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Schwanger und allein – Wie kommt mein Kind zu seinem Unterhalt?

Wer schwanger ist und jetzt schon weiß: „Ich werde mein Kind allein großziehen“, steht neben vielen anderen meist auch vor finanziellen Fragen. So ein Leben mit Kind kostet Geld. Woher soll dieses kommen? Denn eines ist klar: Wer ein Baby versorgt, kann nur eingeschränkt arbeiten. Darum ist es hilfreich, sich als angehende Alleinerziehende frühzeitig mit dem Thema „Unterhalt“ auseinanderzusetzen.

In diesem Artikel:

Schwanger und allein - Wie kommt mein Kind zu seinem Unterhalt?

Seit 2008 gilt in Deutschland ein neues Unterhaltsrecht, das Kinder an die erste Stelle der Unterhaltsberechtigten rückt. Bezahlen muss der Elternteil, der nicht kontinuierlich betreut. Wie hoch die Unterhaltssumme ist, richtet sich nach dem Einkommen des zahlungspflichtigen Elternteils und nach dem Alter des Kindes. Richtwerte bietet die sogenannte „Düsseldorfer Tabelle“. Demzufolge stehen einem Kind zwischen null und fünf Jahren mindestens 317 Euro monatlich zu. Doch Achtung: Dieser Betrag darf noch um das halbe Kindergeld gekürzt werden.

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Sind die Eltern nicht verheiratet, muss, um Unterhaltsansprüche geltend zu machen, die Vaterschaft festgestellt bzw. anerkannt werden. Das geht schon vor der Geburt. Beantragt werden kann der Unterhalt hingegen erst, wenn das Kind geboren ist. Entweder können Mutter und Vater sich dann selbst an einen Tisch setzen oder aber – und dazu rät Alexandra Szwaczka vom „Landesverband alleinerziehender Mütter und Väter Berlin“ in allen Zweifelsfällen – die Mutter wendet sich an das Jugendamt. Dann übernimmt das Amt stellvertretend die Kontaktaufnahme zum Vater und kümmert sich um die Abwicklung des Kindesunterhalts. Wird dieser trotzdem nicht oder nicht regelmäßig gezahlt, haben Alleinerziehende die Möglichkeit, Unterhaltsvorschuss zu bekommen. Dieser wird für Kinder bis zwölf Jahre für maximal 72 Monate gewährt und kann ebenfalls über das Jugendamt beantragt werden.

Weitere Informationen

Onlinebroschüre des Bundesfamilienministeriums zur Beistandschaft des Jugendamtes 
http://www.bmfsfj.de/doku/.

Das Handbuch mit Tipps und Informationen gibt es kostenlos beim Verband der Alleinerziehenden
https://www.vamv.de/vamv-broschueren.html.

Unterhalt während des Mutterschutzes

Der Kindsvater ist dazu verpflichtet, auch die Mutter während des Mutterschutzes finanziell zu unterstützen – soweit das im Rahmen seines eigenen Einkommens möglich ist. Diese Unterhaltspflicht setzt frühestens vier Monate vor der Geburt ein, sobald die werdende Mutter in dieser Zeit aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr arbeiten darf und sie dauert in der Regel bis zum dritten Geburtstag des Kindes, wenn die Mutter wegen der Betreuung des Kindes nicht arbeiten kann. Auch wenn in der Praxis dieser Unterhalt oft nicht erstritten oder wegen eines zu geringen Einkommens des Vaters nicht gezahlt werden kann, lohnt sich in jedem Fall eine Prüfung – zum Beispiel über einen Anwalt für Familienrecht.