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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
13. Woche

Es weihnachtet auch in Kyoto

Von vergesslichen Müttern, Spaziergängen, der Rückkehr ins Fitnessstudio und weihnachtlichen Ausflügen. Außerdem: Annas kakaeske Stimmung.

Hallo zusammen,

wenn ich diese vergangene Woche revue passieren lasse, dann fällt bei Annas Entwicklung vor allem auf, dass sie Dinge immer besser greifen kann, nun scheint es auch gezielter. Auch ihre Flasche, wenn sie sie mal wieder bekommt, versucht sie dann selbst zu halten – teils schon für einen Moment erfolgreich. Diese Woche hat sie sich auch das erste Mal für ein kleines Stoffbilderbuch interessiert.
Von meiner deutschen Freundin hier bekam Anna dann ein paar weitere geschenkt, die ihre Tochter schon nicht mehr beachtet. Eines knistert ganz toll, das findet Anna bisher am spannendsten.

Wir begannen die Woche sehr gemütlich zuhause. Dienstag dann waren Anna und ich wieder mit unseren turkmenischen Freundinnen im Park unterwegs, das Wetter war nämlich viel zu schön, um den Tag im Haus zu verbringen. Eigentlich wollten wir diesmal in den Kaiserpalast, aber ausgerechnet an Dienstagen hat er zu. Wir liefen viel spazieren, setzten uns auf Parkbänke zum Stillen oder für das Fläschchen. Auf einem Spielplatz nutzte meine Freundin meine Stillzeit für neue Bekanntschaften mit Japanerinnen. Ihre Kleine interessiert sich ja schon etwas für andere Babys.

Stolz bin ich diese Woche erstens darauf, dass ich am Mittwoch meine Mitgliedschaft im Fitnessclub aktiviert habe, und zweitens darauf, dass ich gleich am Donnerstag tatsächlich auch hingegangen bin! Es passte ziemlich gut mit dem Stillen: Anna war gegen 4.30 Uhr wach, eine gute Stunde später konnte ich sie wieder hinlegen und sie schlief gut weiter. Ich stellte mir den Wecker auf halb 7 Uhr und konnte den Schweinehund in mir bändigen. Kurz nach 7 war ich in der Umkleide und um Viertel nach im Wasser. Tatsächlich war ich schon am Vortag ziemlich euphorisch durch die Aussicht, endlich mal wieder ins Schwimmbad zu kommen – ist mir ans Herz gewachsen, der Sport im Wasser. Nachdem es um die Uhrzeit morgens unter der Woche keine Kurse gibt, musste ich alleine trainieren. Vielleicht mach ich das auch mal, aber im Moment starte ich mal mit Aquawalking wie in der Schwangerschaft. Mein Beckenboden ist leider auch noch nicht ganz fit, ganz zu schweigen von der Bauchmuskulatur, da ist das sicher ein guter Einstiegssport. Ich mache zwar fast täglich immerhin solche Kegel-Übungen für den Beckenboden, aber wenn ich richtig niesen muss, dann …
Ich walkte also ca. 40 Minuten durchs Wasser, schwamm noch ein paar Bahnen und entspannte und dehnte im Jacuzzi – ach, war das schön!

Als ich nach Hause kam, spielte Anna bereits auf der Spieldecke und das Frühstück war auch schon fast fertig, noch schöner! Und dabei hatte Anna meinen Mann tatsächlich von selbst aufwachen lassen. Als er aufwachte gegen 8 Uhr, war sie wohl schon wach und hatte sich einfach still im Raum umgesehen.
Also alles bestens geklappt – das können wir wieder so machen!


Nachmittags besuchte ich meine deutsche Freundin. Ich wollte eigentlich ein Netzteil für die Milchpumpe abholen, das sie mir zuletzt geordert hatte. Sie hatte mir eine gebrauchte Pumpe auf einer japanischen Webseite bestellt. Nur war die ohne Netzteil gewesen. Ich finde den Batteriebetrieb zwar schon sehr praktisch, da ich dann nicht an einen Ort fixiert bin, sondern nebenher was machen kann. (Aus einem alten BH hatte ich mir kurzerhand einen Pump-BH gemacht, Hände frei.) Aber auf die Dauer ist das nicht sehr umweltfreundlich und geht dann auch ins Geld. Inzwischen pumpe ich zwar nur noch selten, aber dann ist es ja auch nicht mehr so dramatisch, wenn ich mich doch wieder dafür setzen muss.
Nun, wir verbrachten einen sehr schönen Nachmittag zusammen. Ich konnte endlich mal ein Kotatsu ausprobieren. Das ist ein niedriger Tisch mit Heizung darunter und Decke rundherum und in Japan eine der üblichsten Arten zu heizen. Man streckt am Boden sitzend die Füße bzw. die ganzen Beine darunter und es wird herrlich warm. Anna schlief auf meinem Schoß wunderbar ein, ebenfalls mit den Beinchen unter der Decke, und schlief auch lange.
Was wir am Ende vergessen haben, war die Übergabe der Pumpe! Naja, nur ein weiterer Grund, sich wieder zu treffen.

Freitag besuchte ich wie üblich meine turkmenische Freundin. Ich wäre diesmal fast ohne Kinderwagen los, endlich traue ich mir zumindest fixe Strecken nur mit Trage zu. Aber dann war Anna doch wieder mit dem Wagen zufrieden und auf die Strecke ist er mir noch lieber, trotz Busfahrt.
Beide Mädels waren etwas unleidlich und so packten wir sie kurzerhand in die Tragen und gingen eine Runde spazieren. Danach waren sie besser gelaunt.
Als wir zurückkamen, stand eine Nachbarin mit ihrer sieben Monate alten Tochter vor der Tür. So waren wir den restlichen Nachmittag zu dritt. Wir suchten Bewegungslieder in den verschiedenen Sprachen. Tatsächlich gibt es einige Lieder auch auf Russisch und Japanisch, zum Beispiel „Summ, summ, summ, Bienchen summ herum“. Für ein anderes Treffen wollen wir jede mal ein Lied vorher wählen, das wir dann gemeinsam lernen wollen.

Samstag wollte ich eigentlich gleich morgens wieder zum Schwimmen, aber diese Nacht hatte Anna mehrfach trinken wollen, bzw. war nie richtig fertig. Wenn ich sie schlafend ablegte, dauerte es nicht lang und sie machte Schmatzgeräusche im Schlaf und nuckelte an den Händen. Dabei konnte ich nicht schlafen, also nahm ich sie zu mir und döste, während sie schlaftrank oder nuckelte. Irgendwann dockt sie dann schon immer ab. Erst morgens, als ich ihr schließlich eine Flasche gab, schlief sie danach noch einmal ohne Geräusche und ich konnte mich auch noch mal auf den Rücken drehen. Da mein Mann die halbe Nacht eine Serie geguckt hatte, schliefen wir alle selig bis nach zehn Uhr. Ein Brunch folgte und dann machten wir uns auf einen langen Spaziergang, um die Weihnachtsmärkte beim hiesigen Goethe-Institut und beim Institut francais zu besuchen. Es war zeitweise wunderschön sonnig und noch mal 15 Grad, in der Sonne brauchten wir bald keine Jacken mehr. Die Weihnachtsmärkte waren sehr nett, der deutsche sehr klein. Es gab ein paar Essenstände, Eis, deutsches Bier, japanischen Tee und Matcha-Süßigkeiten, auch einen Stand mit Weihnachtssternen und Gestecken. Anna war es nun im Kinderwagen zu langweilig, auf dem Weg hatte sie ja geschlafen, aber bei dem Stop-and-go im Gedränge war es damit schnell vorbei. Ich nahm sie in die Trage in eine Position, aus der sie gesichert nach vorne gucken kann. Meine momentane Trage ist mehr ein Tragetuch aus zwei Schlaufen. Sie war daher von Anfang an nutzbar, aber das ganze Gewicht ist auf den Schultern. Anna gefiel der Ausblick sehr, aber auch da durften wir nicht zu lange an einem Ort verweilen.
Nach einiger Zeit machten wir uns auf zum französischen Sprachinstitut, wo wir dann auch zu Mittag aßen – von einem deutschen Imbiss, Würstchen und Spätzle, dazu ein alkoholfreies Weißbier – lecker!
Anna war inzwischen wieder eingeschlafen und bekam unsere Begegnung mit ein paar anderen jungen Eltern mit Babys daher gar nicht mit. Ich hatte irgendwo Deutsch um mich gehört und dann eine kleine Gruppe gesehen, die sich unterhielt. Drei Babys, alle etwas älter als Anna, aber teils nur drei, vier Wochen. Wir haben Kontaktdaten ausgetauscht und werden uns bestimmt mal treffen. Bei so vielen ist es dann allerdings tatsächlich auch eine Platzfrage, ob das im Winter so einfach möglich ist. In unserem Wohn-/Esszimmer finde ich es mit meiner Freundin und den zwei Babys schon etwas eng. Aber vielleicht hat ja eines der anderen Paare einen größeren Wohnraum.
Irgendwann begann es zu regnen und wir sahen das als Zeichen für den Aufbruch. Der Regen war nur schwach und es klarte schnell wieder auf, so dass wir trotzdem den ganzen Weg zu Fuß liefen. Ein schöner Tag!

Wer jetzt und nach allen bisherigen Beiträgen denkt, dass es bei uns immer so harmonisch zugeht - es ist meist tatsächlich so. Mein Mann und ich haben noch nie gestritten, also nichts, was ich als Streit bezeichnen würde. Klar, sind wir mal verschiedener Meinung oder es gibt Missverständnisse oder jeder braucht mal etwas Zeit für sich. Aber wir sind noch nie wirklich aneinander geraten. Ich habe meinen Mann auch erst einmal wirklich wütend erlebt, aber wütend nur auf irgendeine bürokratische Situation oder so. Ich bin schon eher mal emotional und auch mal sauer, aber auch nicht auf ihn, und kann das, Gott sei Dank, auch so klar trennen. Ich hätte mir eine Beziehung nie so vorstellen können, dachte schon mal, dass doch irgendwas kaputt wäre, wir dem Streit nur ausweichen würden. Aber nein, es funktioniert einfach so zwischen uns. Ich bin unglaublich dankbar für ihn!

Nun, mit Anna haben wir eine Dritte im Bunde und das kann ja auch die Partnerschaft auf den Kopf stellen. Bisher konnten wir auch in Bezug auf sie, alles gut und in Einverständnis klären. Aber jetzt am Sonntag war es dann Anna, die echt einen schlechten Tag hatte. Sie nölte nur herum, nichts konnten wir ihr Recht machen. Das Trinken an der Brust ging nicht schnell genug, es gab zu wenig zu gucken und einschlafen konnte sie tags auch nicht. Die Spielsachen waren alle langweilig und hielten sie nur kurz mal bei Laune. Bauchlage – geht gar nicht. Mein Mann war nach einer zweiten Nacht Serie gucken auch sehr müde. Ich hätte am liebsten auch mal nachmittags noch geschlafen, aber Anna gab mir keine Chance dazu. Das zehrte dann auch an meinen Nerven. Entweder man musste sie herumtragen oder sie trank und döste dabei. Immerhin haben wir es aber endlich geschafft, unsere Flüge für März zu buchen. Mein Mann hat ein paar berufliche Termine und eine Woche Konferenz in Deutschland und ich werde mitkommen und die Zeit bei unseren Familien verbringen bei München und in Berlin. Gerade nach diesem Sonntag bin ich sehr froh, dass ich mitfliege und nicht zwei Wochen mit Anna allein wäre. Auch nach dem Schlaftrinken war mit Anna nichts anzufangen. Schließlich machten wir sie früher als sonst bettfertig und vielleicht war es auch genau, was sie brauchte. Wir vermuten auch, dass sie gerne ein großes Geschäft losgeworden wäre, es aber noch nicht schaffte. Das letzte war schon wieder mindestens vier Tage her. Kakaeske Stimmung, nennen wir das nun.

Was war noch die Woche? Ach ja, ich habe es geschafft, Weihnachts-/Dankeskarten mit einem Bild von Anna drucken zu lassen für die Leute hier und einige Postkarten über eine App an Freunde in Deutschland verschickt. Tut gut, etwas erledigt zu haben.

Im Hintergrund, bzw. im Schlafzimmer läuft noch das Rauschen, mit dem wir Anna inzwischen schneller zu einem tiefen Schlaf verhelfen. Das funktioniert echt ziemlich gut, kann ich nur weiterempfehlen! Allerdings funktioniert es auch bei uns gut – mir fallen gleich die Augen zu. Deshalb sage ich nun auch gute Nacht.

Habt noch eine gute Restwoche und bis bald!

Viele Grüße
Silke und Co


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Anke (kidsgo-Tagebuch-Betreuerin)

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Kommentare von Lesern:

Silke, Kyoto26.12.2019 06:18

Danke für deinen Kommentar!
Wiegenlieder singt mein Mann öfter, ich auch manchmal. Wir hatten schon in der Schwangerschaft eine Spieluhr. Allerdings könnte ich jetzt nicht sagen, ob sie die Lieder wieder erkennt.
Das Rauschen hilft aber tatsächlich am besten, wenn sie schreit. Da kommen unsere Stimmen gar nicht mehr bei ihr an.

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Traudi Feist, Rettenbach19.12.2019 10:01

Raffiniert, mit einem Rauschen im Hintergrund bringt Ihr Anna zum Schlafen ! Wo bleiben die alten Wiegenlieder ? Hauptsache alle kommen zum nötigen Schlaf ! Sehr schön, dass Du wieder zu Deinen Schwimm -runden kommst . Interessant, dass es so viele junge Paare mit Babys in Japan gibt, die vom Ausland kommen ! Lasst Euch noch viele Begegnungen einfallen, die allen sehr bedeutsam sind ! Weiterhin eine besinnliche Adventszeit !!!

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