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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
11. Woche

Tags meist sonnig, abends auch mal trüb

Heute berichte ich von unserem wohl letzten herbstlichen Ausflug und Annas neuen, abendlichen Schreiphasen. Und die Laktationshilfe ist top!

Guten Morgen!

Es ist gerade erst 7.15 Uhr. Anna wurde erst um 6 Uhr wach zum Stillen! Um 7 Uhr konnte ich sie wieder ruhig schlafend in ihr Bettchen legen. Sich jetzt noch einmal hinzulegen, lohnt fast nicht und so nutze ich die morgendliche Ruhe zum Schreiben. Schön!
Decke um die Beine, Klimaanlage an – es hatte 18 Grad, als ich mit Anna aufstand –, Teewasser kocht auch schon.

Ja, so langsam wird es auch bei uns kalt, und das winterliche Grau hatten wir auch schon ein paar Tage, momentan noch aufgeheitert durch die Herbstfärbung. Die hat aber nun ihren Peak erreicht und auch heute wird Regen weitere Blätter von den Bäumen waschen.
Gestern haben wir aber noch einmal einen wunderschönen Ausflug bei herrlichstem Sonnenschein zu einem Schrein in der Nähe gemacht, der für die Pflaumenblüte (Feb./März) und die Herbstfärbung bekannt ist. Es klappte wie am Schnürchen. Nach dem Stillen und Füttern hatte ich Anna auf dem Esszimmertisch gewickelt. Unser drittes Zimmer ist nachts inzwischen wieder zu kalt und ich hole die Wickelsachen alle auf den Esstisch ins Ess-/Wohnzimmer. Ich ließ sie etwas frei strampeln, weil auch die Sonne gerade so schön warm auf den Tisch schien, und schwups war alles nass. Ich hätte es ja wissen können bei ihren Ruderbewegungen und dem Gesicht und sie abhalten können. Aber ich war zu vertieft in unsere Unterhaltung, also zwischen Anna und mir. Mein Mann stand auch gerade auf und ließ Anna kurzerhand die Badewanne ein, denn am Abend bzw. Mitternacht zuvor hatte sie wieder schwer was in die Windel gedrückt. Sauber, satt und friedlich-fröhlich beschäftigte sich Anna unsere Frühstückszeit über auf der Spieldecke. Als sie die ersten Anzeichen von Langeweile von sich gab, machte ich sie und mich fertig, mein Mann sich auch und wir schafften es gerade noch rechtzeitig, sie zum Schlafen in den Kinderwagen zu legen. Der kurze Protest löste sich nach wenigen Metern in friedlichen Schlaf, der über eine Stunde hielt. So hatten wir schon die halbe, herbstliche Parkanlage besichtigt, bis sie aufwachte. Das Fläschchen hatten wir wohlweißlich, dass das Wasser sehr heiß war, schon eine gute Zeit nach ihrem Einschlafen vorbereitet, damit es sofort trinkbereit wäre. Wir sind ja lernfähig und sie beschwert sich nie über die Temperatur, nur zu heiß geht ja einfach nicht.
Eine Guck- und Trinkpause für sie und dann schlief sie in der Trage beim Papa noch einmal knapp ein Stündchen. Gut, dass es an so Orten selbst mit vielen Besuchern so ruhig zugeht, alle genießen die Herbstfärbung und schießen Fotos.

Unser Mittagessen holten wir uns von den Ständen vor Ort, Takoyaki, Oktopus in ausgebackenen Teigbällchen, und japanische Crêpes mit Sahne, Obst und Karamellsoße. Beides sehr typische Imbisse bei solchen Veranstaltungen. Es war nämlich gleichzeitig Shichi go san, (Sieben, fünf, drei), ein Feiertag, an dem Eltern ihre sieben- und dreijährigen Mädchen und fünfjährige Jungen festlich gekleidet mit zum Schrein nehmen und für sie gebetet wird. Eigentlich ist dieser Tag am 15. November, aber scheinbar ist das genaue Datum nicht so wichtig.

Zurück zuhause legten wir uns erst alle hin. Aber Anna konnte nicht schlafen, Mama auch nicht. Dafür entdeckten wir, dass Anna auf Papas harter Matratze besser mit der Bauchlage klar kommt als auf der Spieldecke oder der Isomatte – auch gut.

Dann starteten wir eine kleine Umbauaktion. Die Teppiche zogen wieder ein und sorgen nun für ein wärmeres Wohngefühl im Winter. Anna beobachtete alles und wusste nicht recht, was sie davon halten sollte.

Ob sie auch das am Abend wieder zum Schreien brachte? So gut sie vormittags und über Mittag geschlafen hatte, so schwierig war es für sie am Nachmittag. Sie konnte einfach keine dauerhafte Ruhe finden. Nach unserem Abendessen ging es gar nicht mehr und sie begann zu schreien. Damit haben wir tatsächlich diese vergangene Woche schon ein paar Mal zu kämpfen gehabt und somit etwas Erfahrung gesammelt. Ich hielt sie auf dem Arm, meist das Köpfchen auf der Schulter, beruhigte sie mit Sch, Summlauten, etwas Wippen und einfach festhalten. Wenn sie eine Pause vom Schreien macht, leises, freundliches Zureden. Einen Abend hatten wir es schon mit klassischer Musik versucht, gestern dann mal mit weißem Rauschen dazu. Das schien ihr auch zu helfen. Irgendwann klappte es dann doch, sie schlief ein, ich konnte sie nach und nach in eine liegende Position rutschen lassen und schließlich in ihrem Bettchen im Schlafzimmer ablegen. Einige Zeit später wachte sie wieder auf. Mein Mann gab ihr ein Fläschchen und versuchte sie im Schlafzimmer mit Singen gleich weiter schlafen zu lassen. Aber keine Chance, sie war zu wach. Für ihre lange erste Nachtschlafphase war es aber auch noch zu früh gewesen. Wir hatten bereits das Licht gedimmt, weil es schon spät war, wollten gerne noch etwas zusammen lesen, also einer liest vor. Eigentlich könnte ihr das gefallen. Aber wir kamen über zwei Seiten nicht hinaus und es ging von vorne los mit dem Schreien.

Als wir das diese Woche Mittwoch das erste Mal erlebten, hatten wir schon Sorge, dass etwas nicht mit ihr stimmt, sie Schmerzen hätte. Vielleicht schon früh zahnte? Hunger war es nicht, volle Windel war es nicht, Blähungen schienen es auch nicht zu sein. Sie schrie und brüllte, als hätte sie Panik. Sie ließ sich zwar dann zwischendurch auch beruhigen, mit Musik, Singen, Bewegung, mal etwas Milch nuckeln, aber das war alles nicht von langer Dauer. Insgesamt ging es etwa dreieinhalb Stunden, in denen wir uns abwechselten, bis sie nach Mitternacht endlich in einen tiefen Schlaf fiel, der dann auch gut fünf Stunden hielt. Genug Erholungszeit für mich. Ich muss sagen, das liebe ich wirklich an meiner Tochter, dass sie schon von sich aus diese lange Schlafphase hat.

Manchmal wacht sie jetzt auch mit Geschrei aus dem Schlaf auf. Erste schlechte Träume, Verlustängste? Das kann aber auch beim Schlafen vor Mamas Bauch passieren. Schmerzen scheinen es aber nicht zu sein. Also kämpft sie wohl mit einem Entwicklungssprung und muss das abends rauslassen. Solange ich trotzdem eine längere Schlafphase für mich bekomme und die Hormone vom Stillen für Ausgeglichenheit sorgen, passt das für mich momentan. Als Schreibaby kann man sie noch nicht bezeichnen nach Allem, was ich so dazu gelesen habe.

Was war sonst so los diese Woche. Ich hatte ja schon berichtet, dass ich eine Laktationshilfe bestellt hatte und ich muss sagen, ich bin megaglücklich! Es läuft super damit. Anna und ich sind zwar manchmal etwas genervt von dem Schläuchlein, dass sie mit in den Mund nehmen muss, überall verschmieren wir die Milch. Aber es funktioniert! Sie trinkt wieder an der Brust ohne zu schreien und das nun manchmal auch ohne die Schläuche. Ich nutze sie jetzt meist nur morgens und über den Vormittag, danach gebe ich über den Tag wieder erst die Brust und dann die Flasche. Aber sie schreit die Brust nicht mehr an und legt sich gefühlt mehr ins Zeug, was rauszuholen. Offenbar hat sie „gelernt“, dass es sich lohnt. Das war schon ein Prozess. Erst klappte es nur morgens mit den Schläuchen, nachmittags und abends war sie zu ungeduldig und ich pumpte dann abends einmal ab. Als ich Donnerstag eine Freundin besuchte und dazu über eine Stunde mit dem Zug unterwegs war, kam nach Abfahrt nur die Flasche infrage. Auch bei meiner Freundin in Ruhe wollte Anna die Brust nicht nehmen. Freitag dann beim Gegenbesuch bei der Freundin mit Baby dann das Wunder. Anna nahm die Brust und war allein damit glücklich – und ich erst! Später brauchte sie schon die Flasche, die Brust gibt einfach noch nicht genug her. Aber immerhin wird sie jetzt wieder mehr angeregt, weil Anna mit den Schläuchen und nun auch ohne wieder davon trinkt. Untertags abpumpen, dazu war ich allein mit Anna nicht mehr gekommen. Frage mich, wie andere das schaffen.

Die beiden Babys haben sich am Freitag auf jeden Fall registriert. Annas große Freundin scheint auch schon zu erkennen, dass Anna auch ein Baby wie sie ist. Als ihre Mama Anna auf dem Arm hatte, fing sie an zu schreien, wurde wohl eifersüchtig. Später auf dem Arm der Mama und Anna auf meinem, lachte sie Anna an. Wir beschäftigten die beiden abwechselnd, Anna durfte die Schaukel der anderen ausprobieren und begann tatsächlich die hängenden Spielsachen so nah vor ihr auch in die Hand zu nehmen.

Parallel bereiteten wir Teigtaschen mit Kartoffelbrei zu. Wir wollen uns jetzt auch immer irgendwas zu tun vornehmen, nicht nur Hausarbeit. Hätten die beiden Geschwister, könnte sich auch nicht immer alles um sie drehen. Auf dem Heimweg merkte ich schnell, dass abends gegen 18 Uhr eine ganz schlechte Zeit ist, mit dem Kinderwagen Bus fahren zu wollen, keine Chance! Anna schlief und war vorher gesättigt, so traf ich mich kurzerhand mit meinem Mann in der nahen Unimensa zum Abendessen. Danach waren die Busse fast leer. Nur Anna war nun nicht mehr bereit im Kinderwagen zu bleiben. Ich nahm sie in die Trage und sie guckte die ganze Fahrt abwechselnd fasziniert und neugierig aus der Trage heraus – die vielen Lichter am Abend – und streckte ihr Köpfchen und steckte es dann wieder rein, rieb sich die Nase an mir. Ich bin nicht sicher, ob das Köpfchen rausstrecken aus der Position noch so anstrengend ist oder ob sie einfach immer zwischendurch die Geborgenheit braucht. Aber so niedlich! Überhaupt hat sie jetzt genau die richtige Größe zum Knuddeln und ist nicht mehr so zart und zerbrechlich, dass man immer Angst hat, was kaputt zu machen.

Nun denn, das waren eigentlich schon die Highlights der Woche. Wobei mein Highlight der Besuch bei der deutschen Freundin war, die ich mit dem Zug besuchte. Nicht nur schlief Anna über eine Stunde auf ihrem Schoß, ich bekam auch selbst gebackenen Spekulatius und es war einfach wieder ein wunderbarer Plaudernachmittag.
Oh, ich habe doch noch ein Highlight vergessen. Am Samstag genehmigte ich mir eine Ganzkörpermassage, während der Papa sich zuhause um Anna kümmerte. Ich war mehrere Stunden ohne Anna außer Haus, ein ganz seltsames Gefühl. Nicht, dass ich schon vergessen hätte, wie das ist, kein Kind zu haben, aber seit Anna da ist, bin ich ja doch fast ununterbrochen mit ihr zusammen gewesen.

So, natürlich konnte ich das nicht ganz am Stück schreiben, zwischendurch eine Fütterung und Frühstück. Aber jetzt schläft Anna wieder in der Trage auf meinem Bauch. Ich werde jetzt aber ihr nächstes Fläschchen schon mal fertig machen und die Laktationshilfe bereithalten. Denn nach diesem Schlaf wird sie sicher schnell großen Hunger haben. Vorhin war wieder alles andere wichtiger als zu trinken, da ging nicht viel rein.

Eine schöne Adventszeit wünsche ich euch allen! Ich werde heute wohl unser bisschen Weihnachtsschmuck auspacken …

Silke und Anna

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Kommentare von Lesern:

Traudi Feist, Rettenbach09.12.2019 11:11

Ich freue mich über die neue Entwicklung mit dem Trinken ! Es gibt doch immer wieder Möglichkeiten Dinge zu erleichtern. Ja, die Schreiphasen habe ich bei meinen Kindern auch nicht ergründen können !!?? Gibt es darüber fundiertes Wissen ?
Schön, dass Du Kontakte pflegen kannst, die verschönern auch den Alltag. Viel Liebe und Zufriedenheit den jungen Mamis !!!

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