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Untersuchungen in der Schwangerschaft – Vorsorge und Pränataldiagnostik im Experten-Check:
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Ersttrimesterscreening: Blutuntersuchung auf ß-HCG, PAPP-A (PND)

  • Kostenträger: Selbstzahlerleistung (IGeL)
  • Untersuchung bei: Frauenärztin
  • Aufwand: gering
  • Experten-Empfehlung: im speziellen Fall
Ersttrimesterscreening: Blutuntersuchung auf ß-HCG, PAPP-A (PND)
Ersttrimesterscreening: Blutuntersuchung auf ß-HCG, PAPP-A (PND)
Wann: Zwischen der 11. und 14. Schwangerschaftswoche, ggf. zwei Wochen vor dem Ersttrimester-Ultraschall.

Wie: Die Frauenärztin entnimmt eine Blutprobe, die im Labor untersucht wird.

Wo: Bei der Frauenärztin.

Was: Beim Ersttrimesterscreening werden mehrere Untersuchungen kombiniert, um das Risiko für Chromosomenabweichungen zu erfassen. Zusätzlich zur Ultraschall-Untersuchung mit Messung der Nackentransparenz erfolgt eine Blutuntersuchung der Schwangeren. Dazu nimmt die Ärztin eine Blutprobe aus der Vene der Mutter, diese wird im Labor untersucht. Die Blutentnahme kann zwei Wochen vor dem geplanten Ultraschall durchgeführt werden. Dann liegen die Ergebnisse gleichzeitig vor. Bestimmt wird zum einen der Gehalt an humanem Choriongonadotropin (hCG) im Blut. Das Hormon wird bei einer Schwangerschaft gebildet, erhöhte Werte können jedoch auf eine Chromosomenstörung hinweisen. Ebenfalls gemessen wird die Konzentration von PAPP-A (pregnancy-associated plasma protein A), einem Eiweißstoff, den die Plazenta bildet. Bei PAPP-A deutet ein niedriger Spiegel auf eine Chromosomenstörung hin. Zusätzlich kann der Gehalt an PlGF, einem plazentaren Wachstumsfaktor, ausgewertet werden.

Nutzen: Die Blutuntersuchung kann beim Ersttrimesterscreening dazu beitragen, das Risiko für eine Chromosomenabweichung zu ermitteln.

Ergebnis: Der Bluttest ist nur einer von mehreren Faktoren, der beim Ersttrimesterscreening in die Risiko-Einschätzung mit einfließt. Ermittelt wird dann mit Hilfe eines Computerprogramms eine statistische Wahrscheinlichkeit für eine Chromosomenstörung. Das kombinierte Screening zeigt bei 80 bis 90 Prozent der typischen Chromosomenstörungen ein auffälliges Ergebnis an. 10 bis 20 Prozent werden also nicht erkannt. Gleichzeitig sind „falsch positive“ Resultate möglich. So erhalten mehr als 5 Prozent der Frauen eine beunruhigende Analyse, obwohl ihr Kind keine Chromosomenabweichungen hat. Liegt die Wahrscheinlichkeit für ein Down-Syndrom laut Ersttrimestertscreening höher als 1:300, werden meist Folgeuntersuchungen empfohlen. Das können eine Fruchtwasseruntersuchung oder eine Chorionzottenbiopsie sein.

Risiken: Die Blutuntersuchung birgt selbst kein Risiko für das ungeborene Kind. Bei Auffälligkeiten im Ersttrimesterscreening kommt es aber oft zu Folgeuntersuchungen wie der Fruchtwasseruntersuchung oder Chorionzottenbiopsie. Beide können eine Fehlgeburt auslösen. Durch die Unklarheit der Untersuchungsergebnisse können Eltern zudem stark verunsichert werden.

Gesundheitliche Folgen für die Mutter: Für die Gesundheit der Mutter hat eine Blutuntersuchung keine Folgen.

Kosten: Die Kosten für ein komplettes Ersttrimesterscreening liegen bei etwa 100 bis 250 Euro. Sie werden von den gesetzlichen Krankenkassen nicht übernommen.

Experteneinschätzung von Dr. Sven Hildebrandt, Professor für Frauenheilkunde und Geburtshilfe:
„Der Schwangeren muss bewusst sein, dass es sich beim Ergebnis des Screenings um eine grobe Risikoabschätzung mit erheblichem Beunruhigungspotenzial handelt. Der verständliche Wunsch nach Sicherheit („Mein Kind ist gesund!“) kann definitiv nicht erbracht werden. Ebenso gibt die Untersuchung keinen zuverlässigen Beweis einer genetischen Besonderheit des Kindes. In jedem Fall sollte sich die Schwangere sehr sorgfältig beraten lassen und VOR der Untersuchung darüber nachdenken, was ein ungünstiges Ergebnis für Konsequenzen hätte. Dies gilt insbesondere für die dann empfohlenen Folgeuntersuchungen, die gerade bei jüngeren Schwangeren riskanter sind als die Wahrscheinlichkeit der genetischen Besonderheit.“

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