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Frühgeburt: Ab wann ist ein Baby lebensfähig?

Dein Baby ist jetzt lebensfähig! Würde dein Baby heute schon auf die Welt kommen, hätte es bereits gute Überlebenschancen. Das war nicht immer so. Doch dank moderner Medizin und fortschreitender Technik ist heute vieles möglich. Es gibt Intensivstationen für Frühgeborene, hochspezialisierte medizinische Geräte im Mini-Format und perfekt ausgebildetes Fachpersonal. Kurzum: Sollte aus deinem Baby ein Frühchen werden, hat es die besten Chancen auf eine normale Entwicklung. Das gibt dir sicher ein beruhigendes Gefühl.

In diesem Artikel:

Frühgeburt: Je später, desto besser

Jeder einzelne Tag im Bauch der Mutter ist wertvoll für das Baby. Das ist Fakt. Dennoch werden in Deutschland rund 50.000 Kinder pro Jahr zu früh geboren.
Das ist leider auch Fakt. Durch die vielfältigen Möglichkeiten bei der Intensivbehandlung Neugeborener, sind deren Chancen auf Leben stetig gestiegen. So gibt es heute bessere Beatmungsgeräte und bessere Überwachungsgeräte für die Herz- und Lungenfunktion. Auch die Forschung in der Geburtsmedizin macht große Fortschritte. Heute ist es möglich, immer mehr Frühgeburten zu verzögern oder zu verhindern. Fantastische Möglichkeiten, die zu Großmutters Zeiten noch undenkbar gewesen wären.

Der Neonatologe

Fachgebiet Frühchen: Der Neonatologe ist auf die Behandlung von Frühgeborenen spezialisiert. Mit seiner Hilfe erhält das Baby von Anfang an eine perfekte medizinische Betreuung. Die Behandlung und Pflege wird dabei individuell auf den Reifegrad des Frühchens abgestimmt. So bekommt es genau die medizinische Hilfe, die es benötigt. In den vergangenen Jahrzehnten hat das Fachgebiet der Neonatologie große Fortschritte gemacht. Wichtige Einsatzgebiete sind die beschleunigte Reifung der Lungen mit Hilfe von Medikamenten und die Beatmung.

Überlebenschancen

Ab der 23. Schwangerschaftswoche, wenn sie ein Geburtsgewicht von etwa 500 Gramm erreicht haben, beginnt die Lebensfähigkeit von Frühgeborenen. Derzeit liegt in Deutschland nach der 24. Woche die Überlebenschance bei 50:50. In den darauffolgenden Lebenswochen erhöht sie sich stark, in der 28. Woche überleben bereits 90 Prozent aller Frühchen.

Fall der Fälle: Vor der 37. SSW

Sollte dein Baby vor der 37. Schwangerschaftswoche auf die Welt kommen, spricht man von einer Frühgeburt. Wann dein Baby zur Welt kommt, kannst du ganz einfach in unserem Geburtsterminrechner selbst berechnen.

Im Fall einer Geburt vor der 37. SSW wird das Baby sofort auf die Neugeborenenstation verlegt oder auf die Intensivstation gebracht. Im Inkubator, auch Brutkasten genannt, werden ab nun alle wichtigen Körperfunktionen überwacht und gegebenenfalls unterstützt. Je nach Reifegrad kann eine künstliche Beatmung oder eine Ernährung über eine Magensonde nötig sein. Hier erkennst du: was auch immer passiert — für deinen kleinen Schatz wird bestens gesorgt.
 Dennoch braucht dein Baby dich, denn neben der guten medizinischen Versorgung benötigt dein Kind unbedingt den Körperkontakt und dein Nähe. Je mehr, desto besser!

Die Kängurumethode

Warm, behaglich, gemütlich: Bei der sogenannten „Kängurumethode“ werden die Frühchen einem Elternteil auf den Bauch gelegt. Der wärmende Hautkontakt wirkt sich positiv auf die Kreislauffunktionen und die Atmung des Babys aus. Zusätzlich fördert es den intensiven Kontakt zwischen dem Frühchen und seinen Eltern. Eine liebevolle Maßnahme ganz ohne Medizin.

Hilfe für die Kleinen

Zucker für die Zuckersüßen: Einige Maßnahmen können den Frühchen den Start ins Leben erleichtern. Zum Beispiel eine hochprozentige Zuckerlösung. Wie beim Stillen sorgt dies für eine gute Verfassung der Babys. Auch mit Musiktherapien werden große Erfolge erzielt. Hierbei werden die Kleinen regelmäßig mit überwiegend klassischer Musik beschallt. Manchmal werden auch die Stimmen der Eltern aufgenommen und anschließend vorgespielt. All dies fördert auf sanfte Art und Weise die gesundheitliche Entwicklung des Frühchens.

Weitere Online-Infos

Alles über Frühchen 
www.fruehchen-portal.de

Bundesverband „Das frühgeborene Kind“ e.V.
www.fruehgeborene.de

Hilfe für die Großen

Du bist nicht allein: Es ist eine besondere und nicht immer einfache Situation Eltern eines Frühchens zu werden. In manchen Fällen sollte man daher psychologische Hilfe in Anspruch nehmen. Auch der Austausch mit anderen betroffenen Eltern kann sehr hilfreich sein und dir wertvolle Tipps und Unterstützung geben. Zum Glück gibt es in Deutschland zahlreiche Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen. Erkundige dich im Bedarfsfall danach. Dort wird man dir sicher gerne weiterhelfen.

Überlebenschancen für Frühgeburten: Drei kleine Wunder

Klein, kleiner, winzig: Ein Junge aus Japan wog bei seiner Geburt nur 297 Gramm. Ein Mädchen aus den USA brachte nur 244 Gramm auf die Waage. Und auch in Deutschland wurde ein Märchen wahr: Ein Junge aus Göttingen wurde mit 275 Gramm Gewicht und 27 Zentimeter Größe geboren. Drei kleine Wunder, die Geschichte geschrieben haben. Und bis heute kommen täglich neue hinzu.