MENU

Probezelten - Baby-Tagebücher von Anna aus Hitzacker

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.

41. Woche

Probezelten

Probezelten im Garten, Elternzeit, der erste Zahn und Ferienbeginn.

Hallo ihr Lieben,

Ich weiß gerade gar nicht, wie ich diesen Beitrag anfangen soll. Es tut mir so leid, dass ich nicht mehr regelmäßig zum Schreiben komme. Jede Woche weiß ich eine Überschrift. Jede Woche weiß ich, was ich schreiben könnte und habe Sätze dazu im Kopf. Aber zum Aufschreiben komme ich nicht. Die Kinder haben gerne versetzt geschlafen, sodass ich tagsüber durchgehend gefordert war. Obwohl ich auf Pausen für mich achte, hatte das Schreiben darin keinen Platz. Abends brauchen die Kinder oft meine Hände, sodass ich da auch nicht mehr schreiben kann.

Wir sind wohl auch schon deutlich über der 41. Babywoche, aber ich kann das gerade nicht noch nachzählen. Dies soll nach den ganzen schweren Beiträgen mal wieder ein leichterer werden.

Die Babylady ist nun schon bald elf Monate jung. Krabbeln tut sie immer noch nicht. Aber alleine hinsetzen kann sie sich nun. Das macht sie manchmal auch nachts. Ob aus versehen, aus dem Traum oder mit Absicht weiß ich nicht. Auf jedenfall sitzt sie manchmal einfach plötzlich im Bett und guckt ruhig um sich. Da hab ich mich schon bei erschrocken, muss ich sagen. Wir schlafen ja noch gemeinsam in einem Bett. Auch rumrollen tut sie sich darin und wie ein Seestern kann sie auch schon schlafen. Kennt ihr bestimmt. So, dass am besten NIEMAND anders mehr Platz im Bett hat. Wie kann so ein kleiner Mensch nur so viel Platz einnehmen???

Einen Zahn hat sie nun auch. Da war sie einen Tag schrecklich unleidlich und es war ihr gar nichts recht zu machen. Und am nächsten Tag - zack - war das untere Schneidezähnchen da. Sie ist so eine richtig süße Ulknudel. Sie palavert und lamentiert herum und will jetzt "richtig" Essen. Nach dem Motto: Brei ist was für Babys. Sie verlangt nun nach Nudeln am Tisch, liebt Ei, Wassermelone und manch Butterbrot. Auch Heidel- und Himbeeren sind vom Strauch plötzlich essbar, im Gegensatz zu der pürierten Variante. Die Jungs haben unsere Johannisbeersträucher geplündert und sie ließ sich gerne mit den Beeren füttern und juchzte Beinchen wackelnd über das Treiben ihrer Brüder. Ein paar einzelne Beeren hängen noch dran. Ich glaube fast, dass ich davon doch noch ein zwei Sträucher pflanzen muss, damit auch mal was für Marmelade, Gummibärchen und nen Kuchen übrig bleibt. Aber ich bin ja froh, dass sie sie essen. Daher stoppe ich sie nicht.

In der vergangenen Woche hat sich die Kleine das erste mal in den Stand gezogen. Und "Nein nein" gehört nun auch zu ihrem Wortschatz. Unglaublich süß. Sie bekommt nun richtig dichte Haare auf dem Kopf.

Die letzten zwei drei Wochen war viel los. Schule wie Kindergarten verabschiedeten sich in die Sommerferien. Da waren Abschlussfeiern und Sommerfeste, Gitarrenkonzert, Fototag, und allerlei Veranstaltung und Termine. Außerdem haben wir eine tolle Tagesmutter für den Mini gefunden. Wir haben ja leider eine Absage vom Kindergarten bekommen. Da er aber so gerne mit anderen Kindern spielen will und das weder Krabbelgruppe noch Spielplätze hergeben, haben wir nach einer anderen Möglichkeit gesucht. Und wir haben sie gefunden. Mit der Tagesmutter und dem Mini hat es sofort gematcht. Er fragt schon ständig, wann er wieder hin kann. Er hat sich da gleich heimisch gefühlt. Etwas schade ist zwar, dass wir dann jeden morgen mit dem Auto los müssen und ich zu zwei Betreuungsorten fahren muss. Sonst haben wir oft einen Spaziergang mit den Laufrädern draus gemacht. Naja. Man kann leider nicht alles auf einmal haben. Ich bin froh, dass sich diese Möglichkeit ergeben hat. Im Oktober geht es los.
So voll wie die Kindergärten bei uns nämlich noch sind, so leer wird es plötzlich in der U3 Betreuung... Die Geburtenraten sind gesunken und das kommt da wohl schon an.

On top kamen noch die politischen Themen, deren Entscheidungen wir mit Sorge verfolgt haben. Wir haben uns ja für eine klassische Rollenverteilung entschieden. Diese ist aber leider auch von den Finanzen abhängig. Wir sind unglaublich froh, dass die Familienversicherung erstmal weiter bestehen bleibt. Das wäre für uns ein finanzieller Supergau gewesen.
Die neuen Regeln zum Elterngeld machen mich mehr als traurig. Eigentlich einfach nur fassungslos, wie realitätsfern sie sind. Wenn ich mir überlege mein Baby bereits vor über einem Monat in die Betreuung hätte geben zu müssen. Wie viel und wie gerne sie noch stillt. Und ich auch! Diese Zeit hat uns zu gehören! Nicht einer Erzieherin und der Arbeit!!!! Schon eine Abgabe mit zwölf Monaten finde ich sehr früh. Welche Mama dies machen möchte oder braucht, soll sich da bitte ganz frei fühlen. Aber man muss doch wenigstens die Wahl haben.

Wir könnten uns keine drei Monate Elternzeit für meinen Mann leisten. Er hat jetzt noch einen. Über den freuen wir uns auch. Und den wollen wir gemeinsam nehmen. Um als Familie Zeit zu finden, besser zusammenzuwachsen. Und dafür brechen wir aus dem Alltag aus und gehen auf Reisen. Nichts schweißt mehr zusammen als Abenteuer. Eine starke Familie trägt auch durch schwere Zeiten. Daher nutzen wir die Elternzeit dafür. Auch wenn das gemeinsame Reisen in dieser Zeit wohl nicht gern gesehen wird. Aber wie viel Bildung dies auch den Kindern bringt. Wie es einen zusammenschweißt und die Eltern wiederum ganz anders Zeit finden lässt. Ich freu mich schon sehr darauf. Da das Thema Finanzen einfach eine große Sache ist, werden wir Camping ausprobieren. Das wäre zukünftig eine bezahlbare Option für unsere sechsköpfige Familie mal rauszukommen. Also so länger als ein Wochenende. Also haben wir uns einen Minigrundstock Campingkram besorgt und waren am superheißen Wochenende in unserem Garten zum Probecamping.

Mein Mann und der Ninja bauten das Zelt auf. Ein riesiges Teil. Drei Schlafkabinen hat es, die wahlweise separiert oder miteinander verbunden sein können. Davor ein kleiner Aufenthaltsbereich, falls es mal regnet oder so. Das Aufbauen klappte gut. Wir mussten dann ein bisschen Kram an die Zeltleinen stellen, da die kleinen Jungs beim Rennen ständig darüber gefallen sind. Sie haben sie einfach nicht gesehen. Da wurde auch schon klar: Das Probecampen war eine gute Idee! Die Kinder waren so wuselig gespannt über alles, dass sie leicht durchdrehten. Das Zelt wurde im Sturm erobert und sich durch Toben zu eigen gemacht. Das Hereinschleppen vom Schlafzeug, sowie eine ruhige Geschichte ließ den neuen Raum dann heimelig werden. Tagsüber hielten wir uns dann doch eher im Haus auf. Eigentlich wollten wir gerne komplettes Camping simulieren. Aber die 37° oder wie viel es waren mit dieser schwülen Hitze war im Haus einfach viel besser auszuhalten. Das Schlafen klappte gut. Alle fanden zur Ruhe, hatten genügend Platz und schliefen gut. Nur ich wachte irgendwie mit Rückenschmerzen auf. Da muss ich noch rausfinden woran das liegt.

Ein paar Sachen haben sich direkt ergeben, die wir so nicht bedacht hatten und für die Packliste berücksichtigen müssen. Das Wetter tat uns den Gefallen, das Zelt auf Herz und Nieren zu prüfen. Hitze hält es aus und kühlt dank irgend so einem Zirkulationsdingsbums wieder gut aus. Es ist regendicht und ziemlich sturmfest. Nur Schnee konnten wir nicht testen. :D
Und die Kinder sind mit warm geworden und waren sehr traurig über das Abbauen und wieder drinnen schlafen.

So bereiten wir nun also vor, planen und überlegen. Was essen wir bloß ohne Kühlschrank auf dem Campingplatz? Wie bekommen wir die Fahrten am entspanntesten hin? Was brauchen wir wirklich? Wieviel erste Hilfe Zeug braucht man mit abenteuerlustigen Kindern für drei Wochen in den Bergen, am See und am Meer? Ich habe Beschäftigungsmaterial für die längeren Fahrtstrecken herausgesucht und besorgt.
Und nun geht es ans Packen, letzte Besorgungen machen und hoffen, dass die gerade andauernde Infektschleife endlich mal wieder Ruhe gibt. Noch am Wochenende hatten zwei Kinder Fieber.

Drückt die Daumen, dass wir alles entspannt fertig bekommen.
Bis dahin genießen wir erstmal seeeeehr das aktuelle Ausschlafen, morgens nicht in die Kita zu müssen, nach dem Abendessen noch eine runde Schaukeln zu gehen und den ganzen Tag einfach so leben zu können. Einfach richtig Ferien. Ich hatte erst wirklich bammel davor, alle Kinder wieder zuhause zu haben und das alleine. Aber es ist einfach SO schön! Und das tut uns allen gerade richtig gut. Wir genießen richtiges Frühstücken. In Ruhe. Mal draußen, mal drinnen. Kein Los müssen, kein Aufstehen müssen. Wir sind alle eher vom Schlag spät einschlafen und spät aufstehen und können das so nun endlich mal wieder nach der biologischen Uhr leben.
Ich bin schon fast versucht einfach zuhause zu bleiben und die Wochen vor uns hin zu leben. Aber nur fast. Zu sehr freue ich mich auf die unbekannte Ferne. Wobei Ferne relativ ist, da wir in Deutschland bleiben. Ein Kind möchte nicht fliegen und ganz ehrlich: die drei Kleinen sind keine guten Automitfahrer. Ist so! Wenns eine Stunde ohne Gequengel geht, ist das super. Daher haben wir die ursprünglich großen Reisepläne an unsere Situation angepasst und heruntergeschraubt. Es soll schließlich Spaß machen. Und nicht total auslaugen und alle Nerven kosten, nur damir wir weit weg waren.
Ich bin gespannt, voller Vorfreude auf alles und voller Sorgen, wie viel Zank und Streit es geben wird. Ich werde berichten!

Ich hoffe ihr habt auch was Schönes für die Ferien vor.

Viele liebe Grüße von
Anna



Dieses Tagebuch abonnieren:

Neuer Beitrag? Ich möchte benachrichtigt werden! Die Benachrichtigungen kann ich durch Anklicken des "beenden"-Links am Ende jeder eMail stoppen.

Kommentar zu diesem Beitrag schreiben:

Zeichen frei



Kommentare von Lesern:

Bisher wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Einträge der letzten Wochen:

Alle anzeigen
Alle Baby-Tagebücher anzeigen

Aus der 41. Woche schrieben in anderen Tagebüchern:

In allen Baby-Tagebüchern suchen:

nach Stichwort:

nach Babywoche:


Kurse, Termine & Adressen


In diesem Beitrag geht's um:

Elternzeit, Babys Entwicklung, Familienleben