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Mental Breakdown im Auto - Tagebücher aus der Schwangerschaft von Kinderwunsch: Desiree aus Schwarzheide

Eine neue wunderbare, aufregende und vielleicht auch lang erwartete Lebenszeit beginnt. Für unsere Tagebücher-Blogs haben wir immer 3-4 schwangere Frauen in unterschiedlicher Schwangerschaftsphase, die in freudiger Erwartung über jede Woche dieser spannenden Zeit schreiben, uns und die vielen tausend Follower:innen daran teilhaben lassen und damit unvergessliche Momente schaffen.

Mental Breakdown im Auto

PCOS Diagnostik und Update der Woche

Hey Leute,

heute, am 21.09.26, stand der erste wichtige Termin an. Und ich war total aufgeregt.

Für mich ging es heute nach Cottbus in eine gynäkologische Praxis im Krankenhaus.

Eigentlich hätte ich diesen Termin erst im November in der Uniklinik in Dresden gehabt. Da ich aber nicht so lange warten wollte, habe ich mich noch einmal auf die Suche gemacht und in Cottbus glücklicherweise sehr kurzfristig einen Termin bekommen.

Also ging es heute dorthin und ich bin auf eine unglaublich liebevolle, empathische und verständnisvolle Ärztin getroffen.

Nach all den Jahren, in denen ich verzweifelt nach einem Arzt gesucht habe, der mich ernst nimmt, nach all den Jahren, in denen ich gespürt habe, dass etwas mit meinem Körper nicht stimmt und dass er irgendwie gegen mich arbeitet, habe ich mich heute zum ersten Mal wirklich verstanden, gesehen und ernst genommen gefühlt.

Und damit entstand für mich plötzlich eine Möglichkeit und vor allem die Hoffnung, dass sich mein Leben endlich wieder zum Besseren verändern könnte.

Aber mal von Anfang an.

Ich habe schon seit einigen Jahren den Verdacht, dass ich PCOS haben könnte. So richtig verhärtet hat sich dieser Verdacht etwa ein bis zwei Jahre nach der Geburt meiner Tochter, also ungefähr 2022.

Ich war dann immer wieder bei meinem Hausarzt, habe aufgrund bestimmter Symptome meine Schilddrüse kontrollieren und regelmäßig Blutbilder machen lassen. Aber die Werte waren jedes Mal unauffällig.

Eigentlich sollte man sich darüber freuen.

Doch wenn man selbst merkt, dass etwas nicht stimmt, wenn man immer weiter zunimmt, egal was man macht, sich der Zyklus verändert und man trotz ausreichend Schlaf ständig erschöpft und müde ist, dann kommt irgendwann der Punkt, an dem man einfach nicht mehr kann.

Es war irgendwann sogar deprimierend, immer wieder zu hören:
„Die Blutwerte sind in Ordnung.“

Denn für mich fühlte es sich überhaupt nicht so an, als wäre alles in Ordnung.

Bevor ich im Dezember letzten Jahres schwanger wurde, hatte ich dann endgültig genug und bin erneut zu meinem Hausarzt gegangen.

Ich habe ihm meine Symptome geschildert und gesagt, dass ich einfach nur noch verzweifelt bin.
Daraufhin schickte er mich zu meiner Frauenärztin, um PCOS abklären zu lassen.

Natürlich musste ich erst einmal auf den Termin warten und als dieser schließlich da war, war ich bereits schwanger. Also wurde die Diagnostik wieder verschoben.

Meine Frauenärztin machte mir damals wenig Hoffnung, dass es tatsächlich PCOS sein könnte, weil ich weder Akne noch starken Haarwuchs habe und auch keinen Diabetes.

Doch jetzt, nach der stillen Geburt unseres Sohnes, habe ich für mich gesagt:

Es reicht.

Ich bin für mich selbst eingestanden und habe darauf bestanden, dass es endlich abgeklärt wird.

Meine Frauenärztin machte mir zwar erneut nicht besonders viel Hoffnung, bestärkte mich aber trotzdem darin, die Diagnostik durchführen zu lassen.

Und so war ich heute in einer anderen gynäkologischen Praxis.

Die Ärztin führte zunächst ein ausführliches Anamnesegespräch mit mir.

Sie nahm sich Zeit.

Und sie hörte mir wirklich zu.

Schon während des Gesprächs kristallisierten sich einige Symptome heraus, die zu PCOS passen könnten. Für eine sichere Diagnose braucht es allerdings noch weitere Befunde, unter anderem Ultraschall und Laborwerte.
Also ging es anschließend zum vaginalen Ultraschall.

Übrigens ein kleines Update an dieser Stelle:
Die rote Flut kam – aber eher als Ebbe.

Ich war eigentlich der Meinung, dass sie inzwischen schon wieder am Abklingen ist. Die Ärztin meinte allerdings, dass die Gebärmutterschleimhaut noch sehr hoch aufgebaut sei und vermutlich noch einmal eine stärkere Blutung kommen wird.

Ich bin gespannt, wann.

Anschließend schaute sie sich meine Eierstöcke an.

Und tadaa:

Das für PCOS typische "Wolken" Bild war zu sehen.

Meine Eierstöcke zeigten viele kleine unreife Follikel, sodass der Ultraschall schon einmal auffällig ist.

Und so merkwürdig es vielleicht klingt: Nach all den Jahren war das für mich tatsächlich eine Erleichterung.

Endlich wurde etwas gefunden.

Etwas, mit dem man weiterarbeiten kann.

Morgen muss ich deshalb noch einmal früh und nüchtern hin, damit Blut abgenommen und ganz bestimmte Werte untersucht werden können.

Dann heißt es erst einmal warten, bis die Ergebnisse da sind. Anschließend werden wir alles gemeinsam besprechen.

Und ich habe so unterschiedliche Gefühle dabei.

Auf der einen Seite freue ich mich, dass endlich etwas gefunden wurde. Ich hoffe sehr, dass die Blutwerte zum Ultraschallbefund passen, weil ich mir einfach endlich eine Erklärung wünsche.

Auf der anderen Seite habe ich Angst davor, dass genau das nicht der Fall ist.
Und gleichzeitig habe ich auch Angst vor der Diagnose selbst.
Denn PCOS kann unter anderem mit unregelmäßigen oder ausbleibenden Eisprüngen einhergehen und dadurch das Schwangerwerden erschweren.

Schon auf unserer Kinderwunschreise mit unserem verstorbenen Sohn hatte ich durch Ovulationstests bemerkt, dass ich offenbar nicht in jedem Zyklus einen Eisprung habe.

Der Gedanke daran, dass es jetzt möglicherweise sehr lange dauern könnte, bis wir wieder schwanger werden, macht mich unglaublich traurig.

Auf der anderen Seite würde diese Diagnose so vieles erklären.

Und die Aussicht darauf, möglicherweise ein Medikament zu bekommen, das meinen Körper wieder mehr ins Gleichgewicht bringt und mir vielleicht endlich auch dabei hilft, wieder abzunehmen, macht mich wiederum unheimlich glücklich.

All diesen vielen unterschiedlichen Gefühle von Angst, Dankbarkeit, aufgeregt, traurig und vieles mehr haben dann dazu geführt das sich alles durchs weinen entlädt hat.

Es bleibt auf jeden Fall weiterhin spannend.

Mein Termin in der Endokrinologie wurde diese Woche leider abgesagt, sodass ich nun noch bis Oktober warten muss.

Am Freitag steht dafür mein Termin in der Hämatologie an, um eine mögliche Gerinnungsstörung abzuklären.

Sollte sich dort tatsächlich etwas bestätigen, könnte das möglicherweise auch eine Erklärung für den Tod unseres Kindes sein.

Das wäre für uns unglaublich wichtig zu wissen, denn je nach Befund könnte es bedeuten, dass ich in einer weiteren Schwangerschaft zum Beispiel Heparin spritzen müsste.

Es passiert also gerade sehr viel.

Und obwohl mich manches davon verunsichert, fühlt es sich gleichzeitig gut an, endlich Antworten zu suchen und ernst genommen zu werden.

Ich halte euch auf dem Laufenden …

Eure Desi



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Kommentare von Lesern:

Manuela22.09.2026 07:49

Was für eine Achterbahn. Danke, dass du schreibst, ich fühle deine Gedanken und deinen Druck und auch deine Hoffnung und deine Kraft. Danke dir für den Mut zu teilen.

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