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Weihnachten: Weihnachtsgeschenke-Ideen für Kinder

Viele Pakete unterm Weihnachtsbaum – das kann eine Überforderung sein. Wir zeigen, wie du zu Weihnachten richtig schenkst und deine Kinder mit deinen Geschenken glücklich machst.

In diesem Artikel:

Das erste echte Weihnachten

Sina ist zweieinhalb Jahre alt und ein echter Sonnenschein. Normalerweise. Doch an ihrem ersten wirklich erlebten Heiligabend wirkt sie mal aufgeregt, mal verstört, mal wie in Trance. „Eigentlich klar“, meint ihr Vater Wolfram, „schließlich sieht sie zum ersten Mal bewusst einen Weihnachtsbaum.“ Und nicht nur den. Vor allem die vielen bunten Pakete darunter haben es ihr angetan. Denn instinktiv weiß sie: Darin sind Geschenke – und die sind für sie!

Tipps für gute Geschenke

  1. Das Geschenk ist für das Kind, nicht für dich! Auch der pädagogische Wert ist für Kinder eher zweitrangig.
  2. Was ist der Herzenswunsch des Kindes? Ein einmal geäußerter Wunsch ist oft schnell vergessen. Von seinem Herzenswunsch spricht es häufig.
  3. Ein Spielsystem, mit dem sich das Kind schon länger beschäftigt, ist ausbaufähig. Mehrere ähnliche Systeme zu beginnen, z.B. Baukästen, ist wenig sinnvoll und führt zur Überfüllung des Regals.
  4. Auf das Alter achten ist bei Spielen und Spielzeug besonders wichtig. Und nicht jedes Kind ist gleich. Also immer auch den Entwicklungsstand deines Kindes berücksichtigen!
  5. Absprachen mit Großeltern und Freunden helfen, den Geschenkeberg zu begrenzen und größere Wünsche zu erfüllen.
  6. Es müssen nicht immer Pakete auf dem Gabentisch liegen. Auf einen Zoobesuch oder eine Kanutour im Sommer freuen sich Kinder auch – und ein Gutschein lässt sich gut bebildert wunderbar präsentieren.
  7. Das Wichtigste ist aber, die Wünsche des Kindes ernst zu nehmen, auch wenn sie dir merkwürdig oder gar unangemessen erscheinen. Versuche, die Gründe für solche Wünsche zu ermitteln. Und wenn du sie nicht erfüllen willst – teile deinem Kind mit, wo seine Grenzen liegen und warum!

Ganz hibbelig hüpft sie von einem Bein auf das andere, mag nicht essen und erst recht nicht die ganzen Lieder hören, die Mama und Papa unbedingt singen wollen. Dann darf sie endlich an die Päckchen! Ihre Mutter Manuela ist enttäuscht: „Das ging ratsch-ratsch, alles wurde aufgerissen, gar nicht richtig angeschaut, schnell das nächste aufreißen.“ Quengelig war sie dann auch noch, wollte nicht richtig spielen, war übermüdet, aber überdreht und brauchte ganz viel Nähe und Kontakt. Kein schöner Abend für die Eltern und Großeltern.

Das Kind steht im Vordergrund

Im Nachhinein wissen Manuela und Wolfram, dass ihre Tochter überfordert war mit all dem Neuen und vor allem mit den Geschenken. Aber sie fühlen sich ratlos. „Wir können Oma und Opa doch nicht verbieten, Sina etwas zu schenken. Sie freuen sich doch auch darauf“, meint Manuela. Aber darum geht es nicht. „Beim Schenken sollte das Kind im Vordergrund stehen“, meint Johannes Schiller, Lehrer in der Leitung einer Kasseler Grundschule. „Insbesondere jüngere Kinder können den Zusammenhang zwischen dem Geschenk und dem, der schenkt, nicht herstellen.“ Deshalb sei es auch falsch, von einem Zweijährigen zu erwarten, dass es sich bedankt. „Das können Eltern langsam aufbauen, aber verstehen können das frühestens Kinder ab drei oder vier Jahren“, so Schiller.

Er rät, die Geschenkeflut zu begrenzen: „Ein Päckchen von den Eltern, eins von den Großeltern – das reicht völlig.“ Wenn viele Pakete da seien, könne man ja auch an den beiden Weihnachtstagen, zu Silvester oder am Tag der Heiligen Drei Könige je ein Geschenk überreichen. Schließlich wolle ein Geschenk auch zelebriert sein: „Überreichen, auspacken, anschauen, das Glitzern in den Augen sehen, damit spielen, vielleicht sogar gemeinsam – das gehört zum Schenken dazu. Ein Geschenk will gefeiert sein! Es geht ja nicht nur um das Überreichen materieller Werte, sondern auch um die Gemeinsamkeit, die es schafft.“

Auf die Altersangabe achten

Das ist vor allem bei Spielen, insbesondere bei Brett- und Kartenspielen, der Fall. Sabine Koppelberg, Koordinatorin beim Preis Kinderspiel des Jahres, rät, die Altersangabe auf der Packung zu beachten: „Darauf kann man sich inzwischen gut verlassen. Die Hersteller wissen, welche Altersgruppe die Fähigkeiten hat, die für das Spiel nötig sind.“ Die Zeiten, in denen ein möglichst geringes Alter angegeben worden sei um breitere Käuferschichten anzusprechen, seien glücklicherweise vorbei. „Spiele, die ein Kind überfordern, bleiben zu Hause im Regal liegen. Sie haben dann ein Negativ-Image und werden auch im folgenden Jahr nicht wieder hervorgeholt.“ 

Gerade Väter, so ihre Beobachtung, würden die Fähigkeiten ihres Kindes oft zu hoch einschätzen und Spiele schenken, die erst für ältere Kinder geeignet seien. Sie rät, die Kinder zu beobachten und so ihre Vorlieben zu entdecken. Auch ein Preisträger-Spiel würde nicht den Interessen eines jeden Kindes gerecht. Gerade in Spielotheken oder der entsprechenden Abteilung einer Bibliothek könne man Spiele ausprobieren und entdecken, wonach das Kind von sich aus greift. Eigene Vorlieben müssten dann eben zurückstehen: „Dem Vater ist vielleicht die Strategie wichtig ist, dem Kind aber vor allem die erzählten Geschichte oder die schnelle Reaktion. Das Geschenk sollte sich dann am Kind orientieren.“

Sparbuch und Zoo-Gutschein

Und wenn es den Großeltern wichtig ist, „etwas Vernünftiges“ zu schenken? „Dann lässt sich ein größeres Geschenk wie ein Laufrad quasi ansparen“, meint Johannes Schiller. Da fielen vielleicht Weihnachten und Geburtstag sozusagen zusammen. Oder sie könnten mit einem Sparkonzept die Ausbildung ihres Enkels sicherstellen und nur eine Kleinigkeit zum Fest überreichen.

Außerdem ist am 24. Dezember ja nicht alles vorbei. Eine Runde Schlittenfahren, ein Ausflug zur Eisbahn oder im Sommer in den Zoo sind ebenfalls tolle Geschenke. Als Gutschein überreicht sehen sie wunderhübsch aus. Und müssen noch nicht einmal verpackt werden!


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