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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule und Lässig.
22. Schwangerschaftswoche

Mädchen – Du hast die Hosen offen!

HypnoBirthing Klappe die Zweite, Kindsbewegungen, Möbelkauf (!) und ein wachsender Bauch (Fotos).

Ihr Lieben, ich wünsche Euch einen wunderschönen guten Abend.

Ich sitze gerade in der S-Bahn zurück vom Flughafen, denn ich war die letzten zwei Tage geschäftlich unterwegs und hoffentlich auch das einzige Mal mit Flug. Ist zwar alles gut gelaufen, aber dennoch habe ich die ganze Zeit gedacht „muss es sein?“.

Mir gegenüber sitzt ein junger „Kollege“, der im reinsten Gossen-Deutsch offensichtlich mit seinem Kumpel über ein Mädel spricht und komplementiert jegliche Klischees mit einer Kombi aus Kappe, einem Hoodie, Markenjogginghosen und dazu eine Fakeleder-Louis-Vuitton-Verschnitt-Tasche. Irgendwie amüsiert mich das gerade total.

Diese Woche wird mein Bericht ggfs. (schauen wir mal) etwas kürzer, denn so viel Spannendes gibt es gar nicht zu erzählen. Ich war die erste Woche wieder zurück und natürlich nicht ganz so entspannt wie geplant. Eigentlich sollte eine neue Kollegin eingearbeitet werden, die dann einen ganzen Haufen Arbeit, den ein Kollege und ich die letzten Monate nur so zwischen Tür und Angel noch gemacht haben, übernehmen soll. Natürlich wurde dann hier nur ein „ganz kurzes“ Meeting eingeschoben und dort noch was „ganz wichtig“ besprochen. Am Ende der Woche habe ich das Wochenende nur so herbeigesehnt, obwohl auch dieses versprach kurz zu werden, denn ich musste die Geschäftsreise bereits Sonntagabend antreten.

Aber besonders das Wochenende hatte es in sich mit vielen kleinen ganz großen Ereignissen und natürlich hatten wir letzten Mittwoch auch noch unsere zweite Einheit vom Hypno-Birthing. Am besten fange ich damit an.

Nachdem die erste Einheit sich vor allem mit dem Angst-Verspannungs-und Schmerzkreislauf befasst hat und wie Hypnobirthing versucht, diesem entgegenzuwirken, stand diese Einheit ganz im Sinne des Erlernens der Entspannungstechniken. Hierzu sollten wir uns entspannt hinsetzen und die Kursleiterin hat in eine Hypnose bzw. in eine Trance geleitet. Das läuft in etwa so ab, dass über die ruhige gleichmäßige Stimme kleine „Anweisungen“ gegeben werden, die die Aufmerksamkeit auf sich selber lenken soll und damit Richtung Entspannung. Bei mir hat das so gut geklappt, dass ich dabei schnurstracks eingeschlafen bin. In etwa war der Übergang bei mir so wie vor meiner ersten Narkose: „Oh, gar nicht schlecht, merke noch nicht viel, bin ja sogar hellwach………..uhm, ich glaube, ich hab ein paar Minuten verpasst…“ Als die Kursleiterin dann fragte, ob wir alle das Kribbeln gespürt hätten und wie schwer unsere Arme waren und alle wirklich nur eifrig zu nicken schienen, habe ich mich fragend zu meinem Mann umgedreht, der genauso fragend zurückschaute. Er war auch weggenickt. ;-) Entspannend war es trotzdem. Aber dennoch, irgendwie muss ich mal sowas bis zum Ende durchstehen, ohne dabei einzuschlafen…überhaupt morgen muss ich noch die ganzen Aufgaben vorbereiten, die wir aufbekommen haben. Gott sei Dank habe ich morgen frei.
Dann haben wir noch einige Atemtechniken gemacht, bei denen ich luftschnappend nach Luft gerungen habe. Versuche mal ohne Übung a) doppelt solange auszuatmen als Du einatmest und b) 40 Sekunden lang einzuatmen und dann 40 Sekunden auszuatmen.
Ich musste mir eingestehen, dass ich echt verlernt habe „normal“ zu atmen und nicht nur flach über den Brustkorb. Natürlich war auch nicht direkt die Anforderung, dies zu schaffen, aber jetzt geht es also ans Üben. Die Idee der zweiten Atmung ist, dass man während einer Kontraktion ruhig einatmet bis diese ihren Höhepunkt erreicht und ausatmet während sie wieder verebbt. Da die immer länger und stärker werden, muss man entsprechend geübt sein.
Ich wurde erstmal damit beauftragt, mein Zwerchfell wieder normal zu nutzen, damit sich das überhaupt so verhält wie es soll und auch mehr Raum schafft, damit die Lunge sich ausweiten kann. Am Ende war ich doch etwas betroffen, wie wenig man bzw. ich von meinem eigenen Körper wahrnehme. Jetzt versuche ich immer schön in den Bauch zu atmen (der ist eh die ganze Zeit groß) und merke doch immer wieder, dass ich, wenn ich nicht darauf achte, wieder zur Atmung über den Brustkorb gehe.
Es ist auf jeden Fall spannend und ich setze mich mit einigen Dingen auseinander, die ich wahrscheinlich sonst schnell abgetan hätte, ohne einen wirklichen Grund zu haben. Ich mag diese doch eher versteckte Seite an mir, die die Dinge einfach mal in Ruhe entdeckt und nicht vorher versucht, alles erstmal gedanklich zu erfassen. Manchmal ist „hands-on“ doch gar nicht so schlecht.

Diese Gedanken haben mich auch ins Wochenende noch lange begleitet, ebenso wie die Tritte unseres Kleinen, obwohl diese die Woche über doch merklich weniger waren. Mein Mann meinte, dass hätte wahrscheinlich damit zu tun, dass wir nicht mehr ganz so durchgängig entspannt und vor allem auch ständig auf Achse waren. Dennoch, wenn mein Mann abends das Öl auf meinem Bauch verteilt, dann meldet er sich meistens doch recht deutlich. Nur, wenn man gebannt darauf wartet oder ich gespannt meinen Bauch anstarre, um zu sehen, ob man die Tritte auch schon sehen kann, dann ist es ruhig. Fast so, als würde er die Aufmerksamkeit spüren und sich „schlafend“ stellen.
Faszinierend ist auch einfach, an welchen Stellen die ganzen Tritte nun kommen. Mal sind sie sehr tief, ungefähr auf der Höhe der Blase, mal kurz unter dem Bauchnabel und seit ein paar Tagen auch immer mal wieder kurz über oder auf der Höhe des Bauchnabels. Er scheint sich konstant zu drehen und zu wenden. Ganz besonders witzig ist es, wenn er den Rücken oder vielleicht auch seinen Popo (?) nach außen kehrt. Für mich fühlt es sich an, als wäre da eine kleine aber sehr kompakte Bowlingkugel im Unterleib und wenn ich zufällig liege, dann ist mein Bauch einfach total asymmetrisch. Dann drückt dann so eine ganze Beule komplett nach außen. ;-)

Am Samstag haben wir dann tatsächlich unseren ersten richtigen Kauf für’s Baby getätigt. Das war schon irgendwie etwas Besonderes. Mein Mann war auch total aufgeregt, hat die Pakete alleine geschleppt und wehe ich habe diese auch nur „falsch“ angeschaut, dann wurde mir ein böser Blick zugeworfen. ;-) Jetzt stehen die Sachen in unserer Wohnung und warten darauf, dass wir ein bisschen Zeit finden, sie auch aufzubauen. Am Samstagabend wollte ich dann noch ins Kino mit meiner Schwester, aber es gab nur noch Plätze in der ersten Reihe und keiner von uns wollte erblinden oder eine Nackenstarre bekommen, daher sind wir stattdessen Sushi essen gegangen – also bei mir mit eingeschränkter Auswahl, aber es war dennoch sehr sehr lecker und vor allem unerwartet lang. Aus dem „wollen wir noch eine Runde Getränke bestellen“ sind dann 3 geworden, sodass wir schlussendlich liebevoll aus dem Restaurant herauskomplimentiert wurden, weil es schloss. Es war aber ein ganz toller Abend zu Dritt.

Und am Sonntag haben mein Mann und ich entspannt ausgeschlafen, gekuschelt und uns dann auf den Weg nach Düsseldorf gemacht, um eine gebrauchte Wickelkommode zu kaufen. Ich habe lange überlegt, ob wir es anders machen, aber mein Mann wollte einen Platz in der Wohnung (ich glaube, das ist unbewusst mit Weitsicht geschehen, weil sonst wäre unsere Wohnung ein einziger Wickelplatz mit allem überall verteilt). Und danach, da ich von Düsseldorf geflogen bin, haben wir spontan noch ein Room-Escape Spiel zu zweit gespielt. Das war richtig gut gemacht und klappte auch zu zweit echt gut. Mit etwas mehr als 10 Minuten haben wir das Spiel frühzeitig beenden können. Im Nachhinein hätten wir uns an zwei Stellen einfach mehr Zeit lassen sollen, aber irgendwie dachten wir, dass wir mega in Verzug waren.
Wir waren dann noch lecker essen und mein Mann hat mich bis zum Security Check eskortiert. Ich liebe es, dass er sowas noch immer macht, als wären wir erst gerade frisch zusammen. Egal, dass er den ganzen Flughafen zurückmarschieren muss, den letzten Kuss vor der Bordkartekontrolle lässt er sich nicht entgehen. Hab grad Herzchen in den Augen – halleluja, habe ich ein Glück im Leben.

Und nun zum Schluss, damit man auch die Überschrift ansatzweise einordnen kann: der Bauch, die Mode und das Kriegsbeil. ;-)

Jaaaaaa, ich habe jetzt Bauch. Ein paar Bilder zum Vergleich findet Ihr weiter unten (einer ist vom Anfang der Schwangerschaft und das andere Bild jetzt vom Wochenende) - gefühlt fühlt der Bauch sich aber noch größer an..

Anyway, er ist also jetzt da und macht sich Platz und mal wieder musste ich feststellen, dass ich ganz verquere Vorstellungen von Schwangerschaft hatte bisher, die ich weiß nicht woher kommen. Auf jeden Fall war für mich sehr logisch, dass die Hosen zwar wat enger werden, aber der Bauch-Bauch über der Gürtellinie quasi anfängt, wobei ich dazu sagen muss, dass ich eigentlich nur tiefe Hüfthosen trage.

Jaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaa……..Nein! Also, wahrscheinlich ist das auch bei jeder anders, aber unser Zwerg macht es sich vor allem tiefliegend bequem, so dass kurz über dem Schambein die Wölbung bereits sehr prominent anfängt. Dies führt nun dazu (da ich mich ja auch so vehement gegen das Einkaufen gesträubt habe), dass ich meistens mit offener Hose rumlaufe. Und nein, wir sprechen nicht mehr nur von dem Hosenknopf, sondern die Fliege wird auch über den Tag hinweg und je mehr ich sitze immer offener. ;-) Was dazu führt, dass ich immer höllisch aufpassen muss beim Aufstehen. Was man so nonchalant und versteckt unterm Tisch aufmachen kann, kann man nur bedingt gut verstecken im Stehen, wenn man vorher nicht jegliche T-Shirts, Pullis etc. fachmännisch so arrangiert, dass es kaschiert wird.

Und nur so zur Belustigung: das sind noch nicht mal mehr meine Hosen! Meine Schwester, die etwa eine Nummer größer trägt als ich, sagte großzügig zu mir, dass sie mir welche ausleihen würde, die mich nochmal ein paar Wochen weiter durch das Leben bringen, bis ich eben andere Hosen kaufen muss. Ich bin also frohen Mutes zu ihr hin und sie konstatierte nur „Also diese wird dir auf jeden Fall passen. Die ist schön weit und lässig.“. Fazit: Zwischen Knopfloch und Knopf fehlten so ein bis anderthalb Zentimeter. Dies kam dann 3-4 mal vor und nun trage ich ihre Jeans für „wenn sie mal zu viel gegessen hat“, mit offenem Knopf und einem Gürtel meines Mannes, denn meine tun im Sitzen weh. ;-)

Also, ich bin ein wenig beeindruckt, wie mein Bauch von „wo isser denn?“ zu „hello, somebody missed me?“ gegangen ist. Mein Mann ist stolz (ich auch, wenn ich daheim vor dem Spiegel stehe), ich muss mich aber dennoch noch etwas mit dem neuen Körpergefühl arrangieren. Das ist nicht ganz ohne. Auf der anderen Seite heißt es, der Kleine wächst und das toppt eh im Moment alles.

Also, ein bisschen das Kriegsbeil ausgegraben habe ich und ich denke ich kann ganz ehrlich zugeben, dass ich den Krieg der Knöpfe verloren habe. Die Bauchbänder liegen schon im Einkaufswagen und die Hosenerweiterungen hole ich dann gleich mit.

So, ich bin nun fast zu Hause und kann es kaum erwarten ins Bett zu kriechen. Morgen steht nochmal ein HypnoBirthing Kurs an, dazu dann mehr nächste Woche.

Ganz liebe Grüße,
Philippa und der Bauchturner

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Foto: Privat

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