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Babysitten: Tipps für Eltern und Babysitter

Immer mehr Schüler verdienen sich zusätzliches Geld mit Babysitten. Grundsätzlich eine gute Idee, doch viele Situationen können einen unerfahrenen Jugendlichen leicht überfordern, z.B. wenn das Kind ununterbrochen quengelt oder die Windel voll ist. Damit dem Babysitter der Umgang mit den Kleinsten erleichtert wird, haben wir hier eine kleine Liste erstellt, wie schwierige Situationen zu händeln sind. Und auch für die Eltern haben wir einige Tipps, worauf sie bei der Auswahl ihres Kinderhüters achten sollten und wie ein reibungsloser Ablauf erleichtert wird.

In diesem Artikel:

Babysitter gesucht? Warum die Chemie zwischen allen stimmen muss

Lara grinste über beide Backen und ihre kleinen Ärmchen streckten sich Irina freudig entgegen. „In diesem Moment wussten wir, dass wir die richtige Entscheidung getroffen hatten, Irina als Babysitterin für unsere Tochter zu engagieren", erzählen die jungen Eltern Sabine und Thorsten. Vor ihrem ersten Einsatz war die 16-jährige Irina schon einige Male zu Besuch, um Lara besser kennenzulernen. Sie kam immer pünktlich, half Lara zu wickeln und ins Bett zu bringen. „Lara und Irina hatten von Anfang Spaß miteinander und wir ein gutes Bauchgefühl", erinnert sich Sabine.

Rund ein Drittel der Eltern der 0- bis 3-Jährigen tut sich schwer, den richtigen Babysitter zu finden, berichtet das Online-Portal Betreut.de.

Portale für die Vermittlung von Babysittern

Auch Sabines und Thorstens Suche war schwieriger als erwartet. Da die Großeltern ausfielen und auch die Nachfrage im Freundes- und Bekanntenkreis erfolglos blieb, schaute sich das junge Paar auf einem Internetportal zur Vermittlung von Babysittern um. „Dort konnten wir gezielt nach unseren Wünschen einen Babysitter auswählen. In erster Linie war uns wichtig, dass die Chemie stimmt. Aber auch, dass die Bewerberin eine Art Babysitter-Ausbildung hat“, erläutert Thorsten die Auswahlkriterien. Die Gewissheit, dass der Babysitter weiß, wie er im Notfall reagieren soll, war für Laras Eltern besonders wichtig. Das junge Elternpaar lud schließlich zwei Bewerberinnen ein, bei Irina hat es sofort gepasst. „Das spürt man dann einfach", sagt Sabine.

Zum Babysitter Vertrauen aufbauen

Zu einem bzw. mehreren persönlichen Treffen rät auch Sonja Bachschuster, Leiterin des Babysitter-Kurses im Familienbildungszentrum Haus der Volksarbeit e.V. in Frankfurt: „Die Eltern sollten den Babysitter kennenlernen, bevor die erste Betreuung ansteht. Nichts ist wichtiger, als Vertrauen aufzubauen und für ein gutes Gefühl auf beiden Seiten zu sorgen.“ Sie empfiehlt, im Vorfeld alle Versicherungsfragen zu klären, die sich je nach Alter und Häufigkeit der Betreuung unterscheiden können.

Babysitting-Tipps: Auswahl des Babysitters

  • Wo sucht man am Besten nach Babysittern? – Da gibt es viele Möglichkeiten. Du könntest dich in der Nachbarschaft umhören, ob einer der Jugendlichen sein Taschengeld aufbessern möchte. Oder lass dir vom Bekanntenkreis einen Babysitter empfehlen. Außerdem gibt es in vielen Städten Agenturen oder Einrichtungen, die (evtl. gegen Bezahlung) einen Babysitter vermitteln. Beispiele hierfür sind die Familienbildungsstätte und das Rote Kreuz (diese Einrichtungen bieten auch Kurse zur Ausbildung von Babysittern an).
  • Bei der Auswahl deines Babysitters solltest du darauf achten, dass er reif genug ist, um die Verantwortung für ein kleines Kind zu übernehmen. Zum einen kannst du ihn fragen, inwiefern er schon Erfahrung mit kleinen Kindern hatte (Geschwister, Erfahrung als Babysitter etc.). Außerdem zählt auch dein erster Eindruck. Oft kann man schon nach wenigen Minuten erkennen, ob jemand für diesen Job geeignet ist und einen „Draht“ zu deinem Baby hat.
  • Des Weiteren kannst du dir einen kleinen Fragenkatalog ausdenken. „Was würdest du tun, wenn...“ z.B. das Kind sich an der Herdplatte verbrennt, eine Zecke hat, oder, oder, oder. Überlege dir einfach ein paar Fragen, an denen du feststellen kannst, wie der Babysitter in Notsituationen reagiert. Er sollte in jeder Situation einen klaren Kopf bewahren und verantwortungsvoll mit deinem Kind umgehen können.
  • Wenn der potentielle Babysitter den ersten Eindruck bestanden hat, lass ihn ruhig ein wenig mit deinem Kind allein spielen. So kannst du sehen, ob die Chemie der beiden stimmt.
  • Wenn du dir nicht sicher bist, ob du die richtige Wahl getroffen hast, machst du einen Termin für ein Probe-Babysitting aus. Du kannst deinem Kind dann 1-2 Stunden mit dem Babysitter allein lassen und danach entscheiden, ob du ihn „fest anstellen“ willst.
  • Kläre im Vorfeld, wie viel du pro Stunde zahlst. Empfohlen werden 5-8 Euro.

Tipps für Babysitter

  • Um bessere Chancen auf einen Job als Babysitter zu haben, lohnt es sich, ein so genanntes „Babysitter-Diplom“ zu machen. Kurse dafür werden bei der örtlichen Familienbildungsstätte und beim Roten Kreuz angeboten. Inhalte einer solchen Ausbildung sind ein 8-stündiger Erste-Hilfe-Kurs am Kleinkind/Säugling. Außerdem lernt man etwas über die Ernährung, Verhaltensweisen, Wickeln, Beschäftigung und rechtliche Grundlagen eines Babysitters. Dieses Diplom gibt den Eltern die Sicherheit, dass man professionell gelernt hat, mit Kindern umzugehen. Eine Liste des DRK, welche Landesverbände Babysitter ausbilden, findest du auf www.hallobabysitter.de.
  • Beim „Vorstellungsgespräch“ als Babysitter sollte man darauf achten, vertrauenswürdig rüberzukommen, das heißt keine Ausschnitte bis zum Bauchnabel, Miniröcke oder T-Shirts mit zweideutigen Prints. Falls man Raucher ist, sollte man das auf jeden Fall in Gegenwart der Eltern (und natürlich auch des Kindes) unterlassen. Welche Eltern möchten schon einen Babysitter, der ihr Kind passiv mitrauchen lässt?! Insgesamt sollte man einen gepflegten Eindruck machen. Man kann auch ruhig schon mal versuchen, „Kontakt“ mit dem Kind aufzunehmen und schauen, ob man mit ihm zurecht kommt. Falls man merkt, dass das Kind einen überfordert – auf jeden Fall eingestehen und den Eltern des Kindes sagen. Besser so, als wenn es in einer Katastrophe endet.
  • Man sollte sich nach Gewohnheiten, Vorlieben, Abneigungen etc. des Kindes erkundigen und Interesse am Kind zeigen. Zum einen macht es einen guten Eindruck und zum anderen hilft es ungemein, beim Aufpassen etwas über das zu hütende Kind zu wissen.
  • Wenn man den Job hat und es an das erste Aufpassen geht, gelten die gleichen Regeln wie beim „Vorstellungsgespräch“. Außerdem sollte man sich nicht mit Schmuck zuhängen (keine langen Ketten, Ohrringe, etc.), denn das könnte für Kind und Babysitter gefährlich werden (kleine Kinder ziehen gerne mal an Ketten). Auch die Klamotten sollten eher leger sein, denn beim Umgang mit Kindern, können Klamotten leicht mal den einen oder anderen Fleck abbekommen.
  • Während des Aufpassens sollte die Konzentration ausschließlich dem Kind gelten, das heißt Handy, MP3-Player usw. haben während dieser Zeit Pause.
  • Für die Zeit mit dem Kind, kann man sich im Voraus schon einige Spiele bzw. „Programm-Punkte“ überlegen. Dazu kann man im Internet schauen was sich je nach Alter des Kindes anbietet (oder die Eltern des Kindes um Rat fragen).
  • Falls etwas passieren sollte, während man das Kind hütet (Kind verschwunden, verletzt etc.), ist es wichtig, umgehend die Eltern zu benachrichtigen. Dafür ist es wichtig, sich die Handynummern der Eltern geben zu lassen.

WEITERE INFOS

Juni 2017: Die DSH hat diesen Sommer fünf neue Infomagazine für Eltern herausgebracht. In diesen erhalten Eltern alle wichtigen Informationen zu den Themen Vergiftung, mobil mit Kind, Spiele von gestern für drinnen & draußen und Babysitter. Die Infohefte können unter dem folgenden Link www.das-sichere-haus.de/broschueren/kinder. kostenlos heruntergeladen oder bestellt werden.

Tipps für die Eltern

  • Wenn du dein Kind mit dem Babysitter allein lässt, solltest du deine Handynummer, oder eine Nummer, auf der du in Notfällen zu erreichen bist, hinterlegen. (Lass dir auch die Nummer des Babysitters geben, falls du dich verspätest o.ä.)
  • Zeige dem Babysitter, wo sich Essen/Trinken, Windeln, Schnuller etc. für dein Kind befinden.
  • Falls der Babysitter noch keine Erfahrung mit Windeln wechseln hat, zeigen und erkläre ihm auch das.
  • Kläre ihn über Vorlieben und Abneigungen deines Kindes auf, z.B. welche Spiele/Bücher es gern mag, was es gern isst/trinkt oder was es in „Quengelmomenten“ wieder aufheitert (bestimmtes Spiel, in den Arm nehmen etc.)
  • Falls du deinem Babysitter vorschlägst, rauszugehen (Spielplatz o.ä.) solltest du ihm sagen, welche Klamotten dafür geeignet sind.

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