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Kein Drink mit Kind! Vorsicht mit Alkohol in der Schwangerschaft

„Ein Vollrausch kann über Gymnasium oder Hauptschule entscheiden!“ Trinken und Schwangerschaft schließen sich aus, weiß Prof. Joachim Wolfram Dudenhausen, Direktor der Kliniken für Geburtsmedizin der Charité in Berlin.

In diesem Artikel:

„Sag Nein zu Alkohol“

Alkohol ist die häufi gste Ursache angeborener körperlicher und geistiger Behinderung bei Kindern – weit vor dem Down-Syndrom. Jedes Jahr kommen in Deutschland rund 4000 Babys zur Welt, die durch Alkoholkonsum ihrer Mütter dauerhaft geschädigt sind.

Die Kampagne „Mein Kind will keinen Alkohol“ mit der Schauspielerin Sophie Schütt als neuem Gesicht will das ändern. Ihr Statement: „Sag Nein zu Alkohol in der Schwangerschaft. Deinem Baby zuliebe.“

Weitere Infos

Weitere Informationen zum Thema Schwangerschaft und Alkohol findest du hier:

www.mein-kind-will-keinen-alkohol.de

Alkohol durchdringt die Plazenta-Schranke: Das Ungeborene erreicht über die Nabelschnur den gleichen Alkoholpegel wie seine Mutter, kann ihn aber wegen noch fehlender Enzyme kaum abbauen. „Alkoholkonsum bei Schwangeren wirkt sich irreversibel schädigend auf die körperliche, geistige und soziale Entwicklung des Ungeborenen aus“, warnt Prof. Peter Mallmann, Direktor der Frauenklinik der Universität Köln. Schwangere, die aus Unkenntnis schon mal ein Glas getrunken haben, sollten nicht in Panik verfallen, aber schnellstens die Null-Promille- Grenze einhalten.

Gefahr im Mutterleib

Da Alkohol die Zellteilung hemmt, ist jeder Körperteil und jedes Organ gefährdet: Minderwuchs, Fehlbildungen, Taubheit, Schielaugen und besonders Herzfehler sind lebenslange Folgen. Am schlimmsten trifft es das Gehirn – mit Intelligenzminderung, Verhaltensstörungen wie Hyperaktivität sowie Lern- und Schlafstörungen.

Kaffee, Tee, Cola & co.

Kaffee, Tee und Cola versüßen auch werdenden Müttern den Alltag. Doch wie viel Koffein darf eine Schwangere konsumieren, ohne ihr Ungeborenes zu gefährden?

„Noch ein Tässchen?“ Das ist für werdende Mütter die Frage. Denn was die Mutter zu sich nimmt, erreicht über ihren Stoffwechsel auch das Kind. Die Plazenta, der Mutterkuchen, ist kein Filter. Koffein und verwandte anregende Substanzen in Tee oder auch Kakaobohnen können sie frei passieren. Wissenschaftler hoben deshalb früher warnend den Zeigefinger wegen Negativfolgen wie Früh- oder Fehlgeburten sowie Schlafstörungen beim Säugling.

Bewusst genießen

Entwarnung geben jetzt neue internationale Studien: „Koffein-Konsum in der Schwangerschaft ist grundsätzlich sicher, solange er in Maßen geschieht“, beruhigt Prof. William Barth vom General Hospital in Boston/USA. „Ein bis zwei Tassen pro Tag sind in Ordnung.“ Diese Empfehlung geben auch Experten der Berliner Charité. Das entspricht drei bis vier Tassen Schwarz- oder Grüntee am Tag. In diesem Rahmen ist der Geburtsverlauf okay, der Säugling schläft ruhig.

Weniger ist mehr

Wer mehr trinkt, riskiert in jedem Fall ein geringeres Geburtsgewicht des Kindes, zeigt eine neue Studie aus England an 2635 Schwangeren. Je höher deren Kaffeekonsum, desto weniger brachten die Neugeborenen auf die Waage. Schon zwei Tassen Kaffee pro Tag bedeuteten ein Gewichts-Minus von 70 Gramm. Für gesunde Babys, die um den errechneten Termin zur Welt kommen, hat das keine negativen Auswirkungen. Für Frühchen jedoch stellt es ein potenzielles Risiko dar.

Fazit: Morgens ein Tässchen in Ehren kann keiner verwehren. Und: Kräutertee in Mengen ist erlaubt und sogar erwünscht.


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