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KiWu, Frauenarzttermin u.v.m. - Tagebücher aus der Schwangerschaft von Kinderwunsch: Desiree aus Schwarzheide

Eine neue wunderbare, aufregende und vielleicht auch lang erwartete Lebenszeit beginnt. Für unsere Tagebücher-Blogs haben wir immer 3-4 schwangere Frauen in unterschiedlicher Schwangerschaftsphase, die in freudiger Erwartung über jede Woche dieser spannenden Zeit schreiben, uns und die vielen tausend Follower:innen daran teilhaben lassen und damit unvergessliche Momente schaffen.

KiWu, Frauenarzttermin u.v.m.

Aktuelles Update vom Frauenarzt, der Kinderwunschplanung, und einem Gespräch mit der Chefin

Hey Leute,

es ist jetzt sieben Wochen her, dass unser Sohn still zur Welt gekommen ist, und langsam geht es bergauf. An den meisten Tagen geht es mir deutlich besser. Ich kann an ihn denken, ohne jedes Mal sofort in Tränen auszubrechen.

Es gibt nach wie vor Triggerpunkte. Aber sie sind so unterschiedlich, dass einen der Schmerz manchmal doch sehr plötzlich trifft.

Am Wochenende waren wir auf einem Mittelalterfest. Dort habe ich eine Bekannte gesehen, die schwanger ist. Als ich sie zuletzt gesehen habe, war ich selbst noch mit unserem Sohn schwanger.

Das war tatsächlich wieder so ein Moment, in dem alles hochkam. Der Gedanke daran, dass unser Sohn jetzt eigentlich in unseren Armen liegen würde. Solche Situationen machen einem die Realität noch einmal ganz deutlich bewusst.

Und trotzdem muss ich sagen, dass die symbolische Beerdigung und das Plätzchen, das wir für unseren Sohn geschaffen haben, sehr viel zu unserer Trauerbewältigung beigetragen hat.

Tja … Thema Kinderwunsch.

Lange habe ich mich zurückgehalten, etwas dazu zu sagen, weil ich Angst davor hatte, mich angreifbar zu machen.

Aber ich möchte ehrlich mit euch sein. Gerade durch Social Media durfte ich erfahren, was es mit anderen Frauen machen kann, wenn man offen darüber spricht.

Dort teile ich unsere Geschichte nämlich ebenfalls und konnte inzwischen schon vielen Frauen zeigen:
„Hey, was du denkst und fühlst, ist völlig normal. Und du musst dich für nichts davon schämen!“

Alsooo …
Wir waren noch im Krankenhaus und ich glaube, unser Sohn war bereits auf der Welt, als mein Partner mich ansah und zu mir sagte, dass dies nicht das Ende unserer Kinderwunschreise sein müsse. Wenn ich es möchte, könnten wir es noch einmal versuchen.
Und in der ersten Sekunde dachte ich nur:
„Nein. Wie soll ich das schaffen?“

Eigentlich war mir aber schon in der zweiten Sekunde klar, wie froh ich darüber war, dass er sich trotz allem noch ein Baby wünscht.

Mir fiel eine enorme Last von den Schultern. Denn es hätte genauso gut sein können, dass er aus Angst davor, dass uns so etwas noch einmal passiert, kein weiteres Kind mehr möchte. Und auch das hätte ich verstanden.

Uns war also bereits im Krankenhaus klar, dass wir definitiv noch ein Kind möchten. Und wir wussten auch, dass wir nicht lange warten wollen.

Wenn ich vor etwas Angst habe, wird diese Angst meistens umso größer, je länger ich warte. Irgendwann lähmt sie mich so sehr, dass ich es vielleicht gar nicht mehr mache.

Während der Geburt war die Vorstellung, all das noch einmal durchleben zu müssen, für mich unerträglich. Doch nach der Geburt war der Gedanke daran, dass wir vielleicht noch einmal ein Kind bekommen könnten, auf eine gewisse Art sogar heilsam.

Unser Sohn soll niemals durch ein anderes Baby ersetzt werden.
Aber unser Kinderwunsch ist unerträglich groß. Er macht mich manchmal wirklich wahnsinnig.
Und ganz ehrlich: Die Trauer um unseren Sohn und die Vorfreude auf ein weiteres Baby können gleichzeitig existieren.

Im Krankenhaus habe ich mich für diesen Wunsch zunächst sehr geschämt. Ich hatte unglaubliche Angst davor, was andere Menschen wohl darüber denken oder sagen würden.

Bei der Abschlussuntersuchung damals im Krankenhaus kostete es mich deshalb enorme Überwindung, den Arzt zu fragen, wie lange wir mit einer erneuten Schwangerschaft warten sollten.

Er meinte übrigens, ungefähr drei Monate.
Danach sprach ich vorsichtig mit meiner großen Schwester darüber, mit der Schwester, die alles mitbekommen hat und dabei war.

Sie war richtig erleichtert, als sie hörte, dass wir uns weiterhin ein Kind wünschen, und fand den Gedanken unglaublich heilsam, dass wir unseren Traum nicht aufgeben wollen.
Das hat mir Mut gemacht.

Später sprach ich auch mit meiner Hebamme darüber. Sie sagte ebenfalls, dass dieser Wunsch völlig normal sei. Dass es sehr vielen Frauen nach einer stillen Geburt genauso geht und viele innerhalb des ersten Jahres erneut schwanger werden.

Das hat mir noch einmal unglaublich viel Mut gegeben.
Seitdem schäme ich mich nicht mehr dafür.

Wenn du also dein Kind still zur Welt bringen musstest und direkt danach oder kurze Zeit später wieder einen Kinderwunsch verspürst, dann fühl dich bitte nicht schlecht deswegen. Und schäme dich nicht dafür.
Dieser Wunsch darf da sein.

Die meisten Frauen bekommen schließlich ein Kind, weil sie einen Kinderwunsch haben oder sich bewusst für dieses Kind entschieden haben.

Und man entscheidet sich ja nicht einfach nur dafür, „ein Kind zu bekommen“.
Man entscheidet sich für schlaflose Nächte. Fürs Stillen oder Fläschchengeben. Fürs Windelnwechseln. Dafür, dieses Kind zu versorgen, zu trösten, zu begleiten und mit Liebe zu überschütten.

An einem Kinderwunsch hängt so unglaublich viel.
Und all das fehlt uns jetzt.

Wir haben ein Kind bekommen. Wir haben unsere Familie erweitert. Und trotzdem dürfen wir all diese Aufgaben für unseren Sohn nicht übernehmen.

Also ja:

Wir wünschen uns ein weiteres Kind und möchten so bald wie möglich wieder versuchen, schwanger zu werden.

Ich hatte ungefähr zweieinhalb Wochen Wochenfluss und warte seitdem auf meine erste Periode, weil wir diese auf jeden Fall abwarten wollten.

Vom 3. bis 6. September hatte ich dann ultraleichte Schmierblutungen. Wirklich nur sehr wenig.

Zuerst dachte ich:
„Okay, jetzt bekommst du deine Tage.“
Und damit eben auch wieder die Möglichkeit, vielleicht schwanger zu werden.

Doch die Schmierblutungen hörten wieder auf.

Am 13. September ging es dann erneut los und ich fühlte mich langsam von meinem eigenen Körper veräppelt.

Seit dem 15. September wurden die Blutungen etwas stärker, sodass ich dachte: Jetzt kommt die Periode wirklich.
Seitdem schwankt es allerdings ständig zwischen „Jetzt geht es endlich los“ und „Ach nee, jetzt hört es doch wieder auf“.

Dieses Hin und Her macht mich wirklich verrückt.

Ich hoffe sehr, dass meine Periode jetzt langsam richtig einsetzt. Dieses Nichtwissen, wann wir überhaupt wieder die Möglichkeit haben, schwanger zu werden, treibt mich nämlich in den Wahnsinn.

Ich hasse Situationen, die ich weder voraussagen noch planen kann.

Und für mich wäre es momentan eine enorme Belastung, wenn ich zusätzlich auch noch Schwierigkeiten damit hätte, überhaupt wieder schwanger zu werden.

Und damit kommen wir zum Frauenarztbesuch, denn auch dort war das ein großes Thema.

Schon vor meiner letzten Schwangerschaft gab es aus verschiedenen Gründen die Vermutung, dass ich PCOS haben könnte.

Dann wurde ich allerdings schwanger und wir haben die Diagnostik erst einmal nach hinten verschoben.

Jetzt ist das Thema wieder aktuell, denn PCOS kann unter anderem dazu führen, dass es schwieriger wird, schwanger zu werden. Und gerade jetzt würde mich das unglaublich verunsichern.

Deshalb stehen in nächster Zeit einige Termine an.

Nächste Woche habe ich einen Termin in der Hämatologie. Dort soll untersucht werden, ob bei mir eventuell eine Blutgerinnungsstörung vorliegt.

Da sich meine Frauenärztin den Tod unseres Sohnes bisher nicht erklären kann, möchte sie das unbedingt abklären lassen. Ich hatte selbst bereits darüber gelesen und hätte das Thema ebenfalls angesprochen.

Aufgrund einiger anderer Beschwerden habe ich außerdem eine Überweisung in die Endokrinologie bekommen. Der Termin wurde leider von September auf Oktober verschoben.

Dort soll unter anderem mein Hormonstatus überprüft werden – vor allem im Hinblick auf PCOS, aber auch deshalb, weil ich seit Längerem große Schwierigkeiten damit habe, Gewicht zu verlieren.

Zusätzlich habe ich noch im September einen Termin bei einer anderen gynäkologischen Praxis, ebenfalls um PCOS genauer abklären zu lassen.

Ich bin unglaublich gespannt, was bei all diesen Untersuchungen herauskommt und ob mir vielleicht endlich jemand bei meinen Problemen helfen kann.

Heute habe ich außerdem einen Termin bei einer Psychologin für nächste Woche bekommen.

Es steht also einiges an, von dem ich euch in nächster Zeit berichten kann.

Meine Frauenärztin konnte mir bei unserem Termin außerdem einige Fragen beantworten.

Bei einer erneuten Schwangerschaft würde ich als Hochrisikoschwangere gelten. Ich würde sofort ins Beschäftigungsverbot gehen und ab der 16. Schwangerschaftswoche zusätzlich über die Uniklinik im Rahmen einer Risikoschwangerschaft betreut werden.
Und ganz ehrlich: Das beruhigt mich sehr.

Meine Ärztin erklärte mir außerdem, dass es bestimmte Herzfehlbildungen gibt, die die kleinsten Herzgefäße betreffen. In solchen Fällen sind die Gefäße falsch mit dem Herzen verbunden, sodass das Herz irgendwann aufhört zu schlagen.

Sie sagte, dass solche Veränderungen weder in normalen Untersuchungen noch bei der Feindiagnostik oder sogar bei einer Obduktion erkennbar ist.

Viele betroffene Kinder würden die 33. Schwangerschaftswoche nicht überleben, was bei uns zeitlich ebenfalls passen würde. Und selbst wenn man es rechtzeitig bemerkt und das Kind früher geholt hätte, wäre es nicht lebensfähig gewesen.

Laut meiner Ärztin handelt es sich dabei nicht um etwas Vererbbares, sondern um etwas, das zufällig entsteht.

Und auch wenn wir niemals mit Sicherheit erfahren werden, was bei unserem Sohn passiert ist, fühlte sich diese Erklärung für mich zum ersten Mal ein bisschen wie ein möglicher Grund an.

Auch meine Frage zum Mutterschutz konnte inzwischen endlich geklärt werden.

Mir stehen insgesamt 14 Wochen zu – also die Mutterschutzzeit vor der Geburt plus acht Wochen danach. Diese Zeit wurde mir inzwischen auch von meiner Krankenkasse bewilligt.

Der Termin bei meiner Frauenärztin war für mich deshalb wirklich sehr aufschlussreich.

Zum Schluss sagte sie noch zu mir, dass sie verstehen könnte, wenn ich nach allem die Frauenärztin wechseln möchte. Sie würde sogar eine Kollegin anrufen und versuchen, mich dort unterzubringen.
Aber das möchte ich gar nicht.
Ich habe mich bei ihr immer sehr gut aufgehoben gefühlt und möchte deshalb auch weiterhin bei ihr bleiben.

Zum Schluss hatte ich dann noch ein Gespräch mit meiner Chefin.
Auch ihr gegenüber war ich bezüglich unseres Kinderwunsches ehrlich, weil das natürlich für die Personalplanung im nächsten Jahr eine Rolle spielen könnte.

Und ja …
Ihre Reaktion war nicht unbedingt so, wie ich sie mir gewünscht hätte.
Mit den Worten:
„Was? Das ist aber mutig. Ihr habt doch zwei Kinder. Das hätte ich nicht gedacht.“
… habe ich mich ehrlich gesagt ziemlich verurteilt gefühlt.

Aber gut.

Letztendlich haben wir jetzt folgende Lösung gefunden:

Bis zum 20. Oktober bin ich noch im Mutterschutz. Danach nehme ich zunächst meinen restlichen Jahresurlaub. Dann ist das Jahr ohnehin fast vorbei.
Entweder gehe ich für die letzten Wochen des Jahres wieder arbeiten oder, falls ich merke, dass ich dafür noch nicht bereit bin, soll ich Bescheid sagen und mich noch weiter krankschreiben lassen.
So.

Das ist erst einmal das aktuelle Update.

Ich bin gespannt, was ich euch nächste Woche von meinen Arztterminen und hoffentlich auch von der endlich eintreffenden roten Flut ;D berichten kann.

Bis bald

Eure Desi



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Kinderwunsch, Kinderwunschplanung, Stille Geburt, Verlust, PCOS, Frauenarztbesuch, Update