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Mutterschaftsgeld beantragen – Wie, wo und wann?

Damit in der letzten Phase der Schwangerschaft alles gut geht, hat der Gesetzgeber eine Mutterschutzfrist eingerichtet: In den sechs Wochen vor dem Entbindungstermin gilt ein Beschäftigungsverbot. Das Mutterschaftsgeld sorgt dafür, dass diese Zeit nicht zur finanziellen Belastung wird. Hier findest du die wichtigsten Informationen zum Mutterschaftsgeld, inklusive zum Antrag und zur Berechnung.

In diesem Artikel:

Mutterschaftsgeld – wie beantragen?

Wer zu Beginn des Mutterschutzes abhängig beschäftigt und eigenständiges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse ist, hat gute Karten: Diesen Schwangeren steht auf jeden Fall Mutterschaftsgeld zu. Sie erhalten bis zu 13 € pro Tag von ihrer Krankenkasse, den Differenzbetrag bis zum vollen Nettogehalt stockt der Arbeitgeber auf. Und zwar nicht nur in den sechs Wochen vor dem errechneten Geburtstermin, sondern auch noch mindestens acht Wochen nach der tatsächlichen Geburt. Bei Babys unter 2.500 Gramm oder Frühchen verlängert sich der Zeitraum sogar.

Weitere Infos

Mutterschutzrechner
Beginn Mutterschutz ausrechnen mit dem Geburtsterminrechner

Das Mutterschutzgesetz 
Mutterschutzgesetz

Die Broschüre ‚Mutterschutzgesetz - 
Leitfaden zum Mutterschutz’ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend lässt sich bestellen und herunterladen unter: www.bmfsfj.de

Auch die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung hat Informationen rund um den Mutterschutz zusammengefasst: 
www.familienplanung.de

Habe ich auch Anspruch auf Mutterschaftsgeld?

Auch wer nicht in einem festen Dauer-Angestelltenverhältnis steht, kann unter Umständen Mutterschaftsgeld bekommen. Privat Versicherte und geringfügig Beschäftigte erhalten eine einmalige Zahlung von 210 €. Ihr Ansprechpartner ist allerdings nicht die Krankenkasse, sondern das Bundesversicherungsamt. Bei Arbeitslosen, Frauen in Elternzeit und Schwangeren, deren Arbeitsverhältnis sich während der Schutzfrist ändert, muss der genaue Einzelfall geprüft werden. Freiwillig Versicherte erhalten Mutterschaftsgeld, wenn sie Anspruch auf Krankentagegeld haben. Hausfrauen gehen leider leer aus.

Was muss ich beim Antrag beachten?

Frühestens ab der 33. Schwangerschaftswoche stellen Frauenarzt oder Hebamme eine Bescheinigung aus, mit dem Schwangere ihr Mutterschaftsgeld bei der Krankenkasse beantragen können. Ein weiteres Formular füllt der Arbeitgeber aus. Sobald beide Unterlagen auf dem Weg zur Krankenkasse sind, steht dem Geldfluss nichts mehr im Weg. Denn alles weitere regeln Krankenkasse und Arbeitgeber untereinander – bald dürfte das Mutterschutzgeld auf dem Konto sein.

Der Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschutzgeld

Das Mutterschaftsgeld, das direkt von der Krankenkasse gezahlt wird, ist meistens nur ein Bruchteil des bisherigen Einkommens. Den Löwenanteil trägt der „Arbeitgeberzuschuss zum Mutterschaftsgeld“ bei. Zu bedauern ist der Arbeitgeber dafür nicht, denn er kann sich dieses Geld von der Krankenkasse erstatten lassen. Dafür sorgt die so genannte „Umlage 2“: Seit 2006 ist in allen Sozialversicherungsbeiträgen ein kleiner Anteil für diese Umlage reserviert. Sie kommt für alle Leistungen des Arbeitgebers auf, die durch schwangerschaftsbedingte Fehlzeiten zustande kommen.

Mutterschutz und Elterngeld

Achtung! Mutterschutzgeld und Arbeitgeberzuschuss werden auf das Elterngeld angerechnet. Das bedeutet, dass Frauen, die in den acht Wochen nach der Geburt Geld in Höhe ihres Nettolohns erhalten haben, nur noch für maximal zehn anstatt zwölf Monate Elterngeld bekommen können – plus zwei Partnermonate. So zum Beispiel Mutterschaftsgeld und Arbeitslosengeld II: Diese Leistungen werden vollkommen auf das Elterngeld angerechnet. Das lässt sich auch nicht dadurch umgehen, dass der Partner für die ersten beiden Monate nach der Geburt Elterngeld beantragt und die Frau erst später „einsteigt“.

Mutterschaftsgeld: Alle Infos und Formulare gibt es im Netz unter www.mutterschaftsgeld.de