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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
14. Schwangerschaftswoche

IMMER NOCH KEINE ENTWARNUNG IN SICHT

Pränatalzentrum, Beziehung, mein Freund hat meine Familie kennen gelernt...

...der erste Termin mit der Hebamme und ein einziger, großer, sehnlicher Wunsch.

Ihr Lieben,

diese Woche war besser, hat aber auch nicht die gewünschte Wendung gebracht. Es war schwer, die Woche zu starten, wenn man eigentlich nur auf den Termin am Donnerstag im Pränatalzentrum wartet. Montag, Dienstag, Mittwoch waren zäh, Donnerstag waren wir beide dann sehr angespannt.

Inzwischen hat unsere Beziehung wieder eine gute Phase. Uns beide belastet die Unsicherheit mit Babys Gesundheit natürlich sehr. Ich glaube, mein Partner weiss oft nicht, wohin mit seinem emotionalen Stress und lässt ihn dann ungewollt an mir aus. Ich bin sehr sensibel. Er wurde angespannter, je näher der Donnerstag rückte.

Im Pränatalzentrum durften wir wieder unser Baby bewundern. Die Wirbelsäule haben wir zuerst gesehen, weil Baby uns den Rücken zugekehrt hatte. Wieder sind wir von oben bis unten alles durchgegangen. Gehirn (die Walnuss), Nasenbein, Kopfdurchmesser, Scheitel-Steiß-Länge (6.9 cm), Bauchdurchmesser, Oberschenkelknochen, Finger, Füße, Magen und das Herz. Die Kammern, die Blutzuflüsse, die Nabelschnur, alles. Die Ärztin meinte, alles sieht schön aus.

Zum Schluss kamen wir zu der bösen Nackenfalte. Sie war leider nicht wie gewünscht geschrumpft, im Gegenteil, sie ist gewachsen. Inzwischen auf 3.5 mm. Ich weiss gar nicht so genau, warum, aber diesmal haben wir uns davon nicht so sehr entmutigen lassen. Die Ärztin meinte, sie kann es uns natürlich nicht beweisen, aber sie hat ein gutes Gefühl und sie ist optimistisch, dass dies ein gesundes Kind ist. Das hat sie bei Delaila nie gesagt. So dünn diese Hoffnung ist, wir halten einfach daran fest, so fest wie zwei Eltern sich an der Hoffnung für ihr gesundes Kind festhalten können.

Die Ärztin meinte auch, zum zweiten mal, dass sie glaubt, dass es ein Junge wird. Bei Delaila dachte sie das zwar auch und hat sich geirrt, aber dieses mal hat es sich sehr real angefühlt. Irgendwie haben wir das jetzt übernommen und fangen an, das als gegeben zu akzeptieren. Mein Freund rastet seit dieser Nachricht vollkommen positiv aus! Wir haben schon einen Namen, er redet von morgens bis abends immer wieder über seinen Sohn, er freut sich unfassbar darauf, mit dem Kleinen zu spielen und Unsinn zu treiben. Als wäre ein Knoten bei ihm geplatzt.

Auch wenn ich mir eher ein Mädchen gewünscht habe, freut mich seine Freude so sehr, dass ich das auch schon wieder vergessen habe. Sicher wissen werden wir es am 03.09., wenn der Harmony Test das Ergebnis preis gibt. Es bleibt also noch etwas spannend.

Mein Freund war als Jugendlicher kein einfacher Charakter. Sehr willensstark und hat viel Unfug getrieben. All das macht ihn heute sehr erfolgreich, in der Pubertät hatten seine Eltern mit ihm allerhand zu tun. Ich stelle mir manchmal vor, wie unser Sohn auch so wird wie er. Sein Energielevel zeigt es ja bereits in jedem Ultraschall! Diesmal hat es die Beine über Kreuz gelegt und dann Kniebeugen gemacht, ein paar Stück hintereinander. Die Ärztin hat gelacht, zurück gespult und uns diese Akrobatik nochmal langsam gezeigt.

Wenn wir uns so zusammen die Zukunft mit unserem Jungen vorstellen, sagt mein Freund, dass ein Junge wie er eine Mama wie mich braucht. Mit der Strenge und Konsequenz, aber eben nicht nur. Sondern auch mit viel Liebe, Wärme und Verständnis. Das finde ich natürlich total schön zu hören!

Dieses Wochenende waren wir zum ersten mal bei - haltet euch fest - meiner Familie: Meine Nichte hatte Einschulung. Es war das erste mal seit einem Jahr, dass ich meine Geschwister wieder gesehen habe. Seit ich mit Delaila schwanger wurde, war der Kontakt ja komplett eingebrochen. Wir waren nur einen Tag da und durch die Veranstaltung und die Menge der Leute (wir waren insg. 10 mit der Familie meiner Schwägerin) war es entzehrt genug, um nicht angespannt zu sein. Mein Freund kam gut an, aber das tut er immer.

Im letzten Bericht habe ich vollkommen vergessen zu erzählen, dass ich bereits mein erstes Treffen mit der Hebamme hatte. Ich hatte sie bereits in der 7. SSW kontaktiert. Sie hat viel Erfahrung, selber ein Kind und arbeitet Teilzeit in einem Krankenhaus in der Nähe. Sie kam zu uns nach Hause und ich muss sagen, die Chemie hat einfach gestimmt! Ich habe ihr viel zu berichten gehabt, von Delaila und den Problemen jetzt mit der Nackenfalte. Sie war sehr mitfühlend und hatte zwischendurch ein paar Tränen in den Augen. Dann sind wir mit diesem Herz-Hörgerät an meinen Bauch und dieses Geräusch, dieses Bum Bum Bum Bum Bum, so schnell und kräftig, ich finde das einfach unbeschreiblich schön!

Kommende Woche sehe ich die Hebamme wieder. Morgen bin ich beim Frauenarzt und in ca. 2 Wochen geht es wieder zum Pränatalzentrum. Dann bin ich 15. SSW + 0 und die Nackenfalte sollte sich bei gesunden Babys ab diesem Zeitpunkt zurück entwickeln. Außerdem ist das der früheste Zeitraum, um eine Fruchtwasseruntersuchung zu machen. Das würden wir tun, wenn sie nicht kleiner wird.

Inzwischen weiss ich, dass eine sehr geringe Möglichkeit besteht, dass auch dieses Kind das Noonan-Syndrom hat, auch wenn man das bei mir im Blut nicht nachweisen konnte. Das nennt sich irgendwas mit Mosaik-habe ich vergessen, jedenfalls ist es möglich, wenn auch sehr unwahrscheinlich.

Ich will das nicht, ich will es nicht hören und ich will nicht daran denken! Ich will ein gesundes Kind! Wenn ich an die Szenen vom Ultraschall denke, und das muss ich mehrmals am Tag: Dann sehe ich diese Bewegungen vor mir, die Hände am Kopf, Beine hoch und runter, linksrum und rechtsrum. So ein bezauberndes Wesen, so viele Menschen wünschen es sich, dass du gesund bist. Zur Welt kommst, wollen dich kennenlernen und dich mit ihrer Liebe überschütten.

Bitte sei gesund, kleines Wesen!

Ich schicke euch geduldige Grüße, so geduldig wie möglich...
Mira, Mini(-Boy?!) und Papa <3



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Kommentare von Lesern:

Barbara, Wien05.09.2018 16:17

Liebe Mira!
Mir ging es genauso, als ich deine Geschichte von Delaila las. Es hat mir das Herz zerissen und es hat mich unendlich traurig gemacht, dass du dein Mädchen gehen lassen musstest. Ich bin erst vor 2 Monaten darauf gestoßen, als ich wieder über Noonan nachlesen wollte. Wir hatten unverschämtes Glück. Deswegen habe ich ihn Leo Konstantin genannt: er hat gekämpft wie ein Löwe und Konstantin ist der Beständige.

Er hatte einen generalisierten Hydrops, d.h. auch unter der gesamten Haut - an der dicksten Stelle waren es 1,1cm, zum Teil waren es "nur" 9mm... alles jenseits von Gut und Böse nach medizinischem Ermessen. Die Prognose war wirklich schlecht - ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Im Körper hatte er aber kein Wasser.

Was hat man mir gesagt? Ich muss tief durchatmen, wenn ich daran denke.
Schon mit 8-9 mm Nackenfalte hat man mir gesagt "Seien sie froh! Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Ende ohne Schrecken", "Sie können ja wieder schwanger werden.", "Sie haben ja eh schon ein gesundes Kind."
Nach der Hydrops-Diagnose hieß es dann: "Haben sie sich schon angesehen, was es alles sein kann bei ihrer Diagnose? Alles grausig, nicht?!" und "Entscheiden sie sich schnell... nach der 20.SSW wirds mit dem Abbruch unschön."
Er war übrigens im Ultraschall auch immer ein sehr wilder, wacher, quirliger Kerl. Selbst bei der Plazentabiopsie schwamm er ständig zur Nadel... fast als wollte er die Typen vertreiben. Ab einem gewissen Zeitpunkt zeigte er ihnen nur noch den Rücken, als würde er sagen: "Nicht mit mir!"

Wie gesagt, ich sehe da die Zweischneidigkeit der Pränataldiagnostik: man vergisst, dass sich die Natur nicht an Wahrscheinlichkeiten hält und macht Prognosen, wo noch alles offen ist. Wieviele Abbrüche gibt es, wo NUR die Nackenfalte verdickt ist und Frauen aus Angst sich dazu entscheiden ihr potentiell gesundes Wunschkind herzugeben.
Ich wünsche jedem den Mut durchzuhalten und freue mich umso mehr über deinen Baby-Bo

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Mira, Hamburg05.09.2018 07:33

Wow wow wow. Kleiner Leo Konstantin, ich habe soviel Respekt vor dir und soviel Bewunderung für deine mutige, starke Leo-Löwenmama!

Als Delaila "nur" die Nackenfalte hatte, meinte auch eine Ärztin zu mir, bis zur 14. SSW kann man ja noch abtreiben. Oft musste ich daran denken, dass Mütter ihre Kinder schon so früh gehen lassen. Dabei kann sich alles noch gut entwickeln...

Ich hoffe einfach, dass der Instinkt der Mütter und ihre Liebe immer wieder über medizinische Prognosen und unsensible Ärzte siegen wird!

Und ich danke dir, dass du deine Geschichte mit mir geteilt hast und wünsche dir aus tiefstem Herzen ein wundervolles, glückliches Leben mit Leo!

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Barbara, Wien05.09.2018 03:25

Liebe Mira!
Mir ging es genauso, als ich deine Geschichte von Delaila las. Es hat mir das Herz zerissen und es hat mich unendlich traurig gemacht, dass du dein Mädchen gehen lassen musstest. Ich bin erst vor 2 Monaten darauf gestoßen, als ich wieder über Noonan nachlesen wollte. Wir hatten unverschämtes Glück. Deswegen habe ich ihn Leo Konstantin genannt: er hat gekämpft wie ein Löwe und Konstantin ist der Beständige.

Er hatte einen generalisierten Hydrops, d.h. auch unter der gesamten Haut - an der dicksten Stelle waren es 1,1cm, zum Teil waren es "nur" 9mm... alles jenseits von Gut und Böse nach medizinischem Ermessen. Die Prognose war wirklich schlecht - ich habe mit dem Schlimmsten gerechnet. Im Körper hatte er aber kein Wasser.

Was hat man mir gesagt? Ich muss tief durchatmen, wenn ich daran denke.
Schon mit 8-9 mm Nackenfalte hat man mir gesagt "Seien sie froh! Lieber ein Schrecken mit Ende, als ein Ende ohne Schrecken", "Sie können ja wieder schwanger werden.", "Sie haben ja eh schon ein gesundes Kind."
Nach der Hydrops-Diagnose hieß es dann: "Haben sie sich schon angesehen, was es alles sein kann bei ihrer Diagnose? Alles grausig, nicht?!" und "Entscheiden sie sich schnell... nach der 20.SSW wirds mit dem Abbruch unschön."
Er war übrigens im Ultraschall auch immer ein sehr wilder, wacher, quirliger Kerl. Selbst bei der Plazentabiopsie schwamm er ständig zur Nadel... fast als wollte er die Typen vertreiben. Ab einem gewissen Zeitpunkt zeigte er ihnen nur noch den Rücken, als würde er sagen: "Nicht mit mir!"

Wie gesagt, ich sehe da die Zweischneidigkeit der Pränataldiagnostik: man vergisst, dass sich die Natur nicht an Wahrscheinlichkeiten hält und macht Prognosen, wo noch alles offen ist. Wieviele Abbrüche gibt es, wo NUR die Nackenfalte verdickt ist und Frauen aus Angst sich dazu entscheiden ihr potentiell gesundes Wunschkind herzugeben.
Ich wünsche jedem den Mut durchzuhalten und freue mich umso mehr über deinen Baby-Bo

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Mira, Hamburg04.09.2018 14:34

Oh wow, liebe Barbara! Deinen Eintrag habe ich jetzt erst entdeckt und ich muss sagen, er zerdrückt mir das Herz! Ich weiss nicht einmal, in welche Richtung odee warum... aber er geht mir sehr nahe, weil unsere Geschichten sich so ähneln.

Ich frage mich gerade tausend Dinge aus der Zeit mit Delaila. Ich habe oft gedacht, jetzt ist der Hydrops ein Todesurteil... gibt es Fälle, wo es anders ist? Gibt es in zehn Jahren medizinsche Wege, Medikamente, Studien und ihre Situation sehe ganz anders aus?

Wenn ich fragen darf, wie schlimm war der Hydrops? Delaila hatte ja am Ende 1 cm Wasser unter der gesamten Haut und viel Flüssigkeit im Brustbereich, wodurch ihr Herz und ihr linker Lungenflügel nicht wachsen konnten. Außerdem hatte sie am Ende ein Gewicht von über 850g, mehr als doppelt soviel, wie es sein sollte. Die Hälfte ihres Körpergewichts war also Wasser.

Man hat immer gesagt, der Hydrops ist so schlimm, das Noonan spielt da fast schon keine Rolle mehr.

Wie war es bei dir?

Ich freue mich, dass du ein gesundes Kind hast! Dass deine Liebe stärker war als alle ärztlichen Meinungen... wie gesagt, dein Eintrag geht mir sehr nahe.

Danke dir dafür!
Liebst, Mira

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Barbara, Wien04.09.2018 01:54

Bitte entschuldigt die lange Ausführung! Ein Satz wurde aber leider verschluckt: "Und es gibt keinen Hinweis, dass auffälligere Pränatalsymptome zu stärkeren Symptomen des Syndroms führen!"

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Barbara, Wien04.09.2018 01:54

Bitte entschuldigt die lange Ausführung! Ein Satz wurde aber leider verschluckt: "Und es gibt keinen Hinweis, dass auffälligere Pränatalsymptome zu stärkeren Symptomen des Syndroms führen!"

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Barbara, Wien04.09.2018 01:46

...dass auffälligere Pränatalsymptome zu stärkeren Symptomen des Syndroms führen! Mein Baby ist gesund...er hat das Noonan-Syndrom, aber er ist gesund. Das eine schließt das andere nicht aus. Ich habe natürlich auch viel gelesen von Eltern, deren Kinder stärkere Symptome zeigen. Eines hatten die Berichte jefoch alle gemeinsam: alle lieben ihre Kinder und keiner bereut, dass sie da sind.

Ich wollte dir dasselbe raten wie Emma: überlege dir im Vorhinein, was dir ein potentiell auffälliges Ergebniss der Fruchtwasseruntersuchung bringt. Denn nur wenn du daraus einen Nutzen ziehst, ist die Untersuchung gerechtfertigt. Sonst solltest du auf dein Gefühl hören, wenn sich alles in dir dagegen sträubt.

Mein persönliches Fazit aus der Schwangerschaft war: ich würde keine pränatalen Untersuchungen mehr machen lassen, außer die normalen Untersuchungen beim Gynäkologen. Ich ging dort immer mit einem negativen Gefühl hin und auch wieder weg, obwohl sie nichts finden konnten. Und ginge es nach den Ärzten dort, wäre mein Sohn heute nicht am Leben! Denn eines ist sicher, (egal was die Wahrscheinlichkeiten sagen) dein Kind hat Überlebenschancen bis zu dem Zeitpunkt, in dem du dich zum Abbruch entscheidest.
Ich bin Pharmazeutin und kann dementsprechend mit medizinische Studien etwas anfangen. Es war für mich schockierend, dass praktisch keine Studien zu Hydrops oder Noonan-Syndrome zu finden waren, die nicht mit Abbruch endeten.
Aber davon bist du in dieser Schwangerschaft weit entfernt und ich glaube, ihr solltet der Nackenfalte gar nicht so viel Aufmerksamkeit schenken. Wir vergessen manchmal, dass wir keine Maschinen sind und die Natur viel mehr Spielraum bzw. Toleranzbereich hat, als irgendwelche Statistiken. Ich glaube, man macht sich mit diesen vielen Untersuchungen nur selbst verrückt.

Ich drücke dir fest die Daumen, dass du bald Entwarnung bekommst und deine Schwangerschaft auch als etwas positives erleben kannst.

Liebe Grüße
Barbara

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Barbara, Wien04.09.2018 01:45

Liebe Mira,

ich schreibe dir unbekannterweise, weil ich dir Mut machen will und weil ich dir vielleicht ein wenig die Angst vorm bösen Noonan-Syndrom nehmen will.

Ich kann gut nachvollziehen, wie es dir geht - ich habe dieses Pränatal-Untersuchungs-Hamsterrad auch durchlaufen. Eigentlich klingt meine Geschichte fast genauso, wie deine Schwangerschaft mit Delaila - mit dem großen Unterschied: ich hatte Glück. Bei meinem kleinen Schatz wurde in der 11. SSW die verdickte Nackenfalte entdeckt: erst 6mm, dann 8mm, bis 11mm! Danach kam der generalisierte Hydrops fetalis in der 16.SSW. Plazentabiopsie mit vorerst keinem auffälligen genetischem Ergebnis und trotzdem nur negative Prognosen der Ärzte und Schwarzmalerei. Weitere Untersuchungen ergaben dann doch: der kleine Mann hat das Noonan-Syndrom. Ich entschied mich dafür bzw. für mich war klar: wenn mein Kind leben kann und will, dann werde ich für ihn kämpfen. (Genau das habe ich ihm immer wieder gesagt: "Wenn du gehen musst, lass ich dich schweren Herzens gehen. Aber wenn du leben willst, werde ich für dich kämpfen!"). Irgendwann ab der 19.SSW bildete sich der Hydrops zurück und später ging sogar die Nackenfalte noch etwas zurück. Trotzdem wurde alle 2-3 Wochen in der Pränatalklinik alles gecheckt, denn "irgendetwas muss ja noch kommen" - ich hatte tatsächlich den Eindruck, der Arzt dort war enttäuscht, weil er keine Abnormitäten fand. 10 Tage vor dem ET kam mein kleiner Leo zur Welt und was soll ich sagen: er ist perfekt. Er ist jetzt 6 Monate alt und ein kleiner Sonnenschein. Vom Noonan-Syndrom hat er ein wenig übrschüssige Haut am Nacken, halbseitigen Hodenhochstand und eine leichte Blutungsneigung. Er entwickelt sich soweit vollkommen normal. Ich glaube tatsächlich, dass der einzige Unterschied zwischen unseren Geschichten ist, dass ich Glück hatte und du leider unglaubliches Pech. 1 von 1500 lebend geborenen Kindern hat das Noonan-Syndrom, viele davon nicht einmal diagnostiziert. Und

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Mira, Hamburg01.09.2018 10:21

Danke liebe Sabrina für dein Verständnis! Und dass du Stephanie auch die Sorgen durch hast, ist schlimm! Keine Eltern auf der Welt sollten die Angst haben, ob ihr Kind überleben wird.

Ich drück euch - unbekannterweise!
Liebst, Mira

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Stephanie, NRW28.08.2018 23:27

Liebe Mira,

ich habe deinen Eintrag heute mit Spannung erwartet und es tut mir Leid, dass ihr immer noch keine Entwarnung habt.
Ihr liebt euer Kind über alles und die große Angst, dieses süße Lebewesen wieder hergeben zu müssen, ist immer gegenwärtig. Wir hatten in der Schwangerschaft mit unserem Großen ähnliche Sorgen, da nicht klar war, ob er die Schwangerschaft überlebt. Ich war lange nicht so gefasst, wie du in deinen Tagebucheinträgen rüber kommst. Dafür bewundere ich dich.
Man ist Mama dieses kleinen Bauchbewohners, man liebt ihn über alles in der Welt und man hat eine sch... Angst, dieses Menschlein zu verlieren. Man möchte schreien, weinen, ja, eigentlich alles dafür geben, dass das Kind gesund das Licht der Welt erblickt.
Ich drücke euch alle verfügbaren Daumen, dass ihr sehr bald positivere Nachrichten erhalten werdet, dass sich die Nackenfalte zurück bildet und eure Sorgen ein wenig weichen können und die Freude über euren Nachwuchs einfach überwiegt.
Fühl dich ganz lieb gedrückt
Stephanie

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Sabrina28.08.2018 21:16

Liebe Mira,

Auch ich kann aus persönlicher Erfahrung sprechen und sagen dass ich schon mal über das Geschlecht kurzzeitig sagen wir mal "enttäuscht"war.aber auch ich liebe beide Kinder und möchte es grad gar nicht anders...wahrscheinlich kommt das daher,dass man sich eine Vorstellung gemacht hat und die Realität dann eben anders kommt.Nach dieser Schrecksekunde ordnet man seine Träume und Vorstellungen neu und kann sich irgendwann gar nicht mehr vorstellen,warum man diese kurze "Enttäuschung"verspürt hat;-)

Will damit sagen-ich verstehe dich.Auch ich denke dass die Kritik von Mira etwas zu scharf formuliert war und nicht angemessen.
Ind das gerade du auf den Verdacht evtl.auffälligkeiten in der SS sensibel reagierst ist ja num kein Wunder und eine logische Konsequenz.

Lass dich bitte nicht davon beeinflussen.

Bis nächsten Montag.

Sabrina

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Mira, Hamburg28.08.2018 14:53

Liebe Emma,

danke für deine Worte. Ich n
entnehme aus den Beiträgen insgesamt, dass man eine Punktion nicht leichtfertig machen sollte. Ich nehme es nicht auf die leichte Schulter, wie denn auch. Eine Fehlgeburt bei 1 bis 4 von 200 Punktionen ist eine erschreckend hohe Zahl.

Kreislaufprobleme als Ursache für eine Nackenfalte war mir nicht bekannt! Oder fällt das unter organische Probleme? Ich wusste nur genetische Probleme, Organprobleme, Infektionen, Rhesus-Inkompatibilität und eine Blutarmut.

Ich lese aus den Beiträgen, dass ihr euch alle mit mir wünscht, dass es ein gesundes Baby wird! Und niemand die Gesundheit vom kleinen Wesen gefährdet... auch nicht die Mama ;)

Liebst, Mira (Tagebuchschreiberin)

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Emma, Hamburg28.08.2018 12:22

Liebe Mira,
nachdem ich gerade alle Kommentare gelesen habe: Ich kann gut verstehen, dass Dich der Beitrag von M. verletzt hat. Wie auch immer es gemeint war - nicht sehr sensibel. Einen einzigen Punkt konnte ich annähernd nachvollziehen bzw ich musste auch darüber nachdenken zumindest: Eine verdickte NF kann zwar ein Indiz für eine chromosomale Anomalie oä sein. Es kann aber auch auf eine Kreislaufschwäche beim Kind hinweisen. Dies kommt gar nicht so selten vor. Wenn es „nur“ ein Kreislaufproblem ist, kann sich das Kind von ganz alleine erholen - oder auch nicht. Sollten keine weiteren Auffälligkeiten dazu kommen sondern es bei der (leicht) verdickten Nackenfalte bleiben, würde sich mir persönlich die Frage stellen, ob ich eine Fruchtwasserp. wirklich machen würde, wenn der Kreislauf offenbar eh schon belastet ist. Ich persönlich würde dann eher abwarten aber um diese Entscheidung treffen zu können stellt sich natürlich tatsächlich die Frage: Warum mache ich die Pubktion und welche Konsequenzen hätte ein auffälliges Ergebnis? ICH bin aber auch ich und nicht Du und es ist Deine Entscheidung und niemand hat das Recht Dich zu verurteilen! Jeder, der dieses Tagebuch ernsthaft liest, würde niemals im Traum daran denken, dass Du Dir die Entscheidung bei Delaila leicht gemacht hast oder sie Dir dieses Mal leicht machst!
Als ich das zweits Mal schwanger war, war ich mir sicher, dass es ein Mädchen wird. Nachdem sich rausstellte, dass es ein Junge ist, habe ich zu Hause geweint. Ich habe mich dafür sehr geschämt und tue es manchmal heute noch. Ich war mir einfach so sicher und habe eine Zeit lang das Vertrauen in meinen Körper verloren. Das war ein wenig surreal. Nach 2 Tagen war alles wieder gut und ich liebe meinen kleinen Racker über alles! Niemals würde ich ihn tauschen ????. So, genug für heute. Erst einmal bin ich weiter guter Hoffnung mit Dir und fiebere mit ubd drücke die Daumen, sass Du bald einen kleinen gesunden Jungen im Arm hälts

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Mira, Hamburg28.08.2018 06:42

Entspannt werden ist leider nichts, auf dass ich per Knopfdruck einen Einfluss hätte. Angst und Sorge sind Gefühle, die da sind, ich finde auch angemessen in dieser Situation. Wären Eltern in unserer Situation entspannt, würde mich das irritieren.

Liebe Sabrina, danke dir auch für deinen Kommentar und das Mitfiebern jede Woche. Es bleibt ein kritisches Thema mit verschiedenen Meinungen...

Liebst,
Eure Mira (Tagebuchschreiberin)

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Mira, Hamburg28.08.2018 06:35

Liebe Mira,

du hast so viele Fragen gestellt, ich möchte gerne versuchen, sie dir kurz zu beantworten.

Bei Delaila war organisch auch zu diesem Zeitpunkt alles ok, fast bis zur 16. SSW bis der Hydrops festgestellt wurde. Dass mich diese Nachricht noch nicht beruhigt, hängt damit zusammen.

Ich möchte überhaupt keine Punktion machen. Mich graust es davor und ich habe mich bereits gegen die Plazentapunktion entschieden. Aber prinzipiell sagen, ich mache keine, kann ich auch nicht. Dafür war die Erfahrung mit Delaila zu prägend, um so "mutig" zu sein.

Zu dieser Geschlechtsthematik habe ich mich schonmal geäußert. Es interessiert mich, es interessiert mich sehr! Mir deshalb zu unterstellen, die Gesundheit hätte keine Priorität, kann ich nicht nachvollziehen.

Der Pränatest testet nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 99% und nur auf Trisomien. Eine Punktion stellt eine Diagnose zu 100% und kann alle genetischen Krankheiten diagnostizieren. Da liegt nun mal ein gravierender Unterschied, denn letztes mal war es das Noonan. Etwas was der Pränatest nicht mal berührt. Deshalb beruhigt auch er mich nicht.

Es macht mich traurig, dass eine Leserin von mir den Eindruck hat, ich könnte mein Kind nicht so lieben und annehmen wie es ist. Aber bei all dem, was im Leben passieren kann, bin ich mental und emotional noch nicht.

Ich bin momentan nur bei der genauen mm-Anzahl dieser bösen Nackenfalte, ob sie sich zurück entwickelt und wenn nein, was der Grund dafür sein könnte. Organisch, genetisch. Ich denke nur daran, ob mein Kind die Schwangerschaft überlebt.

Ich habe Delaila lange nicht losgelassen. Trotz Nackenfalte, Hydrops, Noonan. Erst als es keine Überlebensprognose gab und auch dqs war schwer schwer unbeschreiblich. Deshalb empfinde ich deine Fragen als besonders verurteilend und verletzend.

Aber ich schätze, auch mit so einer Kritik muss man umgehen können, wenn man sich so vielen Lesern öffnet.

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Sabrina27.08.2018 21:11

Hallo Mira,

Ich freue mich über die vorsichtig optimistischen Neuigkeiten
Auch verstehe ich dass ihr die FW-Untersuchung macht nachdem was du durch hast. Ich denke du brauchtst im Verdachtsfall genaue Ergebnisse.
Ich fiebere jeden Montag deinem nächsten Eintrag entgegen und wünsche euch weiterhin alles Glück der Welt .

Sabrina

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Mira27.08.2018 21:01

Hallo Mira,
ich lese Dein Tagebuch eigentlich gerne. Die letzten Beiträge hatten für mich aber einen komischen Beigeschmack. Organisch war alles in Ordnung - soweit man das sagen kann. Du sagst, dass Du auf jeden Fall eine Fruchtwasserpunktionen machen lässt, wenn die NT nicht zurück geht. Warum möchtest du deinem Wunschkind diesem Risiko aussetzen wenn sonst alles gut ist? Steht für euch fest, dass ihr nur ein gesundes kind bekommen werdet? Es ist für mich als Außenstehende schwierig zu verstehen. Vor allem deine Ausführungen zum Geschlecht. Das soll jetzt nicht heißen: hey, dein erstes kind war nicht gesund - du hast jetzt kein recht mehr einen wunsch bezüglich des Geschlechtes zu haben. Trotzdem klingr es komisch. Was hindert dich daran, dieses Kind einfach anzunehmen, so wie es ist? Wenn organisch UND durch den praenatest bewiesen alles ok ist? Und wenn das kind doch wiedee noonan hätte aber in einer milden form?
Vielleicht hast du ja Lust darauf nochmal einzugehen.
Eine Garantie auf ein gesundes kind gibt es nicht. Auch nicht mit unauffälliger Amniozenthese. Die häufigsten „Schäden“ passieren unter der Geburt. Wenn das Kind erst einmal da ist wird es nicht besser. Ständig die angst: mache ich es richtig, treffe ich die richtige Entscheidung? Was wenn das kind gegen das tischbein fällt? Oder vom pferd? Ins Schwimmbad gehen? Alleine zur Schuhe? Laufrad den berg runter? Und wenn ein auto bei rot fährt? Impfen? Es geht immer weiter... - wenn du es nicht schaffst einen weg zu finden entspannter zu werden wirdst du nicht glücklich. Grüße von deiner namensvetterin ;-)

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In diesem Beitrag geht's um:

Nackenfalte, Pränatalzentrum, Familie, Beziehung, Hebamme