seinem langen Leben noch nie schneller als 100 km/h gefahren. Ich war mir nicht sicher, ob er so viel so lang überhaupt aushalten würde. Also ging die große Fahrt los. Die meiste Zeit fuhr ich mit einer 90 hinter langsamen LKW her. Zwischendrin überholte ich und beschleunigte auf sagenhafte 130 km. Höchstgeschwindigkeit. Mein Auto hat keinen Drehzahlmesser, wahrscheinlich war er schon über sein Grenzen gegangen. Alles wackelte und zitterte, so dass ich Mühe hatte das Lenkrad festzuhalten. Es war ein bisschen wie früher im Trabant zu fahren. Am Ende kam die Abfahrt schneller als gedacht. Dank Google hatte ich mich allerdings gnadenlos verfahren. Am Ende hatte ich 90 Minuten gebraucht für eine Strecke, für die man sonst nur eine halbe Stunde braucht. Als ich ankam war ich so müde und glücklich meine Schwestern gesehen zu haben. Sogar Ella war recht zutraulich gewesen und Eddie fremdelt noch nicht also kuschelt er noch mit jedem. Die ganze Strecke musste ich wieder zurück und ich hatte so gar keine Lust. Ich hatte mich schon wieder verfahren auf dem Weg zur Autobahn. Am Ende weinte Eddie die ganze Zeit, weil die Klimaanlage nicht mehr so richtig funktionierte und es ihm viel zu warm war.

Wir alle waren so müde gewesen und Eddie auch noch ein bisschen überreizt, dass wir gleich einschliefen. Eddie stillte in letzter Zeit andauernd. Ich kam mir schon wieder so ausgelaugt und müde und schlapp vor. Von der Fahrt hatte ich noch Muskelkater. Ich konnte einfach nicht mehr. Eddies Essverhalten bringt mich in letzter Zeit ziemlich an die Grenzen. Er möchte einfach keinen Brei Essen. Egal was man ihm anbietet. Er spuckt alles wieder aus und schüttelt sich. Er möchte hingegen alles Essen und Trinken was wir so essen. Aber wie soll das gehen so ohne richtige Zähne? Mit seinen Zähnen ist es richtig seltsam. Er hat den ganzen Mund voller Hügelchen unter denen etwas weißes hervor blitzt. Sogar bei den Eckzähnen, aber wenn man mit den Fingern drüber fährt, merkt man nicht mehr, dass da ein Zahn sein soll. Also weiter zu der bangen Frage was soll Eddie jetzt essen? Zum Frühstück gab ich ihm immer ein kleines Stück von unserem Brötchen. Er war zufrieden, jedoch hatte ich Sorgen, weil er noch nicht sitzen konnte. Ich habe wirklich keine Ahnung wie es weiter gehen soll. Vielleicht dünste ich demnächst ein bisschen Gemüse, oder es gibt bei uns nur noch Kartoffelbrei, den isst er nämlich von unserem Teller mit. Für mich selber habe ich mir ein paar Vitamine besorgt, damit mir die Haare nicht in Büscheln ausfallen und vielleicht ein bisschen in der Hoffnung dann nicht mehr so müde zu sein.

Am Donnerstag hatten wir wieder Physio. Schon am Abend davor graute es mir, davor so zeitig aufstehen zu müssen. Kurz um, ich hatte keine Lust mich schon um 5 Uhr fertig zu machen. Doch es nützte nichts. Ich dachte, der Termin wäre um 7.30 gewesen. Also beide Kinder fertig machen, mich anziehen und mein Gesicht schminken und vielleicht noch etwas frühstücken. Mein Mann hatte wenigstens Spätdienst, was ein bisschen Stress von mir nahm. Wir waren wieder spät dran, doch ich war stolz, es geschafft zu haben. Die Praxis liegt in einem etwas zwilichtigen Viertel von Chemnitz. Ich schleppte Eddie schnell zur Praxis. Dort angekommen, kam es mir etwas seltsam vor. Warum wartete da eine andere Frau mit ihrem Kind? War der Termin wirklich um 7.30 Uhr? Als mich die Therapeutin fragte, was ich denn wollte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen. So ein Mist, der Termin war erst um 11. Die Physiotherapeutin fragte mich, ob ich noch einen Kaffee trinken wollte. Ja, den hatte ich wohl verdammt nötig. Drei Kaffee später war es um 11. Wir hatten das richtige Hochheben geübt. Es war gar nicht so einfach. Habe ich schon einmal erwähnt, dass ich auch eher grobmotorisch bin und vielleicht auch immer links und rechts vertausche? Deswegen komme ich auch nie beim Aerobic mit. Wir gingen es mindestens 10 Mal durch. Mittlerweile klappt das therapeutische Hochheben ganz gut. Und Eddie dreht sich auch ganz gut mit. Wir müssen noch ein bisschen an seinen Bauchmuskeln arbeiten, damit er lernt über seine Mitte zu greifen. Seltsamerweise kann er sich mittlerweile perfekt vom Bauch auf den Rücken drehen und auf dem Rücken liegend robben. Er hat Wege gefunden wie man sich trotzdem fortbewegen kann. Eddie ist auch immer beweglicher geworden und hat große Fortschritte gemacht. Auch beim Sprechen. Mittlerweile brabbelt er. Babababaa. Mein Mann meint, sein erstes Wort wäre Papa gewesen. Ich will da noch nicht dran glauben. Wir üben fleißig am MAMA. ;)

Den Samstag haben wir für eine Radtour genutzt. Immer den Radweg entlang. Ich wollte wissen was am Ende des Chemnitztalradwegs lag. Er war in den letzten Jahren immer wieder erweitert worden. Mit dem Anhänger und Fahrrad war das kein Problem so lang der Akku voll war. Entlang des Radwegs war es ein bisschen wie im Urlaub zu sein. Es kamen immer mal wieder kleine Imbisse an denen man Rast machen konnte. Der Wald spendete ausreichend Schatten. Jedoch war ich seit zwei Wochen nicht mehr Rad gefahren und immer noch so schlapp. Wir wollten die Grenzen erreichen und mussten doch aufgeben. Unsere Hintern taten weh und mein Akku war leer, sowohl bei mir als auch am Fahrrad. Den schweren Anhänger zu ziehen mit zu wenig Luft auf den Reifen und dem schweren Rad war unmöglich. Wie gut, dass unser Garten nicht mehr soweit entfernt war. Den Rest des Tages hätte ich auf der Hollywoodschaukel schlafen können, wenn mich meine Kinder nur gelassen hätten.

Heute am Sonntag stand Ella wieder pünktlich um 5 auf der Matte. Ich möchte so gern mal meine ganze Müdigkeit ausschlafen. Ich glaube, das bekommen sie alles wieder wenn die beiden 18 sind. Wir wollen heute noch ins Wildgatter. Dort kann man Waldtiere beobachten. Und am Nachmittag zu Oma in den Garten.

In der nächsten Woche haben wir wieder Termine über Termine. Am Montag beginnt der Fit dank Baby Kurs. Eddie wird bestimmt der Kleinste sein. Hoffentlich wird er nicht von anderen Kindern überrannt. Und hoffentlich werde ich nicht so viel Muskelkater haben. Dann wollen wir noch impfen und es ist wieder Physiotherapie. Viel zu tun.

Macht es gut und habt eine schöne Woche,

Marie

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Kommentare von Lesern:

Marie-Luis 12.07.2020 19:33

Hallo, danke liebe Ina für den lieben und Mut machenden Kommentar. Wir haben uns jetzt immer öfters getraut ein Brötchen oder auch mal einen Apfel zu geben. Er liebt es.
Es ist immer schön zu wissen, dass man nicht allein ist mit seinen Nöten.
Liebe Grüße

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Ina11.07.2020 07:52

Liebe Marie,
vielen Dank für Dein tolles Tagebuch - ich lese so gerne bei Dir.
Beim Essen von Eddie muss ich gerade an meinen Sohn denken. Er hat mit knapp 5 Monaten geweint, als er meinen Spargel nicht essen durfte und ab diesem Tag war er über alles traurig, was wir ihm nicht in die Hand gegeben haben. Er hat ab dem Zeitpunkt konsequent jegliche Breiform verweigert und bitterlich geweint, wenn ich mit dem Löffel kam.
Nach Rücksprache mit der Hebamme haben wir ihn dann "normal" am Essen teilnehmen lassen.
Brötchen,Brot ohne Rinde, Obst oder Gemüse alles weich gekocht in griffbereite Stücke und er war der glücklichste kleine Mensch.
Alles was mir noch nicht geheuer war habe ich in einen Fruchtlutscher getan.
Er hat sich tatsächlich nie verschluckt, sein Platz sah immer lustig aus, heute ißt er fast Alles im Gegensatz zu seiner großen Schwester, die ein absolutes Breikind war.
Ich möchte Euch Mut machen, ihn einfach "normal mitessen zu lassen"- bei uns hat es super geklappt.
Viele Grüße

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