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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
14. Schwangerschaftswoche

Hoch und tief - ein wenig wie Achterbahn

Zum ersten Mal habe ich den Stress wirklich an mich herankommen lassen, aber Babymarkt, Infoabend und jede Menge Lesestoff bieten Ausgleich.

Hallo zusammen,

heute wird es leider kein Happy-Go-Lucky Bericht, sondern eher die Variante „Argh, lasst mich alle in Ruhe, ich will nur ins Bett und die Decke über den Kopf ziehen“. Die letzte Woche war arbeitstechnisch nervenaufreibend und das hat sich heute direkt in den Wochenstart weitergezogen.

Dabei hat die letzte Woche so gut angefangen: Die Beschwerden waren nebensächlich und so konnte ich mich wirklich voll und ganz auf die Arbeit konzentrieren und mich mitunter auch einfach mal in den Aufgaben gedanklich verlieren, ohne dass der Magen sich beschwerte oder das Hirn ein Blitznickerchen verlangte. Es war wirklich beflügelnd. Leider ging es auf einem Projekt nicht wie geplant weiter und nun ist meine außerfachliche Ansprechpartnerin dort im Urlaub. Dies bedeutet aber, dass ich mich mit dem fachlichen Kollegen ausschließlich auseinandersetzen muss und dieser ist eher von der Variante 60% reicht auch, um ein Arbeitspaket als abgeschlossen zu betrachten. Sowas macht mich dann ganz kirre, wenn ich danebenstehe und tausendfünfhundert Lücken im Konzept finde und merke, dass es spätestens in der Umsetzung an allen Ecken und Enden haken wird. Aber da kann ich noch so viele zusätzliche Informationen liefern, Erfahrungen schildern, Lücken aufzeigen etc. die werden radikal ignoriert. Es kommt meist noch nicht mal zu einer konstruktiven Diskussion...das ist einfach frustrierend. In solchen Situationen kann man manchmal als Externer wenig machen, man kann niemanden zwingen, sich eingehender mit einem Thema auseinanderzusetzen. Und nun ist meine andere Ansprechpartnerin im Urlaub, die da eher am richtigen, internen Hebel saß.

Und dann kam zu guter Letzt noch ein Dispositionsthema hinzu auf einem anderen Projekt. Mit dem Kunden war ich und ein Partner in unserer Abteilung schon länger in der Kommunikation bzgl. Folgeprojekt. Lange passierte nichts und dann hieß es plötzlich 2 Tage pro Woche bis Ende des Jahres. Zu dem Zeitpunkt war ich jedoch schon vollständig verplant und ich hatte das direkt angesprochen beim Kunden und auch den Partner gebeten, hier entsprechend die Basis zu legen, also entweder den Einsatztermin nach hinten zu schieben oder einen adäquaten Ersatz zu finden. Letzteres ist aktuell mehr als schwierig, ungefähr so wie man eine Nadel im Heuhaufen sucht, denn unsere ganze Abteilung ist teils über die 100% verplant. Lange Rede kurzer Sinn, der Partner hat nichts gemacht und jetzt hat der Kunde Erwartungen, die eigentlich nicht erfüllt werden können. Ach, war ich wütend am Freitag, hatte am Ende sogar richtige Wuttränen in den Augen. Wir haben bei uns im Büro, Gott sei Dank, so "Telefonzellen", so dass ich mich dort kurz sammeln konnte. Und dann hatte ich ein schlechtes Gewissen, weil ich natürlich an den Zwerg denken musste, der, ich weiß nicht wie viel, davon mitbekommt. Und dann ist man auch schon wieder im Gedankenkarrusell. Möpp!

Heute wollte der Partner mir eine Rückmeldung geben, ob er Ersatz gefunden hat und wie es jetzt abgestimmt ist. Und? Natürlich gar nichts; keine Regung von ihm und erreichbar war er auch so gut wie nicht. Habe heute seeeeeehr viele tiefe Atemzüge genommen, damit mir nicht das Gleiche wie Freitag passiert.

Ganz schlimm war die Woche natürlich auch nicht. Unseren Hebammentermin am Freitag hatten wir zwar leider nicht – sie wurde kurzfristig zu einer Geburt gerufen. Wir haben aber heute einen Ersatztermin für diesen Donnerstag bekommen. Also habe ich nächste Woche dann etwas zu erzählen!

Der Freitag war aber nicht ganz verloren. Wir haben es nämlich noch auf der Arbeit verkündet. Ich sollte eigentlich heute meinen Vorgesetzten treffen, aber das hatte er am Freitag krankheitsbedingt abgesagt. Ist auch besser so, möchte mich nicht irgendwie noch anstecken. Anyhow, da die nächste Möglichkeit, ihn zu sehen, im Dezember wäre, ist es dann doch die Telefonvariante geworden. Und nachdem er erstmal einen blöden Spruch losgelassen hat, hat er sich total gefreut. Hat mir hinterher auch nochmal eine Nachricht geschrieben, wie sehr er sich für uns freut.
Und dann haben wir es den Kollegen auch gesagt und auch da haben sie sich reihum gefreut. Damit war der Freitagnachmittag doch noch ein gelungener Einstieg in den Feierabend. Mein Mann und ich sind dann auf dem Nachhauseweg noch spontan essen gegangen und hatten einen wunderschönen Abend zu zweit.

Samstag war dann ein ganz aufregender Tag. Wir hatten vor Wochen gesagt, dass wir das Wochenende nach der 12. Woche mal den Schritt in ein Babygeschäft wagen. In Frechen gibt es einen riesigen Babymarkt. Unsere Logik war „ganz entspannt mal schauen gehen und eine Idee bekommen, was da so auf uns zukommt und worauf wir uns da einlassen“. Das Fazit war: „Hilfe, wo ist hier der Ausgang?!“
Es war einfach sehr sehr sehr überwältigend. Soooooo viel Zeug, so viel Auswahl, so wenig Unterschiede auf den ersten Blick. Es gab alles von gefühlt 100 verschiedenen Schnullern, Flaschensystemen, Stillzubehör, über Babybadewannen über Autositze, Hochstühle, Gitterbetten, Wickeltische und eine Armada an Kinderwagen, die einen von allen Seiten einzuringen schienen.

Nach 10 Minuten wusste ich wirklich nicht mehr, wieso wir eigentlich da waren, wo oben und wo unten ist. Nach weiteren 15 Minuten waren wir auch schon wieder raus aus dem Laden. Bevor ich da nochmal hingehe, brauche ich einen Plan! Ganz ganz dringend!
Ich dachte, wir kriegen schon mal einen Eindruck und eine Idee, worauf wir achten müssen. Aber nein, ich habe keine Ahnung, worauf zu achten ist. Ich weiß noch nicht mal, welche Funktionen bei den unterschiedlichen Sachen jeweils zu berücksichtigen sind. Und gleichzeitig muss man auch noch irgendwie unterscheiden zwischen, was brauche ich wirklich, was will ich einfach nur und was hat eigentlich gar keine Existenzberechtigung. :-) Und dann kommen noch so Themen dazu, was macht Sinn neu zu erwerben, was macht Sinn auch gebraucht vielleicht zu erstehen? Gerade Klamotten und so bekommt man doch fast überall auf Baby-Flohmärkten. Andere Sachen, die man nicht so einfach reinigen oder waschen kann, finde ich dann schon wieder schwieriger.

Gleichzeitig würde ich auch gerne versuchen, möglichst wenig Dinge aus Plastik zu kaufen. Aber gerade bei Babys und Kleinkindern finde ich das gar nicht so einfach. Mein Mann und ich haben letztes Jahr auf meine Initiative doch einiges zu Hause geändert, um den Zero Waste, also möglichst wenig Müll, Gedanken zu verwirklichen. Ich finde es schon im Alltag nicht einfach, dies konsequent umzusetzen, da man nicht überall immer die notwendige Auswahl hat und gerade mit unregelmäßigen Arbeitszeiten und Einsatzorten ist da eine unglaubliche Planung erforderlich, die ich einfach nicht konstant durchhalte. Daher schwankt der Erfolg auch immer mal wieder.

Mit Kindern ist da ja auch nochmal ein weiterer Faktor zu berücksichtigen. Plastik ist dann doch relativ robust, vor allem wenn die routinemäßigen „Ich schau mal, ob die Erdanziehungskraft immer noch funktioniert“-Runter-Schmeiß-Aktionen anfangen. 
Gleichzeitig ist Plastik halt Plastik und Nachhaltigkeit beschäftigt mich sehr – aktuell gerne zwischen 5-7 Uhr morgens…;-) Deswegen sind auch noch so Themen wie Stoffwindeln auf meiner Leseliste. Hahaha … hätte nie gedacht, dass ich mich mal selber an meine eigene Klischeevorstellung einer Ökötante herantasten würde. *räusper* Offenbleiben, ohne Vorurteile und Vorbehalte wollte ich sagen. Ab und an muss ich mir dabei ganz schön selber an die Ohren packen. ;-) Uff…..Gott sei Dank, haben wir da noch ein bisschen Zeit. Bis dahin mache ich mich auch nochmal schlau und schau auch nochmal bei Freunden, was die wirklich hilfreich fanden und was vielleicht eher nicht.

Und dann hatten wir Samstagabend noch einen HypoBirthing Infoabend. Im Rahmen des Lesemarathons rundum Schwangerschaft, Geburt und die Zeit danach sind weder ich noch mein Mann um den Begriff drumherum gekommen. Ich hatte mir fest vorgenommen, bei jeglichen Themen ohne Vorbehalte dranzugehen, um nicht hinterher festzustellen, dass man einfach aufgrund seiner eigenen Vorurteile etwas Hilfreiches verpasst. Ebenso bei diesem Thema, wobei ich vielleicht dazu sagen sollte, dass das erste Bild, dass sich in meinem Kopf dazu bildete ja „überhaupt nicht“ voll war mit Vorurteilen. ;-)

Aber wie gesagt immer schön offenbleiben. Das Internet, finde ich, gibt jedoch relativ wenig preis über dieses Konzept. Die Webseiten und Umschlagetexte der Bücher hören sich alle gleich an und bei mehr Detail wird auf Kurse verwiesen, die ehrlich gesagt ganz schön teuer sind (so um die 500 Euro). Anyhow, auf jeden Fall ist mein Mann über das Infoabend-Angebot unserer Hebammenpraxis gestolpert und hat uns mal kurzerhand angemeldet.
Der Abend war tatsächlich ganz interessant. Zwischen der 13. (ich) und der 31. Woche, war einiges vertreten. Die meisten erwarten, wie wir, das erste Kind und sind genauso wie wir über den Begriff gestolpert. Die Kursleiterin war wirklich super nett und ist das ganze Thema sehr differenziert angegangen, was es meiner Meinung nach zugänglicher gemacht hat.
Ich bin zwar immer noch der Meinung, dass ein anderer Oberbegriff hilfreicher wäre, um das Konzept zu beschreiben, aber an sich ist das Konzept ziemlich basic. Die Idee ist, dass man durch bestimmte Techniken einen möglichst entspannten Zustand auch während der Geburt herstellt und dadurch die Schmerzen auf ein Minimum reduziert. Des Weiteren ist die Bewältigung von möglichen Ängsten in Bezug auf die Geburt, die ebenfalls diese negativ beeinflussen könnten, ein zentraler Punkt in der Vorbereitung. So zumindest ist grob mein Verständnis nachdem, was ich gelesen und aus dem Info-Abend mitgenommen habe. Das, was ich spannend finde, sind die Techniken, die man natürlich dann auch in anderen Lebenssituationen anwenden kann, wenn man sie denn dann beherrscht. Der Preis schreckt mich momentan trotzdem ab. Der nächste Kurs ist auch noch eine Weile hin, bis dahin habe ich ebenfalls noch Zeit, mir Gedanken zu machen und mich vielleicht doch noch ein bisschen mehr einzulesen.

Wie ihr seht, ist viel los - im Kopf und auf der Arbeit.
Vielleicht noch ein Update zu letzter Woche. Dort habe ich ja ganz großspurig behauptet, dass sich körperlich noch nicht viel getan hat. Ich werde das diese Woche mal weiter beobachten, aber gefühlt, hat mein Bauch nur darauf gewartet, dass wir es ankündigen. Vielmehr ist es nicht geworden, ich habe auch nicht zugenommen, aber, wenn ich die Fotos der ersten Woche mit jetzt vergleiche, dann hat sich schon was verändert. Nicht viel, aber ein wenig, einfach etwas mehr Rundung am Unterleib.
Heute habe ich auch zum ersten Mal die Knöpfe an der Hose mit Haargummis „erweitert“. Ich habe die Hose zwar noch zubekommen, aber es hat doch schon ganz schön geschnürt und so war es um einiges angenehmer.

Ui, das war gut gerade zu schreiben. Fühle ich mich doch jetzt um einiges positiver als zu Beginn des Textes. Danke, dass ich schreiben darf und Ihr lest!

Ich wünsche Euch eine gute Woche!

Philippa

PS: Danke, an die anonyme Autorin des Kommentars unter meinem letzten Eintrag. Ich habe mich gefreut, wie ein Schneehuhn und werde auf den Tipp zurückgreifen! (ggfs. früher als ich dachte ;-) ) Danke Dir!



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