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Baby-Tagebücher

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.
46. Woche

Abgestillt

Oder doch nicht?

Die zweite Woche unseres Chileaufenthaltes ist um und endlich endlich sind alle wieder gesund. Ich bin nach dem dritten Tag mit Brechdurchfall dann doch mal zum Hydrieren ins Krankenhaus gegangen, weil meine Kraft nicht mehr ausreichte. Dort haben sie mir dann eine Infusion verabreicht und irgendein Bombenmedikament. Durch Letzteres bin ich völlig zugedröhnt nach Hause gelaufen. Der Arzt behauptete, dass ich trotzdem stillen könne. Das würde dem Baby nichts ausmachen. Ja ja. Außerdem hat er mir Antibiotika verschrieben. Nach einem Telefonat mit dem Familientelefon meiner Krankenversicherung und einer kurzen Recherche bei Embryotox habe ich dann herausgefunden, dass die Antibiotika nicht ganz so dramatisch sind, aber dieses andere Zeugs schon. Also habe ich eine Stillpause gemacht. Zwei volle Tage habe ich nicht gestillt. Dadurch, dass ich ohnehin nur noch zwei mal am Tag gestillt habe, war das nicht so schlimm. Vor allem aber auch, weil mein Körper nichts, aber auch rein gar nichts mehr an Nährstoffen hatte und somit meine Milchproduktion quasi still stand.
Ich dachte, ich nutze dass zum Abstillen. Doch leider isst Carlo nichts außer Brot und Bananen und ab und zu Fruchtbrei mit Haferflocken oder Reisflocken, aber nährstoffmäßig ist das etwas dürftig. Heute hat er zum Beispiel morgens 200 ml Premilch getrunken und ein halbes Brötchen mit Butter gegessen und dann erst um 16.00 Uhr wieder eine Banane und sonst nichts. Und damit er wenigstens irgendetwas Gutes zu sich nimmt, habe ich ihn dann doch wieder gestillt und mit Premilch versorgt.

Ach ja, Carlo hatte auch zwei Tage recht hohes Fieber, ist nun aber auch wieder auf den Beinen. In diesen Tagen wurde es zwischenzeitlich fast kompliziert mit meiner Schwiegermutter, weil sie natürlich ihre Weisheiten auch nutzen möchte um Carlo zu helfen. Diese kollidieren aber mit meinen. Sie sagte mir, dass doch etwas Zucker nicht schlimm sei, z.B. Wackelpudding um das Fieber zu kühlen. Ich wiederum möchte ihm keine Chemiepuddings verabreichen und Zucker so lange wie möglich vermeiden, um seinen Geschmacksknospen nicht vollends zu verderben. Daraufhin sagte sie, dass aber die Möhren, die ich ihm füttere, ja auch zu Diabetes führen könnte, hätte eine Freundin gesagt... Hm, mag sein, aber ich möchte trotzdem keinen Wackelpudding füttern und lieber bei den natürlichen Produkten bleiben. Sie akzeptiert das aber. Ich bin in solchen Momenten immer wieder dankbar, dass es unsere Sprachbarriere gibt, die keine ausgedehnten Diskussionen ermöglichen.

Der ganze Trubel hier setzt Carlo glaube ich, zeitweise doch zu, was sich auf sein Essverhalten sicher auch auswirkt, abgesehen davon, dass er ohnehin ein schlechter Esser ist.
Für mich habe ich nun beschlossen, ihn an besonders trubeligen Tagen, wenn zum Beispiel die Großtante und die Uroma zu Besuch kommen, abends zum Schlafen gehen zu Stillen, damit er etwas Ruhe bekommt. Die Familie ist zwar total süß mit Carlo, aber gleichzeitig wird er komplett überreizt mit GAGABUBUBTUTUAATATATAAA usw. dazu die laute Musik, das hektische Radio, die schreienden Stimmen und das ständige Gewusel. Abgesehen davon reicht unsere Premilch nicht aus und er trinkt zur Zeit nachts immer zwei kleine Fläschchen. Hier gibt es nur komische Pulvermilch, die ich ihm nicht geben will. Eine Freundin schickt nun Nachschub aber ich bin nicht sicher, ob es rechtzeitig ankommt. Mit etwas stillen kann ich ggf. noch aushelfen.

Meine Eltern sind nun auch in Chile angekommen und es ist super. Anders als erwartet fühlen sie sich hier sehr wohl und alle verstehen sich super. Wir hatten schon ein großes gemeinsames Essen und die Gespräche begrenzten sich zunächst auf zu prosten, was wiederum dazu führte, dass die Gemüter leichter wurden. Mein Freund und ich haben so gut es geht Übersetzer gespielt, aber mit Hand und Fuß ging es auch. Carlo konnte die Ankunft meiner Eltern nicht so ganz einordnen. Er hat seine Oma und sein Opa nicht wiedererkannt. Das muss aber auch verwirrend für ihn sein. Immer tauchen irgendwelche Leute an völlig anderen Orten auf. Er hat es aber inzwischen begriffen, denke ich.

Carlo übt jetzt immer häufiger das krabbeln. So ganz sicher ist er noch nicht, aber in seinen wenigen konzentrierten Momenten schafft er es sehr gut. Wenn er dann aber die Geduld verliert, zieht er sich irgendwo hoch und steht stolz herum und freut sich. Er streckt auch neuerdings die Zunge heraus und zeigt auf Dinge die er haben will. Winken kann er nun auch, wobei es manchmal aussieht, als würde er einem andeuten, man sei Balabala, weil er die Handinnenfläche zum Gesicht gedreht hat. Das ist zum Schießen.

Ich schaue mir nun die Mondfinsternis an. Eine, die wohl erst in 150 Jahren wieder in Chile zu sehen ist.

Liebe Grüße,

eure Susi



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Kommentare von Lesern:

Gast29.09.2015 21:21

Puuuh, hört sich nach totaler Reizüberflutung an...dann noch krank, abstillen, anderes Klima, neue Gesichter..halte durch, kleiner Mann;-)

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