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Kita Eingewöhnung: Tipps für einen erfolgreichen Start

Es ist ein Abschied von einer zumeist sehr intensiven Lebensphase. Der Kita-Start ist ein großer Schritt für alle und darum sollte die Eingewöhnung so sensibel wie möglich gestaltet werden.

In diesem Artikel:

Die Trennung muss gut vorbereitet sein

„Als damals die Erzieherin meines Sohnes anrief, um einen Termin für den Hausbesuch, der ein wichtiger Baustein des Eingewöhnungsprozesses ist, zu vereinbaren, hätte ich am liebsten alles rückgängig gemacht“, erzählt Julia. Mein Baby in die Krippe geben? Unmöglich, dachte sie. Es ist ihr viertes Kind, und sie und ihre Familie sind bereits seit zwölf Jahren Stammgäste der Einrichtung. Doch gegen Tränen und Abschiedsschmerz ist sie auch dieses Mal nicht gewappnet.

Kein Wunder, denn aus entwicklungspsychologischer Sicht ist die Bindung eines kleinen Kindes an einen vertrauten Menschen, der verlässlich da ist, überlebenswichtig. Eine Trennung verursacht Stress und muss darum gut vorbereitet werden.

Weitere Infos

Hier geht´s zum Elternbrief des Staatsinstituts für Frühpädagogik – Arbeitsort von Prof. Fabienne Becker-Stoll – zum Thema „Eingewöhnung in die Kita“

www.ifp.bayern.de/etwasneuesbeginnt.pdf

Wie lange dauert die Kita Eingewöhnung?

Vier bis sechs Wochen sollten Eltern für die Eingewöhnung eines kleinen Kindes einplanen, sagt Prof. Fabienne Becker-Stoll vom Staatsinstitut für Frühpädagogik in München. Manchmal geht es schneller, manchmal brauchen Kinder nach einigen Monaten, nach einer Krankheitsphase oder nach einem längeren Urlaub erneut eine Mini-Eingewöhnung. Egal ob sie nach dem Berliner oder Münchner Modell erfolgt, die Eingewöhnung sollte stufenweise erfolgen, sich immer nach dem Kind richten und die Eltern in den Eingewöhnungsprozess miteinbeziehen. Ihre aktive Teilnahme ist einer der wesentlichen Erfolgsfaktoren.

Entscheidend ist auch ihr erstes Bauchgefühl: Eltern müssen in die künftige Kita ihres Kindes kommen und sich gleich wohlfühlen. „Wenn ich als Mutter oder Vater denke, hier ist es schön, hier würde ich auch gerne bleiben, ist das ein gutes Indiz“, meint Fabienne Becker-Stoll.

Buchtipp

Buchtipp - Lotta in der KitaLotta in der Kita

Mutter Katrin sucht nach der idealen Kita für ihre Tochter Lotta, und wir als Leserinnen und Leser dürfen Lotta von Eingewöhnung bis zum Abschied aus der Kita begleiten. Den Themen Kitaauswahl und Lottas Eingewöhnung, die nicht gerade einfach verläuft, widmet die erfahrene Psychologin und zweifache Mutter Aylin Lenbet knapp die Hälfte ihres Buches. Danach geht es um typische Situationen im Kitaalltag und welche Zeichen dafür sprechen, dass Lotta reif für die Schule ist.

Der Autorin gelingt es hervorragend, uns die Welt unserer Kinder nahe zu bringen und Handlungsweisen und Gefühle für uns zu interpretieren.

Aylin Lenbet, Lotta in der Kita: Fröhlich durch die Kindergartenzeit, TRIAS, 2014, 14,99 Euro, ISBN 978-3-8304-6980-3

Berliner Modell: Eltern aktiv miteinbeziehen

Zunächst besucht das Kind die Kita für einen begrenzten Zeitraum gemeinsam mit Mutter oder Vater. In dieser Zeit bleiben Mutter und Vater zwar im Gruppenraum, verhalten sich aber passiv, während die Bezugserzieherin versucht, einen ersten Kontakt zum Kind aufzubauen. „Erst wenn das gelungen ist, kann der nächste Schritt erfolgen“, so Expertin Becker-Stoll. „Eine Trennung übereilt zu forcieren, führt nur zu Rückschlägen.“ Anfangs sollte nach Möglichkeit entweder nur Mama oder nur Papa das Kind in die Kita bringen. Klarheit hilft gerade den ganz Kleinen. Gut ist es auch, wenn die Eltern das erste Wickeln und Füttern in der Krippe begleiten und der Erzieherin zeigen, welchen Ablauf das Kind kennt.

Zur Vorbereitung können Eltern ein bis zwei Wochen vor dem Start bei einem kleinen Spaziergang am Kita-Gelände vorbeigehen und ihrem Kind zeigen, wo es bald spielen wird.

Trennungsschmerz: Zeichen einer sicheren Bindung

Auch bei einem Kind, das schon mehrere Wochen oder Monate in die KiTa geht, fließen mitunter morgens Abschiedstränchen. Sie sind ein Zeichen einer engen Bindung an die Eltern. Die Eingewöhnung ist dennoch gelungen, wenn das Kind in diesem Fall aktiv Trost bei seiner Bezugserzieherin sucht, findet und ein paar Minuten später fröhlich spielt. Bleibt das Kind aber in Daueralarmbereitschaft, stimmt etwas nicht.

Hellhörig werden sollten Eltern, wenn sie den Verdacht haben, ihrem Kind geht es in der Einrichtung nicht gut. Wenn im Eingewöhnungsprozess nach Wochen keine Fortschritte zu sehen sind und auch die Eltern sich in ihren Sorgen nicht unterstützt und gehört fühlen. „Dann sollte man unbedingt die Reißleine ziehen und nach einer anderen Lösung suchen“, rät Expertin Becker-Stoll.


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