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In der Sächsischen Schweiz - Baby-Tagebücher von Anna aus Hitzacker

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.

44. Woche

In der Sächsischen Schweiz

Berge, Rehe, Abgründe und eine Burg. Mit vier Kindern in einer Ferienwohnung zum Wandern.

Hallo ihr Lieben,

Eine Woche voll beeindruckender Landschaften und jede Menge Schwierigkeiten liegt hinter uns. Wir fuhren vom Hartz weiter nach Pirna, in die Sächsische Schweiz.
Die Autofahrt versuchten wir wieder so zu timen wie zuletzt. Und tatsächlich taten die kleinen Jungs uns den Gefallen einen Mittagsschlaf zu machen, während die Babylady fröhlich erzählte und Juks machte. Zum Schluss merkte man aber, dass die Geduld und das lange Sitzen im Auto bereits Gestern verlangt worden war. Eine Pause war nötig und die letzte halbe Stunde wurde sich gut beschwert. Worauf ich vorher auch nicht gekommen bin: Mehrere Kinder zu haben bringt wirklich ganz neue Herausforderungen mit sich. Davon hat mir auch keiner erzählt... Wir hatten die Schwierigkeit, dass auf unserer Fahrstrecke durch die Berge plötzlich Tunnel auftauchten. Kurze wie lange. Mit Beleuchtung und ohne. Tja, das eine Kind war sehr begeistert und wollte am liebsten nur noch durch Tunnel fahren. Ein anderes fand eben diese Tunnel ganz furchtbar und wollte bitte durch KEINEN EINZIGEN mehr fahren! Also brachte jeder gesichtete Tunnel große Freude, wie auch halbe Wutanfälle mit sich. Was sich nicht änderte: wir mussten alle durch diesen Tunnel durch! Oh man ich sags euch....

Angekommen und alle leicht gereizt lösten wir die kniffelige Parksituation und bezogen unsere Ferienwohnung in Pirna. Rückblickend würde ich fürs nächste Mal eher Bad Schandau wählen, da man von dort doch erheblich kürzere Wege hat. Die Kinder noch ganz ausgeschlafen und aufgekratzt konnten wir erst um 22.30 uhr ins Bett bewegen. Schön war der Anfang nicht. Die Kinder sind so durchgedreht, dass unglaublich viel gestritten, geschrien, geärgert und nicht gehört wurde. Das war unglaublich anstrengend. Ich bin wirklich gespannt wie es nun ist, wenn wir morgen zum Campingplatz fahren. Geht das dann wieder von vorne los? Oder sind wir jetzt im Reisemodus angekommen?
Nun am Ende der Woche sind wir nämlich wirklich angekommen. Wir haben noch so viel was wir hier gerne machen möchten. Also die Sächsische Schweiz gefällt uns wirklich gut und ist mit ihren plötzlichen hohen Felsen einfach ein ganz besonderer Anblick!

Zurück in die Ferienwohnung. Wir haben hauptsächlich selbst gekocht. Die Nachbarn taten mir schon sehr leid. Hut ab vor allen Familien mit lautstarken Kindern, die in einer Wohnung leben. Ich bin nochmal dankbarer für unser Haus. Am Ende der Woche habe ich akzeptiert, dass eine Familie mit mehreren Kindern einfach laut ist. Zumindest unsere. Es wird laut protestiert, gestritten, sich gefreut, gespielt, gerannt und hin und her gelaufen. Und auch die Dusche läuft bei so vielen Personen einfach öfter. Die Kinder bemerkten die Unterschiede. Wie klein die Küche ist, das Bad und die Waschmaschine, die wir ende der Woche ein paar mal anstellen mussten. Und trotzdem sind wir gut zurecht gekommen.

Das Rehkitz, das plötzlich am Wohnzimmerfenster vorbei lief und sich ein paar Leckereien aus der Wiese schnappte war der erste magische Moment, der uns abholte. Die Kinder standen ruhig und andächtig am Fenster und beobachteten während ich Spaghetti Bolognese und Salat machte.

Wir besuchten die Festung Königstein. Zwei mal. Einmal liefen wir drumherum, weil wir einfach schon zu spät dran waren. Dabei schockte uns unser Mini, der nächsten Monat drei Jahre alt wird. Er hat die Haltung "Was soll mir schon passieren??!" mit der er durchs Leben geht. Und wie sich herausstellte liebt er Abgründe. Er findet sie faszinierend und glaubt mir, er findet jeden! Und stellt sich genau auf die Kante und philosophiert. Das gab ein paar ganz schöne Schockmomente und viel gezeter, weil es einfach Stellen gab an denen er dadurch definitiv an die Hand musste. Das mag er aber gerade wieder absolut garnicht.

Das zweite mal sahen wir uns die Burg von innen an. Außer der Ninja. Der wollte lieber "richtig" wandern gehen und ist auf eigenen Wunsch den Malerweg alleine gegangen. Also eine Etappe. Das möchte ich auch zu gerne machen. Aber ohne Kinder. 116km ist er lang.
Zum Ende des Tages spielten wir uns mehr und mehr ein. Die Kinder verstanden, dass man hier Dinge entdecken kann. Tiefe Proviantlager mit riesigen Fässern, einen tiefen Brunnen in Handarbeit geschlagen. Winkel, Erker, Treppen und Tore. Und Eis.
Wieder war oft das Absturz-An der Hand gehen-Thema vorhanden. Aber am Ende des Tages gingen wir glücklich und voller neuer Eindrücke nachhause.
Den Fahrradanhänger ließen wir beim zweiten mal zuhause und tauschten ihn gegen Rucksack und Babytrage. Eine Kraxe wollten wir uns nicht noch holen und tatsächlich haben die kleinen Jungs das Laufen gut geschafft.

Ein kindgerechter Wanderweg, den wir laufen wollten existierte leider nicht mehr. So fanden wir einen anderen mit einer Turmruine und vielen Treppen. Es war wirklich schwierig für uns passende Wanderwege zu finden. Für mich und meinen Mann ist das ganz neu und wo und wie wir die richtigen Infos finden haben wir erst nach und nach herausgefunden. So lief einiges anders als gedacht. Es gibt eine Website von der Sächsischen Schweiz, wo alle Wanderwege mit Infos zu gelistet sind. Hätten wir das nur gleich gewusst. Dann hätten wir viel mehr Touren machen können. Also wer Wanderlust bekommt und mal stöbern möchte...:
https://www.saechsische-schweiz.de/
Es wird auch angegeben ob der Weg mit Rollstuhl oder Kinderwagen begehbar ist.

Mein Mann initiierte einen tollen Spieleabend mit Knabberkram und Jenga. Die Kinder haben toll mitgespielt und gingen einfach anders spielen als sie keine Lust mehr hatten. So lieferten mein Mann, der Ninja und ich uns ein einstündiges Battle, bis der Turm fiel. Als ob dieser Abend etwas zum Platzen gebracht hatte wurde es plötzlich ruhiger. Die Kinder spielten mehr. Auch miteinander. Richtig schön.

Zum Schluss, und ich bin unglaublich froh, dass ich mich das getraut habe, sind wir zum "Kuhstall" hochgewandert. Ich dachte, dass das nichts wird mit den Kindern zu Fuß und ohne Wagen und den Abgründen und überhaupt. Aber ich wollte es probieren mit der Möglichkeit jederzeit umzukehren, wenn es halt nicht mehr geht. Und was soll ich sagen: wir haben zwar über 1,5 Stunden für den als 30 minütig angegeben Aufstieg gebraucht. ABER wir sind oben angekommen. Der Ninja lief immer kreuz und quer voraus und kletterte herum. Der Midi rannte zwischen den vorderen und hinteren Parteien hin und her. Der Mini blieb überall stehen, "steckte fest" und fachsimpelte über Wurzeln und Äste die man schmeißen kann. Er erklärte, dass er bei Geländern nicht an die Hand müsste. Egal ob er drunter durch oder dazwischen durchpasste oder nicht. Geländer ist schließlich Geländer!
Und er erläuterte Fremden den Weg und seine Besonderheiten. Dabei war er ganz fasziniert, dass Bäume über ihre Wurzeln miteinander kommunizieren, als wir eine rege Diskussion darüber hatten warum man manche Stöcker einfach aufheben kann, Wurzeln aber nicht, obwohl sie auf dem Boden "liegen". Und das man sie auch nicht herausreißen darf.

Den geplanten Rundweg konnten wir dann leider leider leider nicht mehr nehmen, weil es einfach schon zu spät war. Obwohl ed ubs allen in den Füßen juckte diese verführerisch schiefe Treppe hinabzusteigen. Dafür hatten wir das Plateau fast für uns alleine. Und ich bin sehr stolz auf die kleinen Jungs und auf meine Geduld mit ihnen. Sie sind fast die ganze Strecke gelaufen. Und sie waren richtig mutig und sind mit uns noch die "Himmelsleiter" hochgeklettert. Das ist eine sehr schmale und hohe Metalltreppe, die zwischen zwei Felsen montiert wurde. Man kann die Arme nicht ganz ausstrecken. Zu den Seiten geht es teilweise einfach steil runter. Jeder von uns nahm ein Kind vor sich und hoch gings. Und was für ein Ausblick! Diese Felsen - das Felsentor, sowie dieser unglaubliche Ausblick haben mich endlich mal wieder so richtig staunen lassen. Ein tolles Gefühl! Für diesen Tag bin ich ganz besonders dankbar. Und es war ein wunderschöner Abschluss. Auch wenn ich jetzt erst recht noch mehr hier mit den Kindern wandern möchte.

Diese freuen sich aber nun aufs Camping, wo wir eine befreundete Familie treffen werden. Also haben wir alles wieder eingepackt, sämtliche Spielsachen aus allen Winkeln und unter den Betten hervorgesucht und setzen uns morgen wieder ins Auto für die nächste Etappe.

Wir kommen wieder! Märchenhaft oder wie aus dem Herrn der Ringe sind die Wälder. Wurzeln und große Felsen prägen eindrucksvoll die Landschaft. Im Wald macht die große Hitze viel weniger aus. Es ist angenehm zu laufen. Die Babylady war einfach immer in der Trage mit dabei. So konnte sie schlafen oder gucken und hatte viel Körperkontakt. Tatsächlich übt sie nun das freihändigr Stehen, krabbelt immer wieder und hat laut meinem Mann ihre ersten freihen Schritte gemacht. Er hat es aus dem Augenwinkel gesehen. Ich war duschen. Na mal gucken. Sie wills jetzt wissen.

Das Parken mit dem Auto ist leider ziemlich teuer. Wären die Kids größer, hätten wir gerne den öffentlichen Nahverkehr genutzt. Der ist mit der Gästekarte sogar umsonst. Aber so haben wir unser aller Nerven den Vorrang gegeben. Die Kinder konnten einschlafen, wir hatten Beschäftigungsmaterial dabei und mussten nicht an befahrenen Straßen warten.

Erfahrungen, viele Eindrücke und noch viel mehr Ideen was wir nächstes mal machen wollen sind im Gepäck.

Also auf wiedersehen sächsische Schweiz und hallo Mecklenburgische Seenplatte.

Von unserem Campingabschnitt der Reise berichte ich euch das nächste Mal.

Bis dahin liebe Grüße und genießt den Sommer.
Anna

Tagebuch Anna

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Wandern mit Kindern, Urlaub in der Ferienwohnung, Sächsische Schweiz