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Friedlandgeschenke 5.Übergabe

In diesem Artikel:

12. August 2015: Geschenkeverteilung in der Menge direkt aus dem Bus

ICH HATTE EINEN TRAUM. Ich träumte, wir würden alle zusammen nach Friedland gehen. Du und ich, unsere Freundinnen, unsere Männer und Kinder, alle. In das Flüchtlingslager, dorthin, wo wir heute zum fünften Mal die Geschenke von dir und allen anderen Frauen hingebracht haben. Wir gingen alle zusammen. Ich sah uns dort auf die Menschen zugehen, die uns fragend entgegen sahen. Wir verstanden nicht, was sie sagten, sie wussten nicht, was wir meinten. Doch wir lachten zusammen, von irgendwoher wehte Musik zu uns herüber und ich nahm die junge Frau mit dem Baby, mit dem Schleier in den Haaren und den traurigen Augen einfach in den Arm. Ich träumte, ich könnte alles Leid wegpusten, unsere Kinder würden gemeinsam unbeschwert durchs Leben gehen und wir würden von einander lernen. Es war ein bisschen anders heute Nachmittag

Wie ein Lauffeuer verbreitete sich die Nachricht von unserer Ankunft im Lager Friedland, ein Bus voll mit Geschenken und mit Kinderwagen!!! Sie hielten Ihre Babys in den Armen, die Kinder an den Händen und drängten sich um uns. Ich weiß nicht, wie viele es waren, ich weiß nur, dass wir, dass Du so viele Kinder mit einem Geschenk glücklich gemacht hast. Ich weiß, dass wir 9 Frauen das Leben, alles weitere Vorangehen so viel leichter machen konnten, weil sie einen Kinderwagen von Euch geschenkt bekamen. Ich weiß auch, dass wir noch 20 oder 30 mehr gebraucht hätten, um allen Müttern, die so sehr darum baten, einen zu schenken. Ich weiß, dass so viele Kinderseelen heute Nacht mit einem der Geschenke in dem großen Schlafsaal liegen und ich wünsche mir, dass diese Kinder wenigstens diese eine Nacht lang das Gefühl haben, dass die Welt es vielleicht doch gut meint.

Danke, danke an Euch alle, die ihr das möglich gemacht habt, die ihre Geschenke gepackt, Karten gemalt, Kinderwagen und Buggys organisiert und alles zu uns gebracht habt.

Wir waren heute zu siebt und das war auch dringend nötig. Caro und Jana, die Studentinnen, Adrian und Justus, meine Söhne, Nicole und Yvonne, meine Freundinnen und ich. Ohne Euch, wäre es heute gar nicht gegangen. Kaum angekommen hatte sich bereits eine dichte Menschentraube rund um den Bus mit den Geschenken gebildet. Und einmal angefangen, wurde die Verteilung schwierig. So viele Menschen, so viele Kinder, die sich nichts sehnlicher wünschten, als etwas ab zu bekommen. Wie traurig, nicht für alle Kinder etwas zu haben. Das Lager Friedland ist für etwa 800 Menschen ausgelegt. Derzeit sind über 2000 dort. Zahlen, wenn man es in den Nachrichten hört. Jeder einzelne ein Mensch, dessen Geschichte uns Wohlbehüteten die Tränen in die Augen treibt. Betten dicht an dicht in den Schlafräumen, in den Fluren, in der Turnhalle, überall. Kinder, die seit Wochen, vielleicht seit Monaten unterwegs und in Lagern sind. Frauen, die ihre Babys irgendwo auf dieser Flucht bekommen haben. 

Wir haben alles gegeben, was wir hatten, alles getan, was wir konnten, alle Geschenke von Euch bestmöglich verteilt. Und nun haben wir lange noch beisammen gesessen und über unsere Eindrücke gesprochen. Sehr bewegend, sehr tief gehend sind die Bilder, die wir mitgenommen haben.

Und ich werde nicht aufhören zu träumen. Vom Frieden für alle Menschen. Und vom gegenseitigem Verstehen. Von lachenden Kindern und von dir und mir, die wir andere, die wir Freunde nennen, an den Händen halten.
Barbara

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Schon einige Male haben wir jeweils über 200 Geschenke in das Flüchtlingslager gebracht und dabei viele Begegnungen gehabt.
Lies hier mehr darüber, wie wir diese Besuche erlebt haben

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