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Kinder und Medien – notwendige Kompetenz oder gefährlicher Konsum

Bei der Frage, wie viel Medienkonsum gut und richtig für Kinder ist, klaffen die Meinungen gewissermaßen immer mehr auseinander. Das macht es für Eltern nicht leicht zu entscheiden, wie sehr sie ihre Kinder bereits in jungen Jahren mit Fernseher, Smartphone & Co konfrontieren sollen.

In diesem Artikel:

Der richtige Medienkonsum für Kinder

Eltern stehen vor einem zunehmenden Dilemma. Einerseits ist es in der heutigen Zeit nahezu unmöglich, Kinder von digitalen Medien völlig fernzuhalten. Viel mehr werden Medienkompetenzen inzwischen bereits im Schulalter erwartet und weiter ausgebaut. Andererseits hat ein zu früher und zu intensiver Medienkonsum nachweislich negative Auswirkungen auf die Entwicklung und die Gesundheit von Kindern. Es darf auf keinen Fall unreflektiert und unkontrolliert von Statten gehen. Die Lösung des Problems kann also nur ein geschickter Kompromiss sein.

Die Generation der Digital Natives

Heutzutage sind alle Kinder sogenannte „Digital Natives“ – teilweise sogar schon ihre Eltern. Denn als Digital Natives werden die Generationen bezeichnet, die von Kindheit an mit den modernen Informationstechnologien und dem Internet aufgewachsen sind. Für sie sind also das Smartphone, das Tablet und der Computer sowie deren Funktionen integrale Bestandteile des Lebens.

Gerade die Vertreter aus der Generation Y, also die Jahrgänge der frühen 1980er bis späten 1990er Jahre, die mittlerweile selbst zu Eltern werden, können aus eigener Erfahrung sprechen, wenn es um digitale Medien in der Kindheit und Jugend geht. Sie bringen somit ein tiefergehendes Verständnis dafür mit, wie Kinder durch diese Medien geprägt werden, welche Gefahren sie bringen, aber eben auch welche Chancen.

Dementsprechend wissen die meisten Eltern heutzutage auch, dass es quasi unmöglich ist, die eigenen Kinder von dieser digitalen Welt fernzuhalten. Sie kommen schließlich ganz automatisch damit in Berührung, indem sie ihre Eltern am Smartphone beobachten, mit Freunden am Tablet spielen oder eines Tages im Rahmen der Recherche für Hausaufgaben im Internet surfen.

Diese sind nur einige von vielen Beispielen, inwiefern Kinder heutzutage schon früh mit den Medien in Berührung kommen. Dennoch bedeutet das natürlich nicht, dass dieser Kontakt zu früh, zu intensiv oder ohne elterliche Steuerung entstehen sollte. Stattdessen muss den Eltern bewusst sein, welchen Spagat sie an dieser Stelle zu meistern haben.

Medienkompetenzen werden zunehmend wichtiger

Mädchen übt Medienkompetenz am Smartphone

Bild: BullRun @ Adobe Stock (Nr. 321143442)

Denn einerseits spielen Medienkompetenzen heutzutage eine essentielle Rolle. Wenn das eigene Kind später im Berufsleben gute Chancen haben soll, muss es über solche Kompetenzen verfügen. Unsere Welt ist bereits jetzt in vielen Bereichen digitalisiert – Tendenz steigend. Waren es vor einigen Jahren noch die Kompetenzen in Bezug auf Medien und digitale Technologien, die für das Berufsleben immer mehr an Relevanz gewonnen haben und damit bedeutend wurden für die persönlichen Fähigkeiten, werden jetzt zunehmend bereits an der Schule solche Medienkompetenzen erwartet sowie weiter ausgebaut.

Für die Eltern bedeutet das, dass sie die Kinder immer früher für den Kontakt mit digitalen Medien bereit sein müssen. Schon Grundschulkinder arbeiten vermehrt damit, so dass es durchaus wichtig ist, dass auch Eltern entsprechend vorbereitet sind, um ihnen damit helfen zu können und von Beginn an den richtigen Umgang zu üben.

Wie genau das Thema der Digitalisierung in den Schulen gehandhabt wird, ist jedoch je nach Einzelfall verschieden. Denn es ist zwar bundesweit einheitlich festgelegt, dass Medienkompetenzen gefördert werden – allerdings nicht wie. Somit bedarf jedes Bundesland eigener Förderrichtlinien, wobei einige Länder weiter sind als andere.
Bis der Digitalpakt endgültig verabschiedet wird und die Fördergelder zur Verfügung stehen, kann es also noch dauern.

Dennoch spielen die Medien bereits jetzt in den meisten deutschen Schulen eine wichtige Rolle. Für die Eltern kann es dementsprechend sinnvoll sein, sich vor der Einschulung ihres Kindes über die individuellen Gegebenheiten in der jeweiligen Schule zu informieren und somit auch zu erfahren, welche Medienkompetenzen ihr Kind bereits mitbringen sollte – oder ob die schulische Förderung überhaupt ausreicht.

Denn gleichzeitig sollten sie sich nicht blind darauf verlassen, dass die Schule ihr Kind ausreichend im Umgang mit den digitalen Medien lehrt. Das gilt sowohl für die Ausbildung der Kompetenzen, die es später im Beruf brauchen wird, als auch für ein Bewusstsein im richtigen Umgang mit den Gefahren, die im Internet lauern können.

Mehr Sicherheit durch das Smartphone

Andererseits ist nämlich genau dieses Thema der Sicherheit ein großes Problem, wenn es um Kinder und digitale Medien geht. Den Eltern muss also bewusst sein, dass Medienkompetenzen heutzutage zwar ein zukunftsentscheidender Faktor sind, gleichzeitig aber auch Gefahren im Internet oder durch die Nutzung der digitalen Medien im Allgemeinen lauern können, welche große Vorsicht im Umgang mit dieser Thematik erfordern.

Als wäre das Thema aber noch nicht kompliziert genug, ist die Sicherheit ebenfalls ein zweischneidiges Schwert: Denn digitale Medien bergen selbst Gefahren, können das Leben der Kinder aber gleichzeitig sicherer machen. Das gilt vor allem für ein Smartphone. Denn Kinder, die ein Handy bei sich tragen, können in Notfällen (schneller) Hilfe anfordern oder jederzeit ihre Eltern anrufen.

Zugleich wissen die Eltern immer, wo sich ihre Tochter oder ihr Sohn gerade aufhält, sodass sie sich weniger Sorgen machen müssen. Das gilt vor allem, wenn die Kinder mal zu spät nach Hause kommen oder spontane Unternehmungen machen, schließlich werden sie mit zunehmendem Lebensalter selbständiger. Die digitalen Medien ermöglichen den Eltern also, ihnen mehr Unabhängigkeit zu erlauben, dennoch aber ihre Sicherheit zu gewährleisten.

Als Zwischenfazit lässt sich an dieser Stelle also festhalten: Jedes Kind kommt heutzutage unweigerlich mit digitalen Medien in Berührung und diese bringen sowohl Vor- als auch Nachteile mit sich. Für Eltern gilt es daher, die Kinder frühzeitig in den wichtigen Medienkompetenzen zu schulen und beispielsweise das Smartphone gezielt für mehr Sicherheit einzusetzen – gleichzeitig aber auch eventuelle Gefahren auszuschließen.

Kind fühlt sich sicher mit Smartphone

Bild: Anatoly Tiplyashin @ Adobe Stock (Nr. 307146256)

Digitaler Medienkonsum schadet der kindlichen Entwicklung

Letzteres kann natürlich nur gelingen, wenn die Eltern diese Gefahren auch kennen. Es stellt sich daher die Frage, welche nachteiligen Effekte der Medienkonsum auf Kinder sowie Jugendliche haben kann – und leider ist diese Liste sehr lang:

Probleme bei der Sprachentwicklung

Es war das Jahr 2016, als die erste namhafte Studie zum Thema herauskam, die sogenannte BLIKK-Studie, und ihre Ergebnisse schlugen große Wellen. Denn sie konnte zahlreiche Folgeprobleme identifizieren, wenn Kinder in zu jungem Alter sehr intensiv mit digitalen Medien in Kontakt kommen. Dazu gehören auch Probleme bei der Sprachentwicklung.
Demnach haben Kleinkinder, die bereits im Alter zwischen sechs Monaten und zwei Jahren viel das Tablet oder ein Smartphone nutzen, später einen geringeren Wortschatz sowie ein höheres Risiko von Sprachdefiziten beziehungsweise Sprachstörungen. Dabei ließ sich sogar ein direkter Zusammenhang feststellen zwischen dem Ausmaß der Sprachentwicklungsverzögerung und der konkreten Zeit vor dem Bildschirm. Jede halbe Stunde mehr erhöhte das Risiko um weitere 49 Prozent.

Konzentrationsprobleme

Ein solcher Zusammenhang lässt sich auch mit Konzentrationsproblemen beobachten. Diese finden also längst nicht nur statt, wenn das Kind beispielsweise im Unterricht das Smartphone nutzt. Stattdessen kann allein die Anwesenheit von digitalen Medien die Aufmerksamkeit der Kinder auf sich ziehen und somit die Konzentration auf andere Dinge wie den Unterricht stören.

Das gilt sogar, wenn die Geräte ausgeschaltet sind, aber das Handy zum Beispiel trotzdem auf dem Tisch liegt. Je früher und exzessiver das Kind mit den digitalen Medien in Berührung kommt, desto größer ist zudem die Suchtgefahr. Und ist eine solche erst einmal entstanden, leidet darunter natürlich die Konzentration, zusätzlich zu weiteren Symptomen – eben wie bei jeder anderen Suchtproblematik.

Suchtgefahr

Es ist daher wichtig, die Gefahr einer Sucht noch einmal gesondert zu betrachten. In den meisten Fällen handelt es sich dabei um eine Smartphone-Sucht, aber auch jene nach dem Fernsehen, der PlayStation oder anderen digitalen Medien nehmen stetig zu. Eine Gefahr, der übrigens auch die Eltern ausgesetzt sind. Denn die Studie konnte ebenfalls ausmachen, dass sich durch einen exzessiven Medienkonsum der Eltern negative Auswirkungen auf ein Baby oder Kleinkind ergeben können, selbst dann, wenn es selbst keinen direkt Kontakt dazu hat. So wurden bei Kindern beispielsweise vermehrt Einschlafstörungen festgestellt, wenn die ihr Smartphone nutzen, während sie die Kleinen ins Bett bringen.

Kind vor Gefahr Smartphone-süchtig zu werden

Bild: De Visu @ Adobe Stock (Nr. 209282160)

Bindungsstörungen

Auch Bindungsstörungen werden bei Kindern beobachtet, wenn sie sehr früh oder sehr viel mit den digitalen Medien in Kontakt kommen. Dabei handelt es sich sowohl um eine Störung der Bindung zu ihren Eltern als auch zu anderen Personen und zu sich selbst. Die Kinder weisen eine weniger gut ausgebaute Konfliktfähigkeit und weitere soziale Defizite auf. Sie fühlen sich häufig von ihren Eltern vernachlässigt, lernen keine tiefergehenden emotionalen Beziehungen aufzubauen oder reagieren zunehmend aggressiv.

Fehlende reale Erfahrungen

Weiterhin fehlt es Kindern schlichtweg an Lebenserfahrung, wenn sie einen Großteil ihrer Zeit vor digitalen Medien verbringen. Dadurch entwickeln sie keinen „normalen“ Bezug zu ihrem sozialen Umfeld und ihrer Umwelt. Das kann so weit gehen, dass sie in einer Art virtuellen Welt leben und mit dem realen Leben überfordert sind – in ihrer Freizeit, in der Schule, später im Beruf oder eben in ihrem sozialen Umfeld.

Weitere negative Effekte, welche die BLIKK-Studie ausmachen konnte, sind zum Beispiel Übergewicht durch den Bewegungsmangel, motorische Hyperaktivität, Lese- und Rechtschreib-Schwächen, Schlafstörungen oder eine übermäßige Aggressivität. All diese Problematiken sind ausgeprägter, je jünger das Kind ist, wenn es mit digitalen Medien in Berührung kommt. Sie können außerdem im weiteren Lebensverlauf zu noch schwerwiegenderen Folgeerkrankungen wie Depressionen, Diabetes oder Herz-Kreislauf-Problemen führen. Umso wichtiger ist es also, sich an die Empfehlungen in Bezug auf das Alter und die tägliche Konsumdauer zu halten.

Medien als soziale Gefahr für Kinder

Wie bereits erwähnt, wird auch die soziale Entwicklung von Kindern durch digitale Medien erheblich gestört, wenn ein falscher Umgang mit diesen besteht. Denn Kinder, die ohne Einschränkungen das Smartphone und das Internet nutzen dürfen, weisen oft Defizite auf, zum Beispiel im Umgang mit den Themen Freundschaft und Liebe.

Zugleich haben sie eine schlechtere Menschenkenntnis und können sich dadurch schnell in Gefahr bringen. Das gilt auch in der realen Welt, doch vor allem im Internet lauern von Straftätern aller Art bis hin zum Cyber-Mobbing Gleichaltriger viele Gefahren.

Eltern üben mit Kindern Mediennutzung am Laptop

Bild: fizkes @ Adobe Stock (Nr. 327425317)

Kinder, die ohne Einschränkungen das Smartphone und das Internet nutzen dürfen, sind daher großen Risiken ausgesetzt und aus diesem Grund ist es ungemein wichtig, dass ihre Eltern darauf achten, auf welchen Internetseiten und in welchen sozialen Netzwerken ihre Kinder aktiv sind. Sie sollten zudem überwachen, was sie dort machen, zu wem sie Kontakt haben oder welche persönlichen Informationen sie darin preisgeben.

Dabei gilt natürlich: Je jünger das Kind, umso mehr Überwachung ist notwendig. Ein Teenager wird sich diese Kontrolle durch die Eltern nicht mehr gefallen lassen. Bis dahin muss das Kind also gelernt haben, welche Gefahren es gibt und wie es verantwortungsvoll mit den Medien und dem Internet umgeht, um sich selbst davor zu schützen. Was Eltern also tun können, um die Sicherheit ihrer Kinder im Internet zu erhöhen, ist:

  • Es gilt, die Kinder langsam an das Internet heranzuführen und erst, wenn sie auch alt genug dafür sind. In jungen Jahren sind also digitale Medien ohne Internetzugang zu bevorzugen.
  • Bei jüngeren Kindern kann das Internet dann erst einmal zum Spielen, Lernen oder für das Streaming von kindgerechten Inhalten genutzt werden.
  • Dabei gilt: Die Eltern dürfen ihre Kinder niemals unbeaufsichtigt ins Internet lassen, sondern müssen ihnen stets sprichwörtlich über die Schulter blicken.
  • Die Kinder müssen gleichzeitig über mögliche Gefahren im Netz aufgeklärt werden. Je mehr sich ihr Bewegungsbereich im World Wide Web ausdehnt, umso intensiver muss auch diese Aufklärung werden.
  • Es muss zudem strikte Regeln geben, welche Seiten sie besuchen und wie sie sich im Internet verhalten dürfen. Auch Absprachen zu den Nutzungszeiten sowie eventuellen Konsequenzen, wenn die Regelungen nicht eingehalten werden, sind wichtig und müssen von den Eltern natürlich kontrolliert sowie durchgesetzt werden.
  • Spätestens, sobald das Kind alleine in Internet darf, muss dieses kindersicher gemacht werden. Dafür gibt es spezielle Modelle von Tablets und Smartphones oder auch Software, die auf einem Computer beziehungsweise Laptop installiert werden kann. Beinahe alle Anwendungen, Streaming-Dienste oder soziale Netzwerke bieten Möglichkeiten zur Kindersicherung an.
  • Wichtig ist also, dass ungeeignete Inhalte sowie Webseiten gesperrt werden. Sinnvoll ist zugleich eine Möglichkeit zur Nachverfolgung der Aktivitäten des Kindes, sodass die Eltern anschließend kontrollieren können, was es gemacht und ob es sich an die Regeln gehalten hat.

Die Internetnutzung von Kindern und Jugendlichen sollte also nach dem Motto „Vertrauen ist gut, aber Kontrolle ist besser“ stattfinden. Zudem ist die Erziehung natürlich ein wichtiger Faktor, um den richtigen Umgang mit dem Internet beziehungsweise den digitalen Medien zu vermitteln. Das betrifft sowohl den Sicherheitsaspekt als auch deren maßvolle Nutzung.

Aufklärung und ein bewusstes Heranführen an die digitalen Medien gehören daher inzwischen zu den wichtigsten Aufgaben der Eltern, damit ihre Kinder gefahrenlos mit dem Tablet spielen, im Internet surfen und weitere digitale Tätigkeiten ausüben können. Dabei gilt es aber natürlich, die Kinder zwar vorsichtig zu machen, ihnen aber keine Angst vor dem Internet zu vermitteln.

Eltern müssen sich selbst hinterfragen – und Vorbilder sein

Mutter mit Smartphone ist schlechtes Vorbild für ihr Kind in der Mediennutzung

Bild: Roman Peregontsev @ Adobe Stock (Nr. 101809266)

Was den Eltern ebenfalls bewusst sein sollte, ist, dass die Kinder vor allem in jungen Jahren durch Imitation lernen. Sie beobachten bereits als Babys und Kleinkinder genau, wie ihre Eltern mit dem Smartphone, Fernseher und Tablet umgehen und tun es ihnen mit großer Wahrscheinlichkeit später gleich.

Erziehung bedeutet daher stets auch, sich einmal selbst kritisch zu hinterfragen und einen gesunden Umgang mit den digitalen Medien zu finden – sei es privat oder beruflich mit dem Geschäftshandy. Es gilt, eine Vorbildrolle einzunehmen und dadurch den Grundstein zu legen, damit die Kinder später ebenfalls verantwortungsbewusst mit dem Thema umgehen und den Medien eher weniger als zu viel Aufmerksamkeit schenken.

Denn je interessanter das Handy und andere Medien den Kinder erscheinen, weil ihre Eltern sie ständig nutzen, umso größer wird auch der Stellenwert sein, welchen sie ihnen in ihrem eigenen Leben zubilligen. Daher gilt: Digitale Medien beiseitelegen, wann immer die eigenen Kinder in der Nähe sind.

Wann und wie lange dürfen Kinder also Medien nutzen?

Mittlerweile dürfte klar geworden sein, dass die Medienerziehung von Eltern viel Fingerspitzengefühl abverlangt. Verbote sind nicht die richtige Lösung, schließlich sind Medienkompetenzen heutzutage enorm wichtig – für das spätere Berufsleben, aber auch die Sicherheit der Kinder. Denn irgendwann kommen sie unweigerlich mit digitalen Medien und dem Internet in Berührung.

Allerdings darf das nicht zu früh und in zu großen Ausmaß passieren, da ansonsten zahlreiche Folgeprobleme entstehen können. Glücklicherweise gibt es als Hilfestellung für Eltern konkrete Empfehlungen, wann die Kinder welche Medien nutzen dürfen und wie lange.

  • Zwar muss die schlussendliche Entscheidung stets im Einzelfall getroffen werden, denn jedes Kind ist individuell und somit sind einige vielleicht früher bereit für das Fernsehen, das Spielen am Tablet oder das (selbständige) Surfen im Internet und andere eben erst etwas später. Trotzdem stellen diese Empfehlungen eine gute Orientierung dar:
    Unter einem Alter von drei Jahren sollten Kinder überhaupt nicht, maximal aber fünf Minuten pro Tag mit digitalen Medien spielen dürfen.
  • Anschließend bis etwa zum sechsten Lebensjahr sind 20 bis 30 Minuten pro Tag empfohlen, um zum Beispiel im Internet mit Lernsoftware zu spielen. Allerdings muss diese kind- sowie altersgerecht sein und die Eltern sollten dabei sein, um zu helfen und zu kontrollieren.
  • Ab etwa dem Grundschulalter gilt ein Richtwert von rund einer Stunde pro Tag, welche das Kind mit digitalen Medien verbringen darf. Das gilt jedoch zusammengefasst für alle diese Medien, also auch der schnelle Blick auf das Smartphone wird eingerechnet.
  • Je nach individueller Entwicklung, sind Kinder ab etwa zehn Jahren alt genug, um sich zunehmend auch alleine sicher im Internet zu bewegen. Eine gewisse Kontrolle ist, wie bereits erwähnt, trotzdem extrem wichtig und zudem sollte die Nutzungszeit 90 Minuten am Tag nicht überschritten werden.

Balance ist also das Stichwort, wenn es um die Medienerziehung geht. Nur so lässt sich der Spagat meistern, den Kindern wertvolle Medienkompetenzen beizubringen, sie gleichzeitig aber auch vor den Gefahren der digitalen Medien zu schützen. Und im Zweifelsfall gilt immer: Lieber zu viel Kontrolle als zu wenig – aber lieber zu wenig Medienkonsum als zu viel. Schlussendlich sind Medien für Kinder also beides: notwendige Kompetenz und gefährlicher Konsum.