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Hebammennot: Schwangerenbetreuung in Gefahr?

In diesem Artikel:

Werden wir auch in Zukunft noch frei entscheiden können?

  • Vor, während und nach der Geburt?
  • Bei der Diagnostik?
  • Bei der Wahl des Geburtsortes?
  • Bei Impfungen?
  • Bei anderen Gesundheitsfragen?

Was ist das Problem?

Seit über einem Jahr kämpfen wir Eltern an der Seite der Hebammen für:

  • eine gerechte Bezahlung,
  • eine bezahlbare Haftpflicht-Versicherung,
  • bessere Arbeitsbedingungen,
  • eine 1:1 Betreuung während der Geburt.

Was bisher geschah

Hier findest du Bilder und Berichte zu den Protestaktionen, zur Nabelschnur, zu den Hebammen-Herzen und allem, was bisher passiert ist.

Unter dem Druck der Proteste kam die Überbrückungslösung bis Sommer 2016: Ein Sicherungszuschlag zu den Haftpflicht­prämien, damit sich Hebammen diesen überhaupt leisten und somit Geburten begleiten können. Jetzt laufen die Verhandlungen zwischen den Krankenkassen und den Hebammenverbänden zur Ausgestaltung der neuen Verträge.

Und diese Verhandlungen hat nun der Hebammenverband abgebrochen. Warum?

Weil die Vorschläge der Krankenkassen bedeuten, dass das Selbst­­bestimmungsrecht von uns Frauen rund um die Geburt beschnitten wird. Am Beispiel der Hausgeburt (die nicht viele betrifft) wird hier – so die begründete Befürchtung der Hebammen – ein Beispiel für ganz viele Gesundheitsleistungen (die uns nachher alle betreffen wie z.B. Pränataldiagnostik, Entscheidungen gegen einen Kaiserschnitt oder auch Impfungen) eingeführt:
Der Wille der Frau als Mutter des ungeborenen Kindes wird hier durch Kriterien beschnitten, die die Übernahme der Kosten regeln.

Statements der Hebammen

Hier findet ihr alle Statements der Hebammen

Hebammenstatements (PDF)

Die Hebammen haben sich jetzt hinter uns Frauen gestellt.
Sie kämpfen für unsere Wahlfreiheit und dafür, dass wir mit Sicherheit das größte Interesse am Wohle unseres Kindes und unserer eigenen Gesundheit haben. Diese Entscheidungen kann keine Krankenkasse für uns treffen.

Die Hebammen haben mit dem Abbruch der Verhandlung eine eigene Gebührenerhöhung in Frage gestellt, die nämlich davon abhängig ist, dass dieser Vertrag unterschrieben wird.  Die Hebammen fordern vom Spitzenverband der Krankenkassen dieselben Verfahrensweisen, wie sie seit Jahren angewendet werden. Dies beinhaltet die Einbeziehung des Willens der Schwangeren und die Möglichkeit, diese durch umfassende Beratungsgespräche aufzuklären über mögliche Risiken.

Wir Eltern werden zusammen mit euch Hebammen weiter dafür kämpfen.

Die kidsgo Redaktion (Stand 10. März 2015)

Die Expertenmeinung

Armin-Octavian Hirschmüller,
Rechtsanwalt und Fachanwalt für Medizinrecht,
berät den Hebammenverband bei den laufenden Verhandlungen:

(...) Deshalb möchte ich an die (künftigen) Eltern appelieren, die Entwicklung im Rahmen der Hebammenhilfe zu hinterfragen, denn vordergründig scheint die Entwicklung nur die Hebammen zu betreffen.
Tatsächlich droht sich der Umgang mit der Hebammenhilfe zu einem Problem für ein selbstbestimmtes Familienleben zu entwickeln und dürfte sich künftig in einem größeren Umfang auf die Gesellschaftsgesundheit auswirken, als man zunächst meinen könnte. (...)


Stell dir vor, dein Baby kommt und keiner ist da!

Dies ist nur ein kleiner Auszug der knapp 60 Hebammen-Statements.

kidsgo fragte Hebammen, was sie für eine umfassende
Betreuung der Schwangeren und Gebärenden brauchen.


Alle Statements findet ihr am Ende der Seite oder in der
rechten Spalte zum Download als PDF-Datei!

Eine flächendeckende Hebammenbetreuung ist schon heute in
Deutschland nicht mehr gesichert. Immer mehr Geburtsstationen
schließen und Hebammen geben ihren Kernberuf - die Geburts-
begleitung - auf.

Auch du kannst mithelfen! Erzähle allen Menschen die du triffst,
dass die individuelle Hebammen-Begleitung vor, während und nach
der Geburt immer noch in großer Gefahr ist!

Statements der Hebammen

Hier findet ihr alle Statements der Hebammen

Hebammenstatements (PDF)