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Änderungen 2019: Die wichtigsten Neuerungen für Familien

Eine stärkere Entlastung und eine größere Teilhabe an den hohen Steuereinnahmen der guten Konjunktur: Das hat die GroKo Familien versprochen. Wie sich dieser Anspruch in 2019 bemerkbar macht, zeigen wir dir hier.

In diesem Artikel:

Starke-Familien-Gesetz

Am 02. Januar wurde das Starke-Familien-Gesetz vom Bundeskabinett verabschiedet, das vor allem geringverdienende Eltern entlasten soll. Die Neuerungen sollen zwischen Juli 2019 und Januar 2020 in Kraft treten. Dazu zählen unter anderem höhere Kinderzuschläge zusätzlich zu Kindergeldzahlungen, um Geringverdiener vor Hartz-IV-Anträgen zu bewahren. Außerdem sollen starre Verdienstobergrenzen aufgehoben werden, durch die mögliche Sozialleistungen komplett entfielen.

Kindergeld-Erhöhung 2019

Ab 1. Juli 2019 wird das Kindergeld um zehn Euro erhöht. Statt vorher 194 Euro erhalten Familien dann 204 Euro für das erste und zweite Kind, 210 Euro für das dritte Kind und für jedes weitere Kind 235 Euro.

Kinderfreibetrag und Grundfreibetrag steigen in 2019

Neben der Erhöhung des Kindergelds hat die Bundesregierung beschlossen auch den steuerlichen Kinderfreibetrag zu erhöhen. In zwei gleichen Teilen steigt er zum 1. Januar 2019 und zum 1. Januar 2020 um jeweils 192 Euro. So erhöht er sich im Jahr 2019 von 7.428 Euro auf 7.620 Euro und im Jahr 2020 dann weiter auf 7.812 Euro.

Zusätzlich wird der Grundfreibetrag im Jahr 2019 auf 9.168 Euro und 2020 auf 9.408 Euro angehoben. Derzeit liegt der Grundfreibetrag bei 9.000 Euro. Auf diesen Teil des Einkommens muss keine Einkommensteuer gezahlt werden.

Brückenteilzeit: Sicher in Teilzeit

Am 1. Januar 2019 wird die Brückenteilzeit eingeführt. Wer in Teilzeit arbeiten möchte, kann künftig für ein bis fünf Jahre seine Arbeitszeit verringern. Danach müssen die Arbeitgeber die Rückkehr in Vollzeit ermöglichen. Diese befristete Teilzeit mit anschließendem "Brückenweg" zurück in die Vollzeit gilt in Unternehmen mit mindestens 45 Mitarbeitern, wenn der Beschäftigte mindestens ein halbes Jahr dem Betrieb angehört. Arbeitgeber mit 46 bis 200 Beschäftigten müssen nur einem von 15 Angestellten den Anspruch auf Brückenteilzeit gewähren.

Mutterschutz-Änderungen 2019

Seit dem 1. Januar 2019 ist der Arbeitgeber dazu verpflichtet, alle Arbeitsplätze im Unternehmen zu überprüfen – im Rahmen einer Gefährdungsbeurteilung für werdende Mütter. Unabhängig davon, ob im Betrieb nur Männer beschäftigt sind oder nicht, muss der Arbeitgeber sicherstellen, dass Schwangere oder Stillende gefahrlos arbeiten können.

Unterhalt

Die Unterhaltssätze sind ab dem 1. Januar 2019 gestiegen. Das heißt, geschiedene Eltern müssen für ihre Kinder mehr Unterhalt zahlen: für Kinder im Alter von null bis fünf Jahren 354 Euro (statt vorher 348 Euro), für Nachkommen der zweiten Altersstufe (sechs bis elf Jahre) nun 406 Euro und für Kinder der dritten Altersstufe (zwölf bis 17 Jahre) 476 Euro. Für Kinder, die das 18. Lebensjahr erreicht haben, ändern sich die Unterhaltszahlungen nicht.

Baukindergeld

Bereits seit September 2018 können Familien, die in ein Eigenheim investieren wollen, das sogenannte Baukindergeld beantragen. Dabei handelt es sich um eine jährliche Zuschusszahlung in Höhe von 1200 Euro pro Kind, die maximal zehn Jahre lang gewährt wird. Um die Leistung zu beanspruchen, darf das Jahreseinkommen der Eltern allerdings nicht 75000 Euro übersteigen, wovon allerdings pro Kind ein Freibetrag von 15000 Euro gestattet ist. Die Einkommenshöchstgrenze für eine Familie mit einem Kind liegt also bei 90000 Euro im Jahr, für eine Familie mit zwei Kindern bei 120000 Euro, usw.

Beachte: Das Baukindergeld ist bis Ende 2020 befristet. Die Baugenehmigung bzw. der Kaufvertrag muss folglich bis zum Jahresende 2020 eingeholt / unterschrieben sein, damit das Baukindergeld bewilligt wird.

Krankenversicherung

Mit Beginn des Jahres 2019 sollen die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung sinken. Zusatzbeiträge sollen künftig zu gleichen Teilen von Arbeitnehmer und Arbeitgeber bezahlt werden.