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Baby-Tagebücher

Alle vier Monate beginnen frischgebackene Mütter oder Väter auf kidsgo.de ihr Baby - Tagebuch. Jede Woche schreiben sie, welche Fortschritte ihr Baby macht und welche Probleme es im Leben mit dem Baby gibt. Die Baby-Tagebücher werden ermöglicht durch die Unterstützung von Paediprotect, Thule, BIG und Babymoov.
0. Woche

Freundschaften und Erstausstattung

Wie sich Freundschaften aus Käufen entwickelten auf meinem Weg zur Erstausstattung und weitere Bekanntschaften.

Woche 0 – 5
Hallo zusammen,

es war eine gute Woche – Baby geht’s weiter bestens im Bauch. Nach einigen Anflügen von Ungeduld bin ich auch wieder „versöhnt“ damit, dass sie eben noch keinen Drang nach draußen verspürt.

Beim letzten Arzttermin sprach mich eine andere Krankenschwester noch einmal auf meinen Wunsch mit den roten Handtüchern an. Sie wollten sicher gehen, dass ich verstehe, wann sie sie benutzen werden und wann und warum nicht. Erst dachte ich schon, „Oh, was habe ich da nur angestellt, so ein Aufhebens um diese Handtücher.“ Aber eigentlich gibt es mir Zuversicht, dass sie meine Wünsche für die Geburt respektieren und versuchen, möglich zu machen, was möglich ist. Das stärkt das Vertrauen!

Die Symphysenschmerzen sind fast weg, ich merke, wie sich Hüfte und Becken aber insgesamt lockern. Mein Gang wird noch breitbeiniger und für den Spaziergang in die Stadt am Samstag, 4,5km, brauchte ich über zwei Stunden. Wir waren im Kino und Essen, haben deutsches Vollkornbrot gekauft. Sachen, mit denen wir uns nun die Wartezeit verschönern. Am Sonntag haben wir die Bekannte aufgesucht, die das Pilatesstudio eröffnen wird. Sie ist gerade mitten in den Umbauarbeiten, aber hat sich trotzdem die Zeit genommen, uns noch ein paar Shiatsu-Druckpunkte zu zeigen, die die Geburt erleichtern können.

Letzte Woche kam auch noch ein riesiges Paket von einer lieben Freundin aus Tokio. Wir kennen uns schon aus Hamburg, wo sie und mein Mann sich regelmäßig zum Sprachtandem getroffen haben, bis sie vor eineinhalb Jahren zurück sind nach Tokio. Ihr Baby ist inzwischen ein Jahr alt und so hat sie einiges aussortiert und mir geschickt. Nun bin ich ausreichend versorgt mit Babyflaschen und auch einer Box, um die Flaschen in der Mikrowelle abzukochen. Eine aufblasbare Babywanne war dabei, eine tolle Babymatratze, ein Stillkissen und weitere Babykleidung – oh, da gibt es in Japan wirklich praktische Body-Varianten, die ich aus Deutschland noch nicht kannte. Fast nichts muss man über den Kopf ziehen, alles lässt sich ziemlich komplett aufknöpfen.

Ah ja, unsere Erstausstattung: Da es ziemlich klar ist, dass wir in gut einem Jahr wieder zurück nach Deutschland gehen, versuchen wir unseren Hausstand minimalistisch zu halten. Entsprechend wollte ich auch bei den Babysachen so viel wie möglich gebraucht bekommen. Mitnehmen werden wir wohl das Wenigste. Glücklicherweise sind wir letzten Winter auf die „Sayonara Sales“ Verkaufsgruppen auf einer Social Media Seite gestoßen, die es für wohl alle großen Städte in Japan gibt. (In Deutschland kenne ich ähnliche Gruppen als „Free your stuff“ oder Flohmarktgruppen etc.) Hier verkaufen und verschenken viele Expats ihre Sachen, wenn sie umziehen oder das Land verlassen. Große Firmen mit ausländischen Mitarbeitern gibt es nur wenige hier, die sind in der Regel in Tokio oder Osaka und Kobe angesiedelt, alles auch Hafenstädte. Die Ausländer, die in Kyoto leben, sind eher Singles und Studenten.
Entsprechend sind Angebote an Babysachen nicht so häufig, sodass ich schon im Februar angefangen habe die nötigen Sachen anzusammeln. So hatte ich gleich zu Anfang z.B. schon ein Gitter, mit dem ich später den Küchenbereich abtrennen kann. Bald kamen ein Spielebogen und eine Babywippe dazu. Von einer der Verkäuferinnen erfuhr ich, dass ein Bezirksamt jährlich ein „Reuse- und Ecofest“ veranstaltet, bei dem es viele Kindersachen gäbe, Tipp: Früh da sein und Wartezeit mitbringen! Das war dann gleich im März und tatsächlich warteten wir bestimmt eine Stunde, da die Besucher in Gruppen in den Raum gelassen wurden. Ich dachte, es wäre ein Flohmarkt, aber tatsächlich wurden alle Sachen verschenkt! Auf Wühltischen gab es jede Menge Kleidung und wir bekamen auch eine Babywanne, eine Babytrage, eine Art Babytasche/bett, das man zur Krabbeldecke ausklappen kann und sogar einen Kinderwagen. Bei der Trage fehlte eine Schnalle, die ich aber in einem Stoffladen nachkaufen konnte. Der Kinderwagen stellte sich dann beim Besuch meiner 2 ½-jährigen Nichte als total instabil und praktisch nicht mehr manövrierbar heraus, sodass wir ihn wieder entsorgten. Naja, so ohne Erfahrung konnten wir das nicht sehen.

Kinderwägen sind hier auch interessant. So „richtige“ Babywägen, wo die Neugeborenen ganz flach liegen können, sieht man äußerst selten. Die meisten Kinderwägen sind Buggys, die man halbwegs flach einstellen kann für die ganz Kleinen. Allerdings werden die meisten Babys einfach getragen. In den meist vollen Bussen und U-Bahnen ist das natürlich auch praktischer. Irgendwie haben die Busse hier auch extrem wenig freien Platz und man muss sich zum Aussteigen nach vorne durcharbeiten und zahlen. Unpraktisch mit Kinderwagen.
Viele Mütter fahren mit den Babys in der Trage auch Fahrrad, manchmal vor und hinter sich je ein weiteres Kind. Geraten wird dazu freilich nicht! Ich glaube, es ist sogar verboten. Japan gilt als ziemlich regelverliebt und häufig werden Regeln ohne Nachdenken akzeptiert und stur eingehalten. Dass dies ausgerechnet beim Radfahren so völlig außer Kraft scheint, kann ich immer noch nicht nachvollziehen.
Mit Kleinkindern, die schon sitzen können, sind diese (Elektro-)Räder aber wirklich toll.

Über die erwähnte Verkaufsgruppe habe ich auch zwei neue Freundschaften geschlossen. Eine Niederländerin, die nur ein paar Hundert Meter weiter wohnt, bot vor ein paar Monaten Babyschlafsäcke und Kleidung an. Letzte Woche habe ich von ihr auch einen tollen Kinderwagen übernommen, der mit Inlay für Babys geeignet ist, eine Wickelmatte und einiges mehr. Ich bin froh, dass sie nun aus dem Sommerurlaub zurück ist und habe letzte Woche ungeplant einen ganzen Tag bei ihr verbracht.
Sie veranstaltet auch ab und zu Treffen für Eltern, um Kinderkleidung zu tauschen. Auch bei einem solchen habe ich viele Sachen bekommen.
Ein anderes Mal kaufte ich ein Seitenschläferkissen und wir stellten fest, dass wir beide Deutsche sind und ebenfalls nur einen Kilometer auseinander wohnen. Ihre Tochter ist inzwischen fast acht Monate alt. Für eine gemeinsame Krabbelgruppe werden die Kinder vom Alter her zu weit auseinander sein, aber für uns Mamis ist es natürlich trotzdem nett. Sie ist mit einem Japaner verheiratet, wohnt bereits neun Jahre in Japan und spricht praktisch flüssig Japanisch.

Weitere Babysachen und auch Schwangerschaftskleidung haben mir meine Schwester und meine Mutter aus Deutschland geschickt. Was es hier beispielsweise nicht gibt, sind geschlossene Babyschlafsäcke, die habe ich nun in ein paar Größen aus Deutschland und zwei ursprünglich aus den Niederlanden.

Ja, soziale Kontakte finden: Nachdem mein letzter Sprachkurs im März endete und meine Sprachtandems auch nicht mehr regelmäßig stattfanden, wollte ich bei neuen Kontakten auch gerne mal auf andere Schwangere treffen. Ich musste feststellen, dass es gar nicht so leicht ist, welche zu finden, also welche, die auch Englisch sprechen. Für Expats mit kleinen Kindern finden sich dann ein paar Gruppen, online und in den Community Centern organisiert.
Ein Aufruf von mir auf einer Social Media Plattform in einer Expatgruppe hat dann immerhin zu einer neuen Bekanntschaft und Freundschaft geführt. Eine junge Frau, Mitte 20, aus Turkmenistan, ihr Mann macht seinen Master hier in Kyoto und hatte meine Anzeige gesehen. Leider blieb sie die Einzige. Aber wir haben uns in Vielem unterstützt, auch bei den administrativen Themen. Und der Austausch tut ja auch einfach gut, das war für uns beide ein echter Segen, den ich nicht missen möchte. Dazu wohnt sie praktischerweise ganz nah bei meinem Krankenhaus, so dass wir uns selbst jetzt zumindest einmal die Woche sehen.

Eine andere Anzeige am medialen Schwarzen Brett eines Community Centers brachte mir die Bekanntschaft mit einer Japanerin, die im Labor eines Krankenhauses gearbeitet hatte. Sie will sich nun zur medizinischen Übersetzerin ausbilden lassen. Ich hatte nach schwangeren Japanerinnen zum Austausch gesucht, in der Hoffnung auch etwas mehr über das Geburtswesen hier zu erfahren. Nun, ihre Tochter hat dies Jahr ein Kind bekommen, so konnte sie mir ein paar Informationen geben. Und, sie bot sich freundlicherweise an, mich zu Arztbesuchen zu begleiten, was ich auch zweimal in Anspruch nahm. Die Ärzte und Schwestern waren jedes Mal sichtlich froh für die Übersetzung!
Ein weiterer Kontakt hat sich aus dieser Anzeige ergeben: Eine Japanerin mit Kind meldete sich für den Sprachaustausch auf Englisch und Spanisch und lustigerweise ist sie eine Trainerin für Babycarrierdance, also für das Tanzen mit dem Baby im Tragetuch oder einer Trage. Leider hat sie nicht viel Zeit und wir haben uns bisher nur einmal getroffen. Vielleicht ja dann demnächst in einem ihrer Kurse.

Heute habe ich nun all die Sachen, die wir nach der Heimkehr aus dem Krankenhaus brauchen, herausgesucht und bereit gelegt für den Einsatz. Da unsere Wohnung hier nicht sehr groß ist, sind die meisten Sachen im japanisch traditionell großen Einbauschrank im Schlafzimmer verstaut. Normalerweise räumt man da die Futons für den Tag rein, um Platz zu haben, aber wir stellen unsere Matratzen immer nur auf und nutzen das Zimmer nur zum Schlafen.

Morgen ist der nächste Termin und ich bin gespannt, ob sich nun doch erste Vorboten der Geburt zeigen. Nach dem langen Spaziergang hatte ich jedenfalls verstärkt, aber noch sehr unregelmäßig Wehen.

So, heute ist es ja dann auch mal kürzer geworden…
Habt eine gute Woche und bis demnächst.
Viele Grüße,
Silke

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In diesem Beitrag geht's um:

Freundschaft, Erstausstattung, Kinderwagen