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Erziehungstipps für Eltern – So machen es die Pädagogen

Tag für Tag stehen Eltern vor neuen Herausforderungen. Dabei beschäftigt sie vor allem die Frage, welcher Erziehungsstil der richtige ist und wie man mit herausfordernden Situationen umgehen kann. Hier lohnt ein Blick auf den Erzieher-Alltag, kann man von Pädagogen doch vieles lernen, das sich im Alltag integrieren lässt. Wir geben Tipps zur Erziehung von Kleinkindern und stellen verschiedene pädagogische Erziehungsansätze vor.

In diesem Artikel:

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Erziehungsfehler erkennen und vermeiden

Eltern haben im Alltag oftmals nicht die Zeit, ihre Erziehung zu überdenken. Dabei ist es wichtig, sich und seinen Erziehungsstil ab und an selbst zu reflektieren. So lassen sich bisherige Fehler in der Erziehung erkennen und in Zukunft zu vermeiden. Wer sich fragt, wie Kindergärtnerinnen den Alltag mit einer ganzen Gruppe an Kindern meistern, sollte wissen, dass diese während ihrer Ausbildung lernen, wie sie den Verhaltensweisen von Kleinkindern am besten begegnen sollten. Mit der Erzieher Ausbildung zum Experten werden und immer wissen, wie man sein Kind am besten betreut und fördert? Um in einzelnen Situationen richtig reagieren zu können, muss man keine Erzieherausbildung machen. Aber es kann nicht schaden, sich einige Tipps abzuschauen. Denn jeder Erzieher lernt während seiner Ausbildung gewisse pädagogische Maßnahmen – und diese können auch Eltern dabei helfen, den Alltag mit Kleinkind zu meistern. Wir zeigen die besten Erziehungstipps, die man sich von Pädagogen abschauen kann.

  • Eines der wichtigsten Grundprinzipien überhaupt lautet, sein Kind stets als Wunder zu betrachten. Anstatt sich auf die Erziehung zu fokussieren, sollte man sich auf die Beziehung konzentrieren. Dabei gilt: Je inniger die Bindung ist, umso größer ist der Einfluss, den man auf seinen Nachwuchs hat. Eltern sollten sich bewusst Zeit für ihren Sohn oder ihre Tochter nehmen, richtig zuhören und zeigen, dass sie sich für Gefühle und Bedürfnisse des Kindes interessieren.
  • Ebenso wichtig: Stärken und Interessen des Kindes fördern. Zwar können Eltern und Erzieher Hilfestellung geben, finden muss das Kind seinen individuellen Lebensweg jedoch alleine. Indem man Interessen und Stärken fördert, legt man bei seinem Kind die Grundlage für ein erfülltes Leben.
  • Jedes Kind kommt irgendwann in die Trotzphase. In der Regel beginnen Kinder mit eineinhalb Jahren damit, von Beißen, Treten und Um-sich-Schlagen begleitete Wutanfälle zu bekommen. Die meist bis drei Jahre andauernde Trotzphase ist ein erster Versuch, seine Grenzen zu testen. Viele Eltern bringt dies an den Rand der Verzweiflung. Doch anstatt zu schimpfen, sind jetzt Verständnis und Geduld gefragt. Gleichzeitig sollte man seinem Kind zeigen, dass es mit Strampeln und Zetern nichts erreicht.
  • Kinder brauchen klare Regeln, an die sie sich halten können. Für Eltern bedeutet das, in jeder Situation konsequent zu bleiben. Gibt man einmal nach – weil es schnell gehen muss oder einfacher ist –, unterminiert man seine Erziehung. Dann ist es nur noch eine Frage der Zeit, bis einem der Nachwuchs auf der Nase herumtanzt.
  • Kommunikation ist in jedem Bereich ein Schlüsselelement. Vor allem in der Familie sollte über Gefühle gesprochen werden. Kinder können sich so immer wieder vergewissern, dass Mama und Papa ihre Ängste und Sorgen ernst nehmen.

Welche pädagogischen Erziehungsansätze gibt es?

Im Laufe der letzten Jahrzehnte haben sich unterschiedliche pädagogische Ansätze entwickelt. Wie jemand sein Kind erzieht, hängt meistens davon ab, wie man selbst erzogen oder im Laufe seines Lebens geprägt wurde. Wir stellen die bekanntesten Erziehungsstile vor.

Montessori

Die Montessori-Pädagogik wurde von der italienischen Reformpädagogin und Ärztin Maria Montessori (1870 bis 1952) entwickelt. Kernaussage dieses Erziehungsstils ist, sein Kind dabei zu unterstützten, zu einem eigenverantwortlichen Menschen heranzuwachsen. Dies beruht auf der Annahme, dass jeder Mensch Veranlagungen und Potentiale in sich trägt, diesen jedoch nur dann folgen kann, wenn es die äußeren Lebensbedingungen zulassen.

Typische Beispiele der Montessori-Pädagogik:

  • Jedes Kind lernt in seinem eigenen Tempo.
  • Kinder sollten ihren Interessen entsprechend mit möglichst vielen Sinnen lernen.
  • Getreu dem Credo "Hilf mit, es selbst zu tun!", sollen Anreize geschafft werden, Neues entdecken zu wollen.

Jesper Juul

Ist von der Pädagogik nach Jesper Juul die Rede, meint man eine sich gegenseitig bedingende respektvolle Beziehung zwischen Eltern und Kind. Der dänische Familientherapeut Jesper Juul (1948-2019) spricht dabei von einer „gleichwürdigen"“ Erziehung. Ebenso interessant ist der Ansatz, dass Kinder lernen, indem sie Eltern nachahmen. Ein Kind, das sich unangemessen verhält, reagiert laut Juul also nur darauf, dass in der Familie etwas nicht richtig läuft. Viele Experten befürworten den Grundsatz, dass sich Eltern immer wieder selbst reflektieren und das eigene Verhalten zum Wohle ihres Kindes verändern sollten.

Typische Beispiele der Juul-Pädagogik:

  • Kinder ahmen ihre Eltern unbewusst nach. Das kann auch bedeuten, genau das Gegenteil zu tun.
  • Werden Kinder in einer Familie groß, in der häufig geschrieben wird, äußert sich dies bei Kindern häufig durch Handgreiflichkeiten.
  • Manchmal kann professionelle Hilfe notwendig sein, um einen neutralen Blick von außen zu bekommen. Denn nicht immer nehmen nur gravierende Familienkonflikte Einfluss auf das Verhalten von Kindern.

Attachement  Parenting

Beim Attachment Parenting steht das Kind mit seinen Bedürfnissen im Fokus. Bei ihrer Erziehung sollen Eltern auf Verhaltensweisen setzen, welche eine liebevolle Beziehung zu ihrem Nachwuchs fördern. Entwickelt wurde dieser Erziehungsansatz 1982 durch William und Martha Sears. Bekannt ist auch heute noch der von ihnen geprägte Begriff „Babyreading“. Dieser umschreibt das feinfühlige Erkennen kindlicher Signale und Bedürfnisse.

Typische Beispiele des Attachment Parenting:

  • Die Schlafstätte von Eltern und Kindern sollte nah beieinander liegen.
  • Es sollte eine Balance zwischen den Bedürfnissen des Kindes sowie von Mutter und Vater hergestellt werden.
  • In jungen Jahren sollte das Kind möglichst häufig und besonders nah am Körper getragen werden.

Antiautoritäre Erziehung

Dieser Erziehungsansatz ist in den 1960er und 1970er Jahren entstanden und baut darauf auf, dass Kinder sich möglichst frei entfalten sollen. Erwachsene mischen sich kaum ein, so dass Freiheit, Kreativität und Rechte des Kindes betont werden. Das bedeutet jedoch auch, dass Kinder mit den Konsequenzen ihres Handelns klarkommen müssen.

Typische Beispiele der antiautoritären Erziehung:

  • Kinder werden zu nichts gezwungen. Stattdessen erhalten sie Angebote und Vorschläge, wobei es ihnen freisteht, diese anzunehmen oder zu verweigern.
  • Es gibt klare Regeln und Gesetze, diese schränken die Selbstentwicklung des Kindes jedoch nicht ein.
  • Zwar dürfen Kinder selbstverantwortlich entscheiden, müssen aber auch die Verantwortung für ihre Entscheidungen übernehmen.