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Tagebücher aus der Schwangerschaft

Eine neue wunderbare, aufregende und vielleicht auch lang erwartete Lebenszeit beginnt. Für unsere Tagebücher-Blogs haben wir immer 3-4 schwangere Frauen in unterschiedlicher Schwangerschaftsphase, die in freudiger Erwartung über jede Woche dieser spannenden Zeit schreiben, uns und die vielen tausend Follower:innen daran teilhaben lassen und damit unvergessliche Momente schaffen.
39. Schwangerschaftswoche

Der Countdown läuft: 10, ...

Eine Woche zu Dritt, zwischen Unruhe und Standby-Modus, ein Vergleich zur ersten Schwangerschaft und die Spannung wächst ins Unermessliche.

Guten Abend zusammen,

es ist Montag kurz vor acht (!). Unser Sohnemann schlummert schon tief und fest und man weiß fast gar nicht, was man mit sich anfangen soll. ;-) Momentan bringen wir ihn zusammen ins Bett und er scheint es in vollen Zügen zu genießen zwischen Mama und Papa zu liegen und Mama bei diversen Bobo-Geschichten zu lauschen. Und je schwerer mein Arm wird und weiter und weiter hinabsinkt, so werden auch seine Augenlider schwerer bis ich dann irgendwann merke, dass die Wimpern sich nicht mehr bewegen, wenn ich das Buch bewege.

Letzte Woche war einerseits wunderschön zu Dritt nochmal die Zeit zu genießen und andererseits war es ein wenig planlos. Denn während wir den Anfang der Woche noch unseren Schlumpf vom Schnupfen zu befreien versuchten, wurde ein neues Kind bei der Tagesmutter eingewöhnt und hat direkt die Hand-Mund-Fuß-Krankheit mitgeschleppt. Und just als wir soweit waren zu sagen, wir können ihn guten Gewissens und gesund wieder zur Tagesmutter bringen, hieß es „bitte nicht“. Klar, das wollten wir uns jetzt auf den letzten Drücker auch nicht noch ins Haus holen. Dann ging es diesen Montag genauso weiter. Denn ab drei Krankheitsfällen wird das Gesundheitsamt eingeschaltet und es hatten sich 5 von 8 Kindern angesteckt. Die Tagesmutter musste erstmal klären, was jetzt alles noch erlaubt ist, und war heute damit beschäftigt, die Einrichtung von oben bis unten zu desinfizieren.

Schauen wir mal. Ein, zwei Tage vormittags Ruhe wären noch ganz schön, bevor wir dann einen weiteren Wurm in unserer Mitte haben. Und obwohl ich es immer noch die meiste Zeit genieße, schwanger zu sein, wird alles einfach etwas mühseliger. Vor allem eben die Kinderbetreuung: Mama Arm! Mama Arm! Und unser Schlumpf hat momentan eine Aufmerksamkeitsspanne von gefühlt 2 Minuten und springt zwischen malen, Turm bauen, rausgehen, Buch lesen, Rad fahren, überall hochklettern, Kappes machen im Dauermodus hin und her. Das dazugehörige hinsetzen, aufstehen, hinknieen, aufstehen, tragen, hinterherlaufen und sich jedes Mal auf was neues einzustellen, zieht mehr Energie als ich dachte.
Am Samstag war meine Familie da, meine Eltern und Geschwister. Und einerseits war es wunderschön, aber irgendwie hat das Motto „Du lehnst Dich zurück und wir machen“ nicht so wirklich geklappt. Unser Schlumpf war natürlich wahnsinnig aufgedreht, vor allem, weil auch die beiden Hunde meiner Eltern dabei waren. Und irgendwie war ich doch die ganze Zeit mit ihm zugange. Zumal wir gegrillt haben und es mittendrin zu schütten begann. Die Terrasse ist überdacht, aber der Frechdachs wollte die ganze Zeit in den Regen. Und wenn man gerade 10 Tage Schnupfen hinter sich hat, dann will man alles andere als ein naturnahes Nasserlebnis des gerade Genesenen. ;-)

Am Donnerstag hatte ich wieder Akupunktur und dieses Mal gab es je eine Nadel in die kleinen Zehen. Und das war tatsächlich beim Setzen unangenehm. Danach ging es. Die sollen jetzt bewirken, dass der Muttermund sich fürs Öffnen vorbereitet oder sich der Gebärmutterhals verkürzt? Eins von beidem oder ggfs. sogar beides.
Und ich hab mich schon auf alles gefasst gemacht, was das Wochenende kommen könnte oder ob es gar losgeht. Aber im Vergleich blieb es ruhig. Am Donnerstag selber hat der Körper wieder gearbeitet, aber seitdem ist es alles recht entspannt und ruhig geworden. Heute habe ich wieder des Öfteren einen harten Bauch, aber auch nichts, wo ich sagen würde, dass es in die richtige Richtung geht.

Abgesehen davon bin ich ja eh wieder im Honk-Modus…bin die ganze Zeit am Überlegen, welches Datum denn ein schöner Geburtstag wäre. Und denk mir dann an den „unliebsamen“ Tagen „bleib schön drin heute“. Muss noch innerlich loslassen. Gleichzeitig freue ich mich auf die Geburt und den kleinen Zwerg. Also ist alles etwas schizophren. Ich stelle mich momentan auf einen Jungen ein und gleichzeitig habe ich nicht den blassesten Schimmer. Auch war ich ja fest davon überzeugt, dass es früher kommt, also merklich früher. Momentan denke ich eher, dass wird eine ziemliche Punktlandung. Diese Woche rechne ich eigentlich nicht mehr damit. Aber who knows. Umstände ändern sich von einer Sekunde auf die andere.

Immerhin bin ich mit meiner Baby To-Do-Liste weitergekommen. Meist eher ungeplant und zwischendurch, aber es ist jetzt endlich alles fertig gewaschen, was nochmal gewaschen werden musste. Der Laufstall/Stubenwagen für das EG steht. Bei unserem Schlumpf hatten wir sowas nicht. Der lag zur Not immer auf Decken auf dem Boden und das ging wunderbar, denn mit Fußbodenheizung war es immer kuschelig warm. Aber jetzt da er ein kleiner Flitzebogen ist und zwar wahnsinnig sicher in seinen Bewegungen ist, aber dennoch gerade mal zwei Jahre, wollte ich etwas haben, wo ich das Baby ohne Bedenken für eine Minute ablegen kann, wenn ich was aus der Küche hole oder mal dem Schlumpf den Rücken zuwende. Das Gitter haben wir von unseren Nachbarn übernommen und per Zufall habe ich jetzt eine neue Matratze über Kleinanzeigen bekommen für den halben Preis. Da hatten Großeltern schon die Matratze fürs Enkel gekauft und die Eltern hatten sich dann aber gegen den Laufstall allgemein entschieden. So sind alle Seiten happy. Der Matratzenschoner und das Laken sind auch schon durch die Wäsche und damit wären wir eigentlich soweit bereit. Bloß mein Putzfimmel ist noch nicht befriedigt. Deswegen hoffe ich auf ein, zwei Vormittage ohne den Schlumpf, damit ich das noch in Angriff nehmen kann und dann die Beine hochlegen darf und wirklich mit jedem Teil des Körpers sagen kann: jo, wir sind bereit. Baby, you can come.

Morgen habe ich noch einen Hebammentermin. Da kommt sie nochmal vorbei. Bin gespannt, was sie sagen wird. Sie bringt eine Hebammenschülerin mit. Das hatte ich beim letzten Mal auch bei ein, zwei Terminen. Das war bisher auch immer recht entspannt und hat ganz und gar nicht der Befürchtung entsprochen, dass man vielleicht zum Anschauungsmaterial „degradiert“ wird.

Ansonsten ist wirklich alles erstaunlich ruhig und gechillt, sogar mein Blutdruck versinkt irgendwo im Nirvana und dümpelt gemütlich vor sich hin. Wassereinlagerungen habe ich bisher auch noch keine. Klar, abends sind die Beine etwas schwerer, aber ich habe keine Abdrücke von den Socken oder dass Schuhe plötzlich zu eng sind.
Mit 38+0 liege ich nun bei 68,7 kg (sprich 11,6 kg über dem Startgewicht) und habe eine „Taille“ von 91cm. ;-) Zum Vergleich in der ersten Schwangerschaft lag ich bei 73,7 kg (12,6 kg überm Startgewicht) und hatte den gleichen Bauchumfang. Wahnsinn. Das ist schon echt ein krasser Unterschied. Mich würde wirklich interessieren, was sowas alles beeinflusst. Denn wirklich anders gegessen, habe ich nicht…

In der Nacht muss ich jetzt tatsächlich ein bis zweimal auf Toilette, aber auch das war in der ersten Schwangerschaft deutlich nervenaufreibender und auslaugender als es diesmal der Fall ist.
Auch meinem Beckenboden scheint es diesmal „besser“ zu gehen. *Augen zu und durch, sag ich jetzt mal*. Aaaaaalso, ich kann leider nicht leugnen, dass ich damals am Ende der ersten Schwangerschaft beim Lachen, Nießen, Husten oder unüberlegten Bewegungen ohne den Beckenboden nochmals aktiv zu entlasten bzw. anzuspannen nicht doch den ein oder anderen Tropfen Urin „verloren“ habe. Und ich denke, ich spreche da für jede Schwangere, egal wie viel oder wenig man davon betroffen ist, es ist einem wirklich wirklich unangenehm. Allein der Gedanke die Kontrolle über dieses Bedürfnis zu verlieren, macht es zu einem Tabu-Thema. Voilà, letztes Mal hatte ich es. Und war sagenhaft enttäuscht von mir und meinem Beckenboden. War ich doch jung und dynamisch und überhaupt, was fällt Mutter Natur damit eigentlich ein?
Nun dachte ich mir diesmal, dass es wohl oder übel wiederkommen würde: bin zwei Jahre älter; es ist die zweite Schwangerschaft, auch wenn ich bei der ersten den Kaiserschnitt hatte; und habe es auch diesmal mit gezieltem Training nicht 100% ernst genommen. Dennoch scheint die ganze Gartenarbeit und das tägliche „Krafttraining“ im Kleinkindhaushalt seine Arbeit geleistet zu haben. Bisher gab es keine „Unfälle“ und auch das Gefühl aus der ersten Schwangerschaft, dass am Abend der Beckenboden wirklich fix und alle war, habe ich diesmal nicht. Überhaupt scheint, was Haltung, Muskelkraft, Gleichgewicht, meine aktuellen Lebensumstände eher positive Auswirkungen zu haben, als es damals der Fall war.

So und jetzt fällt mir langsam nichts mehr ein. Denn eigentlich sitze ich hier einfach nur und frage mich, wann sich das Baby auf den Weg macht. Ich bin einerseits so komplett ruhig, dass ich mir fast selber Angst mache, und gleichzeitig bin ich so aufgeregt und hibbelig, dass ich nicht wirklich stillsitzen will.
Ich glaube, das ist einfach der finale Hinweis an werdende Eltern: Ab jetzt seid ihr vor nichts mehr sicher. Immer in Alarmbereitschaft sein und die Ruhe in Person zu bleiben, ist Voraussetzung. ;-)

Liebe Leute, da ist ein Baby in meinem Bauch!! Und ich habe Fotos und ich spüre die Bewegungen und trotzdem finde ich das immer noch alles ziemlich irre. Und dass in ein paar Tagen (oder Wochen) dieses Baby im Arm liegt und es für immer ein Teil der Familie ist, kann ich mir in den besten Momenten nur für Millisekunden vorstellen, bevor das Bild vor meinem inneren Auge wieder verschwindet. Ich bin einfach wahnsinnig gespannt. Gespannt auf alles, was da kommt.

Oh, und vielleicht, gibt es ja schon ein paar Mehrfachmamas oder -eltern unter Euch: mir wurden jetzt schon ganz viele Tipps gegeben zu Stillkisten (Kisten mit extra Spielzeug für den Großen während der Stillzeiten), Geschenken vom Baby an den großen Bruder etc. etc. Und ich stehe dem ganzen gespalten gegenüber. Zum Einen versuchen wir möglichst wenig Spielzeug im Allgemeinen zu haben und trotzdem ist es bei uns kunterbunt und aus meiner Sicht zu viel. Zum Anderen beschäftigt er sich seltenst mit den Sachen, die man ihm vor die Nase legt, sondern dann erst recht mit den Sachen, die gerade nicht im Fokus stehen sollen. Zudem bin ich mir unsicher, ob ein Geschenk „vom Baby“ wirklich als solches wahrgenommen wird…mal abgesehen davon, dass ich nicht den blassesten Schimmer habe, was denn ein sinnvolles Geschenk wäre…wobei über ein Brett mit Schrauben und einen Akkuschrauber würde er sich freuen…
Also, falls Ihr da Erfahrungen habt, in die ein oder andere Richtung, würde ich mich über Input freuen.
So und nu höre ich auf.

Euch wünsche ich eine schöne Woche. Bleibt gesund. Bis nächsten Montag (vielleicht – who knows?)

Liebe Grüße
Philippa
- als kugelrundes Nervenbündel mit sagenhaften Energiebündel im Bauch.



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Kommentare von Lesern:

Philippa, Köln12.07.2021 23:27

Liebe Barbara, liebe Laura,
danke Euch erstmal für Eure Kommentare. Ich tendiere aktuell dazu kein Geschenk vom Baby zu machen. Einfach weil die Idee dahinter untergehen würde. Zumal hat er gerade einen Maltisch und Malbücher und Stickerbücher bekommen. Ich glaube, er würde den Zusammenhang gar nicht ziehen.
Eine Puppe hat er schon. Eine alte von mir, die er gerne in die Babyschale setzt und anschnallt. Aber er ist wirklich ein kleiner Klischeejunge und mehr als 15 Minuten die Puppe am Bein durch das Wohnzimmer zu schleifen, war noch nicht drin. ;-)
Wir haben ihm vom Anfang an gesagt, dass das Baby in Mamas Bauch "sein Baby" ist. Meine Eltern haben das bei uns so gemacht und das hat wohl immer ganz gut geklappt. Wir werden sehen. Ich bin gespannt.
Ganz liebe Grüße und Danke fürs Mitlesen und Mitfiebern!
Philippa

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Laura, Poniatowa08.07.2021 18:11

Hallo liebe Philippa! Habe gerade dein ganzes Tagebuch in 2 Tagen verschlungen :) ich habe vor, bald wiedr schwanger zu werden und wenn es soweit ist, möchte ich meiner Tochter eine kleine Puppe schenken, die "ihr Baby" sein soll, sie wickeln, umziehen und "füttern" kann, etc. Natürlich nur, wenn sie das verstehen kann, sie ist erst 7 Monate,haha. Das Baby würde dann zusammen mit dem Geschwisterchen kommen. Ganz liebe Grüße, viel Glüvk. Ich fiebere mit :) !

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Barbara 07.07.2021 21:09

Liebe Philippa, beim Thema « Zuviel Spielzeug » fühlte ich mich sofort angesprochen ;): ich finde, dein Bauchgefühl liegt ganz richtig und dein Erstgeborener braucht statt dem ganzen Firlefanz aus der Spielwarenabteilung vor allem Eltern, die auch mit neuem Geschwisterchen für ihn da sind. Alles Gute für euch!

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