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Richtige Schuhgröße Kinder

Dein Kind rennt, klettert, spielt und sagt kein Wort darüber, dass der Schuh drückt? Leider bedeutet das nicht automatisch, dass die Füße noch ausreichend Platz haben. Kinderfüße wachsen schnell, aber eine aktuelle Meta-Studie zeigt jetzt, dass die Kinder sich meist erst spät oder gar nicht beschweren, wenn ihre Schuhe nicht mehr gut passen.

In diesem Artikel:

Warum Kinder selten sagen, dass der Schuh drückt

Kinder können in der Regel nicht zuverlässig einschätzen, ob ein Schuh noch genügend Platz bietet. Ihre Füße sind weicher und formbarer als die von Erwachsenen, weshalb ein zu enger Schuh nicht immer direkt Beschwerden verursacht.

Die von Siemes Schuhcenter veröffentlichte Meta-Studie zu Kinderschuhen verweist darauf, dass über 60 Prozent der Kinder ihre Schuhe noch als passend bewerten, wenn diese keinen Spielraum mehr lassen oder innen sogar kürzer als der Kinderfuß sind. Das bedeutet nicht, dass die Kinder bewusst etwas verschweigen, sondern sie empfinden es tatsächlich nicht als Problem.

 

„Ist bequem“ ist keine sichere Antwort

Eltern fragen ihre Kinder beim Anprobieren, ob der Schuh sich bequem anfühlt. Die Antwort allein reicht aber nicht aus, um die Passform verlässlich beurteilen zu können. Selbst wenn ein Kind einen Schuh als absolut bequem empfindet, kann er unpassend sein und dadurch die gesunde Entwicklung des Kinderfußes langfristig beeinträchtigen.

Hinzu kommt, dass sich Kinder an ihre Schuhe gewöhnen. Der Lieblingsschuh fühlt sich auch dann noch vertraut an, wenn er innen kaum noch Platz bietet. Deshalb solltest du nicht erst dann reagieren, wenn dein Kind über einen drückenden Schuh klagt. Dann ist dieser nämlich möglicherweise schon länger zu klein gewesen.

 

Schuhgrößen können täuschen

Im Rahmen der untersuchten Studien wurden die angegebenen Schuhgrößen und die tatsächliche Innenlänge der Schuhe miteinander verglichen. Hierbei ergaben sich zum Teil deutliche Abweichungen. Einige Schuhe fallen innen wesentlich kürzer aus, als es angesichts der Größenangabe zu erwarten wäre. Für Eltern bedeutet das, dass sie nicht rein nach Schuhgröße kaufen sollten, sondern immer den individuellen Schuh beurteilen müssen. Experten raten daher, beim Schuhkauf folgendermaßen vorzugehen:

 

  • Miss beide Füße, denn sie können unterschiedlich lang sein.     
  • Orientiere dich immer am größeren Fuß.   
  • Miss die Innenlänge des Schuhs  
  • Kontrolliere regelmäßig, ob dein Kind noch genügend Platz im Schuh hat. Bei Wachstumsschüben sollten die Kontrollen in kürzeren Abständen erfolgen.

In der Studie wird als sinnvoller Spielraum eine Länge von 12 bis 17 Millimetern genannt. Ist weniger Platz vorhanden, kann das Druckstellen und Fehlstellungen begünstigen. Zu viel Platz sollte aber ebenfalls nicht vorhanden sein, weil andernfalls der Fuß im Schuh rutschen kann.

 

Die Passform bei Hausschuhen nicht vernachlässigen

Straßenschuhe werden draußen getragen, sind dadurch regelmäßig schmutzig und nutzen sich sichtbar ab. Daher wird hier die Passform meist öfter kontrolliert, während Hausschuhe unter dem Bett, in der Garderobe oder im Kita-Fach länger unbeachtet bleiben.

Laut den analysierten Studien tragen viele Kinder sowohl zu kurze Straßenschuhe als auch zu kurze Hausschuhe. Insbesondere Hausschuhe mögen noch vollkommen in Ordnung aussehen, für den Kinderfuß aber bereits viel zu klein sein.

 

Wachstum hält sich nicht an den Kalender

In vielen Familien ist es üblich, die Passform der Schuhe zu festen Terminen zu kontrollieren. Typisch sind zum Beispiel alle drei Monate, zum Wechsel der Jahreszeiten oder wenn ohnehin neue Kleidung gekauft werden muss.

Die Studie betont, dass solche festen Regeln nur begrenzt hilfreich sind. Kinderfüße wachsen in einem individuellen und nicht immer gleichmäßigen Tempo. Während manchmal monatelang wenig passiert, kann ein Wachstumsschub dafür sorgen, dass Schuhe deutlich schneller als erwartet zu klein werden. Insbesondere bei jüngeren Kindern kann daher eine häufigere Kontrolle ratsam sein. Entscheidend ist schließlich nicht der Kalender, sondern das individuelle Wachstum des Kindes.

 

Was du aus der Studie für den Alltag mitnehmen kannst

Die wichtigste Botschaft der Meta-Studie ist: Dein Kind muss nicht selbst merken, wann ein Schuh zu klein ist. Dies ist Aufgabe der Erwachsenen. Neben der regelmäßigen Überprüfung der vorhandenen Schuhe ist das auch beim Kauf wichtig: Verlass dich nicht auf die angegebene Größe, sondern miss immer die Innenlänge des Schuhs und achte darauf, dass ungefähr 12 bis 17 Millimeter Spielraum vorhanden sind.