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Couvade-Syndrom - Schwangere Männer

Wenn der Partner ähnliche Symptome entwickelt wie seine schwangere Frau. „Wir sind schwanger!" Diesen Satz kann man von werdenden Vätern in letzter Zeit öfter hören. Er zeigt, dass sich Männer verstärkt in die Schwangerschaft mit eingebunden fühlen.

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Männer in anderen Umständen

Manchmal sogar ein wenig zu sehr. Einige Partner schwangerer Frauen weisen in diesen Fällen ähnliche Symptome auf, wie die Schwangere selbst: Sie zeigen Stimmungsschwankungen, nehmen an Gewicht zu, verspüren ungewöhnliche Essensgelüste und klagen über Übelkeit, Schmerzen oder Verdauungsstörungen. Sie leiden am meist harmlosen Couvade-Syndrom.

Der Name stammt vom französischen Wort für 'Brüten' (couver). Nach Expertenmeinung neigen vor allem besonders mitfühlende Männer zu so genannten „Parallelschwangerschaften“ oder „Sympathieschmerz“. Andere Forscher vermuten, manche Männer würden insgeheim eine Art „Gebärneid“ hegen und daher psychosomatisch reagieren.

Studien belegen die "Parallelschwangerschaften"

Das Phänomen wurde von Wissenschaftlern der St. George's Universität in London genauer untersucht. Sie beobachteten 282 werdende Väter während der Schwangerschaft ihrer Frauen. Dabei zeigten die Männer tatsächlich ähnliche Beschwerden wie die zukünftigen Mütter. Elf Studienteilnehmer mussten sogar ärztlich behandelt werden. Durchschnittlich nahmen die werdenden Väter vier Kilo zu. Einige der Probanden litten sogar unter wehenartigen Bauchkrämpfen.

Sexuallockstoffe sind wahrscheinlich der Auslöser

Die englischen Wissenschaftler vermuten, dass Pheromone - also weibliche Sexuallockstoffe - von der Schwangeren ausgesendet werden. Diese Stoffe können Psyche und Hormonhaushalt des Partners beeinflussen. Die Hormonverschiebungen lösen ein „Brutpflegeverhalten“ des Mannes aus.

Bis zu 79 Prozent aller werdenden Väter würden diese Symptome aufweisen, erklärt der Londoner Studienleiter Dr. Arthur Brennan. Noch können die Wissenschaftler die Fragen über die genauen Ursachen für das Couvade-Syndrom nicht beantworten. Eine explizite Behandlungsmethode gibt es nicht. Brennan schließt nicht aus, dass die menschlichen Schwangerschaftssymptome bei Männern eine Art evolutionäres Überbleibsel sind. In anderen Untersuchungen zeigten männliche Krallenaffen ganz ähnliche Symptome. Betroffene Männer sollten sich daher keine Sorgen machen: Schließlich können die Symptome dazu beitragen, dass der frisch gebackene Vater nach der Geburt auch eine besonders intensive Beziehung zu seinem Kind entwickelt.


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