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Fliegen mit Baby: Kinder im Flieger besonders sichern

Mit Baby im Gepäck in die Ferne reisen? Nichts leichter als das: Schon nach drei Flugstunden kann man am Mittelmeer sitzen. Manche Eltern freuen sich, müssen sie für ihr Kind noch nicht mal bezahlen. Doch dieser scheinbare Vorteil entpuppt sich schnell als Nachteil.

In diesem Artikel:

Kinder im Flieger besonders sichern

Nach wie vor ist es erlaubt, Kinder unter zwei Jahren während des Flugs auf den Schoß zu nehmen. Manche Fluggesellschaft wirbt sogar damit, dass Kinder ohne eigenen Sitzplatz gratis reisen. Dabei besteht beim so genannten „Lap-Holding“ – das Kind wird nur mit einer Gurtschlaufe, den Loop Belts, auf dem Schoß gesichert – im Ernstfall große Gefahr für das Kind. Und das nicht erst bei einer Notlandung, sondern schon bei heftigen Turbulenzen. Der TÜV Rheinland hat im Auftrag des Luftfahrtbundesamtes Crash-Tests durchgeführt, die allesamt zu dem Ergebnis kommen, dass Kinder ohne eigenen Sitzplatz im Flugzeug nicht gut aufgehoben sind. Auch die teilweise angebotenen Baby Bassinets, also kleine Bettchen für Säuglinge sind aus Sicherheitsaspekten nicht geeignet. In den USA sind die Loop Belts, die ursprünglich als Gurterweiterung für übergewichtige Passagiere und nicht für Kinder erfunden wurden, übrigens verboten.

Buchtipp zum Weiterlesen

Kerstin Führer, Fliegen mit Baby und Kleinkind – 190 Fragen und Antworten, KidsAway Verlag, 2015, 2. Auflage, 14,95 Euro, ISBN 978-3-00-043433-4

Sicherer: Sitzplatz fürs Baby buchen

Europäische Airlines verweisen auf die Air OPS, eine Verordnung, die europaweit die Sicherheit im Flugverkehr regelt und das Lap-Holding weiterhin erlaubt. Damit halten sich die europäischen Fluggesellschaften also durchaus an geltendes Recht, wenn sie weiterhin Babys umsonst auf dem Schoß fliegen lassen. Cornelia Cramer vom Luftfahrtbundesamt bedauert das, aber um eine EU-Verordnung zu ändern, muss die EU-Kommission ran. Die EASA (European Air Safety Agency) könnte einen Vorschlag dazu unterbreiten, doch dafür wäre ein europaweiter Konsens nötig. Bisher war der Aufschrei nicht groß genug, und so bleibt nur der Appell an die Eltern, auf das kostenlose Angebot der Airlines zu verzichten und unbedingt einen eigenen Sitzplatz für ihr Baby oder Kleinkind zu buchen – am besten über ein Reisebüro oder die Hotline der Fluggesellschaft. Damit signalisieren Eltern, dass ihr Kind sehr wohl ein Anrecht auf einen Sitzplatz hat und keineswegs ein Zweite-Klasse-Passagier ist.

Um ihren Nachwuchs bestmöglich zu sichern, können Eltern bei fast allen Airlines nach vorheriger Absprache ihren Autositz mitbringen. Der TÜV-Rheinland hat auf seiner Homepage eine Liste veröffentlicht mit Sitzmodellen, die für den Einsatz im Flugzeug geeignet sind.

Angebote genau prüfen!

Insgesamt gilt es bei Flugangeboten für Familien genau hinzuschauen. Und im Zweifelsfall nachfragen, rät Kerstin Führer, Autorin des Ratgebers „Fliegen mit Baby und Kleinkind“, und erfahrene Familienglobetrotterin. Das billigste Angebot muss am Ende nicht immer das günstigste sein. Bei mancher Billig-Airline kommen für Babys Gepäck schnell Extrakosten hinzu. Ryan Air gar verlangt sogar Geld für heißes Wasser an Bord, um beispielsweise ein Fläschchen zuzubereiten.
Pre-Bording für Familien kann hilfreich sein, andererseits aber auch die eh schon lange Stillsitzzeit an Bord unnötig verlängern. Ein Vorabend-Check-in hingegen trägt am Abflugtag ganz sicher zur Entspannung bei. Bei US-amerikanischen Fluggesellschaften ist es während des Fluges nicht gestattet aufzustehen, deutsche Airlines handhaben das in der Regel etwas lockerer. Da darf der Zweijährige schon mal von einem Ende der Kabine zum anderen wandern.


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