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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
19. Woche

Gesunden und schlafen gehören zusammen

Weitere Tage auf Krankenstation, das Packen für Deutschland hat begonnen und das Aussortieren, ein Kochkurs und Annas erste Püppchen.

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

uns geht es inzwischen wieder besser. Und Anna so gut, dass sie heute die Impfungen bekommen hat. Aber topfit sind wir beide noch nicht wieder. Ich hoffe, euch freut mein Bericht trotzdem, auch wenn derzeit nichts Spannendes passiert.

Ach ja, den Impftermin vorletzte Woche hatte ich ja verschoben, weil es mir nicht so gut ging und ich nicht stundenlang in der Praxis warten müssen wollte. Letzte Woche Mittwoch bin ich aber dann mit Anna hin, da man sich ja von einer kleinen Erkältung nicht abhalten lassen soll. Die Ärztin kann ja dann entscheiden, ob es okay ist zu impfen. Außerdem ist es ja auch bei der Erkältung nicht schlecht, wenn die Ärztin Anna mal ansieht. Morgens hatte sie sich auch ziemlich warm angefühlt, aber kein Fieber.
Tatsächlich entschied die Ärztin, dass Anna für die Impfungen zu krank wäre und verschrieb auch einen Schleimlöser, den wir direkt in der Praxis bekamen. Zudem wurde ihr die Nase mit einem Profigerät vor Ort abgesaugt und sie wurde gewogen. Die Ärztin, eine junge Frau, meinte außerdem, ich solle besser jeden Tag kommen, sie zu wiegen und so zu prüfen, ob sie genug trinkt. Ich hatte bestätigt, dass sie nur etwa halb so viel getrunken hatte wie am Vortag. Bei der Brustmilch weiß man das ja nie genau, aber die Pulvermilch war etwa nur die Hälfte gewesen. Ein bisschen besorgter war ich natürlich schon bei dieser Ansage, nun jeden Tag zu kommen.
Meine Schwester meinte dann, dass es dabei aber nur darum ginge, dass sie nicht dehydriere, nicht um ihr Gewicht.

Den Mittwoch verbrachte Anna dann auch recht anhänglich auf meinem Arm und ließ sich zum Schlaf leider nicht ablegen. Auch die folgende Nacht war durchwachsen. Immerhin kann ich aber inzwischen wieder besser im Liegen stillen, die Schmerzen im rechten Bein und Hüfte sind so gut wie weg. Das ist schon mal eine große Erleichterung für mich.

Am Donnerstag bin ich also brav wieder in die Praxis. Diesmal war wieder die ältere Ärztin da. Sie schien fast erstaunt und meinte, ich müsse nicht jeden Tag kommen, nur, wenn Anna richtig schlecht trinken würde. Aber ihre Erkältung wäre nicht schlimm, ich solle mir keine Sorgen machen. Samstag oder Montag solle ich das nächste Mal kommen. (Ja! Fast alle Arztpraxen haben hier mindestens Samstagvormittag offen!)
Auf dem Heimweg holte ich mir ein Mittagessen im Supermarkt, eine Suppe mit Sobanudeln und Tofu. Letztens habe ich mich mit einer Freundin dazu ausgetauscht und man kann einige Videos online finden, die darüber spekulieren, warum Japaner in der Regel so schlank sind. In einem Video wird die Meinung vertreten, dass in Japan selbst das Fast Food im Vergleich zu den USA gesund oder wenigstens gesünder ist. Und ja, das stimmt schon, oder man hat jedenfalls immer eine recht gesunde Auswahl. Daneben ist aber das japanische Alltagsessen in den Restaurants gar nicht so gesund wie ich vor unserer Ankunft hier dachte. Und Japaner essen sehr viel in Restaurants, mehr als in Deutschland, schätze ich. Da gibt es sehr viele frittierte Sachen und sehr beliebt sind auch Currys, die bestimmt auch häufig Geschmacksverstärker enthalten.

Anna schlief wieder auf meinem Arm ein. Zweimal versuchte ich, sie abzulegen, aber jedes Mal zeichnete sich sofort der Beginn eines herzzerreißenden Weinens auf ihrem Gesicht ab und so ließ ich sie gewähren. Ich setzte mich an den Tisch, streifte Kopfhörer über und guckte Serien so lange.
Als mein Mann da war, kochte ich was Schnelles und das Schlafen war diesmal kein Problem bei Anna und sie trank vorher auch sehr gut.

Freitagmorgen ging es ihr schon merklich besser. Das Wetter sah auch ganz gut aus, so wollte ich einen Spaziergang machen, frische Luft und so. Außerdem hatte ich schon eine Weile vor mir her geschoben, das Bezirksamt des Nachbarstadtteils aufzusuchen. Im letzten Jahr hatten wir dort bei einem Eco-Fest (Recycling) ganz viele Sachen für Anna geschenkt bekommen. Irgendwann müssen sie diese Sachen ja auch ansammeln, also wollte ich mal nachfragen, ob ich schon Sachen abgeben dürfte. Als ich mich auf den Weg machte, wollte Anna partout nicht im Kinderwagen liegen, also in die Trage. Da schlief sie dann bald ein und nach einer Weile traute ich mich, sie zurück in den Kinderwagen zu legen, sie schlief weiter. Doch vielleicht 10, 15 Minuten später hörte ich das Rascheln, sie war wach, aber guckte einfach ruhig vor sich hin. Ich hoffte darauf, dass sie wieder einschlief, denn es wäre die Zeit für den Mittagsschlaf. Leider hatte ich mir das nur so schön ausgedacht. Anna aber wollte wach bleiben oder konnte jedenfalls nicht mehr schlafen.

Im Bezirksamt konnte ich tatsächlich Annas bereits aussortierte Kleidung abgeben. Ich kenne zwar inzwischen ein paar mehr Mamis, aber bisher ist Anna die Kleinste. Also kann ich nichts direkt weitergeben. Meine niederländische Freundin macht zwar alle paar Monate eine Kleidertauschaktion und lädt viele Mamis ein, aber für die Kleinen sammelt sich alles nur bei ihr. Die nächsten Babys sind alles Jungs. Da will ich ihr nicht noch mehr aufs Auge drücken, wenn es auch andere Stellen gibt, wo die Sachen weiter genutzt werden.
Ich ließ Anna dort noch trinken und sich umgucken. Es gab eine kleine Fotoausstellung, offenbar Privatfotos mit verschiedenen Zügen zu unterschiedlichen Jahreszeiten, ein Fotowettbewerb.
Dann machten wir uns auf den Heimweg, Anna wieder in der Trage. Da ich immer noch eine benutze, bei der die ganze Last auf den Schultern und Rücken geht, nahm ich jetzt die U-Bahn für das größte Stück. Kurz bevor wir zuhause waren, schlief Anna doch noch ein. Zuhause angekommen hielt das leider nicht lange. Und bald fing die Arme an zu schreien und war kaum zu trösten. Ab und zu nickte sie auf meiner Schulter ein oder nahm ein paar Schluck, aber nur um dann wieder weiter zu schreien.
Mein Mann versuchte früher nach Hause zu kommen und gemeinsam brachten wir sie dann früh ins Bett. Ich denke, es war der Schlafmangel, aber ich weiß auch nicht, was ich noch hätte anders machen können, dass sie am Nachmittag besser und länger hätte schlafen können.
Vielleicht spielt da auch noch der Entwicklungssprung mit und eben die Erkältung. Beides sollte nun bald überwunden sein.

Am Samstag machten wir einen Spaziergang in die Innenstadt, um ein paar Mitbringsel für die berufliche Reise meines Mannes nach Deutschland und Slowenien zu besorgen. Schon seit ein paar Wochen sammle ich Mitbringsel und alle bereits entbehrlichen Dinge zusammen, die wir dann schon in Deutschland lassen wollen. Für Anna dürfen wir ja ebenfalls 23 kg mitnehmen, das ist in unserem Fall natürlich schon praktisch.
Anna schlief ziemlich bald im Kinderwagen ein und schlief über drei Stunden, bis wir wieder zurück zuhause waren, unglaublich!
Trotzdem war sie abends wieder schnell quengelig und wir brachten sie erneut früh ins Bett. Das klappt weiter mal so mal so. Aber wir machen auf jeden Fall Fortschritte in Richtung Einschlafen auf der eigenen Matratze, wir schlafen alle auf Matratzen am Boden, ganz japanisch, nur ich mit dickeren Matratzen, - und immer auch mal ohne schlaftrinken. Es liegt noch ein Weg vor uns, aber das ist in Ordnung.

Nachts reicht beim ersten Aufwachen meistens noch das Stillen, jetzt ganz im Bett, danach schlafen wir dann einfach nebeneinander weiter. Da sie wirklich früh schlafen ging für unsere Verhältnisse war Anna diesmal aber schon gegen 6.30 Uhr morgens wach und wollte deutlich nicht mehr schlafen. Ich beschäftigte mich noch eine Weile mit ihr, musste dann aber meinen Mann wecken, denn ich musste mich fertig machen für einen Kochkurs!

Lange hatte ich nachgedacht, wie ich den Rest eines Gutscheins verwenden sollte, und mich nun kurz vor Ablauf doch für einen Kochkurs entschieden. Und ich muss sagen, dass es sich auch gelohnt hat. Der Kurs ging über drei Stunden und wir lernten Dashi, die japanische Suppenbrühe und Basis für Misosuppe, zu kochen, eine Sushirolle ordentlich zu rollen, Teriyaki Hühnchen, Spinatsalat mit Sesamdressing und Tempura nebst fachgemäßer Vorbereitung von Shrimps und schließlich auch Misosuppe. Am Ende durften wir alles genießen.
In unserem ersten Winter hier hatte ich noch jeden Tag selbst Misosuppe zum Frühstück gekocht. Aber meinem Mann schmeckte meine Variante nicht so gut wie in dem EINEN Restaurant. Und so war seine große Hoffnung, dass ich diese nun richtig lernte. Die Kochlehrerin meinte, das wäre wahrscheinlich Aka-Misopaste, aber letztlich mache jedes Restaurant es eben ein bisschen anders. Da wird vielleicht ein anderer Fisch genommen für das Dashi, hergestellt mit Flocken aus fermentiertem Fisch. Der wird hart wie Holz. Oder die Misopaste ist etwas anders, die Menge variiert.
Mal sehen, wann ich den nächsten Versuch in Sachen Misosuppe mache.
Meinem Mann, der von einer verschlafenen Anna berichtete, brachte ich dann Sushi mit als Mittagessen. (Aber nicht meine Rolle.)

Nachmittags schwankten wir zwischen jetzt schnell raus und Anna im Wagen schlafen lassen oder wir legen uns alle hin und hoffen, es klappt mit dem Schlaf bei Anna. Wir entschieden uns für letzteres und es klappte wirklich gut. Anna schlief erneut um die drei Stunden mit Trinkpausen an meiner Brust. Am Ende schliefen wir beide fest und mein Mann ging laufen. Er legte einen Zettel hin, den ich aber nicht bemerkte und stattdessen nach einer Nachricht auf dem Handy suchte, ja, ja, so ändern sich Informationswege. Ich dachte mir aber schon, dass er laufen gegangen war und kümmerte mich um meinen Haushalt.
Da ist insgesamt sehr viel liegen geblieben in den letzten Wochen. Gerade schläft Anna ihren Mittagsschlaf, auch diesmal wieder ein Geduldsspiel. Das gehört wohl zum Mama-Sein.

Oh, eine schöne Sache kam am Samstag ins Haus geflattert, bzw. wurde es geliefert:
Eine japanische Bekannte, die mir während der Schwangerschaft ein paar Mal übersetzend zur Seite gestanden hatte, schickte Anna ihre ersten Püppchen, sogenannte Hina-Püppchen, natürlich in Kyoto gefertigt. Die Püppchen werden traditionell vor dem 3. März, dem Mädchenfest, aufgestellt. Nun hat Anna eine wunderschöne Erinnerung an ihre Geburtsstadt! In die Hände bekommt sie diese filigranen Püppchen jetzt aber noch nicht. Die wandern dann demnächst in den Koffer und werden sie in Deutschland erwarten. Hm, in den Genuss, ein Kinderzimmer einzurichten, komme ich ja erst nächsten Herbst… Es wird bestimmt so einige japanische Elemente haben.

Herzliche Grüße, bleibt gesund! Und schreibt gerne mal wieder Fragen zu Japan, ich freue mich immer über Kommentare.

Silke

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Anke (kidsgo-Tagebuch-Betreuerin)

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Foto: Privat

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Kommentare von Lesern:

Traudi Feist, Rettenbach29.01.2020 10:22

Hallo, liebe Silke und Anna !
Schlafen und Essen erhalten das Wohlbefinden, schon vom Säuglingsalter an ! Dazwischen erlebt Ihr noch so vieles in diesem uns doch etwas "Fremden Land", in dem es sich auch als Europäer gut leben lässt. Toll das Du einen Kochkurs gemacht hast ! Davon werden wir vielleicht auch profitieren ! Das Essen aus den verschiedenen Schalen und Töpfchen war schon Interessant. Da müssen wir unser Sortiment noch erweitern für das Japanische Essen ! Denke daran, dass auch hier Dich Babykleidung erwartet !
Mit Marie werden wir Heute zu einem Kinderfaschingsfest gehen. Gibt es Fasching auch in Japan ?
Werdet immer gesünder, um so schöner dann die Reise .
Herzliche Grüße aus dem bereits aprilligem Januar in der alten Heimat.
Aber mehr freut mich, dass Anna ihre weitere Impfung erhalten hat.

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In diesem Beitrag geht's um:

Erkältung, Schlaf, Kochkurs