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Vererbung: Wie Gene unsere Persönlichkeit bestimmen

„Den Dickkopf hat er von dir. Du warst als Kind genauso!“ Sätze, die alle Eltern kennen und mal mehr, mal weniger gern hören. Es liegt in den Genen. Doch was ist dran an der Spurensuche nach dem elterlichen Erbe? Was genau verbirgt sich in diesem Bausatz von 23 Chromosomenpaaren?

In diesem Artikel:

Es liegt in den Genen - Jeder Mix bringt eine neue Persönlichkeit hervor

Die kleinste menschliche Baueinheit ist die Körperzelle. Jeder Mensch besitzt davon etliche Billionen. In der Zelle befindet sich der Zellkern mit den Chromosomen. Ein Chromosom ist ein langer DNA-Strang auf dem verschiedene Codes sitzen, genannt Gene. Sie enthalten unsere Erbinformationen.

Gene, die Baupläne für elementare Körperfunktionen enthalten, sind bei allen Menschen sehr ähnlich. Andere, die zum Beispiel das äußere Erscheinungsbild prägen, können durchaus unterschiedlich sein. Bei der Zeugung geben Mutter und Vater jeweils nur ein Chromosom eines jeden Chromosomenpaares weiter. Diese fügen sich beim Kind zu 23 neuen Chromosomenpaaren mit einem neuen Gen-Mix zusammen. Für ein Elternpaar bestehen allein 64 Billionen Kombinationsmöglichkeiten, wie sie ihr Erbgut an ein Kind weitergeben können. Also 64 Billionen mal halb Vater und halb Mutter? So einfach macht es sich die Natur nicht. Mütterliche und väterliche Erbinformationen können sich gegenseitig unterdrücken, verstärken, abschwächen oder ganz neue Wechselwirkungen erzeugen.

Auch Intelligenz und Temperament haben ihren Ursprung in den Genen

Zusammen beeinflussen die Gene, mit welcher Intelligenz, welchem Temperament, welchem Dickkopf, welchem Erscheinungsbild und welcher gesundheitlichen Statur ein Kind ausgestattet ist.

Es ist jedoch keineswegs so, dass die Gene alles bestimmen. „Veranlagung und Umwelt ergänzen sich“, sagt der Schweizer Kinderarzt und Entwicklungsforscher Remo H. Largo. Jedes Kind macht mit seinen individuellen Merkmalen seine ganz eigenen unverwechselbaren Erfahrungen, die es zu einer einmaligen Persönlichkeit machen. „Die Anlage schafft die Voraussetzung, dass ein Kind entstehen kann, vermag aber allein kein Lebewesen hervorzubringen“, so Largo.


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