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Schiefe Zähne bei Kindern: Ab wann eine Zahnspange wirklich sinnvoll ist

Ein wackelnder Schneidezahn hier, eine kleine Lücke da: Im Grundschulalter verändert sich im Mund deines Kindes ständig etwas. Für Eltern ist es dabei oft gar nicht so leicht einzuschätzen, was zur normalen Entwicklung gehört und wann eine kieferorthopädische Behandlung tatsächlich sinnvoll wird. Wir erklären dir, worauf du achten kannst, wann der richtige Zeitpunkt für den ersten Termin beim Kieferorthopäden ist und was in dieser Phase noch wichtig wird.

In diesem Artikel:

Wann fällt eine Zahnfehlstellung überhaupt auf?

Die meisten Eltern bemerken zum ersten Mal etwas, wenn die bleibenden Zähne durchbrechen und deutlich größer wirken als die kleinen Milchzähne davor. Manchmal stehen sie eng, manchmal drehen sie sich leicht oder es entsteht ein sichtbarer Überbiss. In vielen Fällen ist das ganz normal, denn der Kiefer muss sich erst an die neue Zahngröße gewöhnen. Trotzdem lohnt sich ein aufmerksamer Blick, weil sich manche Fehlstellungen mit der Zeit von selbst verstärken statt zu verschwinden.

Das Wechselgebiss als wichtiger Wendepunkt

Zwischen dem sechsten und dem etwa vierzehnten Lebensjahr befindet sich das Kindergebiss im sogenannten Wechselgebiss. Milchzähne fallen aus, bleibende Zähne rücken nach, und Ober- sowie Unterkiefer wachsen in dieser Zeit besonders stark. Wie unterschiedlich Kinder schon die ersten Milchzähne bekommen, kannst du in unserem Artikel darüber nachlesen, wie sich das Zahnen bei Babys bemerkbar macht. Die Zahnentwicklung zieht sich also von den ersten Zähnchen im Babyalter bis weit in die Grundschulzeit hinein, und jede Phase bringt eigene Herausforderungen mit sich.

Typische Anzeichen, auf die du achten solltest

Ein paar Beobachtungen können dir helfen einzuschätzen, ob ein Termin beim Kieferorthopäden sinnvoll ist. Dazu zählen deutlich schief stehende oder sich überlappende Zähne, ein auffälliger Vor- oder Rückbiss, Schwierigkeiten beim Abbeißen oder Kauen sowie ein knackendes Geräusch im Kiefergelenk. Auch wenn dein Kind durch den Mund atmet oder beim Sprechen mit bestimmten Lauten kämpft, kann das mit der Zahn- und Kieferstellung zusammenhängen. Keines dieser Anzeichen ist ein Grund zur Sorge, aber sie sind ein guter Anlass für eine fachliche Einschätzung.

Der erste Termin beim Kieferorthopäden

Kinderzahnärzte und Kieferorthopäden empfehlen eine erste Vorstellung häufig im Alter zwischen zehn und dreizehn Jahren, wenn das Wechselgebiss weit fortgeschritten ist und sich die bleibende Zahnstellung abzuzeichnen beginnt. Wie unterschiedliche Zahnfehlstellungen entstehen und welche Behandlungswege es gibt, erklärt ein ausführlicher Fachbeitrag zu Zahnfehlstellungen bei Kindern und Erwachsenen. In einigen Fällen kann ein früherer Blick sinnvoll sein, etwa wenn der Kiefer sehr eng ist oder Milchzähne ungewöhnlich früh ausfallen. Der Kieferorthopäde entscheidet dann, ob abgewartet werden kann oder ob eine Behandlung schon jetzt beginnen sollte.

Was Eltern zu den Kosten wissen sollten

Neben der medizinischen Seite spielt für viele Familien auch die finanzielle Planung eine Rolle. Die gesetzliche Krankenkasse übernimmt kieferorthopädische Behandlungen nur bei bestimmten Schweregraden der Fehlstellung, und auch dann meist nur die Kosten für eine einfache Standardversorgung. Moderne oder besonders unauffällige Zahnspangen zahlen Eltern in der Regel selbst dazu. Wer sich frühzeitig informiert, kann mit einer Zahnzusatzversicherung für Kinder vorsorgen und sich damit einen größeren finanziellen Spielraum für die Behandlung sichern, falls sie später wirklich nötig wird.

So begleitest du dein Kind gut durch diese Zeit

Kinder nehmen ihre Zahnstellung meist viel gelassener wahr als ihre Eltern, solange niemand ein großes Drama daraus macht. Erkläre eher beiläufig, warum manche Kinder eine Spange bekommen und andere nicht, und lass dein Kind bei einem anstehenden Termin ruhig eigene Fragen stellen. Gerade bei jüngeren Kindern hilft es, den Zahnarztbesuch als etwas Normales in den Alltag einzubauen, ähnlich wie den U-Untersuchungstermin oder den jährlichen Kontrollbesuch. So wächst dein Kind entspannt mit seinen wechselnden Zähnen mit, egal ob am Ende eine Spange nötig wird oder nicht.