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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
26. Schwangerschaftswoche

Ich packe meine Tasche(n)...

Gedanken rund um das Thema „gehen müssen, gehen dürfen, gehen können, gehen wollen“

Hallo ihr Lieben,

dieser Bericht steht ganz unter dem Motto Taschen! Gerade läuft in NRW die letzte Schulwoche und nach mehreren Wochen, in denen ich krankgeschrieben war, hieß es gestern wieder Schultasche packen.

Letzten Freitag war ich noch auf der Abschlussfeier meiner 10. Klasse und es ist schon ein komisches Gefühl, wenn Kinder, die man 6 Jahre unterrichtet und begleitet hat, auf einmal nicht mehr da sind und in einen neuen Lebensabschnitt aufbrechen. Vor ihnen liegen so viele Möglichkeiten und ich bin gespannt, wen es auf Dauer wohin verschlägt, welche Berufe ergriffen werden und letztlich macht man sich Sorgen, ob einige Sorgenkinder auch auf dem rechten Weg bleiben werden.

Heute war dann mein erster Schultag seit 6 Jahren, wo ich eben nicht mehr als Klassenlehrerin, sondern nur noch als Fachlehrerin unterwegs war. Warum ich überhaupt wieder in der Schule bin? Dank der Medizin ist mein Blutdruck wieder normalisiert, zudem ist das Wetter deutlich angenehmer – es liegt also kein Grund vor, länger zuhause zu bleiben. Einerseits ist das schon schade, da ich merke, dass meine Kondition wirklich noch weiter nachgelassen hat – gerade beim Treppenlaufen. Aber da eben die 10. Klasse nicht mehr da ist, kann ich die restlichen Stunden in dieser Woche an einer Hand abzählen, das ist wirklich auch für mich noch machbar.
Somit habe ich dann meine Schultasche doch noch mal packen dürfen, wobei der „richtige“ Unterricht ja in der letzten Woche auch nicht mehr läuft. Allerdings werde ich morgen mit mind. zwei Taschen kommen, um auch meine Unterlagen etc. aus dem Lehrerzimmer mit nach Hause nehmen zu können. Freue ich mich darüber? Es ist ein Sprung in einen neuen Lebensabschnitt und von vielen Kolleginnen weiß ich, dass man später als Rückkehrer nach 2-3 Wochen das Gefühl hat, nie wirklich weg gewesen zu sein. Aber trotzdem verabschiedet man sich erst mal von einem „routinierten Chaos“ und startet in ein ganz neues Abenteuer – zumindest, wenn mein Fach irgendwann endlich geräumt ist. Es sammelt sich ja so unfassbar viel (Papier-)Kram an, meine Papiertonne zuhause wird nach einer unbedingt notwendigen Aufräumaktion ebenfalls gut gefüllt sein…

Das ist auch schon die Überleitung zur nächsten Tasche bzw. Kartons: Ich muss unbedingt starten, mein Büro und die angrenzende Rumpelkammer auszumisten und nur das Notwendigste in Taschen und Kartons aufzubewahren, da nahezu täglich Handwerker zur Besichtigung auf der Matte stehen und außerdem ja auch bald das Kinderzimmer halbwegs eingerichtet werden soll. Es ist nicht ganz ideal, dass mein Schlafzimmer-Inventar zunächst mit ins Babyzimmer ziehen muss, aber solange alles bis Oktober fertig ist, wird das schon gehen. Das wird natürlich sehr, sehr knapp, aber ich hoffe einfach das Beste…

Und da wären wir auch schon bei der schönsten Tasche angekommen: Die Wickeltasche! Ich durfte mich in dieser Woche von einem Sponsorengeschenk von Lässig überraschen lassen. Neben einem supersüßen Spucktuch mit Rehmuster habe ich eine ganz tolle, flexible Wickeltasche bekommen. Richtig begeistert bin ich von der Flexibilität: Als typische Handtaschenträgerin freue ich mich besonders über den Schultergurt, aber falls ich mal mit der Babytrage unterwegs bin, kann ich die Tasche auch ruckzuck als Rucksack tragen. Und wenn wir mit dem Kinderwagen unterwegs sind, kann die Tasche mit den mitgelieferten Schnallen auch direkt an den Handgriffen des Wagens befestigt werden. Super!
Die Tasche selbst ist aus einem tollen grauen Stoff und sehr hochwertig verarbeitet. Die vielen Fächer werden es auch einer Chaos-Tante wie mir ermöglichen, Ordnung zu halten und die wichtigen Sachen fix zu finden. Eine passende Wickelunterlage, ein kleines Täschchen (für Kleingeld, Handy…) sowie eine Thermo-Rolle für Babyflaschen runden das Paket vollends ab. Ich bin begeistert, fühle mich richtig, richtig gut ausgestattet und freue mich darauf, demnächst mit meiner Kleinen den Praxistest zu starten. Vielen lieben Dank an Lässig (-auch für die netten, persönlichen Zeilen) und auch an kidsgo!

Ich habe bei den letzten Berichten oft gedacht, dass ich sehr viel Organisatorisches rund ums Baby schreibe, aber der emotionale-persönliche Teil oft etwas zurückbleibt. Tatsächlich sind meine Prioritäten momentan auch eher so gelagert, da mich so vieles mental, aber auch körperlich rund ums Thema Haus- und Nestbau auf Trab hält, dass ich mir viel zu selten bewusst Zeit fürs Baby nehme. Ich habe mir zu Beginn der Schwangerschaft vorgenommen, dem Baby schon in der Schwangerschaft jeden Abend ein Schlaflied vorzusingen, die Spieluhr einmal aufzuziehen und den Babybauch einzuölen. In den letzten Wochen war ich abends häufig so fix und fertig, dass es für ein leises „Gute Nacht, Babymädchen!“ und evtl. noch für ein paar Minuten grübeln nach dem perfekten Namen gereicht hat, mehr war nicht drin. Das ist etwas, was ich endlich ändern möchte!

Der Name steht auch noch nicht wirklich fest. Es gibt zwar einen Favoriten, der in den letzten Wochen schon mal wieder an Punkten zugelegt hatte, aber wohl doch noch nicht mit innerer Überzeugung einfach der Richtige ist. Wie ich das gemerkt habe? Im Internet habe ich mal nach Schnullerketten gesucht und schließlich ein wunderschönes Exemplar gefunden, aber ich konnte die einfach nicht bestellen. Vielleicht liegt es daran, dass der Vorname nicht so weiblich-lieblich-mädchenhaft ist und ich letztens eher negative Rückmeldungen zu dem Namen gelesen habe (altbacken, komisch etc.). Eigentlich habe ich nichts dagegen, auch mal gegen die allgemeine Meinung und Ansichten zu verstoßen, aber es geht ja nicht um mich, sondern um meine Tochter. Sie muss schließlich ihr Leben lang mit dem Namen leben und soll nicht darunter leiden. Vielleicht wäre ein Mainstream-Name doch eher im Sinne des Kindes? Ich werde weitergrübeln – falls es aber zu einer spontanen Sturzgeburt kommen sollte, würde es wohl doch der altbackene Name…

Kindsbewegungen sind ja auch immer ein Thema, wonach mich auch meine Schülerinnen bei der Abschlussfeier ganz neugierig fragten. Ja, ich spüre sie schon, aber leider sehr unregelmäßig. Wenn ich daran denke, dass ich in meinen ersten Berichten befürchtete, einen nimmermüden Wildfang auszubrüten, kann ich mittlerweile sagen, dass ich mir da keinerlei Sorgen mehr mache. Jetzt in der 26. Woche berichten die Mädels vom Geburtsvorbereitungskurs von schlaflosen Nächten und schmerzhaften Tritten – das kann ich wahrlich nicht behaupten. Meist merke ich mal ein leichtes Trampeln oder Zappeln, aber das ist meist nur ganz kurz und überhaupt nicht schmerzhaft. Es beruhigt mich, weil ich dann immer denke, dass wohl alles in Ordnung ist. Manchmal fühlt sich das aber auch sehr komisch an, wie ein Vakuum oder fast flau. Wenn ich daran denke, dass da ein ca. 35cm großer Mensch in meinem Bauch herumturnt, ist das irgendwie immer noch ganz schön irreal. So richtig glauben kann man das wohl erst, wenn das kleine Menschlein da ist.

Eine Frage, die ich mir in den letzten Tagen mal gestellt habe, war: Bin ich gerne schwanger?
Bei den Hitzewellen der letzten Wochen habe ich mir häufig Sorgen gemacht, ob ich bzw. mein Körper das alles gut überstehen werden, ohne vollends zusammenzuklappen. Jetzt aktuell ist das Wetter wieder kühler und ich kann mich mehr auf das Wesentliche konzentrieren und ja, ich genieße die Schwangerschaft. Es ist ein schönes Gefühl zu wissen, dass da ein kleines Leben entsteht. Ich leide nicht unter Begleiterscheinungen wie Übelkeit oder Wassereinlagerungen. Lediglich eine gesteigerte Kurzatmigkeit macht den Alltag oft etwas schwerer. Aber einfach mal da zu sitzen, über den Bauch zu streichen und zu sagen „Ich pass auf dich auf!“, gibt mir ein Gefühl tiefster Zufriedenheit.

Schade ist, dass ich die schönen und innigen Momente nicht mit einem Partner teilen kann, dass hat mich insbesondere nach dem Geburtsvorbereitungskurs sehr traurig gemacht. Auch meinem kleinen Mädchen gegenüber habe ich manchmal ein schlechtes Gewissen. Materiell wird es ihr hoffentlich an nichts fehlen, aber eine permanente Vaterfigur kann das auch nicht ersetzen. Es gibt Momente, da fließen dann auch schon mal Tränen, aber meistens bin ich doch recht positiv und denke, dass da ein ganzes Leben mit unendlichen Möglichkeiten vor uns liegt. Wer weiß schon, ob das große Glück zu dritt nicht doch noch irgendwo hinter der nächsten Ecke lauert…? Und auch wenn nicht, wird da eine spannende Zeit auf mein Mädel und mich zukommen, auf die ich mich von ganzem Herzen freue!

Ich wünsche euch eine schöne Woche!

Alles Liebe!
Eure Caro

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Kommentare von Lesern:

Caro12.07.2019 01:36

Liebe Emma, vielen Dank für deine lieben Worte!

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Emma, Hamburg10.07.2019 12:31

Liebe Caro,
auch wenn ich Deine Gedanken nachvollziehen kann - die ja einfach kommen ohne, dass man etwas daran ändern kann: Ich bin absolut davon überzeugt, dass Deine Tochter auch ohne Vaterfigur ein glückliches Leben haben wird.
Der überwiegende Teil von uns stammt einfach noch aus der Zeit, in der diese „Vaterfigur“ eine sehr große Bedeutung hatte, idealisiert wird.
Aber wenn ich die Väter, die ich im Bekanntenkreis kennengelernt habe, mal an meinem inneren Auge vorbeiziehen lasse frage ich mich: „Wer von diesen Vätern verkörperte das eigentlich“? Der, der ständig gearbeitet hat? Der, der sanfter war als die Mutter? Was ist eigentlich das Wichtigste an der vorhandene Vaterfigur? Und stellt der Mann im Haus diese Vaterfigur wirklich dar? Nur weil er ein Mann ist?
Es wird sicherlich Eigenschaften geben, die Du nicht hast und die eine weitere Person im Haushalt möglicherweise auffangen könnte. Sollte Deine Tochter danach suchen, wird sie sicherlich jemanden finden, bei dem sie das bekommt. Obwohl wir als klassische, spiessige Familie (Vater, Mutter, Tochter, Sohn) leben, erfüllt hier glaube ich keiner das Klischee von idealer Mutter, Vater, Bruder, Tochter. Mein Bruder, also der Onkel meiner Kinder, ist eine sehr wichtige Bezugsperson. Das hätte ich vorher nie gedacht. Auch andere Personen haben immer wieder tolle Aufgaben übernommen, die wir nicht leisten konnten. Man spürt das. Dass jemand seinem Kind gut tut. Dann kann man Kontakt forcieren.
Wie heißt noch ein altes afrikanisches Sprichwort:
UM EIN KIND ZU ERZIEHEN BRAUCHT ES EIN GANZES DORF.
Es ist auf jeden Fall etwas dran.
Du wirst eine wunderbare Mutter.
Alles Gute für Dich!

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