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Vornamen für Kinder - Wie Promis ihre Kinder benennen

Was sich eher wie die adlige Berufsbezeichnung eines viel beschäftigen Mannes anhört, ist in Wirklichkeit ein Name. Jason Lee, ein bisher relativ unbekannter US-Schauspieler, verhalf seinem Sohn von Geburt an zu einer Aufmerksamkeit, über die er vielleicht im Laufe seines Lebens weniger froh sein wird. Nur allein die Vorstellung der Sohnemann macht als Pilot Karriere wirft schon eine Menge Problemsituationen auf.

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Würdest du dein Kind Pilot Inspektor Riesgraf Lee nennen? Wohl eher nicht!

Promis im Originalitätswahn?

Was dem Sohn vom eher schlicht genannten Jason Lee widerfahren ist, entwickelt sich unter Prominenten zur gängigen Praxis. Die eigene Originalität im Sinn, soll auch der Nachwuchs von Beginn an mit dem Etikett des Besonderen ausgestattet werden. Ein ausgefallener Name, der sich so gar nicht nach Namen anhört und den eigenen Anspruch nach größtmöglicher Individualität dick unterstreicht. Besondere Blüten treibt es dabei die Prominenz jenseits des Atlantiks. Dort sind auch die absurdesten Bezeichnungen aufgrund des fast nicht vorhandenen Namensrechts möglich. Und wo bei jedem deutschen Standesbeamten die Schmerzgrenze weit überschritten ist, setzt in den Staaten erst die Kreativität ein.

Auch der bekannte Schauspieler Bruce Willis, bei der Rollenwahl eher konservativ, bewies beim Namen seiner Tochter echtes Kreativpotential. Scout Larue heißt das kleine Mädchen. Wer hätte da einen Mädchennamen vermutet?! Eher die praktische Variante wählten dagegen US-Schauspielerin Gwyneth Paltrow und Coldplay-Sänger Chris Martin. Ihr Töchterchen nennt sich Apple, wodurch sich ein späterer Dialog geradezu aufzwingt. Gwyneth: „Schatz, wo ist Apple?“ Chris: „Meinst du jetzt unsere Tochter oder den Laptop?“ Wo man bei Gwyneth Paltrow und Chris Martin zumindest noch einen Sinnzusammenhang erkennen kann, bleibt beim US-Komiker Penn Jillette völlige Verwirrung. Schon die Geschlechtsdeutung ist beim Namen MoxieCrimefighter Jillette wohl Glückssache. Zudem bleibt die Frage, was will der Künstler uns mit dem Namen sagen. Dagegen aus der humorigen Ecke kommen die Namen vom britischen Sänger Bob Geldorf. Fifi Trixibell, Little Pixie und Peaches Honeyblossom heißen seine drei Töchter und irgendwie fühlt man sich an die Teletubbies erinnert. Winke, Winke!!!

Es geht auch anders!

Dass es auch ganz anders geht, zeigt ausgerechnet Sylvester Stallone. Der US-Schauspieler, der in seinen Filmen vielmehr mit der Faust als durch seinen Wortschatz überzeugt, bleibt auch bei der Benennung seines Nachwuchses seinem Image treu. Eher schlicht und unverdächtig kommen Sophia Rose, Sistine Rose und Scarlet Rose daher. Schaut man etwas genauer hin, eröffnet sich einem die Genialität des Namensgebers. Nennt Sylvester Stallone den jeweils ersten Namen, kommt nur das gerufene Mädchen. Verwendet er hingegen den zweiten Namen, dürfen sich alle drei Mädels angesprochen fühlen. Also praktischer geht’s nimmer.

Ausgefallene Namen auch bei deutschen Promis?

Was im Ausland funktioniert und prächtig für Gesprächsstoff sorgt, geht in Deutschland gar nicht. Hierzulande dürfen keine Bezeichnungen als Namen verwendet werden, die ihrem Wesen nach keine Namen sind. Müssen deshalb unsere Kinder alle Leon, Chantal, Finn oder Hannah heißen? Nein, dass deutsche Namensrecht gebärdet sich zunehmend liberaler. Auch ausgefallene Namen werden von den Standesämtern immer öfter abgenickt. So wurde unlängst in Hamburg der Name Legolas beurkundet. Und auch die deutsche Prominenz lässt sich nicht lumpen. Uwe Ochsenknecht z.B. bewies Invidualisierungswillen und nannte seine Söhne Jimi Blue und Wilson Gonzalez. Inwieweit dabei der Familiennamen mit den Vornamen harmonisiert, darf jeder für sich selbst ausprobieren. Dennoch sind deutsche Namen noch meilenweit vom Einfallsreichtum ausländischer Namen entfernt.

Ausgefallen ja, aber bitte nicht so!

Dass man aber mit dem Namen auch übers Ziel hinaus schießen kann, zeigte kürzlich ein Fall aus Neuseeland. Ein 9-jähriges Mädchen mit dem Namen "Talula does the Hula" (sprichwörtlich übersetzt: "Talula tanzt Hula-Hoop")- ein Name, der jedem Promi-Kind zur Genüge gereicht hätte – klagte vor Gericht gegen ihre Bezeichnung und gewann. Man muss ja den Promis halt nicht immer nacheifern.

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