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Großfamilie auf großer Fahrt - Baby-Tagebücher von Anna aus Hitzacker

Hautnah. Intensiv. Liebenswert. Folgt hier den Babytagebuch-Bloger:innen und erlebt regelmäßig, wenn frischgebackene Mütter und Väter ihr Leben mit euch teilen. Jede Woche lassen sie euch an ihrer neuen Lebenszeit mit Baby teilhaben und geben ganz persönliche Einblicke: Was hat der Sprössling diese Woche Tolles gelernt? Wie geht es den jungen Eltern mit dem kleinen Knirps? Welche Herausforderungen begegnen den Neu-Mamas und Neu-Papas mit ihrem Neugeborenen? In den Baby-Tagebüchern seid ihr live dabei, von ersten Arztbesuchen bis zu holprigen Gehversuchen. Ob liebenswert chaotisch oder rührend besinnlich: Immer erhaltet ihr einen unverfälschten, authentischen und persönlichen Einblick in das aufregende Leben einer Jungfamilie.

43. Woche

Großfamilie auf großer Fahrt

Unsere Reise beginnt.

Hallo ihr Lieben,

Wir sind aufgeregt. Es geht los. Das erste Mal überhaupt starten wir als Familie in einen längeren Urlaub. Ich freue mich drauf, habe aber auch viele Sorgen ob das alles so klappen wird...

Am Sonntag war das große Packen. Den ganzen Tag wuselten wir durchs Haus, tauschten die Kinder und packten bis die Sonne unterging. Wir wollten heute den Fernseher zur Beschäftigung für die Kinder nutzen, da ich und mein Mann beide alle Hände voll zu tun hatten. Unsere Kinder verblüfften uns, da sie trotz Fernseherlaubnis bis weit in den Mittag hinein einfach wunderbar spielten.

Da wir an verschiedene Orte fahren, haben wir uns Kisten besorgt statt Koffer und diese für die jeweiligen Orte gepackt. Für die Berge, fürs Camping und fürs Meer. Am Abend habe ich alles was noch erledigt werden musste vor der großen Abfahrt auf einen Zettel am Kühlschrank geschrieben. Das ist eine super Sache. Ich versuche ja meinen persönlichen Mental Load zu reduzieren, bzw. den der ganzen Familie besser aufzuteilen. Da ich immer die Beschäftigte bin und die anderen irgendwann nicht mehr wissen was zu tun ist, kann ich nun einfach sagen: "Guck auf die Liste am Kühlschrank und hak ab." Das funktioniert richtig gut. Alles wird zuverlässig erledigt und das ohne das ich ständig durch Fragen gestört werde und dann noch nachdenken muss was ich demjenigen nun übertragen könnte und was noch gemacht werden muss. Und jeder kann sich das raussuchen was ihm gerade am meisten liegt.

Mein Mann und ich werden immer besser in diesem zusammen loskommen. Haben wir uns noch beim ersten Tagesausflug total in die Wolle bekommen, sodass wir kurz vorm Abbruch desselbigen standen, so haben wir diesmal sogar rumgeflachst und Hand in Hand gearbeitet. Klar kann jeder alles machen. Aber wir machen jetzt jeder das worin derjenige am besten ist und teilen uns auf. Das klappt wunderbar. Ich packe drinnen. So weiß ich, dass ich alles was ich als wichtig empfinde für mich und die Kinder dabei habe. Mein Mann spielt das Tetris mit dem Auto, Dachbox und Anhänger. Ja so viel brauchen wir an Stauraum für sechs Personen für gute drei Wochen. Vor allem das große Zelt und der Fahrradanhänger nehmen viel Platz ein. Dieser fungiert als Kinderwagenersatz, sodass nicht nur die Babylady, sondern auch die großen Brüder sich mal setzen können. Wir haben leider ziemlich lauffaule Kinder. Und dem Mini tun immer mal die Beine unerwartet weh. Da sind wir dran. Und eine Menge Essen ist auch noch dabei. Für die Verpflegung in der Ferienwohnung, sowie für unterwegs. Ich weiß nicht wie das bei euch ist, aber bei uns muss unterwegs immer was zu essen dabei sein.

Wir haben es tatsächlich geschafft alles zu packen und das Auto zu präparieren. Mülltüten für den anfallenden Müll der Fahrt an die Türen geknotet, Schoner mit Taschen für die Rückseiten der Vordersitze, wo Trinkflaschen usw. reinkommen und Haken an den Kopfstützen als Aufhängung für die Beschäftigungstaschen. Ich habe einiges an Spielzeug besorgt, was nur im Auto, bzw. noch zum Essen gehen zum Spielen zur Verfügung steht.

Am nächsten Vormittag haben wir geschlafen bis das Baby uns weckte, haben in ruhe gefrühstückt, die letzten Sachen erledigt und sind dann losgefahren. Mit dem Fahren ist das nämlich so eine Sache mit mehreren Kindern. Da muss ich echt lachen was das für eine Spießrutenplanung ist. Aber es lohnt sich. Wir werden dann nämlich mit einer ruhigen Fahrt belohnt. Also: Der Ninja ist hier pflegeleicht und verzieht sich mit seinem Hörbuchschatz nach hinten auf seinen Sitz. Mit den Jungs ist es am entspanntesten, wenn wir mittags fahren, sodass sie dabei schlafen, aber abends dann auch um 22 uhr wieder müde für die Nacht sind. Die Babylady kann gerade nur wach auto fahren. Zum Schlafen braucht sie Körperkontakt. Beim Versuch im Auto zu schlafen schreit sie sich in 95% der Fälle in Rage. Da sie gerade wechselt zwischen einem Mittagsschlaf und zwei Schläfchen am Vor- und Nachmittag, kommt sie dann vor dem Losfahren in die Trage und pennt da ca. Eine Stunde. Dann können wir fahren. Sie ist Happy, brabbelt einem ein Ohr ab, trinkt aus ihrem Becher was sie jetzt kann, oder sie lässt sich von mir mit Trauben oder Quetschie füttern. Ja, die gibts bei uns für die Fahrt oder unterwegs. Auch Apfelstücke oder Brötchen gehen, sowie diverses Spielzeug, was sie gerne mal mit schalkhaftem Blick in hohem Bogen zwischen Tür und Sitz pfeffert.

Ich hab mir Strickzeug mitgenommen und Bücher. Mein Mann fährt, weil ihm sonst zu langweilig ist. Ich bespaße und versorge drumherum und kann mir die Landschaft angucken. Kann er nicht mehr, tauschen wir. Leider stellte sich dann wärend der Fahrt heraus, dass der Midi wohl keine Ich-guck-da-drauf-Aktivitäten machen kann, da ihm davon übel wird. Also haben wir "Ich sehe was was du nicht siehst" gespielt, aus dem Fenster geguckt und vorgelesen. Dafür hatte ich noch ein neues Buch besorgt. Die ganze Vorbereitung hat sich gelohnt. Ich persönlich weigere mich ja einfach einen Bildschirm im Auto zu installieren. Klar wäre das einfacher. Aber nee. Die Kinder dürfen sich auch mal langweilen, man muss dann mal pause machen und kann sich miteinander beschäftigen.

Nach vielen "Wann sind wir da??" Und "Ich habe keine Lust mehr im Auto zu sitzen" erreichten wir unser erstes Etappenziel: Goslar.
Mein Mann und ich sehen uns immer wieder im Rückspiegel an und beglückwünschen uns zu der weisen Entscheidung nicht nach Spanien zu reisen. Wir haben die erste Etappe gut hinbekommen. Wir spielen unsere Stärken aus. Das war etwas Arbeit, die wir im Zuge kleinerer Urlaube an Erfahrung gewonnen haben. Aber nach den drei Stunden haben die Kinder absolut keinen Bock mehr und auch wir Eltern merken, dass es reicht.
Goslar ist schön. Leider bleiben wir nur eine Nacht. Wir wollen hier beim Harzer Schnitzelkönig essen. Ein super leckeres Restaurant mit riesigen Schnitzeln und unglaublich leckerem Salat und Hausgemachtem Eistee, das wir letztes Jahr entdeckt haben. Wir müssen nochmal einen längeren Urlaub im Harz machen. Es ist einfach schön da.

Der Urlaub hat schon was gebracht. Ich sags euch. Als wir am nächsten Tag beim Schnitzelkönig fertig waren quengelte ein Kind: "Och man, ich will jetzt endlich in den Wald gehen!" Mein Mann und ich fielen fast um. Sowas sagen unsere Kinder sonst leider nie. Der Aufenthalt dort am Vortag hat wohl eindruck hinterlassen. Dickes Moos wie ein Teppich, Springkraut, jede Menge Stöcker, sowie Schieferadern, Wurzeln und Kletterberge.

Die Nacht war gut und so ging es am nächsten Tag dann nach dem Mittagessen weiter in die Sächsische Schweiz. Unserem ersten richtigen Urlaubsziel.

Davon erzähle ich euch im nächsten Beitrag.

Liebste Grüße von Anna



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