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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
9. Woche

Den neuen Alltag gestalten

Wie ich mich im neuen Alltag zurechtfinde, vom technikbegeisterten und technikfernen Japan und japanische Babys bekommen keinen Kräutertee …

Hallo zusammen!

Nun, nach der Abreise meiner Eltern sind wir also wieder zu dritt. Für mich heißt das, wieder einige Hausarbeit selbst aufzunehmen. Ich war gespannt, wie bzw. was ich mit Baby wohl schaffen würde. Die Voraussetzungen hatten sich auf jeden Fall stark verbessert. Ich bin mobiler und wieder belastbarer, habe eine gewisse Routine im Umgang mit Anna, bin ausgeschlafener.

Auch, wenn ich versuchen wollte, möglichst jeden Tag etwas Haushalt zu erledigen, war und ist meine erste Priorität, für Anna da zu sein, stillen, kuscheln, was sie eben braucht. Danach wollte ich versuchen, auch mich nicht zu vergessen und trotz aller Anforderungen und Aufgaben ein paar Dehn- und Kräftigungsübungen zu machen. Annas Lieblings(ein)schlafposition ist nämlich meine Schulter und das findet mein Rücken wiederum gar nicht gut. Und, so sehr ich mich um eine gute Haltung beim Stillen bemühe, ja, das Kind muss zur Brust, nicht umgekehrt, aber es will einfach nicht immer so klappen. Irgendwie beuge ich mich doch noch zu oft in ihre Richtung, keine Position ist dauerhaft wirklich gut. Wobei das auch an der bereits vorhandenen Belastung und Schmerzen liegen kann. Meine Hüfte tut spätestens abends weiter so weh, das jeder Schritt schmerzt und ich mich frage, ob ich jemals wieder normal werde gehen können. – Natürlich werde ich das!

Für Dienstag hatte ich mich daher zum Yoga mit Baby in „meiner“ Hebammenpraxis angemeldet und hoffte auf ein bisschen Inspiration, was oder wie ich mit Anna gemeinsam und ohne immer nur ihre Schlafzeiten zu nutzen, ein paar Übungen in meinen Alltag übernehmen könnte. Die Stunde lief auch ganz gut. Anna machte die erste Zeit prima mit, heißt, sie lag vor mir auf dem Boden und guckte sich um, was so um sie geschah. Da war sicher auch der Reiz des Neuen dabei, der sie solange ruhig bleiben ließ. Als sie erste Quengellaute von sich gab, konnte ich sie neben mich ziehen und ab und an mit einer Hand etwas parallel bespaßen oder den Bauch kraulen. Das ging ein paar weitere Minuten gut. Irgendwann war es ihr aber verständlicherweise zu viel und ich musste sie aufnehmen. Eigentlich wollte sie schlafen, sie hatte zuhause noch gut getrunken, war aber im Kinderwagen leider nicht eingeschlafen. Also ab auf die Schulter und beobachten, was die anderen noch machen. Die Trainerin ist halb Japanerin, halb Britin und bilingual erzogen. Außer mir und meiner turkmenischen Freundin waren alle anderen Japanerinnen. Bei all dem Gewimmel der anderen Kinder, die mindestens schon krabbeln, viele schon laufen konnten, war es nicht ganz einfach sich voll zu entspannen und auf die Übungen zu konzentrieren. Da ich schon etwas Yogaerfahrung habe, reichten mir die Anweisungen der Trainerin, für meine Freundin ohne Erfahrung war es aber deutlich zu wenig Anleitung. Gegen Ende der Stunde nahm mir die Trainerin Anna freundlicherweise etwas ab und ich konnte noch ein paar Übungen mitmachen. Das war toll!
Klassische Rückbildungskurse habe ich hier nicht gefunden. Da werde ich auf diverse Online-Angebote zurückgreifen müssen.

Nach dem Kurs blieben alle noch ein bisschen, wir bekamen Tee und Knabbereien. Meine Freundin und ich hatten uns jetzt lange nicht gesehen, so hatten wir viel aufzuholen. Ich begleitete sie auch noch ein Stück in ihre Richtung und wir vereinbarten, uns ab kommender Woche regelmäßig gegenseitig zu besuchen und im Alltag zu unterstützen. Die Idee habe ich aus einem Mami-Vlog und wir wollen versuchen, das umzusetzen. Also kein Besuch mit der Erwartung, etwas zu bekommen, eine saubere Wohnung vorzufinden etc., sondern sich die Babybetreuung und Hausarbeit etwas zu teilen. So kann jede auch mal wieder Aufgaben am Stück erledigen, die sonst einfach ewig dauern durch die ständigen Unterbrechungen für das Baby. Allein schon wie lange ich fürs Abspülen brauche, da wird das Wasser schon wieder kalt! Was freue ich mich darauf, zurück in Deutschland wieder eine Spülmaschine zu haben.

Überhaupt, Technik in Japan! – Bei allem, was man so hört über die Gamingindustrie, Roboterrestaurants, und Roboter für die Pflege, Automaten an jeder Ecke etc., hatten wir erwartet, dass die Wohnungen wesentlich moderner bestückt wären mit technischen Hilfsmitteln. Leider enttäuschte uns „Japan“ in dieser Hinsicht: Weder Spülmaschinen (die hätte ich absolut erwartet) noch Staubsaugerroboter (darauf hatte ich etwas gehofft) sind Standard. Und es wäre auch gar nicht so einfach in unserer Küche nachträglich eine Spülmaschine einzubauen. So haben wir beschlossen, die Zeit hier ohne auszukommen.
Auch Waschmaschinen sind in der Regel ohne Heizung. Wenn ich warm/heiß waschen will, muss ich das Wasser selbst einfüllen. Nun ja, für eine absehbare Zeit … und das sind inzwischen keine zehn Monate mehr. Denn wir wissen sogar schon, dass wir nächsten September nach Braunschweig ziehen. Für drei Jahre hat mein Mann dann eine Stelle an der TU dort.
– Sollte hier zufällig jemand aus Braunschweig mitlesen, bin ich über Tipps zur Wohnungssuche, Wohngegend, Kinderkrippen und ähnliches dankbar!

Zurück zur vergangenen Woche: Ich war irgendwie doch jeden Tag unterwegs, entweder einkaufen, Yoga, ein ausgedehnter Spaziergang…
Am Donnerstag lernte ich unsere Kinderärztin kennen. Ich war erst froh gewesen, keinen fixen Termin zu haben, zu dem ich da sein müsste. Dafür wartete ich aber fast zwei Stunden in der Praxis. Anna beobachtete erst alles von meiner Schulter aus, dann schlief sie ein und ich konnte sie sogar zurück in den Kinderwagen legen, wo sie noch eine ganz Weile weiterschlief. Dafür musste ich dann im Arztzimmer mit dem Stillen beginnen. Die Sprechstundenhilfe hatte mir versichert, dass die Ärztin Englisch könnte. Sie selbst entschuldigte sich, dass es so schlecht wäre, aber das tun hier immer alle und nicht bei allen stimmt es. Wir konnten uns ausreichend verständigen und haben nun die ersten Impftermine, morgen, Dienstag geht es los.

Da ich ja ab dieser Woche freitags bei meiner Freundin sein werde, wollte ich am Freitag noch bei meinem Fitnessstudio vorbeigehen und Anna der Trainerin und den Damen aus meinem Aquafitnesskurs präsentieren. Sie kassierte wieder unzählige „sugoi“, großartig, und „kawaii“, niedlich. Es war echt nett und ich hoffe, dass ich selbst bald wieder ins Studio gehen kann. Mein Plan ist, Mitte Dezember, wenn es wirklich kalt wird, an den Dienstagen morgens zu gehen und einmal samstags. Dienstags muss mein Mann später aus dem Haus, weil er erst zum Japanischkurs geht. Muss nur ich mich überwinden nicht zu lange im Bett liegen zu bleiben. Aber die Aussicht auf Schwimmen und ein heißes Jacuzzi…

Samstag war ich auf einem Child Rearing Seminar zum Thema Krankheiten bei Kinder und Unfallgefahren dieser Jahreszeit, das von einem internationalen Community Center veranstaltet wurde. Es war leider etwas spärlich besucht und viel mitgenommen habe ich nicht außer dem Ratschlag nicht nur das Baby, sondern auch uns Eltern gegen Influenza impfen zu lassen, die hier anscheinend immer ziemlich heftig verläuft.
Bei den meisten Krankheiten wurden als Vorsichtsmaßnahmen immer Hände gut waschen und Gesichtsmasken tragen genannt, sowie das Impfen. Nie wurden etwaige Hausmittel erwähnt. Daher fragte ich am Ende, ab wann man den Kindern bei Erkältungen zusätzlich Kräutertee wie Kamille geben könnte. Die Reaktionen waren deutlich irritierte Gesichter, sofort die Nachfrage nach Annas Alter und der Hinweis, dass natürlich Muttermilch an erster Stelle stehen müsse. Dann, hm, ja, Kräutertees gingen vermutlich schon, in Japan wären sie nicht üblich, aber unbedingt beachten, dass das Baby damit natürlich nicht ernährt werden kann. – Schon klar ….

Wir gingen danach noch in einen nahen Park, die Herbstfärbung genießen. Leider ist sie dies Jahr lange nicht so schön wie im letzten. Das liegt wahrscheinlich am etwas verschobenen Sommer und Regen. Sonntag bestimmte wieder ganz Anna den Zeitplan und so kamen wir erst um zwei für einen Ausflug in den Park aus dem Haus, ein gemütlicher Wochenausklang.

Soweit bin ich sehr zufrieden mit der Woche. Ich habe jeden Tag den Abwasch geschafft, auch mal gewaschen und abends meist gekocht. Auch mittags habe ich das Essen nur selten vernachlässigt.
Außerdem genieße ich die Stillzeiten und das Kuscheln mit Anna mehr und mehr. Und gestern kam mir der Gedanke, dass mir Anna auf eine gewisse Art zu innerer Ruhe verhilft. Früher hatte ich schon irgendwie immer noch so einen Druck, aber auch Wunsch in mir, beruflich noch was zu erreichen und ich schließe jetzt auch nicht aus, dass dieser Wunsch zurückkommen wird. Aber für jetzt bin ich einfach zufrieden mit Anna und mir. Ein herrliches Gefühl.
Zugegeben, mit Anna scheint mir das auch relativ leicht. Sie ist so friedlich und niedlich zurzeit, morgens lächelt und grinst sie besonders viel. Natürlich schreit sie auch mal und es ist auch jeden Tag anstrengend, ein Vollzeitjob, aber doch mehr und mehr erfüllend für mich.

Eine gute Woche wünscht euch heute
Silke, die Dankbare

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Anke (kidsgo-Tagebuch-Betreuerin)

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In diesem Beitrag geht's um:

Alltag, Technik, Kräutertee, Zufriedenheit