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Infos für Väter - Männer in der Vaterrolle

In diesem Artikel:

Wenn der Vater täglich die Mutter macht

Väter, die einen Kinderwagen schieben oder ihr Kleines liebevoll auf dem Arm tragen, sind im Münchner Stadtbild nicht mehr wegzudenken. In der Einstellung der Männer zu Familienaufgaben hat sich grundsätzlich etwas geändert. Mann beteiligt sich und nimmt frau traditionelle Betreuungsaufgaben ab. Das ist an Wochenenden auch auf den Spielplätzen zu sehen. Mütter und Großmütter sind nicht mehr unter sich.

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Ihre Zahl ist noch gering - Väter in der Elternzeit

Noch gering, aber im Wachsen, ist die Zahl der Väter, die sich nach der Geburt eines Kindes und der gesetzlich vorgeschriebenen Mutterschutzzeit die Kinderbetreuung nach Maßgabe des Gesetzes zur Elternzeit mit der Mutter teilen. Das merken die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Familienbildungsstätten, denn in den Kursen wie dem Prager Eltern-Kind-Programm (PEKiP), das eine spielerische Frühförderung für Babys ab der 6 Lebenswoche bietet, tauchen immer häufiger Väter auf. "Es gibt immer mehr Väter, die nach einigen Monaten mit ihrer Frau tauschen und dann für sie in den Kurs gehen", sagt Barbara Renken von der Evangelischen Familien -Bildungsstätte „Elly-Heuss-Knapp“ in München.

Krabbelgruppe oder PEKiP-Kurs - Männer machen mit

Werner Bücker ist einer von ihnen. Mit Sohn Eric nimmt er Woche für Woche auf den blauen Matten des PEKiP-Kurses in der Evangelischen Familienbildungsstätte in der Herzog-Wilhelm-Straße Platz, erfreut sich wie die anwesenden Mütter an der wachsenden Unternehmungslust der Kleinen, singt mit ihnen, macht Fingerspiele oder schaukelt die Babys abwechselnd in einem großen gelben Tuch, was sie besonders gern mögen.

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Rollentausch zur Hälfte der Elternzeit

B. war sich mit seiner Frau Vera von Anfang an einig, dass zur Hälfte der Elternzeit die Rollen gewechselt werden: Die Mutter ging voll in ihren Beruf zurück und er übernahm alle Aufgaben zu Hause. "Ich habe mich von Geburt an in die Betreuung des Kleinen eingebracht, so dass die Umstellung für ihn nicht so groß war, als ich dann tagsüber die Hauptbezugsperson wurde", sagt er.

Der Mann als Mutter - Welche Vorteile hat das Kind?

Gibt es Unterschiede zwischen ihm und seiner Frau im Zugang zu dem Kind? B: "Im Zugang direkt nicht, aber jeder hat auch seine eigene Rolle bei dem Kind. Ich bin extrovertierter, tobe wohl ein bisschen wilder mit ihm herum. Die Vera ist mehr kuschelig. Jeder von uns hat seine eigene Art, mit dem Kind umzugehen und das ist für seine Entwicklung wichtig. Es lernt schon früh unterschiedliche Verhaltsmuster kennen. Wichtig ist, dass beide Eltern authentisch sind. Natürlich stimmen wir uns in der Erziehung ab. Es soll in wichtigen Dingen nicht der eine so und der andere so sagen. Aber im Alltag mit dem Kind gehen wir unterschiedliche Probleme mit unterschiedlichen Methoden an."

Hat die enge Beschäftigung mit dem Kind schon abgestrahlt auf sein sonstiges Leben? B: "Ich bin ausgeglichener geworden. Dinge, die früher Priorität hatten, nehme ich nicht mehr ganz so wichtig." Das bestätigen mir auch meine Kollegen. Am Anfang habe ich mich als Vater, der täglich bei seinem Kind bleibt, in einer besonderen Rolle gefühlt. Das hat sich geändert und eingeebnet. Was ich mache, sind doch ganz normale Vorgänge, die jede Mutter erledigt. Allerdings wird mein sichtbares Engagement als Vater in der Öffentlichkeit registriert. Erst heute wurde ich wieder in der U-Bahn von einer älteren Frau angesprochen worden, die sich lobend darüber äußerte, dass sich Väter stärker bei ihren Kindern engagieren."

Papa bleibt zu Haus - Ein Gewinn auch für das Kind!

Worin liegt der Gewinn der "Väter-Arbeit"? B: "Mein Kind überrascht und bereichert mich immer wieder. Wenn es etwas in der Welt neu entdeckt, entdecke ich es mit. Etwas, was für uns Erwachsene selbstverständlich geworden ist, ist es für die Kinder noch lange nicht. Und auf diese Weise öffnen sie die Welt neu für uns. Der Tagesablauf mit dem Kind ist manchmal monotoner als ich es bei den bisherigen Tätigkeiten gewohnt bin. Aber alles ist doch schließlich eine Frage der eigenen Ideen und eigenen Motivationen. Ich kann mich immer wieder herausfordern lassen, ich muss nicht immer das Gleiche mit dem Kind machen, ich kann auch die Routinen immer wieder etwas anders gestalten."

Bild: Heinz Brockert

Elternzeit auch für Väter

Bis zu drei Jahre Elternzeit können Mütter und Väter nach der Geburt ihres Sprösslings nehmen. Während dieser Zeit dürfen sie bis zu 30 Stunden wöchentlich arbeiten und sind unkündbar. Angehende Eltern sollten noch während der Schwangerschaft klären, wie es danach beruflich weiter geht. In den ersten acht Wochen nach der Geburt ihres Sprösslings gilt der Mutterschutz und damit ein absolutes Beschäftigungsverbot für die frisch gebackene Mutter. Doch was kommt dann? Wie lange will frau pausieren? In welchem Umfang will sie wieder in ihren Job einsteigen? Will auch der Vater zeitweise beruflich kürzer treten?

Laut Gesetz können Frauen und Männer, die in einem Arbeitsverhältnis stehen, bis zum vollendeten dritten Lebensjahr ihres Kindes Elternzeit nehmen. Diesen Anspruch können sie ganz oder auch nur für einzelne Monate nutzen, gemeinsam, abwechselnd oder gar nicht. Jeder Elternteil hat die Möglichkeit, seine Elternzeit in zwei Zeitabschnitte aufzuteilen. Sofern der Arbeitgeber zustimmt, lässt sich ein Teil der Elternzeit - maximal zwölf Monate - auch bis zum achten Geburtstag des Kindes aufschieben.

"Ich würde ja gerne Elternzeit nehmen, aber in meinem Unternehmen ist das nicht möglich", beteuern Männer gerne. Nicht üblich, wäre die treffendere Formulierung. Es braucht etwas Mut, aber möglich ist es durchaus. Der Arbeitsgeber darf den Wunsch nach Elternzeit nicht ablehnen. Das gilt für alle Mitarbeiter - auch für jene, die befristet, in Teilzeit, als Auszubildender oder Umschüler beschäftigt sind.

Wann Elternzeit "ankündigen"?

Der Arbeitgeber muss spätestens sieben Wochen vor Beginn der Elternzeit schriftlich unterrichtet werden. Aus Beweisgründen empfiehlt das Bundesfamilienministerium, sich die Anmeldung bestätigen zu lassen. Für welchen Zeitraum man Elternzeit ankündigt, will wohl überlegt sein. Grundsätzlich muss man sich für die folgenden zwei Jahre verbindlich festlegen. Dabei sollte man es auch belassen, "um das dritte Jahr flexibel gestalten zu können", begründet das Bundesfamilienministerium.

Elternzeit und Nebenjob

Wichtig zu wissen: Mütter und Väter dürfen während ihrer Elternzeit arbeiten - bis zu 30 Stunden pro Woche. Ist dies gewünscht, sollten sie dies ihrem Arbeitgeber unmittelbar nach Anmeldung der Elternzeit signalisieren. Für Mütter ist Teilzeit häufig eine attraktive Option, um schnell und familienverträglich wieder in den Beruf einzusteigen. Vätern gibt es die Chance, Zeit mit ihrem Sprössling zu verbringen, ohne gleich beruflich "weg vom Fenster" zu sein.

Eine Teilzeitbeschäftigung steht dem gesetzlichen Anspruch auf Elterngeld nicht entgegen. Seit Anfang des Jahres erhalten Mütter und Väter, die ihr Kind nach der Geburt selbst betreuen, maximal 14 Monate lang Elterngeld in Höhe von 67 Prozent des wegfallenden Nettoeinkommens. Geht die Betreuungsperson in diesem Zeitraum einer Teilzeitbeschäftigung nach, wird ihr Einkommen bei der Berechnung des Elterngeldes berücksichtigt. Sie erhält dann 67 Prozent aus der Differenz zwischen ihrem früheren und ihrem aktuellen Einkommen.

Unabhängig davon, ob in Teilzeit oder gar nicht gearbeitet wird: Während der Elternzeit kann Müttern und Vätern grundsätzlich nicht gekündigt werden. Nach Ablauf der Elternzeit gilt: "Sie haben Anspruch auf eine Stelle, deren Anforderungsprofil und Gehalt Ihrer bisherigen Tätigkeit entspricht - nicht aber das Recht auf die frühere Position".


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