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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Alle drei bis vier Monate beginnt eine Schwangere auf kidsgo.de ihr Tagebuch. Jede Woche beschreibt sie ihre Schwangerschaft und was sie bewegt. Die Schwangerschafts-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Thule, Qeridoo, mamalila, Frollein Tee und Lässig.
22. Schwangerschaftswoche

WENIGER SORGEN, MEHR VERTRAUEN

Pränatalzentrum, Ängste, Eisenmangel, Vergesslichkeit, Wohnung und schöne Gedanken!

Ihr Lieben,

die Wochen gehen zu schnell rum.

Mein Freund und ich haben uns vom Streit am Wochenende sehr gut erholt. Geben uns beide jeweils wieder mehr Mühe in den Punkten, die den anderen stören (ich koche mehr und er räumt seine Sachen weg) und schon ist alles wieder ok. Manchmal ist es einfach.

Diese Woche waren wir wieder beim Pränatalzentrum. Ab jetzt vergrößern sich die Abstände zwischen den Untersuchungen auch auf alle 4 bis 5 Wochen, das war jetzt viel in letzter Zeit. Alles ist gut. Zwischendurch habe ich mir Sorgen gemacht wegen Schwangerschaftsdiabetes. Die Diagnose ist noch nicht ausgeschlossen, aber zumindest besteht kein akuter Verdacht. Baby ist einfach immer knapp eine Woche größer als er sein sollte. Er hat wohl einen großen Kopf (Dickkopf - ganz wie die Eltern) und lange Oberschenkel. Das scheint aber kein Problem zu sein, weil nur kurze Knochen ein Softmarker sind.

Dann habe ich mir Sorgen gemacht, ob etwas mit der Plazenta ist, weil ich nach der Woche mit stärkeren, vereinzelten Krämpfen beinahe durchgehend leichte Schmerzen links hatte/habe. Ich google also, weil ich weiß, dass meine Plazenta eher links liegt und lese die schlimmsten Sachen! Alles sieht aber gut aus, mit der Versorgung auch. Ich habe auch festgestellt, dass die Schmerzen weniger werden/weg gehen, wenn ich nur noch halb so schnell gehe. Ich glaube, ich gehe normalerweise sehr schnell, das ist meinem Körper aber jetzt zuviel. Die Ärztin meinte, wenn ernste Ursachen hinter so etwas stecken, bleiben die Schmerzen oder werden schlimmer. Sie gehen nicht weg, wenn man sich anders hinlegt oder ausruht oder langsamer bewegt. Deshalb gibt es keinen Grund zur Sorge.

Ich wiederhole, auch noch einmal für mich selbst: Es gibt keinen Grund zur Sorge! Unser Babyboy wächst glücklich vor sich hin. Er liegt auf der Plazenta (mit der kuschelt er gerne), hat die Hände meist vor dem Gesicht oder an den Ohren. Ist ja auch spannend, seine eigenen Ohren zu entdecken. Er liegt mit dem Kopf schon "Richtung Ausgang" und die Beinchen liegen oberhalb meines Bauchnabels. Ein bisschen fester treten könnte der Kleine mich mal durch meine dicke Bauchdecke hindurch, damit ich ihn richtig spüren kann ;) Ich warte so sehnlich darauf!

Am Donnerstag war mir auf der Arbeit plötzlich vor dem PC total schlecht und schwindelig, so dass ich mich sofort auf die Toilette zurück ziehen musste. Mein Kreislauf war so umgehauen, dass mein Freund mich abgeholt und ins Bett gebracht hat. Einen Tag später hat meine Frauenärztin auch angerufen und meinte: Ich muss Eisentabletten nehmen, mein Wert wäre zu niedrig. Das wäre zumindest eine Erklärung. Er liegt bei 10.9 irgendwas und sollte nicht unter 12 liegen. Jedenfalls wurde es im Laufe des Tages besser und ich saß Freitag wieder auf der Arbeit, als wäre nichts gewesen. Richtig gut vertrage ich die Eisentabletten nicht. Danach ist mir für ein paar Stunden schlecht, schwindelig und ich habe Kopfweh. Parallel versuch ich mich natürlich auch über die Nahrung zu pimpern, Samstag hat mein Freund mich gezwungen, ein Steak zu essen. Ich hasse Steak! Nützt ja nix... ;(

Es ist insgesamt schwer, die Vergangenheit zu vergessen und endlich anzunehmen, dass alles gut ist bei dieser Schwangerschaft. Besonders weil es gerade eine kritische Phase ist: Ich habe Delaila genau in dieser Schwangerschaftswoche verloren. Ich hoffe, es kommt immer mehr bei mir an und ich vermute nicht mehr hinter allem eine schlimme Erkrankung, wegen der ich mein Kind verliere. Also nochmal für mich selbst zum Verinnerlichen: Es gibt keinen Grund zur Sorge! Babyboy scheint es hervorragend zu gehen.

So langsam glaube ich leide ich unter dem sogenannten pregnancy brain. Ich habe am Donnerstag einfach total vergessen, dass ich Theorie habe, vielleicht lag das ja auch mit den Kreislaufproblemen morgens zusammen. Ich verdaddel auch ständig Adressen, Termine etc. Als wären kleine Luftbläschen in meinem Kopf, die manche Informationen einfach verpuffen lassen oder Offensichtliches komplett übersehen. Ich schiebe es jetzt einfach mal auf die Schwangerschaft, kann mir ja keiner etwas anderes beweisen ;)

Wegen der Wohnung gibt es ehrlich gesagt nichts Neues. Sie ist weiter reserviert, aber je mehr Zeit vergeht, habe ich das Gefühl, sie ist nicht das Richtige für uns, weil mein Freund sonst entscheidungsfreudiger wäre, wenn sie es wäre. Wir sind beide sehr intuitive Menschen und bei einem neuen Zuhause sollte das Bauchgefühl einfach stimmen. Also schauen wir weiter. Ich habe außerdem erfahren, dass ich schon parallel mit den Praxisfahrstunden anfangen kann, auch wenn ich meine Theorie noch nicht abgeschlossen habe. Das werde ich nächste Woche mal in Angriff nehmen. Im Job läuft es sehr unspektakulär im Moment - bis auf den Übelkeitseinbruch am Donnerstag. Es gibt wenig zu tun und das wenige, was es zu tun gibt, ist mit wenig Erfolgserlebnissen verbunden. Es gab auch schon ein Bewerbungsgespräch mit einem neuen Texter, allerdings weiß ich nicht, wie das gelaufen ist. Um mich herum wurde ein wenig auf Eierschalen getanzt, wenn es um den Termin ging. Garnicht nötig, aber weil es allen sehr unangenehm schien, habe ich es mir auch verkniffen zu fragen, wie es lief.

Aber all das ist sekundär.

Könnt Ihr Euch vorstellen, dass in mir ein gesunder Junge heran wächst? Mein Babyboy, mein Punkt punkt punkt. Mit allem, was schon zu einem Menschsein dazu gehört. Und er hat noch keine Ahnung davon, was ihn hier draußen so erwartet. Dass man hier Luft atmen kann, die Temperaturen wechseln, man essen muss mit dem Mund, nicht dauernd schwimmt, es nicht immer dunkel ist. Wieviel Platz hier draußen ist. Dass die Alte, die ständig zu hören ist und manchmal am Bauch rumstreichelt und stupst, seine Mama ist. Der Papa und ich spekulieren oft, wie Babyboy wohl aussehen wird. Wisst ihr, mein Freund und ich könnten unterschiedlicher nicht aussehen. Ich habe dunkle Haut, dunkle Augen und Haare, bin ein orientalischer Typ. Er ist "weiß", mit blauen Augen und vielen Sommersprossen. Babyboy wird also ein kleiner Mischling. Aber ich glaube, er hat meine Nase, das habe ich jetzt schon auf dem 3D Bild gesehen ;)

Immer wieder frage ich mich, wie anstrengend es wird, wenn das Baby da ist, dauernd schreit. Denke an all die Dinge, die man zu hören kriegt: der Schlafmangel und Zeitmangel, wie ich mich im ersten Jahr wohl schlagen werde. Ich glaube, mein Freund unterschätzt noch, wie sehr sich unser Leben - auch seins - verändern wird. Er meint eher, es geht alles so weiter wie bisher und wenn er nach Hause kommt, hat er zusätzlich was Knuffiges zum spielen ;) Dieses Babyschreien - so schlimm, anstrengend, erschöpfend es sein wird - es bedeutet auch, dass dieser kleine Mensch lebt. Dass er etwas will, es einfordert, wachsen und leben, gehört und beachtet werden will. Etwas, was Delaila nie tun konnte. Ich freue mich darauf, Babyboy zum ersten mal Schreien zu hören!

Sooo... ich wünsche Euch und mir selbst eine gute, gesunde und gemütliche Woche!

Liebst, Mira Babyboy & Daddy

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Anke (kidsgo-Tagebuch-Betreuerin)

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