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Infos für Väter - Väter in der Stillzeit

In den vergangenen Jahrzehnten hat sich die Aufgabe der Väter entscheidend verändert. Früher war der Vater für das Erhalten und das Ernähren der Familie zuständig. Die Mutter hatte die Aufgabe, die Kinder zu erziehen. Bereits während der Geburt und im Wochenbett übernahm die Mutter die alleinige Verantwortung für den Säugling. Auch in der späteren Kindheit versuchten nur wenige Väter, sich an der Erziehung der Kinder zu beteiligen. Sie waren die Respektperson für die Kinder, dem sie gehorchen mussten.

In diesem Artikel:

Väter in der Stillzeit

Viele Männer sind bemüht, neben dem Berufsleben den Weg ins Familienleben zu finden und eine aktive Rolle bei der Erziehung der Kinder zu übernehmen. Da Ihnen einerseits Vorbilder fehlen und die klassische Rollentrennung von Frau und Mann aufgehoben wurde, wird es ihnen nicht leicht gemacht.

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 Häufig verhindern gesellschaftliche Konventionen, dass sich Männer als „Papas“ begreifen, Austausch unter den Männern zu diesem Thema findet wenig statt und auch Literatur zu diesem Thema ist kaum zu finden. Untersuchungen zeigen, wie wichtig es ist, dass Jungen früh erfahren, was Einfühlungsvermögen und Zärtlichkeit bedeuten, um zu einem rücksichtsvollen und sinnlichen Lebens- und Sexualpartner sowie zu einem einfühlsamen Vater heranzuwachsen.

Die Frau wird zur Mutter, in dem sie ein Kind zur Welt bringt. Die Situation für den Vater ist ganz anders. Ein Mann wird nicht durch den Akt des „Erzeugens“ zum Vater, sondern wächst mit dem Kontakt zu seinem Nachwuchs.

Viele Männer haben bis zur Geburt ihres ersten Kindes keine Ahnung, was mit dem kleinen Familienmitglied auf sie zukommt. Da den meisten Männern der Umgang mit Babys und Kleinkindern in ihrer Jugend zur Gänze fehlt und unter Männern dieses Thema auch nie Gesprächsstoff ist, haben diese Männer keine reale Vorstellung über das Leben mit einem Kind. Der Vater wird – nach der ersten Euphorie kurz nach der Geburt – von verschiedenen Fragen geplagt: Kann ich ausreichend für meine Familie sorgen? Wie verändert sich unsere Paar-Beziehung? Wie kann ich meinem Kind ein guter Vater sein?

Möglichkeiten, eine gute Familienbeziehung aufzubauen

Mittlerweile ist es üblich, dass werdende Väter ihre Frauen zum Geburtsvorbereitungskurs und zur Geburt begleiten. So können sie ihre Frau unterstützen und müssen nicht passiv abwarten, bis das Kind geboren ist. Alle Säuglinge lieben es, geknuddelt und gekitzelt zu werden, zu spielen, Dinge zu erkunden und in die Luft geworfen zu werden. Mit Ausnahme des Stillens können auch Väter alle Leistungen vollbringen, auf die ein Kind angewiesen ist, obwohl sie dabei anders vorgehen. Von dieser Andersartigkeit profitieren die Kinder von Anfang an. Frauen sollten ihre Männer alleine tun lassen, was diese möchten. Einerseits brauchen die Frauen die Unterstützung ihres Mannes, andererseits kritisieren sie ihn in dem, wie er was tut. Das führt dazu, dass sich die Männer zurückziehen. Will man dieses vermeiden, hilft es einerseits darüber zu sprechen, andererseits evtl. auch, den Raum zu verlassen und Vater und Kind allein tun zu lassen.

Kontakte und Infos

Gruppen zum Austausch bieten Still- und Laktationsberaterinnen IBCLCs zu finden im Internet unter www.bdl-stillen.de.

La Leche Liga
www.lalecheliga.de

Arbeitsgemeinschaft Freier Stillgruppen
www.afs-stillen.de

Die La Leche Liga Österreich hat einen Infobrief „Vater werden ... und wie geht es weiter?“ herausgegeben, den du unter www.lalecheliga.at bestellen kannst.

Tragen im Tragetuch ist zum Beispiel eine Möglichkeit, wie Väter eine gute Beziehung zu ihrem Kind schon ganz früh aufbauen können. Gerade wenn sie abends von der Arbeit nach Hause kommen und die Mutter erschöpft ist, kann so allen geholfen werden. Häufig wird unterschätzt, wie anstrengend ein Tag für eine junge Mutter sein kann. Oder die Männer sind erstaunt, warum abends der Haushalt so brach liegt, wo doch die Frau den ganzen Tag zu Hause war.

In der Babyphase ist es für einen Säugling wichtig, eine besonders enge Beziehung zu einer Person aufzubauen. Für gewöhnlich ist diese Person seine Mutter, da sie mit dem Kind die zeitlich längste Beziehung hat, ihm eine besondere Zuneigung entgegenbringt und es mit Muttermilch versorgt. Abzustillen, damit auch der Vater die Ernährung des Kindes übernehmen kann, ist häufig nur ein vorgeschobener Grund. Väter können sich auf ganz andere Weise einbringen.

Die Entscheidung für die Dauer der Stillzeit hängt von vielen Faktoren ab

Dabei zählt nicht nur ihr eigenes Wissen und die Verfügbarkeit von stillfreundlich eingestellten und gut informierten Fachkräften, sondern auch das Wissen und die emotionale Einstellung der unmittelbaren Umgebung. Erfahrungsgemäß gibt es im letzteren Bereich für die Mutter zwei Haupthindernisse bei der Stillentscheidung. Einerseits ist dies die Einstellung der eigenen Mutter bzw. der Schwiegermutter, die Stillen aufgrund eigener Erfahrungswerte oder des eigenen veralterten Wissensstandes als unzureichende Ernährung für ihr Enkelkind betrachtet und ihr Enkelkind gern selbst ernähren und verwöhnen möchte. Andererseits ist es die Unsicherheit oder Unwissenheit der Väter, denen nicht bewusst ist, wie wichtig Stillen für ihre Kinder ist und welche Vorteile es für sie persönlich bringt, wenn ihre Frau das Kind stillt. Daher sollten sich auch die Väter schon während der Schwangerschaft informieren, um ihrer Frau später ein sicheres Umfeld zu geben. Väter können der Schutz für ihre Familie sein, indem sie ihre Frauen stärken.

Häufig entsteht mit der Änderung der Partnerschaftsbeziehung durch die Geburt des Kindes Eifersucht. Einerseits sind die Väter eifersüchtig auf das Kind, das ihnen so ganz die Partnerin zu nehmen scheint. Andererseits sind die Frauen eifersüchtig, wenn sie sehen, wie zärtlich die Väter mit ihrem Kind umgehen, während die Männer sich gleichzeitig weniger um ihre Partnerin kümmern. Wichtig ist gerade in dieser sensiblen Anfangszeit, dass sich die Paare Zeit für Gespräche miteinander nehmen. Werden die eigenen Gefühle wahrgenommen und darüber gesprochen, diese gegenseitig akzeptiert und gemeinsam Lösungsmöglichkeiten gesucht, können Konflikte schon von vornherein vermieden werden.


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