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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
17. Woche

Schlechtes Timing & andre Schlafprobleme

Ich habe es lange hinausgezögert, aber wir müssen etwas ändern an Annas Schlafgewohnheiten. Der Anfang ist gemacht.

Hallo zusammen,

jetzt hat sie mich erwischt, die Erkältung. Seit Sonntag, so richtig erst Montag, plagt mich ein kratzender Hals und eine verstopfte Nase. Das Hin und Her des Wetters mache ich dafür verantwortlich. So viele Zwiebelschichten kann ich gar nicht anziehen. Samstag war es unglaublich schön und in der Sonne hatten wir bestimmt so 15 oder mehr Grad. Wir machten einen Spazierausflug am Fluss entlang zu einem großen Schrein im Norden, dem Kamigamo Jinja.

Mit spätem Mittagessen in einem Café unterwegs waren wir erst zum Sonnenuntergang wieder zuhause und da ist es bekanntlich schon immer deutlich kälter. Und zuvor hatte ich ganz schön geschwitzt …. Eigentlich wollte ich auch noch zum Friseur im Einkaufscenter und einen neuen Haarschnitt. Aber Anna war so unruhig und hatte ja die meiste Zeit im Wagen oder auf dem Arm und in der Trage verbracht, da wollte ich ihr endlich wieder die Möglichkeit geben, auf dem Boden zu sein und sich frei zu bewegen. Also ist nur mein Mann zum Friseur und ich doch schon nach Hause. Der Friseurtermin muss eben warten, ich bin auch noch nicht sicher, ob ich wirklich eine Kurzhaarfrisur möchte oder doch lieber bei den langen Haaren bleibe, die ich zumindest zurückbinden und vor Annas Händchen in Sicherheit bringen kann. Aber demnächst muss es sein, gefühlt fallen mir täglich 1000e Haare aus.

Nun, die Pläne der laufenden Woche muss ich wegen der Erkältung nun anpassen. Heute war ich verabredet zu einer Pilatesstunde mit Baby im Studio meiner Freundin, abgesagt. Den Besuch meiner turkmenischen Freundin habe ich gestern auch schon abgesagt. Ich will ja nicht, dass sie oder ihre Kleine sich anstecken. Mittwoch wäre eigentlich Annas nächster Impftermin, den werde ich auch absagen. Glücklicherweise war gestern Feiertag und mein Mann fuhr nur kurz zur Uni, um wieder ein paar Rechenaufträge zum Laufen zu bringen. Am Nachmittag nahm er Anna dann mit auf einen langen Spaziergang, so dass ich etwas Erholungszeit hatte. Wie blöd, dass ich selbst so schlecht einschlafen kann nachmittags. Dafür war ich offenbar noch nicht müde genug.

Zu letzter Woche: Die war ziemlich durchwachsen, könnte man sagen, sowohl in Bezug auf das Wetter als auch auf Annas Launen. Dienstag, regnerisch und kalt, verbrachten wir allein zuhause. Anna spielte nach dem Mittagsschlaf ganz toll. Drehte sich mehrfach auf die Seite und irgendwie auch schon im Halbkreis. Mittwoch drehte sie sich zufällig auch schon mal auf den Bauch. Motorisch geht es bei ihr also ganz schön voran. Auch wenn sie in Bauchlage noch immer schnell frustriert ist, weil sie sich einfach noch nicht so lange halten kann, wie sie schon möchte. Außerdem will sie ganz oft schon vorwärts robben und schleift dann aber ihr Gesichtchen über den Boden. Das ist natürlich nicht so doll für sie und sie fängt an ärgerlich zu schimpfen, so hört es sich dann an.

Weil sie sich nun zu drehen beginnt, haben wir ihr Bettchen verändert. Bisher schlief sie in einer Art zu meiner Seite aufgeklappten und ausgepolsterten Stofftasche. Jetzt schläft sie auf einer härteren Babymatratze. Den Übergang zu meiner Matratze haben wir mit Pappkarton unter meinem Matratzenbezug ausgestattet, damit sie sich nicht versehentlich in meine Matratze reingraben kann. Inzwischen passt ihr auch der dicke Schlafsack, den sie wie so vieles von ihrer Cousine geerbt hat.

Mit dem Schlafen haben wir derzeit so unsere Probleme. Wir haben zwar eine Art Abendroutine, dunkeln ab, wickeln und singen dabei und ziehen ihr den Schlafsack an. Dann trinkt sie manchmal noch und ich kann sie, wenn sie abgenippelt hat nach einer Weile recht einfach ablegen. Manchmal hat sie aber gar keinen Hunger und dann kann sie bisher fast nur einschlafen, wenn wir sie eine ganze Weile, und das sind sicher mal so 10 bis 30 Minuten, auf der Schulter durch die Wohnung tragen. Dass das so nicht weitergehen kann, weil unser Prinzesschen inzwischen bestimmt um 6,5 kg wiegt, ist uns auch klar. Früher ließ sie sich auch anders im Arm halten, man musste nicht rumlaufen und sie schlief vom Gesang meines Mannes ein. Manchmal konnte ich sie auch auf dem Schoß halten, was nachts nach dem Trinken immer noch geht. Sie guckt sich dann so lange um, bis sie einfach einschläft. Wie dem auch sei, wir müssen etwas ändern zu unser aller Wohl.

Mittwoch versuchte ich es dann mal damit, Anna noch wach auf ihre Matratze zu legen und blieb bei ihr. Aber schon nach kurzer Zeit quengelte sie und begann dann zu schreien. Ich würde sie nie absichtlich alleine schreien lassen, sie ist ja zum Glück auch kein Schreikind, wo ich das gut verstehen kann, dass man es einfach nicht mehr aushält und mal raus muss. Aber so langsam gingen mir an dem Abend die Ideen aus. Ich war dicht bei ihr, streichelte sie, aber das beruhigte sie nicht. Schließlich nahm mein Mann Anna doch wieder auf die Schulter zum Einschlafen. Nachts nach dem Trinken, funktionierte es dann aber mit dem Danebenliegen und einfach laut und tief atmen. Die folgenden Nächte waren wieder unproblematischer, was heißt, Anna schlief beim Trinken ein oder ganz schnell auf der Schulter. Letzte Nacht versuchte mein Mann noch mal sie zu tragen, klagte aber schon über Schmerzen. So habe ich sie wieder ins Bettchen gelegt, mich daneben und mit Fläschchen ging es dann. Das hat auch heute Abend gerade geklappt und ging auch schon etwas schneller. So eine halbe Stunde etwa haben wir gebraucht. Teils auch, weil ich immer wieder husten musste, grrrr.

Gewohnheiten ändern ist nicht leicht. Nachmittags, das Trinkschlafen will ich auch verändern. Es passte mir eine Zeitlang ganz gut in den Kram, aber ich merke, dass ich einfach zu viel sitze. Das wird nun sicher nichts von heute auf morgen. Aber einen Anfang habe ich dazu auch heute gemacht. Klappte nicht, sie lachte mich lange an und strampelte ganz viel, die Müdigkeit, die sie kurz vorher auf meinem Schoß fast einschlafen ließ, wie verflogen. Nun ja, ich bin motiviert und solange ich krank zu Hause bin, bringt uns jetzt auch kein anderer Tagesplan davon ab.

Zurück zu letzter Woche: der Donnerstag war besonders. Ich ging morgens zum Sport, sehr, sehr müde. War kurz nach 9 zuhause und meine beiden Lieben waren gerade erst aufgestanden. Jetzt hatte ich mich extra beeilt, weil ich befürchtet hatte, dass Anna viel früher wach würde, dabei hätte ich mir ein paar Minuten mehr zum Dehnen nehmen können… Das erste doofe Timing dieses Tages. Mittags verpasste ich den Zeitpunkt, Anna auf gute Art zum Schlafen zu bringen. Sie wollte schlafen, konnte aber nicht. (Noch ein Grund, auch die Tagesschlafgewohnheiten zu verändern.) Ich nahm sie in die Trage, half nichts. Ich ging eine Runde um den Block. Auch das klappte nicht, sie guckte super aufmerksam und schrie dann wieder, immer im Wechsel. Erst zuhause, wieder mit Flasche im Mund konnte sie schließlich einschlafen. (Die Brust hatte sie nicht mehr angenommen.)
Hm, in ca. 45 Minuten wollte ich mich auf den Weg machen zu meiner spontanen Verabredung mit der neuen Bekannten vom Weihnachtsmarkt. Ich hatte eigentlich gehofft, bis dahin eine weitere Runde gestillt zu haben, so dass Anna dann im Kinderwagen unterwegs schlafen könnte. Ich packte schnell alles zusammen und konnte noch essen. Dann wachte sie auf. Ich machte mich noch fertig, solange sie friedlich dalag und packte sie dann ein. Aber schlafen war nun nicht mehr, fast die ganzen 40 Minuten im Kinderwagen war sie wach, erst kurz vor dem Treffpunkt schlief sie dann doch ein, vielleicht 15 Minuten gesamt bis wir dann an unserem gemeinsamen Ziel waren.

Unser Ziel war ein Community Haus mit Kindergarten und Mami- und Baby-Treff. Die Schuhe musste man wie üblich in Japan schon am Eingang ausziehen und mit Schlappen tauschen. Den Kinderwagen konnte ich nicht mit hineinnehmen und entsprechend musste ich ja auch Anna schon auf den Arm nehmen. Argh, meine Winterschuhe sind nicht zum Schlüpfen… Mir blieb nichts anderes übrig, als Anna einer Wildfremden in den Arm zu drücken. Meine Bekannte hatte ihre Kleine selbst in der Trage vor dem Bauch. Solange Anna noch nicht fremdelt. Wir fanden die Gruppe und wurden herzlich aufgenommen. Es gab zwei Mitarbeiterinnen ohne Kinder, eine japanische Mami mit ihrem Krabbelkind und einen französischen Papi mit seiner bereits etwa vierjährigen Tochter.

Es gab dann eine Vorstellungsrunde in einfachem Japanisch und mit den Babys war vielmehr schon nicht mehr drin. Trinken und Windelwechsel waren angesagt. Dafür gab es in der Ecke einen Vorhang, hinter den man sich zurückziehen konnte. Leider war es recht unbequem und ich bekam Anna in keine gute Position, außerdem musste ich noch mit dem Laktationsfläschchen hantieren, mit ihr im Arm. Ach, wahrscheinlich war ich auch wieder etwas zu spät und sie schon wieder zu hungrig, um alles in Ruhe hinzubekommen. Ich füllte die Milch in ein Fläschchen um, aber auch das wollte sie dann nicht. Sie trank den ganzen Tag schlecht. Auf dem Heimweg musste ich Anna in die Trage nehmen, sie wollte nicht im Kinderwagen liegen. Sie schlief dann ein, aber als ich mich im Bus setzte, musste ich sie rausnehmen und sie wachte wieder auf. Zu dumm!

Am Abend war ich fix und alle und Anna auch. Sie schlief dann aber wenigstens relativ schnell ein. Allerdings hatte sie erneut die Brust verweigert. Das Treffen und die Lokalität sind eigentlich ganz praktisch, man kann dort sechs Tage die Woche einfach aufschlagen und hat einen Raum voller Spielzeug zur Verfügung. Eine gute Möglichkeit, wenn einem zuhause die Decke auf den Kopf fällt. Oder auch um andere zu treffen, sich dort zu verabreden, wo doch die Wohnungen hier so klein sind.

Freitag lief es mit dem Schlafen etwas besser, aber das Trinken war wieder schwierig. Und ich halb am Verzweifeln, so würde meine Milch bald noch versiegen. Nachdem ich mich bei meinem Mann abends ausheulte, beschlossen wir, dass es eben kommen möge, wie auch immer, dass ich mir aber keinen Stress mit dem Thema mehr machen sollte. Wenn die Milch nun weniger würde, dann ist es eben so. Vielleicht hatte ich mich auch nie so recht um die Schlafgewohnheiten gekümmert, weil das Stillen für mich so im Vordergrund stand, a la‚ soll sie eben Trinkschlafen, Hauptsache, sie trinkt an der Brust.

Diese Nacht nahm ich Anna mal wieder zum Stillen ins Bett und ließ sie bei mir. Ich begann mit der linken Seite, die sie im Bett schwieriger trinken kann, aber wenn sie nicht nachdenkt, noch schläft, klappt es besser, als nach dem Seitenwechsel, bei dem sie dann wach wird. Wir beide schliefen wieder ein, aber mein Schlaf ist dann in der Qualität immer deutlich eingeschränkt. Als sie das nächste Mal wach wurde und beim Stillen bald unruhig wurde, weil wohl nicht mehr viel kam, bat ich meinen Mann, ihr eine Flasche zu geben.
Morgens berichtete er mir dann vom nächtlichen Ausritt der Prinzessin Anna aus ihrer Warte: ‚Hach, nach dem Trinken konnte ich noch nicht wieder schlafen. Ich musste einfach in meinem Königreich nach dem Rechten sehen. So habe ich meinem Pferdchen (mein Mann), keine Ruhe gegönnt, bis wir nicht alle Winkel und Ecken an die hundert Male begutachtet hatten.‘ Fast eine Stunde hatte er nach dem Fläschchen noch mit ihr verbracht, bis sie wieder schlief. Tja, nun hat er das auch einmal erlebt. Mir tat der zusätzliche Schlaf natürlich nur zu gut.

Nun denn, den Schlaf muss ich mir nun auch dringend holen. Also, habt eine gute Woche und bis zum nächsten Mal.

Herzliche Grüße aus Kyoto von
Silke, Prinzessin Anna und dem tapferen Pferdchen



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Kommentare von Lesern:

Traudi Feist, Rettenbach15.01.2020 17:33

Ja, die Prinzessinnen sind halt kapriziös, aber soooo liebenswert !
Möge die Erkältung schnell vergehen.
Herzliche Grüße Ma

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