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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
6. Woche

Stillen – neu angegangen

Von Abhalteversuchen, erneuter Stillberatung, Shiatsu für Babys und Apfelstrudel in Kyoto.

Hallo zusammen!


Ich hoffe, euch geht es allen gut!

Ein wunderbares Sponsorengeschenk von lovelymama hat mich inzwischen erreicht: Der Stillpyjama.
Er ist wirklich kuschelig weich auf der Haut und wird mir großartige Dienste leisten, wenn hier die Nächte bald kälter werden. Ich hatte schon einen gewissen Horror davor, wie es im Winter in unserer zugigen Wohnung wohl würde mit dem Stillen nachts. Mit diesem patenten Pyjama sind die Aussichten besser! Mit dem simplen Einschnitt über der Brust ist er einfach im Handling und nur das Nötigste wird frei, genau was ich brauche. Vielen herzlichen Dank an lovelymama dafür!

Momentan ist es hier tags noch so 20-25 Grad warm und nachts immerhin noch 15.
Die letzte Woche verlief weitestgehend ruhig. Wir hatten ein paar Regentage, die ich zuhause verbracht habe. Anna schenkt uns weiter nachts einige Stunden Schlaf am Stück. Juhu! Ich habe zudem das Glück, dass mein Mann sie meist in den Schlaf singt. Ich würde mich dann am liebsten schon daneben legen und mit in den Schlaf gleiten. Aber immerhin kann ich mich in der Zeit dann schnell fertig machen und gleich mit schlafen gehen. Vielleicht bin ich ja irgendwann so schnell, dass ich noch mithören kann, hihi.

Tagsüber ist Anna nun immer länger wach und wird immer aufmerksamer. Ihre Augen folgen einem und können immer besser fokussieren. Die ersten Lächelversuche können wir auch schon beobachten. Da lacht das Herz. In der Bauchlage geht das Köpfchen nun manchmal schon fröhlich hin und her – nach einiger Zeit dann manchmal auch nicht mehr so fröhlich, normal ne.

Annas Stuhlgang veränderte sich in letzter Zeit von mehrmals täglich zu alle zwei bis drei Tage. Wenn er dann kommt, sind das richtige Attacken und die Windel hätte das doppelte Fassungsvermögen gebraucht. Eigentlich wollten wir ja versuchen – und tun es gelegentlich – sie abzuhalten. Aber bei diesen Attacken ist das schier nicht möglich. Klar merke ich, merken wir, sie wird unruhig und drückt. Aber es gibt so oft falschen Alarm und nichts bzw. nur ein Pups kommt. Und dann gibt’s beim Stillen mal ne Pause und es macht einen riesen Pflutsch. Da hätte ich dann gar keine Zeit gehabt, sie noch abzuhalten, geschweige denn sie unten herum erst frei zu machen. Mal sehen, ist ja noch nicht aller Tage Abend, kann sich ja auch wieder ändern und wir passen den richtigen Moment ab. Ein paar Mal hat es ja auch schon geklappt. Aber stressen werden wir uns nicht damit. Nicht auch noch damit.


Am Donnerstag hatte meine niederländische Freundin einige junge Mütter zu sich eingeladen. Auch meine beiden Freundinnen mit ihren Babys kamen. Meine Freundin aus Turkmenistan und ihr Baby hatte ich lange nicht gesehen. Die Kleine ist schon 3 Monate alt, leider schlief sie, aber beide sind eh noch zu klein, um sich für andere Babys zu interessieren. Leider konnte ich nur sehr kurz bleiben, da ich gerade an diesem Vormittag einen Termin bei einer freien Hebamme hatte.

Ihre Praxis ist bei meiner Freundin nur um die Ecke, so war der Besuch ein praktischer Zwischenstopp. Anna wollte gerade trinken, perfekt für die Stillberatung, also nichts wie hin. Im Kinderwagen schlief sie ein und brauchte dann eine ganze Weile, um wieder wach zu werden. So schlimm könne der Hunger dann nicht gewesen sein, meinte die Hebamme. Ich bin leider noch immer etwas gestört in meinem Denken und mache mir sofort wieder Sorgen, dass sie vor Anstrengung eingeschlafen sein könnte und sich wiederholt, was vor einigen Wochen geschah. Aber inzwischen hat Anna ja deutlich an Gewicht gewonnen und auch an Saugkraft. Das muss jetzt die Mama lernen und nicht immer gleich bangen. So meinte die Hebamme, als Anna dann schließlich trank, dass sie überhaupt keine Probleme bei ihr sehen würde, sie gut sauge. Sie könne auch sicher genug bekommen an der Brust, wenn ich die Geduld und das Durchhaltevermögen aufbringen könne, bis die Milchproduktion hinterherkommt. Also konkret, wenn ich will, könnte ich noch immer zum vollen Stillen übergehen.

Sie riet dazu, es tagsüber ab jetzt einfach zu versuchen und nach Möglichkeit nur noch abends Fläschchen dazuzugeben. Es würde sicher eine Weile dauern, bis die Brust die Milchmenge liefern kann, die Anna inzwischen trinkt, aber es sei möglich. Durchhaltevermögen, beim Anlegen auch mal etwas Gemäcker auszuhalten, und Häufigkeit des Anlegens seien die Schlüsselkomponenten dabei, außerdem die Psyche und Ruhe.

Erst einmal war es sehr gut, das zu hören, es hat mir einen ordentlichen Vertrauensschub gegeben. Ich habe dann auch am selben Nachmittag gestartet. Es regnete und ich saß dann eben den ganzen Nachmittag mehr oder weniger ununterbrochen mit ihr an der Brust da. Zweimal fütterte ich dann ein bisschen zu, aber längst nicht so viel, wie sonst, denn sie sollte ja bald wieder trinken wollen. Aber so schnell kann die Brust schließlich nicht aufholen und sie soll ja nun auch nicht richtig Hunger leiden. Freitag war sie ähnlich oft und teils über 40 Minuten an einer Brust, Fläschchen gab es nur am späten Nachmittag und abends. Samstag verringerte sich die Trinkdauer unterwegs bereits auf etwa 15 bis 20 Minuten je Stunde. Beim Spaziergang mit Parkbänken in der Nähe ist das jetzt schon gut machbar. Fläschchen brauchte sie aber schon mittags. Das variiert nun von Tag zu Tag.

Mal geht es gut, mal nicht so und Anna bekommt doch wieder ein Fläschchen mehr. Meine Gefühle und Gedanken wechseln leider auch noch ständig. Da kann der Verstand noch so klar sagen, „das braucht seine Zeit, geht nicht von heute auf morgen, setz dich nicht unter Druck“. Oder, wenn sie wiederholt an der einen Seite nicht trinken will, nur ein paar Züge tut und gleich wieder schreit, wo ich doch sogar Milch spritzen lassen kann, „sie meint es nicht persönlich“. (Wenn ich dann doch abpumpe, weil sie nicht zum Weitersaugen zu bewegen war, zeigt sich häufig, dass es nur noch wenige Tropfen waren.) Trotzdem kommen mir so Gedanken, dass es bei mir vielleicht doch nicht klappt, es einfacher wäre, zurückzukehren zu jedes Mal Brust plus Flasche, und so weiter. Aber nach einem Fläschchen, beim nächsten Anlegen ist sie oft wie ausgewechselt und saugt wieder geduldig. Auch das Aufschreiben, sortieren der Gedanken hilft.

Vielleicht hätte ich diese Hebamme schon früher aufsuchen sollen. Aber Ratschläge bekommt man von vielen Leuten, wenn man möchte. Einmal ist die Kommunikation dann irgendwann anstrengend, jedenfalls über die Onlinedienste und mit Zeitverschiebung. Und dann sehen diese Leute ja das Baby nicht in der Situation und alles beschreiben, geht schlecht. Ich hätte mich sicher auch an die La Leche League in Tokio wenden können. Aber letztlich gelten dieselben Punkte. Außerdem musste ich ja durch eine Infektion noch öfter ins Krankenhaus und mir auch dort Meinungen anhören. So entschied ich mich, erst einmal auf die Hebammen im Krankenhaus zu hören, immerhin kannten sie Anna und mich schon. Künftig aber werde ich mich nun an diese Hebamme wenden.

Ah, eine gute Stillposition habe ich von ihr neu gelernt: Die Footballhaltung am Tisch! Auf dem Stillkissen klappte sie nicht so gut und ich suchte auch recht verzweifelt immer nach neuen Möglichkeiten für eine aufrechtere und damit bequemere Stillposition. Diese Haltung ist für mich bisher die Beste! Ich kann sogar nebenher recht bequem essen oder tippen, wie eben jetzt. Bei Annas Dauertrink-Sessions eine großartige Sache! Das mag für manche so klingen, als wäre mir das Stillen eigentlich eine Last und ich vielleicht sogar gut beraten zur Flasche zurückzukehren. Aber das Stillen an sich ist es nicht, nur die schlechte Haltung und die stundenlange Bindung daran. Das Eine kann ich selbst verändern, das andere braucht nun einfach noch etwas Geduld, bis die Brust aufholt in der Produktion und Anna sicher auch noch schneller saugen lernt.

Am Freitag bin ich dann gleich noch zu einer Therapiestunde, wie es in dieser Praxis heißt, gegangen. Babybalance nannte sich die Stunde und es sind Shiatsu-Übungen fürs Baby. Die meiste Zeit musste ich stillen. Da ich aber die Einzige war, konnte mir die Hebamme die Übungen trotzdem gut an einer Puppe zeigen. Sie empfahl mir dann ein deutsches (!) Buch, das gerade herausgekommen ist: Starke Babys – Entspannt ins Leben mit Shiatsu. Sie hat darin auch einen Beitrag geschrieben.
Nach der Stunde kamen dann Mamis und Babys zum Massagekurs und Anna wurde wieder einmal groß bewundert.


Die Woche endete Sonntagabend mit einem großen Stück Apfelstrudel beim Geburtstagsfest der Konditorei Mausi. Die Eigentümerin hat eine Weile in Wien gelebt und die dortigen Spezialitäten kennen und herstellen gelernt – und Deutsch. Ich hatte ihre Konditorei bei Erkundungsspaziergängen durch unsere Gegend entdeckt und mich ein paar Male mit ihr unterhalten. Beim letzten Besuch mit Babybauch lud sie mich zu ihrer Feier ein, mit Kind und Kegel, also samt Mann und meinen Eltern.

Eine gute Woche mit leckeren Genüssen wünsche ich hiermit! Gehabt euch wohl!
Silke mit Anhang

Foto: Privat

Foto: Privat



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