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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Alvi, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
20. Schwangerschaftswoche

Eine Beziehung ist (k)eine Beziehung

Zoff, Hebammen-Rückblick und Töchterchen macht Mama stolz. Mal wieder. ;)

Waah… Ich muss gleich mal mit der Tür ins Haus fallen: Diese Woche stand im Zeichen eines Streits mit meiner Mutter. So ab und an kommen altmodische Ansichten in ihr hoch und sie hält mir vor, dass mein Freund und ich nicht verheiratet sind. Dieses Mal fand ich es besonders schlimm. Hallo, meine Tochter ist mittlerweile 15 Monate alt, ich bin schwanger, wir denken gerade über die diversesten Anschaffungen nach… und dann kriege ich an den Kopf geworfen, was das Ganze überhaupt soll. Wann wir denn jetzt heiraten und endlich “richtig” zusammen sind. Solche Worte sind unschwanger schon sehr unschön, aber schwanger, wenn die Emotionen sowieso schon verrückt spielen, echt ein Unding!

Also schnell wieder zu netteren Themen: Diese Woche ist Bergfest! Die Hälfte der Schwangerschaft habe ich nun tatsächlich schon hinter mir. Abgesehen von der Müdigkeit in den ersten Wochen und natürlich den heftigen Blutungen am Anfang, erlebe ich wirklich eine Traum-Schwangerschaft. Ich erinnere mich, dass ich bei Julia viel mehr zu kämpfen hatte, gerade auch mit meinem angeschwollenen Gesicht und der miesen Haut.

Ich musste mich öfter auch mal tagsüber im Büro mit Rücken-, Bauch- und sonstigen Schmerzen hinlegen.
Bei einem Tagestrip nach München hatte ich damals sogar so schlimme Krämpfe, dass ich etwa 5 Stunden alleine in einem Kaufhaus auf einem Stuhl saß, weil ich mich kaum bewegen konnte, während mein Freund unerreichbar in einem Meeting saß… Diese Situation habe ich auch in meinem allerersten Tagebucheintrag hier bei der kidsgo erwähnt, denn nur wegen der damaligen Schreiberin mit ähnlichen Symptomen in derselben Schwangerschaftswoche habe ich so etwas wie Ruhe bewahrt.

Ich habe mir gedacht, an dieser Stelle mal auf das Thema Hebamme einzugehen, da ich bei Julia etwa zu dieser Zeit intensiver gesucht habe. Wie bereits erwähnt, bin ich jetzt in der glücklichen Lage, eine Hebamme in der Familie zu haben, die mich natürlich rund um die Geburt begleiten wird. Das war bei Julia noch nicht so, da meine Cousine damals noch in Dortmund ihre Ausbildung machte. Im März 2011 hatte ich meinen Geburtstermin, sie ihre Prüfung. Was aber eigentlich ganz cool war, da ich sie ungehemmt mit Fragen aller Art bombardiert habe mit dem guten Gefühl, sie auch durch die unsinnigsten Fragen bei ihren Vorbereitungen zu unterstützen. ;) Aber da sie damals noch 3 Autostunden entfernt wohnte, kam eine nachgeburtliche Betreuung natürlich nicht in Frage.

Deshalb möchte ich gerne rückblickend auf die Hebammensuche und die Erfahrungen eingehen, die ich damit gemacht habe.

Da ich mein Kind im Geburtshaus zur Welt bringen wollte (mehr dazu nächste Woche), war ich vor allem auf der Suche nach einer Nachsorgehebamme. Da begann dann auch schon das Dilemma: Die Hebammen in Frankfurt fahren nicht in den Umkreis. Und in unserer unmittelbaren Umgebung gab es gerade mal zwei Hebammen.

Ich machte es mir wahrscheinlich zu einfach. Denn die Hebamme, bei der ich landete, verwandelte gleich den allerersten Infotermin zu einem Beratungsgespräch, in dem sie bereits Karteikarten anlegte, mich untersuchte und sofort ihren Stempel in meinen Mutterpass drückte. So war das gar nicht gedacht gewesen, und obwohl mir diese forsche Art nicht gefiel, blieb ich dabei. Ich war ja froh, überhaupt eine Hebamme in meiner Nähe gefunden zu haben, die auch einige Kurse anbot, die sie mir auch gleich nahelegte.

Kurzum: Das würde mir kein zweites Mal passieren. Überlegt euch genau, was ihr tut. Ich musste die Erfahrung machen, dass ich zwar als Schwangere sehr interessant war, aber sobald das Kind da ist, nur noch als notwendiges Übel betrachtet wird, bei dem man Hausbesuche machen muss. Zumindest die ersten paar Male, bevor man sich schon wenige Tage nach der Entbindung gefälligst in die so genannte Praxis zur Nachsorge begeben soll, lange Wartezeiten natürlich inklusive. Ein Unding, was ich bis heute noch von keinem gehört habe und was auch meine Cousine immer wieder kopfschüttelnd zur Kenntnis nahm.

Später war es ganz interessant, die Meinungen von ihr und meiner Cousine zu erfragen. Meine Cousine, mit dem neuesten Wissen über aktuelle Entwicklungen ausgestattet, sagte oft das genaue Gegenteil wie die andere Hebamme, die schon lange Jahre praktiziert und nach eigener Aussage “auch nichts mehr an ihrer Arbeitsweise/ihren Ansichten ändert”. Denn was so lange gut war, kann nicht auf einmal falsch sein, nur weil irgendwelche Forschungen etwas anderes ergeben hätten. Na ja – ich hörte mir beides an, hielt mich aber meist an meine Cousine. Ich kann euch nur den Tipp geben: Sucht euch nicht die geschäftstüchtigste Hebamme, sondern eine, bei der ihr euch im Fall der Fälle auch traut, mal zu später Stunde oder am Wochenende anzurufen.

Ohne meine Cousine wäre ich manchmal echt aufgeschmissen gewesen. Eine Freundin erzählte mir, dass ihre Hebamme sogar mal nachts zu ihr kam, weil der Kleine sehr lange schrie und sie ihn nicht beruhigen konnte. Einen nächtlichen Anruf hätte ICH nie gewagt. Also Vorsicht und vertraut auf euer Bauchgefühl!

Ein klein bisschen möchte ich auch mal wieder von Julia erzählen. Wir waren am Donnerstag auf einen ersten Geburtstag eingeladen. Wenn man bedenkt, dass die Entwicklung in den ersten Wochen recht parallel verläuft, ist es echt Wahnsinn, wie sehr sich jetzt schon der Altersunterschied bemerkbar macht und sich die kleinen Charaktere herausbilden. Das eine Kind scheu, das andere frech, das eine sozial, das andere verteidigt alle Spielsachen in seinem Umkreis mit lautem Gebrüll und Stoßen. Gott sei Dank gehört Julia nicht zur letztgenannten Gruppe. ;) Sie übt fleißig weiter zu stehen und wagt auch schon mal ein, zwei kleine Schritte alleine, bevor sie sich in die Arme von meinem Freund oder mir fallen lässt. Oft begleitet von einem lauten AAAAAHHH… Das habe ich ihr angewöhnt, damit ich es auch mitkriege, wenn sie übt und ggf. hinspringen kann, wenn sie rundherum nicht genügend Platz hat.

Und habe ich schon erwähnt, dass sie Küsschen gibt? Inzwischen hat sie verstanden, dass Mama und Papa absolut verrückt danach sind und setzt sie geschickt ein. So gibt sie uns durch einen wahren Knutschmarathon zu verstehen, wenn ihr etwas SEHR gut gefällt, wie zum Beispiel das Baden. Oder sie spielt uns gegeneinander aus, indem sie bei mir ein Küsschen nur andeutet und sich dann aber zu Papa dreht. Einmal habe ich ihr “beleidigt” den Rücken zugekehrt, da hat sie sofort “Mama” gerufen und so lange an meinem Shirt gezupft, bis ich mich umgedreht habe. Und Schwupps, hatte sie mir den vorher nur angedeuteten Kuss gegeben. Sie weiß also ganz genau, was Sache war. Aber hey, ich kenne ja die Waffen der Frauen und vor allem die meiner Tochter! ;)

In diesem Sinne – eine kussreiche ;) Woche wünscht euch

Stephanie



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Kommentare von Lesern:

Irene, Nürnberg13.06.2012 09:13

Hallo Stephanie!
Die Sache mit der Hebamme kommt mir sehr bekannt vor, bei meiner großen Tochter wohnten wir auf dem Land und Hebammen waren Mangelware. Ich nahm also die Hebamme, die bereits mich zur Welt brachte und als ich dann mein 2. Kind bekam, sagte mir meine neue Hebamme (jetzt wohnten wir in der Stadt) was für ein Blödsinn das doch alles wäre........ Bei meinem 3. Kind hatte ich dann keine Hebamme mehr und auch jetzt komme ich ohne ganz gut zurecht (21.Woche schwanger!) Aber ab und an greift man gerne auf eine Hebamme zurück, das kann ich nur zu gut verstehen! Mit deiner Cousine hast du richtig Glück.
Noch viele Küsschen von der großen ;)

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